Lyon – Confluence

Heute ging es auf die Halbinsel, da wo die Saône in die Rhone fließt. Dieses Gebiet, dass früher von der Industrie beherrscht war, wurde zum Vorzeigeobjekt für modernes Wohnen und Arbeiten erkoren.

Mit Bus Metro und Straßenbahn fuhren wir in den Süden von Lyon. Bei kurzen Zwischenstopps fielen die vielen nur mit Holzplatten verschlossenen Läden auf. Schlimm, was sich der Mopp heraus nimmt, nur weil sie mit politischen Entscheidungen nicht einverstanden ist. Und was können denn die Ladenbesitzer dafür.

Na ja ein „Gutes“ hat das, denn ein Künstler hat sich der Holzplatten angenommen und sie bemalt. Ihn kann man leicht an vielen Orten erkennen. Das Gebiet Confluence ist groß und so konnten wir nur einen kleinen Teil anschauen. Dort aßen wir auf einer Dachterrasse und genossen das schöne Wetter.

Zurück nahmen wir das Vaporetto, ein Boot, das mit Zwischenhalten den größten Teil von Lyon auf der Saône durchquert. Von der Endstation hatten wir es nicht mehr weit bis zur Metro und dem anschließenden Bus. Für die nächste Zeit haben wir von Großstädten genug. Stadtlatschen ist schon ziemlich anstrengend.

Morgen machen wir uns auf die Heimreise. In drei Etappen hoffen wir Crailsheim zu erreichen. Damit beende ich hiermit unseren Bericht. Zu Hause werde ich mich an die Herstellung des entsprechenden Filmes machen, in dem ich viele Bilder, die ich hier aus Platzgründen nicht zeigen konnte, verwenden. Interessenten können sich dafür gerne bei mir melden, nur das dauert noch ein bisschen.

Lyon: Street-Art und Funiculaire

Ich hatte im Internet schon viele schöne Street-Art Bilder gesehen und es gibt auch einen Plan der Stadt auf dem sie verzeichnet sind, deswegen war ich gespannt, was wir finden würden. Das heißt, erst mal zur Bushaltestelle, dort ein Tagesticket erstehen, was im Bus nicht möglich ist. So sind wir das erste Stück bis zur Metrostation schwarz gefahren.

Dort bekamen wir dann, was wir brauchten und wir sind von nun an problemlos mit unserem Ticket gefahren. Bei der Endstation in den richtigen Zug zu steigen, war kein Problem, das begann dann beim Umsteigen. Hier wurden wir schnell von Franzosen angesprochen, wenn wir mal ratlos herum standen. Mit Englisch wurde uns schnell geholfen.

Unseren ersten Halt machten wir am Rathaus, gegenüber steht das monströse Theater. Nach einem Kaffee machten wir uns auf den Weg zu den Fresken, wie sie der Franzose nennt. Damit folgte die erste Enttäuschung, entweder sie waren nichts Besonderes oder sie waren von Schmierereien übermalt. Etliche waren einfach blass, verwaschen.

Lyon selber hat uns aber weiterhin gefallen. Auf einem kleinen Platz bekamen wir gutes und nicht überteuertes Essen serviert, so dass wir uns danach auf den Weg zur Funikuläre, den Standseilbahnen machten. Eine führt hinauf zur Kirche Notre-Dame de Fourvière. Mit ihrem Bau wurde 1872 im Neo-Byzantinischem Stil begonnen. Außen befinden sich schöne Marmorreliefs, die Wände sind innen mit großen Mosaiken verkleidet. An der Decke wurde viel Blattgold aufgetragen.

Neben der Basilika befindet sich eine Terrasse, die einen fantastischen Überblick auf Lyon gewährt. Unter einem sieht man die Saone, während die Rhone nur an einem grünen Band von Platanen erkennen kann. Wieder unten in der Altstadt bummelten wir noch etwas herum, bis wir das Gefühl hatten, es wäre genug für heute und uns mit Metro und Bus auf den Heimweg machten.

Ankunft in Lyon

Die etwa 100 km sollten eigentlich kein Problem werden. So versuchten wir uns entlang der Rhone auf einer Landstraße. Das Stück erinnerte uns sehr an Rhein und Mosel, bis die Straße uns hinauf in die Berge führte, Richtung Massiv Central. Da sie landschaftlich sehr schön war, versuchten wir über einen Schlenker wieder zur Rhone zurück zu kommen.

