1000-jährige Eichen

Für den Vormittag hatten wir den Besuch der tausendjährigen Eichen von Ivenack geplant. Dafür fuhren wir mit dem Wohnmobil südlich bis auf die Höhe von Stavenhagen, dann ging es eigentlich nur einspurig in den Wald, aber man rechnet auch mit Bussen, die den Weg benutzen. Zum Glück kam uns keiner entgegen.

Die Eichen stehen in einem umzäunten Gebiet östlich des Ortes und Schlosses Ivenack. Am Eingang bekamen wir einen aufwendigen Prospekt. Die Eichen stehen etwas verteilt und haben genug Platz um sich, um sich auszubreiten bzw. imposant zu wirken. Die Daten der ältesten Eiche stehen auf dem Bild.

Anschließend beginnt ein Baumwipfelpfad. In leichter Steigung schlängelt er sich bis auf über 20m Höhe hinauf. Am Ende der Steigung steht ein Turm und über eine Treppe, die zweimal um ihn herum führt erreicht man eine Plattform und ist definitiv höher als die umgebenden Bäume. Von hier oben hat man einen schönen Ausblick in alle Richtungen.

Der dritte Höhepunkt besteht aus den Tieren. Schon vom Baumwipfelpfad konnten wir Damwild erkennen, das sich frei in dem Gebiet mit den Besuchern bewegen. Bei den Kiosk, wo man Wildsandwichs bekommen kann, trafen wir auf mehrere Pferde, die sich nicht so einfach abwimmeln ließen. Eingezäunt waren einige Schweine. Eine Rasse, die man früher in die Eichenwälder getrieben hat, damit sie sich dort fett fraßen.

Das war ein schönes Erlebnis und anschließend fuhren wir nach Himmelpfort, das wir schon von unserer letzten Tour kannten. Mit dem Eintreffen setzte der Regen ein, mal schauen, wie es weiter geht.

Rückfahrt über den Muldestausee

Für die erste Etappe zurück hatten wir uns Himmelpfort ausgesucht. Diesen kleinen idyllisch gelegenen Ort hatte uns schon letztes Jahr begeistert. Deswegen wollten wir noch mal hin. Wieder machten wir eine schöne Fahrradtour, die wir mit einem besonderen Fischessen abrundeten. Der „Italiener“ auf dem Campingplatz ist aber auch zu empfehlen. Zum Baden war es uns mal wieder zu kalt. Wie man erkennt, war auch das W-Lan nicht zu nutzen. Deswegen kommt erst heute der Text und Bilder.

Nach 2 Übernachtungen ging die nächste Etappe bis kurz vor Leipzig oder besser Bitterfeld. In Schlaitz am Muldestausee fanden wir einen Platz auf einem Campingplatz, der sich auf dem Gelände eines ehemaligen Bergbaubetriebes befand.

Von hier fuhren wir um den Muldestausee. Von Mühlbeck aus hatten wir einen schönen Blick über den Großer Goitzsche See auf Bitterfeld. Im Agora-Park konnte ich einen schönen Bläuling fotografieren.

Dann ging es weiter nach Pouch und seinem Roten Turm, bis wir kurz vor Schlaitz an einem Kiosk noch eine gute Soljanka bekamen. Die Suppe ist immer den hier allgegenwärtigen Bockwürsten vor zu ziehen. Auf unserer Tour trafen wir an mehreren Stellen auf Relikte der vergangenen Bergbaugeschichte: Die Dampflok in Friedersdorf, die Dieselveteranen auf dem Campingplatz. Hier gab es wohl mal eine Museumsbahn, die nun auch schon wieder Geschichte ist.

Schreiben tue ich im Moment meinen Beitrag auf dem Campingplatz in Kitzingen. Ein letztes Durchatmen bis es dann ans Ausräumen und Putzen geht.

kunst.offen in Loitz

Es hat uns schon interessiert, wie das Bild vor dem wir letzte Woche stundenlang gesessen hatten, geworden ist. Also noch mal zurück nach Loitz. Auf dem Campingplatz kannte man uns noch und die Mirabellen sind nun überreif. Die Schmetterlinge freuen sich. In der Hafenkneipe gab es wieder Soljanka.

