Sie erinnern sich an meinen letzten Beitrag über Rochemaure?, von dort fahren wir weiter in Richtung Westen und lassen das Rhonetal hinter uns. Nach nur wenigen Kilometern erreichen wir Alba la Romaine.
Alba la Romaine
Der Ortskern liegt kreisförmig auf einem Felsensporn, dessen Gipfel ein Schloss einnimmt. Hier ist der Tourismus noch nicht richtig angekommen. Alles ist gemütlich und als Ausländer wird man angestaunt. Ein Höhepunkt des Jahres ist eine große Kakteenausstellung mit weit gereisten Händlern. So sind Kakteen im Ort keine Seltenheit.
Schloss
Kakteenfreund
Camping
Kaiser Augustus hat den Ort damals prächtig her gerichtet und ließ ein Forum, Thermen, ein Aquädukt und ein Amphitheater bauen, deren Reste man bestaunen kann. So eine große Anlage erwartet man hier nicht.
Da uns der Ort und Campingplatz gefielen blieben wir noch und machten eine Fahrradtour nach Valvignères. Was Sie haben noch nie etwas von dem Ort gehört?, wir damals auch noch nicht, aber die Landschaft war schön, das Wetter gut und das Essen in Valvignères noch besser. Übrigens essen wir meistens mittags das Menu du Jour: preiswert und gut!
Mit einem einfachen Blogbeitrag Aix-en-Provence abhandeln, wofür andere einen eigenen Führer brauchen, das geht gar nicht. Deswegen beschränke ich mich auf ein paar Aspekte, die auf das Städtchen neugierig machen sollen.
In Aix-en-Provence hat Cezanne längere Zeit gelebt und gearbeitet. Seine Werke werden aber nicht nur in einem sehenswerten Museum gewürdigt, sondern man kann auch sein Wohnhaus mit Atelier besuchen. Hier bekommt man einen Einblick in sein Leben.
Cesannes Arbeitsplatz
Gemalt hat Cezanne meist im Freien und da hatte er so seine Lieblingsplätze, Motive, die er immer wieder zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten gemalt hat. Um diese Plätze zu besuchen, gibt es von der Tourist-Information einen Führer. Vom Innenstadt nahen Campingplatz haben wir unsere Fahrräder genommen, denn einige Plätze liegen etwas außerhalb.
Aix en Provence
Um sich vom Besuchsprogramm etwas zu erholen, bieten sich die verschiedenen Plätze an und vor allem die sie umgebenden Lokale. Aix-en-Provence ist eine Universitätsstadt und die jungen Leute prägen das Bild der Stadt. Zum Einen durch die Vielzahl fremdländischer Lokale wie auch durch das Angebot in den Läden.
Parc Jourdan
Wem dieser Trubel noch zu viel ist, schnappt sich am besten seine Boule-Kugeln, die haben Sie doch sicher dabei?!, und geht auf den Bouleplatz um ein oder zwei Partien zu spielen.
Von Apt aus bietet sich noch eine weitere Fahrradtour an (mit dem Auto geht´s natürlich auch), und zwar nach Roussillon. Damit ist nicht die Landschaft sondern ein Ort gemeint. Er ist nicht groß, dafür fallen seine Häuser auf. Sie sind alle in warmen Gelb- bis Rot oder Brauntönen verputzt. Roussillon bedeutet: roter Farbton und den findet man direkt beim Ort in den Ocker-Steinbrüchen.
Bleiben wir zuerst mal im Ort. Die Ockerfarben werden nicht nur zum Einfärben vom Hausputz verwendet, sondern auch bei vielen Künstlern, die diese warmen Farben verwenden. So findet man hier etliche Ateliers und in der Folge der Touristen kleine Geschäfte und Lokale. Da der Ort recht klein ist, findet man alles nah beieinander.
Ockerbrüche
Die Ockerbrüche kann man auf einem Rundgang besichtigen. Dafür steigt man am Rande des Ortes hinab in den Farbkasten und genießt das Farbenspiel von Weiß bis Dunkelbraun, das grüne Laub der Blätter, den blauen Himmel und manchmal ein weißes Wölkchen. Das muss man einfach erleben, genießen, – ja wenn nicht zu viele Besucher da sind.
Am Ortsausgang befindet sich im Wald eine Farbenmanufaktur. Es ist eine Ausstellung vorhanden in der man viel über den Abbau des Ockers in der Region, der Herstellung der Farben, deren Verwendung und chemische Zusammensetzung entdecken kann. Thematisch geht die Ausstellung auch auf andere Naturfarben und ihrer Herkunft ein.