Hier führen ja alle Wege nach Lyon und reumütig nahm ich die Autobahnauffahrt für das letzte Stück bis zu dem von uns angestrebten Campingplatz im Süden der Stadt. Der ist ruhig und preiswert und schon auf Tage hinaus ausgebucht. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Also den Campingplatz im Norden der Stadt eingegeben und einmal quer da durch. Hier war dann alles anders, was wenigstens bezüglich der freien Plätze angenehm war. In der Zwischenzeit war es Mittag, ich holte die Fahrräder raus und fanden auch in der Nähe ein Lokal. Gestärkt machten wir uns auf den etwa 10 km langen Weg hinunter an Saone und Rhone.

Hier gibt es Busspuren, die auch für Fahrräder frei sind. Auf denen kommt man gut und sicher voran. Weitere Fahrradwege führen an den Flüssen entlang. Das probierten wir zuerst aus, dann schoben wir unsere Räder durch die engen und belebten Gassen. Aber dazu folgt Morgen mehr.

Valence

Heute wollten wir das Teilstück der Via Rhona von Tournon nach Valence ausprobieren. Das sind eine Strecke etwa 25 km. Bei strahlendem Sonnenschein, leichtem Rückenwind und Jacke, da die Nacht und auch der Morgen kalt waren, ging es los. Die Strecke führt fast die ganze Strecke direkt an der Rhone oder an ihrem Kanal entlang.

Da die Strecke gut ausgebaut und beschildert war, erreichten wir einen Schnitt von 19,1 km/h. Selbst ins Zentrum von Valence wurden wir gut geleitet, wo wir uns vom Fahrradweg verabschiedeten und unseren eigenen Weg durch die Gassen und über die Plätze der Altstadt suchten.

Valence gilt mit seinen 64 Tausend Einwohnern als das nördliche Tor zur Provence. Bedeutend ist seine Lebensmittelindustrie, von der wir bei unserem Besuch nichts mitbekommen haben. Pfingstmontag war die Innenstadt sehr ruhig und wir waren froh, ein offenes Lokal gefunden zu haben.

Die Altstadt wird durch viele Einbahnstraßen durchzogen, die man als Fahrradfahrer aber immer in beiden Richtungen nutzen kann. Autoverkehr gibt es kaum, hier ist auch kein Platz für Parkplätze, die muss man im Mittelalter vergessen haben. Auf jeden Fall hat uns die Stadt sehr gut gefallen. Im Nachhinein haben wir noch von einer Vielzahl von Kanälen erfahren, die wir beim nächsten Besuch erkunden werden.

ehemalige Markthalle

Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Heimweg, denn es ist Gewitter angesagt. Bis jetzt hängen nur einige Wolken in den Bergen fest und es „Sau-Heiß“.

Ankunft in Tournon

Bei weiter strahlendem Wetter und wegen dem Sonntag LKW-Verbot fuhren wir in Richtung Norden. Die Klimaanlage musste die außen herrschenden 31° abkühlen. Über den Bergen sahen wir vereinzelte Kumuluswolken aufziehen, aber im Rhonetal blieb es sonnig und trocken.

In Tournon glaubt man sich am Rhein zu sein. Die steile von der Sonne beschienenen Hänge sind alle mit Wein bepflanzt und einzelne Burgen kontrollierten früher den Weg. Bis jetzt konnten wir mehr Passagierschiffe wie Frachtkähne beobachten.

Der Campingplatz liegt direkt am Stadtzentrum war im Laufe des Nachmittags bis zum letzten Platz belegt. Wir gingen, als es kühler wurde, in die Altstadt mit Fußgängerzone. Das Schloss liegt düster drohend auf einem Felsen, während man an eine Kirche zwischen den gotischen Fenstern außen Häuser angebaut hat (s.o.).

Leider waren die Gassen nicht so belebt wie sonst, denn die Läden waren geschlossen. Trubel herrschte nur am Park, auf dessen einer Seite die Bars und Lokale drängten. Hier haben wir auch einen Tisch bekommen und nach 19 Uhr auch gut gegessen.

Besondere Attraktion ist die noch im Originalzustand erhaltene erste Hängebrücke über die Rhone.

Fahrradtour durch den Forêt de Janas

Nachdem wir gestern an der Küste geblieben sind, haben wir uns heute eine Tour in die Berge heraus gesucht. Zum Glück war es morgens noch nicht zu warm. Wir kamen wie gestern gut um die Altstadt von Sanary herum und fuhren den Fahrradweg bis Le Brusc.

Sanary Hafen

Nach kurzem Luft holen begann der Anstieg, moderat aber stetig, mit unseren E-Bikes gut zu bewältigen. Am Ortsende wurde die schmale Straße durch eine Ampel geregelt und es wurde kurz sehr steil. Kurz darauf verließen wir den Ort und es waren nur noch wenige Autos auf unserem Weg unterwegs.

