Ankunft in Ueckermünde

Seitdem wir Mecklenburg-Vorpommern erreicht haben, nennt sich die Ucker nun Uecker. Westlich der Stadt haben wir in Grambin einen Campingplatz gefunden, einfach aber preiswert. Von dort lässt sich Ueckermünde gut mit dem Fahrrad erreichen.

Der Ort ist ansprechend mit Häusern der unterschiedlichsten Stilarten restauriert worden. Im Außenbereich findet man etliche mit Riedgras gedeckte Häuser und sehr gepflegten Gärten.

An den Stadtkern schließt das Hafenviertel an. Personenschiffe stellen Verbindungen nach Usedom, das direkt gegenüber liegt, her. Dazu liegen hier viele Privatboote, die durch einen Kanal Zugang zum Stettiner Botten haben. Die Fischfangflotte dagegen benutzt einen weiter östlich gelegenen Hafen.

Nördlich der Stadt erstreckt sich Strand und Promenade, der sehr gepflegt ist und auch ein abwechslungsreiches Angebot an Gastronomie bietet. Der Uferbereich ist hier sehr flach, so dass man ziemlich weit laufen muss, bis man schwimmen kann.

Schloss Boizenburg

Für unsere etwas größere Runde haben wir das Wohnmobil gestartet. Zuerst ging es nach Boizenburg und dem Schloss der von Arnim. Am Ortsrand war nach dem Schloss, Klosterruine und Tierpark ausgeschildert.

In einem Park fanden wir riesige Eichen und die Mauerreste des ehemaligen Klosters. Auf einer Wiese grasten einige nette Ponys nahe eines Gehöftes, dass sich als Museum und ehemaliger Mühle heraus stellte.

Von dort liefen wir zum eigentlichen Schloss, das sich auf der entgegengesetzten Ortsseite befindet. Mit großer Reklame begrüßt uns das Marstall-Zentrum, das samt Schokolaterie erst ab 12 Uhr öffnet. Gegenüber begrüßte uns eine Ziegenherde, die auf den Wiesen ums Schloss wohl für die Düngung zuständig war, denn das Gras wurde durch einen Bediensteten mit Rasenmäher entfernt.

Das Restaurant war geschlossen und auch sonst war der Zugang nur für Hotelgäste möglich, so dass uns nur eine Umrundung des Schlosses blieb. Der Ort weist noch etliche Ruinen auf, die meisten Läden waren geschlossen, so dass wir uns bald nach einem neuen Ziel umsahen.

Truck-Stopp in Schlepkow

Wir fuhren zum Internet-Garten nach Hetzdorf. In Schlepkow von man von der Straße zwischen Woldegk und Prenzlau abbiegen. An genau da befindet sich der „Truck-Store“. Hier bekamen wir endlich etwas zu essen: Jeden Tag ein anderes Gericht, dazu Nachtisch. Heute gab es Stampfkartoffeln mit Bratwurst und Mirabellenkompott.

Der Ort Hetzdorf hat eine gewisse Berühmtheit erlangt, da der Pfarrer mittels Internet Rosenpflanzen für einen hübschen Rückzugsgarten gesammelt und erstellt hat. Leider war die Hauptblütezeit vorbei, ein lohnender Abstecher war es alle Mal.

Fahrt um den Unteruckersee

Schon bei unserer Ankunft teilte man uns mit, dass man über einen Fahrradweg rund um den See fahren kann. Nach einer stürmischen und feuchten Nacht schien am Morgen wieder die Sonne. An der Promenade entlang fuhren wir in Richtung Prenzlau und fanden am oberen Ende die Beschilderung, die uns um den See herum geführt hat.

Die erste Strecke ging es unter Bäumen, Blicke auf den See und die Stadt frei gebend eben am Ufer entlang. Bald war Röpersdorf erreicht. Der interessante Kirchturm und die schmalen, aber sehr gepflegten Gärten ließen uns absteigen.

Danach ging es kurvig durch Wiesen und teilweise entlang der Landstraße. In Potzlow sahen wir einen hölzernen Roland, der einst die Marktrechte bezeugte und vor 30 Jahren erneuert worden war. Von hier aus ging es über einen Buckel und die Ucker, um in Seehausen ein gutes Lokal zum Mittagessen zu finden.