Nun starteten wir unser Besuchsprogramm. Zuerst ging es zu „der Fischer un sin Fru“, das nun einen Vogel auf dem Dach hat. Da hat ihm die nötige Inspiration gefehlt. Gleich neben an war ein Atelier geöffnet. Dort gab es kleine Holzfiguren zum Bestaunen. Reizend war der Garten mit Blick auf die Kirche.

In einem Kulturzentrum hatten mehrere Künstler ausgestellt. Den Hof hatte wohl die Stadt gekauft und ist dabei ihn Stück für Stück zu restaurieren.

Höhepunkt war für uns natürlich der Besuch bei dem Graffitikünstler und seiner Frau. Die haben ein ehemaliges Gebetshaus gekauft und zu einem Wohnhaus bzw. Atelier umgewandelt. Dazu gehört ein großer Garten, der an allen Ecken die Werke der Künstler zeigt.

Ein befreundetes Ehepaar zeigte seine Kunst und von ihm erfuhren wir, dass sie erst gestern ein neues Graffiti mit Eulen in der Stadt gesprüht hatten. Das mussten wir uns natürlich auch noch ansehen.

Ausflug nach Teterow

Das Wetter wird besser und wir mutiger mit unseren Zielen für Fahrradausflüge. Eigentlich müssen wir nur der Peene folgen, aber da wir von einem Landkreis in den nächsten wollen, ist eine durchgängige Planung nicht existent. Ein Stück des Weges war so nur ein schlechter Feldweg. Dafür gab es etliches zu sehen. Bei einem Bauernhof sahen wir eine größere Damwild Herde.

Später konnten wir auch 3 Kraniche auf einem benachbarten Feld sehen. Die Wege werden hier gerne mit Mirabellenbüschen begrenzt. Die hängen total voll und sind gerade reif. An einer Stelle wuchsen gelbe, rote und blaue bei einander. Die blauen sind die besten, denn sie haben keine saure Schale.

Teterow ist das Schilda des Ostens. Einen Hecht, den sie gefangen hatten wollte man für ein Fest aufheben, so hatte man ihm eine Glocke um den Hals gebunden, damit man ihn leicht wiederfinden konnte und ihn dann „vorerst“ wieder in den Teich entlassen. Davon zeugt die Brunnenfigur.

Gegessen haben wir in der Mühle. Aus einer kleinen aber ausgefallene Speisekarte suchten wir uns einen Wrap mit Hühnchen und Salat, bzw. Tagliatelle mit Champignons und grünen Spargel.

Neukalen

Nun geht es wieder in Richtung Süden. Unsere erste Etappe ist Neukalen am Kumerower See. Der liegt im Naturpark Mecklenburger Schweiz. Da wir aber erst ab 15 Uhr auf den Campingplatz dürfen, fuhren wir in den nächst größeren Ort, Malchin, um dort zu Mittag zu essen und einzukaufen. Besonders gefielen uns die Kirche und die Stadttore.

Zurück in Neukalen schrieben wir uns bei dem sehr sauber gehaltenen netten Campingplatz ein. Der Himmel riss auf und so starteten wir gleich zu einer Erkundungstour. Hier dreht sich alles um die Kirche und das im wörtlichen Sinne, denn sie steht mitten im Kreisverkehr. Am Rande des Ortes schlängelt sich sie Peene durch die Ebene, flankiert von Bootshütten der Fischer.

Unser Ziel war Aalbude, hier hört am See die Straße auf und nur Fußgänger und Fahrradfahrer können mit einer Fähre das andere Peeneufer und den Ort Verchen erreichen. Hier sind wir mitten im Naturschutzgebiet. Die flachen Wasserflächen werden von vielen Vögeln geschätzt. Aufgefallen sind uns Silberreiher, Gänse und Kormorane, viele kleinere Vögel konnten wir nicht benennen.

Ahrenshoop

Die Wettervoraussage sprach von immer mal wieder Regenschauer. Was tun? Mit dem Wohnmobil fuhren wir auf Darß, mal schauen, wo unsere Nachbarn regelmäßig Urlaub machen. Es fing überhaupt nicht hoffnungsvoll, denn die Fahrt startete im Regen, mal mehr mal weniger.

In Zingst regnete es so stark, dass wir erst gar kein Parkticket lösten und statt dessen weiter fuhren. Überraschend klart es sich auf, als wir den letzten Parkplatz von Ahrenshoop erreichten. Der erste Eindruck war: Die eine Durchgangsstraße, die existiert war gerammelt voll in beiden Richtungen, die Parkplätze gut belegt, auf den Fahrradwegen war viel los und auch Spaziergänger fand man überall.