Dafür sahen wir viele Fahrradfahrer. Rennfahrer zogen locker an uns vorbei, aber auch sonst war alles vertreten, was Fahrrad fahren konnte. Zuerst waren noch Olivenbäume vorherrschend, die bald von Korkeichen und Kiefern abgelöst wurden. In sanften Kurven schlängelte sich das Sträßchen nach oben. Bald hatte man einen Blick auf die Küste in Richtung Marseille.

An einer Kuppe kam uns die Straße von La Seyne entgegen. Hier war ein Parkplatz und der Letzte Anstieg zu einer Kapelle und den militärischen Einrichtungen war gesperrt. Wir genossen den Bick nach Toulon und kehrten nach einer Pause um, den selben Weg zurück, nur dass wir jetzt den besseren Blick auf die Landschaft hatten.

Toulon

In Le Brusc hatten wir schon ein Miesmuschel-Restaurant gesehen, in das wir jetzt gingen und froh waren ohne Reservierung noch einen Platz zu bekommen. Das Besondere war, dass es bei den Miesmuscheln hieß: All you can eat. Man konnte sich also immer wieder nachholen und auch die anderen Soßen probieren. Nur war die erste Portion bereits so groß, dass wir zu weiteren keine Lust verspürten. Das war ein gelungener Abschluss und Abschied von der Côte d´Azur.

Hochzeitsauftritt

DIE INSELN PETIT UND GRAND GAOU

Ein Blick auf die Michelin-Karte zeigte uns, dass man die Küste östlich von Sanary-s-Mer noch eine ganze Weile mit dem Fahrrad folgen kann. Den gesperrten Hafenbereich umfuhren wir, und staunten nicht schlecht, dass es von jetzt ab einen 2-spurigen Fahrradweg gibt. Hier befinden sich auch die größeren Strände, anfangs noch recht kiesig, aber um so weiter man sich von der Stadt entfernt, um so sandiger wird er.

Dem folgten wir bis zu dem kleinen sympathischen Hafen Le Brusc. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung bis zur Insel Petit Gaou, wo wir unsere Fahrräder an dem Brückengeländer zur Insel festmachten. Die kleinere Insel ist kaum mehr wie ein flacher Felsen mit einer Frauenstatue und einem Fischlokal.

Von hier geht es nur noch zu Fuß auf die Grand Gaou, einem Naturschutzgebiet mit vielen schönen Ausblicken auf die Küste und zurück nach Sanary. Heraus gehoben steht im Westen der Turm der Schlossruine von Ilies des Embiez. Dort gibt es eine große Ferienanlage, die mit Schnellbooten bedient wird. Eine gute 3/4 Stunde brauchten wir für unseren Rundgang.

Mehr durch die Sonne, wie vom Laufen müde kehrten wir im Fischrestaurant ein und wählten Aiolo ( eigentlich nennt sich nur der Dipp), das mit diversen Meeresfrüchten bis hin zu Schnecken serviert wurde. Das andere Angebot bezog sich auf eine Portion Lachs mit Beilagen. Damit waren wir so weit gestärkt, dass wir bis zum Hafen von Sanary kamen, uns ein Eis genehmigten und beim Bäcker und Gemüsehändler vorbei gingen.

In einer Anlage sah ich noch eine blühende Protea, die in Südafrika zu Hause ist und scheinbar auch hier gedeiht. Jetzt halten wir Siesta, aber ein Boule-Platz für den späten Nachmittag, das wäre schön.

Sanary-sur-Mer

Nachdem es heute Nacht nur 5 Tropfen geregnet hat, hat es uns auf der Weiterfahrt vor Toulon mit einem heftigen Gewitter erwischt. Da hilft nur langsam fahren und schon bald wurde der Regen immer weniger. Bei unserer Ankunft hier, ließen sich die ersten Sonnenstrahlen blicken. Aber, es geht auf Pfingsten zu und am späten Morgen waren nur 3 Plätze verfügbar, die natürlich alle durch das Gewitter gelitten hatten.

Gudrun machte mal wieder eine Quiche warm, befüllten Waschmaschine und Trockner und machten einfach mal gar nichts. Währenddessen kam die Sonne verstärkt heraus und bald war der Himmel strahlend blau. Zeit für eine Erkundungstour.

Die Küste ist ziemlich felsig und durch einzelne Buchten gegliedert. Die Küstenlinie macht die Gegend so attraktiv. Immer wieder hat man einen schönen Blick. Die Straßenführung war für uns recht unübersichtlich, viele Sackgassen oder Einbahnstraßen. Immerhin kamen wir so an einem Bouleplatz vorbei.