Danach ging es mit Windunterstützung nordwärts. Kurz vor dem Campingplatz kamen wir an einem kleinen Strand vorbei, den vor allem Kite-Surfer zum Starten benutzen. Die sind wohl im Moment die einzigen, die von dem heftigen Wind begeistert sind.

Schiffshebewerk Niederfinow

Die heutige Tour war nicht weit und wir genossen sie indem wir durch die Alleen fuhren. Am späten Vormittag kamen wir an, nachdem wir vergeblich den Stellplatz in Eberswalde gesucht haben. Das Städtchen wäre wohl eines Besuches wert gewesen, aber es sollte nicht sein. Der Campingplatz in Niederfinow war längerfristig ausgebucht, so stellten wir das Wohnmobil auf den offiziellen Parkplatz direkt am alten Schiffshebewerk ab.

links Rampe, rechts „Aufzug“

Mit 15€ pro Tag ist er ziemlich teuer, denn er bietet außer einem Parklatz nichts und selbst die Toilettenbenutzung kostet extra und die sind über Nacht geschlossen. – Nach dem Mittagessen schauten wir uns die mächtige Stahlkonstruktion genauer an. Sahen, wie Schiffe in die Kammer hineinfuhren.

Über einen serpentinenartigen Weg stiegen wir hinauf auf die Höhe des oben weiterführenden Kanals und konnten verfolgen, wie die Schiffe den Trog verließen. Hier konnte man an drei Seiten des Gebäudes herumlaufen und hatte einen schönen Ausblick.

Siemens Verschublok

1934 wurde das Schiffshebewerk erbaut. Es ist 52m hoch und 94m lang. Schiffe mit bis zu 1000t Tragfähigkeit könne das Hebewerk benutzen, dabei wiegt der Trog 4300t, die mit 4 55kW-Motoren bewegt werden. Die sind ausschließlich dazu da, die Reibung zu überwinden, da der Trog und die Gegengewichte sich im Gleichgewicht befinden.

Einfahrt in den Fahrstuhl

Für den Nachmittag hatten wir eine Bootsfahrt gebucht. Während einer Stunde fuhren wir ein Stück auf dem Kanal, um dann in den Trog einzufahren und nach oben gehoben zu werden. Dort verließen wir den Trog und fuhren zu einer nahen Wendestelle von der aus das Boot wieder in den Trog hinein fuhr. In nur 5 Minuten erreichten wir das untere Niveau und bald darauf die Schiffsanlegestelle.

Neubau Eröffnung 2025

Oderberg und Fahrt nach Prenzlau

Das Wetter lud uns zu einer Fahrt entlang des Oder-Havelkanals ein. Nicht weit gekommen mussten wir die Fahrräder über 2 Treppen und Brücke über den Finowkanal tragen.

Hier besteht eine Schifffahrtsverbindung zwischen Oder und Havel seit 1620. Relikte davon kann man noch entdecken. Ein Stück weiter überquerten wir aber einen weiteren Kanal, der augenscheinlich noch von Sportbooten benutzt wird.

Auf der Fahrt entdeckten wir mal wieder Rehe und Hasen, Reiher und etliche andere Vögel. Leider war der Weg nach Oderberg stellenweise ziemlich mies. In Oderberg sahen wir das Binnenschifffahrtsmuseum, einen Kaffee gab es aber nur beim Fleischer, was uns veranlasste zügig zurück zu fahren.

So kamen wir bis Mittag nach Angermünde, das wir uns ansahen und zu Mittag aßen. Der Rest der Tour war eine Odyssee, denn kurz hinter Angermünde wurden wir auf eine Umleitungsstrecke geschickt. Das NAVI war damit nicht einverstanden, wie auch mit der weiteren Ausschilderung. Ein Blick auf die Karte zeigte uns dann auch, was für einen großen Umweg wir gefahren sind. Nun war es aber schon zu spät.

Am Ortseingang von Prenzlau stand dann in einer Nebenstraße ein Schild: Falsche Navigation, kein Zugang zum Campingplatz. Von da ab stritten die Lady vom Navi mit der Ausschilderung bis sie sich kurz vorm Campingplatz einigten. Nun war Ruhe und wir hatten unseren Platz für die nächsten Tage gefunden.

Prenzlau Stadtbummel

Prenzlau liegt im Norden des Unteruckersees. Vom Campingplatz aus fährt man entlang einer schönen Promenade bis an den Rand der Innenstadt.