Die Ortschaft liegt geduckt hinter der Ostseedüne und so war der Wind kaum spürbar. Über die Hälfte der Häuser sind Schilfgras gedeckt, Türen und Fensterrahmen freundlich bunt angemalt, die Gärten romantisch gestaltet. Da erkennt man das Künstlerdorf, die Galerien haben auf die Bewohner abgefärbt.

So haben wir etliche Gärten betreten und haben uns die Kunstwerke angesehen, die an vielen Stellen zum Kauf angeboten werden. Allgemein haben sich die Preise den Tourismus-Rummel angepasst. Ein Schnäppchen ist hier nicht zu machen.

Ahrenshoop ist natürlich auch eine Bäderstadt. Gleich hinter den Häusern führen Pfade über die Düne, letzte Strandkörbe stehen am Rand des Strandes, verlassen, etliche Personen laufen am Strand entlang, weiter hinten sieht man 2 Kite-Surfer sich gegen den Wind stemmen. Aber alles macht einen Nachsaison-Eindruck.

Kaum am Wohnmobil, fängt es wieder an zu regnen und wir fuhren zurück auf den Campingplatz.

Kurzbesuch in Barth

Es ist richtig herbstlich. Ein stürmischer Wind weht den ganzen Tag und jede Zeit muss man mit einem Regenschauer rechnen. Also spannten wir unser Wohnmobil und fuhren das Stück bis Barth. Direkt am Hafen bekamen wir für 1€ ein Tagesticket.

Über den Bodden verkehrten noch die Fähren, aber sonst traute sich niemand aufs Wasser raus. Die Hafenpromenade ist ansprechend gestaltet und es gibt einige Restaurants, Eisdielen und was so dazu gehört. Hier haben wir leckere große Portionen mit Fisch bekommen.

Später bummelten wir durch das Städtchen. Der Stadtkern weist noch immer die mittelalterlichen Straßenzüge auf, die außen im Kreis herum führen und nur wenige Zugänge ins Zentrum zulassen. Die Bausubstanz ist weitestgehend restauriert und farblich froh angestrichen.

Im Zentrum steht die gewaltige Kirche. Das Innere weist einige schöne Fresken im Altarbereich auf. Sonst betonen die gotischen Rippen die Höhe des Kirchenschiffes. Den Turm, der von außen zugängig ist, kann man mittels einer engen Wendeltreppe besteigen. Eine Ampelschaltung sorgt dafür, dass man niemanden auf der sehr engen und steilen Treppe begegnet.

Oben hat man auf Höhe der Uhr durch 8 Fenster in alle Richtungen einen hervorragenden Blick. Wieder unten bummelten wir noch ein wenig durch die Geschäftsstraßen, kauften ein und erreichten bei den ersten Regentropfen das Wohnmobil. Zum Glück blieb es bei den wenigen Tropfen.

Stadtbummel durch Stralsund

Gestern habe ich keinen Blogbeitrag geschrieben, da ich den ganzen Tag am Pfarrhaus in Loitz (gesprochen Lötz) stand und einem Grafitti-Künstler beim Malen zugesehen habe. Es war echt spannend wie so ein großes Bild entsteht. Der Pfarrer hat sich das zum Ruhestand gewünscht und stellt ein Märchen aus dieser Gegend dar, bei dem es sich um 3 Wünsche handelt.

Heute sind wir nun nach Stralsund aufgebrochen. Der Stellplatz nahe der Altstadt hatte keine Plätze frei, so sind wir ein bisschen nach außerhalb gefahren, um von dort mit den Fahrrädern die Innenstadt zu erreichen. Zu Beginn kam immer mal wieder die Sonne heraus und es war schön warm.

Unsere Entdeckertour begann am Hafen. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Rügen-Brücke (s.o.). Außerdem bilden die Häuser entlang der Kais eine schöne Kulisse. Hier liegt auch die Gorch Fock I, der Vorgänger des Schulschiffes, dessen Renovierung in die Schlagzeilen gekommen ist.