Kurz darauf fanden wir auch den Zugang zum Hafen, dessen Bereich großzügig selbst für Fahrräder gesperrt ist. Also war Schieben angesagt. So erreichten wir den Hafen an dem eine ganze Reihe von historischen Booten lagen. Deren buntes Aussehen schafft eine malerische Atmosphäre.

Nach einer großen Runde im Hafenbereich machten wir uns auf die Rückfahrt zum Campingplatz.

Fahrradtour ins Vallon de la Rague

Für heute ist noch mal schönes Wetter angesagt und pünktlich waren wir zu Sonnenaufgang wach. Trotzdem haben wir uns noch mal rum gedreht und sind etwas später nach einem gemütlichen Frühstück aufgebrochen.

Chateau de la Napoule von Cannes aus gesehen

Dieses Mal hielten wir uns an der Küste westwärts. Ein großer Hotelkomplex, gefolgt von einer Marina erstreckte sich am Ufer entlang. Dann nimmt die Anlage des Schlosses den Raum ein. Eine nur noch schmale Straße führt hinauf zur Durchgangsstraße, und nur auf ihr geht es weiter in Richtung St. Tropez.

im Esterel-Gebirge

Es geht gleich in die Pedale, um die Eisenbahnstrecke zu überqueren, an Felsen entlang und kurvig ins nächste Tal hinab. Da uns die Hauptstraße ohne Randstreifen und viel Verkehr kaum Freude bereitete, bogen wir im Talgrund auf eine vielfach geflickte Nebenstraße ab. Immer mal wieder kamen uns Autos langsam entgegen.

Die zügige Bergfahrt fand je ein Ende, da wo viele Autos parkten. Ab hier gab es nur noch Waldwege, die ins Esterel-Gebirge führten. Wir entschieden uns für einen, der zu Beginn im Talgrund verlief. Es ist wunderschön hier im Korkeichenwald. An einer lichten Stelle blühte eine besondere Form von Fingerhut. – Alle Pflänzchen stehen noch.

Port de la Rague

Loser Schotter und immer stärkere Steigung ließen uns umkehren, Schön war es dennoch. Runterwerts war es nicht weniger anstrengend, aber wir ließen die Räder bis in den Port de la Rague hinein laufen. Hier war dann mit einem Blick auf die Boote und dem Chateau de la Napoule Schluss.

Chateau de la Napoule

Cannes

Heute Morgen, nach dem wir bald wach waren, nachdem während der Nacht in einer Parallelstraße die oberste Straßendecke abgefräst wurde und der Tag mit Möven- und Taubengeschrei begann, inklusive Flugbetrieb, machten wir uns auf unsere Fahrräder und parallel der Küste in Richtung Canne – Nizza.

Deutlich bemerkbar machte sich der Verkehr, bei dem sich die Autofahrer auf einigen Kilometern die enge Spur mit den Fahrradfahrern teilen mussten. Die Franzosen warteten dabei meist geduldig ab, bis der Gegenverkehr eine Lücke bot. Die einzige gefährliche Situation verursachte ein stahlblauer BMW-SUV mit Münchner Kennzeichen.

Auf der Rückfahrt betrat dann noch eine Frau vor Gudrun die Fahrbahn und ein Autofahrer öffnete ohne zurück zu schauen die Tür. Also, der ganz normale Wahnsinn, nur Spaß sieht anders aus. Den hätte man vielleicht haben können, denn das Casino war umfangreich gesperrt und von Polizei und Security gesichert und auch vor einigen Hotels tummelten sich aufgemotzte Mädchen, Fotoreporter, also mehr der Paparazzi-Typ. Ja, das haben wir im Großen und Ganzen verpasst.

Den Trubel flohen wir zügig und fuhren die Küste weiter bis Juan-les-Pins (einige Kilometer vor Nizza). Hier gab es auch ein Stück lobenswerten Fahrradweges. (s. o.) Ich muss zugeben, dass ich den Ort wie auch den vom Campinglatz (Mandelieu-Napoule) nie zuvor gehört hatte. In ersterem mussten wir noch im Park auf die Mittagszeit warten und bekamen dort Besuch von einem Eichhörnchen. Auf der Rückfahrt entdeckten wir noch eine Möve mit 2 Jungen auf einem nahen Felsen. Das waren dann auch die schöneren Erinnerungen.

Natürlich gibt es hier mondäne Hotels, riesige Yachten, die draußen liegen und von einem Wassertaxi bedient werden, viel nackte Haut, meist käsig weiß, am Strand und teure Lokale, die damit preisen, dass man beim dinieren die Füße im Sand hat, aber das kann ich doch in Crailsheim auch haben.