Von der Stadtmauer sind einige Teile mit Türmen erhalten. Die Stadt selber wirkt sehr großzügig und aufgeräumt. Nach dem letzten Weltkrieg hat man hier großzügig geplant. Dominieren tun große Wohnblocks, zum Teil in Plattenbauweise, die aber modernisiert sind und an den Stirnwänden große Gemälde aufweisen, die die Wohnungsbaugesellschaft in Auftrag gegeben hat.

Die Marienkirche ist kaum möbliert, aber man kann die Türme besteigen. Über 234 Stufen, im oberen Teil eine enge Wendeltreppe kommt an den Glocken vorbei und hat vom Übergang zwischen den beiden Türmen einen schönen Blick über die Stadt und Umgebung.

Hinunter geht es dann, nachdem man zuerst noch einmal etliche Stufen ins Türmerzimmer erklommen hat durch den zweiten Turm. Die Enge der Zugänge macht einen Einbahnstraßenverkehr notwendig.

Seit dem Jahre 2000 steht am Eingang zur Fußgängerzone der Roland, einer Nachbildung aus dem Jahre 1495. So verschönern Kunstwerke an verschiedenen Stellen die Stadt.

Von Zechin zur Kuhbrücke

Heute war es längst nicht mehr so windig wie gestern. Die Nacht war frisch, aber die Sonne kommt immer mal wieder durch und wärmt. Also auf die Räder und zu unserem ersten Halt nach Golzow. In der Bäckerei bekamen wir zwar keinen Spritzkuchen mehr, aber die 2 Stück Obstkuchen werden wir uns nachher schmecken lassen. Am geschlossenen Filmmuseum ging es weiter nach Gorgast.

An der Festung vorbei ging es flott nach Küstrin-Kiez. Von dem Ort bekommt man auf dem Fahrradweg nicht viel zu sehen. Plötzlich standen wir auf der Elbebrücke. So weit wollten wir eigentlich nicht. Ein Stück zurück fanden wir den Elberadweg und wendeten uns gen Norden.

Im Gebüsch nahe des Weges wurde ich auf ein Rehpärchen aufmerksam. Der Bock duckte sich vorsichtshalber, während die Rieke mich neugierig betrachtete. Kurz darauf erreichten wir Kuhbrücke: Bemerkenswert ist der Imbis mit Fischräucherei, wo wir gut gegessen haben. Den Butterfisch kann ich wärmstens empfehlen.

Nach dieser Erholungspause ging es gegen den Wind und auf dem Damm zurück nach Zechlin.

Oderradweg Blick nach Süden

Auf in den Oderbruch

Bevor ich von hier, Zechin, berichte, noch mal kurz zurück nach Grünheide. Am letzten Tag dort haben wir noch die Forellenanlage in Klein Wall besucht. An die Seen durften nur Angler. So begnügten wir uns mit einem Besuch der umfangreichen Fischtheke: Fischbrötchen mit geräucherten Forellen und Fischspieße für das Abendbrot. Auch das Angebot an frischem Fisch war groß. Auf dem Rückweg fuhren noch an der Schule von Grünheide vorbei, da es dort eine große Anlage für die Europäische Sumpfschildkröte zu bestaunen gibt. Die ist nämlich das Wappentier von Grünheide.

europ. Sumpfschildkröte

Nun ging es aber für uns weiter und zwar in den Oderbruch. Dieses langgestreckte Gebiet zwischen Oder und Alter Oder, Lebus und Bad Freienwalde ist vor allem landwirtschaftlich geprägt. Dazu noch ziemlich naturbelassen, so dass sich hier Rehe und Störche und viele Zugvögel wohl fühlen.

Auf unserer heutigen kurzen Fahrradtour konnten wir viermal Rehe entdecken. Sie scheinen im Moment die Getreidefelder zu mögen. Noch auffallender ist das beiden Störchen, die direkt hinter dem Mähdrescher hinter her laufen.

Die Oder als Grenzfluss

Leider findet man hier auch häufig Relikte der letzten großen Schlacht um Berlin am Ende des letzten Weltkrieges: Denkmäler, aber es begegnete uns auch ein Trupp von Spezialisten, die entlang der Straße nach Kampfmitteln suchten, um sie endgültig zu beseitigen.