Daran angrenzend kann man durch eine mittelalterliche Seniorenanlage schlendern. Als Hansastadt konnte man sich das leisten. Wir fuhren an der Stadtmauer entlang und fanden einige Stadttore. Die Wege sind alle in einem historischen Zustand. Das Kopfsteinpflaster ist kaum befahrbar und auch zu Fuß ist es nicht angenehm. Der Neue Markt und die angrenzende Fußgängerzone ist für Fahrradfahrer gesperrt. Zur Mittagszeit wurde es windig und ich plädierte dafür einen Platz im Haus auszuwählen. Das erwies sich als eine gute Idee, denn schon bald sah man wie die Passanten ihre Schirme aufspannten.

Von da ab hörte aus immer nur ganz kurz mal auf zu regnen und wir beschlossen einfach drunter durch zum Wohnmobil zu fahren. Ein letzter Blick ging noch hinauf zur Marienkirche, deren Turm ich gerne bestiegen hätte, aber nicht bei diesem Wetter.

Klitschnass kamen wir beim Wohnmobil an. Natürlich konnten wir trockene Sachen anziehen, aber Möglichkeiten zum Trocknen oder eine Waschmaschine bot der Stellplatz nicht, so haben wir auf gut Glück einen Platz zwischen Stralsund und Rostock angefahren, war wir den letzten freien Platz bekamen.

Radtour nach Demmin

Das Wetter ist schön, ein bisschen windig, aber irgend wann wird der Wind uns schieben, so hofften wir. Durch Loitz suchten wir uns ein paar kopfsteinpflasterlose Wege durch den Ort, bei dem wir an einem interessanten Gedenkstein Halt machten. Mit ihm wird an eine Schülerin gedacht, die in die gegenüber liegenden Schule ging und während der Naziherrschaft ermordet wurde.

Entlang der Landstraße führt ein gut ausgebauter Fahrradweg oberhalb der Peene entlang. Hier steht auch ein Beobachtungsturm von dem man eine gute Aussicht auf die Flusslandschaft hat. In einem Baum sahen wir eine Gruppe Kormorane, weiter weg schwamm eine Gruppe Vögel, die wir leider nicht benennen konnten.

Kormorane

Demmin weist einige wenige beeindruckende Gebäude, wie die Kirche, das Rathaus oder das Lagerhaus am Hafen auf. Große Teile der Ortschaft wurden wohl im zweiten Weltkrieg zerstört und nach sozialistischen Idealen wieder aufgebaut.

Am Hafen bildet sich in den letzten Jahren ein touristisches Zentrum aus, wo wir auch nett aber windig gegessen haben.

Demmin am Hafen

Wie gehofft, schob uns eine heftige Briese auf dem rechten Peeneufer zurück nach Loitz. Bei der Hafenmeisterei belohnten wir uns noch mit einem Pot Kaffee bevor wir zum Campingplatz zurück kehrten.

Loitz an der Klappbrücke

Ankunft in Loitz

Mit dem nach Ueckermünde folgenden Campingplatz hatten wir Mühe, denn auf unserer eigentlichen Route war alles ausgebucht. Nach einiger Internet-Recherche sind wir an der Peene gelandet.

Die Fahrt hier her verlief häufig durch wunderschöne Alleen, die zum Teil recht eng waren und auch der Straßenbelag ließ kaum mehr als 60km/h zu. Es war ja nicht weit zu fahren und nun sind wir recht zufrieden mit unserer Auswahl.

Wir befinden uns hier kurz hinter der Klappbrücke über die Peene am Hafen. Weiter vorne mit noch schönerem Blick gibt es städtische Plätze mit Strom und direkt danach kommt unser Amazonas-Camping. Recht gemütlich, etliche Kanufahrer sind auf dem Platz und die Sanitärausstattung ist komfortabel und sauber.

Zum Mittagessen hatten wir nur wenige Meter zu laufen. Im ehemaligen Bahnhof, der direkt am Hafen liegt ließen wir uns die Pfifferlinge schmecken. Danach entschieden wir uns zu einem Verdauungsspaziergang durch das Städtchen.

Wir entdeckten einige sehr schön restaurierte Gebäude. In der Altstadt, zum Teil mit Toren und Stadtmauer sieht es dann weniger modern aus. Da gibt es noch viel zu tun. Zum Glück haben Graffiti-Künstler sich etlicher verlassener Häuser angenommen und sie interessant bemalt.