Gänse auf der Wiese und andere in den Bäumen

Der Campingplatz ist einfach und sauber. Ein angegliedertes Freibad lädt ein, wenn die Wälle auf dem Gelände einen schon verwundern. Ach ja, wer Wind nicht so mag, der fühlt sich hier nicht so wohl, aber die Stechmücken hat es auch weg geweht.

Museumspark Rüdersdorf

Von der Qualität der Fahrradwege waren wir bisher nicht so begeistert und so sind wir heute Morgen etwas skeptisch zum Einstieg in Altbuchholz nach Rüdersdorf gefahren. Der Beginn sah ganz vernünftig aus, ein befestigter Waldweg, der aber später durch aktuellem Holzeinschlag ziemlich mitgenommen war. Einige kürzere Stücke schoben wir die Fahrräder. In Alt-Rüdersdorf war dann gesperrt, aber Einheimische zeigten uns eine Umleitung. So erreichten wir doch noch den Museumspark.

Nach Lösen der Tickets öffnete man uns das Tor, dass wir mit den Fahrrädern hinein fahren konnten. Gleich zu Beginn standen 2 beachtliche Rumfordöfen am Wegrand und ein Gang durch einen kurzen Stollen eröffnete uns einen weiten Blick auf das am Wochenende ruhig daliegende Steinbruchgelände. Am Horizont sah man die neuen Zementfabrikationsanlagen.

Schachtofenbatterie ab 1871

Am Ende des Parks beeindruckte uns die Batterie von 18 Rumfordöfen aus den Jahren 1871-77. Teilweise waren sie begehbar. Aus Informationstafel entnahmen wir, dass die Anlagen zur Phophatgewinnung von den Russen nach dem Krieg abgebaut worden sind und die Anlagen seitdem still stehen. Angrenzend befinden sich noch große Industrieruinen, die wohl kein Mensch haben will.

Hubbrücke geöffnet

Der Rückweg gestaltete sich mangels Auszeichnung des Fahrradweges schwierig. Entlang des Kalksees fanden wir nur einen Hinweis, der uns zur Woltersdorfer Schleuse führte. Direkt am Wasser mit Blick auf die Hubbrücke, die das eigentliche Highlight ist, haben wir gut gegessen.

Blick auf die namengebende Schleuse

Dann begann das Drama Fahrradweg erst richtig. Wir fanden nur einen Wurzel-Pfad, der wohl mehr für Fußgänger verwendbar ist. Kurz vor Erkner kam dann ein schmaler Pfad aus dem Gebüsch der rückwärts als Fahrradweg ausgezeichnet war. Hier waren wir auf bekanntem Gebiet und der letzte Teil des Rückwegs inklusive Einkauf gestaltete sich problemlos.

Erkner und Gerhart Hauptmann

Nach einem Kurzbesuch in Berlin stehen wir nun mit unserem Wohnmobil am Möllensee. Es ist ein Naturcampingplatz mit hauptsächlich Dauercampern. Links vom Weg geht es runter an den See und rechts ist viel Wald. Die Einrichtungen sind einfach und sauber, aber für das Entertainement muss man selber sorgen. Jeder grüßt, der bei uns vorbei kommt. Hier lässt sich gut entspannen.

Die Seen bilden hier eine Kette, die durch Kanäle verbunden sind, die wiederum mit Brücken überquert werden. Sonst sind die Ufer meist bebaut und die Seen kann man nur zwischen den Häusern durch sehen.

Wir wollten natürlich wissen, wie sich die sandigen Waldwege zum Fahrradfahren eignen. Es ging und in etwa 3 km kommt man zu einer größeren Straße und Fahrradweg. Wir schauten uns Grünheide (Mark) an und fuhren auf dem Fahrradweg weiter bis Erkner.

Eine Eisenbahnunterführung wies uns deutlich darauf hin, dass wir uns in einem wichtigen Ort im Leben Gerhard Hauptmanns befinden. Ein beeindruckendes Wandbild weist auf Erkner und Gerhart Hauptmann hin. Auch das Zentrum erwies sich als recht lebendig.

„Hoffentlich findet sie später noch bezahlbaren Wohnraum“

Hier gibt es in den nächsten Tagen noch einiges zu erkunden, aber jetzt ist erst mal faulenzen und lesen angesagt.