Gordes, einer der „Schönsten Orte Frankreichs“ über den wir zufällig gestolpert sind. Na ja, mit dem stolpern ist das nur kopfmäßig gemeint, dafür liegt der Ort zu hoch am Berg. Immer hin so gut sichtbar, so dass wir unsere Fahrräder (E-Bikes) spontan da hinauf lenkten.
Der 1900 Seelen umfassende Ort liegt auf 115 m – 635 m Höhe (nach Wikipedia), da hat der Postbote einiges zu tun. Er liegt im Luberon, östlich von Avignon. Beim Aufstieg fuhren an dem 1977 unter Denkmalschutz gestellte „Village des Bories“ vorbei. Das sind Hütten und Mauern, die als Trocken Mauerwerk gebaut worden sind. Es sind Zeugnisse der bäuerlichen Kultur des Mittelalters. Verschiedene Häuser lassen sich besichtigen.
Wir besuchten den Ort an einem Markttag, da parkten die Autos schon weit unterhalb des eigentlichen Ortes. Der Altstadtbereich ist durch enge gepflasterte Gassen erkenntlich, die sich um eine imposante Burg gruppieren. Den Geschäften sieht man es schon an, dass hier im Sommer viele Touristen her kommen. Das Erscheinungsbild und der Flair des Ortes blieben aber bisher erhalten und lohnen so einen Besuch.
Also, heute geht es ums Fahrradfahren, denn in den letzten Jahren sind in Frankreich viele Fahrradwege entstanden, Broschüren findet man über all und der Zustand der Wege werden immer besser. Am komfortabelsten sind die Voie Verte, die grünen Wege befinden sich immer auf einer eigenen Trasse und häufig auf aufgelassenen Eisenbahnstrecken. Da diese nur geringe Steigungen aufweisen, sind sie vor allem für Familien mit Kindern oder wir, die Senioren geeignet.
Der Cavalon entspringt in den Alpes-de-Haute-Provence und mündet nach 87 km in der Rhone. Die Gegend durch die er fließt ist vor allem das Luberon. In dessem Zentrum liegt Apt. Mit knapp 12.000 Einwohner ist sie ein wirtschaftliches Zentrum, in dem man alles bekommt, was man so braucht, eingeschlossen gute Restaurants und Cafés. Er schlossen wurde das Gebiet einst von einer Eisenbahnstrecke. 37 km davon wurden für die Bewohner und Touristen durch eine Voie Verte zugänglich gemacht.
St-Martin-de-Castillon
Pont Julien
Wir standen für einige Tage auf dem Campingplatz in Apt. Von dort aus sind wir den Fahrradweg in beiden Richtungen abgefahren und fanden die Touren sehr abwechslungsreich. In Richtung Oste war gerade Kürbisernte und der Lavendel hatte noch mal ausgetrieben. Die Pont Julien aus dem Jahre 3 n. Chr. wurde bis zum Jahr 2005 als Teil der Landstraße betrieben. Jetzt führt der Fahrradweg da rüber.
Einige Bahnhofsgebäude erinnern noch an frühere Zeiten. Neue Besitzer haben aus ihnen Restaurants oder Galerien gemacht, die Anlass zu einem Stop bieten. – Die Strecke ist außerdem Teil der Euro Velo 8, der von Cadiz in Spanien nach Zypern führt und von diesen 5888 km sind aber bisher nur Teile fertig gestellt.
Vélorail bezeichnen eine Draisine, aber die neuere Form. Man hebelt nicht rauf und runter sondern sitzt bequem auf einem Fahrradsattel, also Vélo. Und mit Rail werden die Schienen bezeichnet, damit fahren diese Gefährten auf aufgelassenen Eisenbahnstrecken abseits der Straßen ohne große Höhenunterschiede.
Es gibt eine Organisation in Frankreich, die diese Anbieter von Draisinen-Exkursionen zusammenfasst. Auf der Homepage: http://veloraildefrance.com/ findet man diese interaktive Grafik. Jeder helle Punkt auf der Karte beinhaltet so einen Anbieter einer Draisinenstrecke. Klicken Sie darauf und sie erhalten weitere Informationen. Dabei ist zu beachten, dass die Fahrten in der Regel mindestens am Vortag gebucht werden müssen. Während der französischen Sommerferien ist hier ziemlich was los. Es gibt Halbtagstouren, die meistens eine Hin- und Rückfahrt beinhalten. Uns ist aber auch schon passiert, dass wir auf Grund der Länge der Strecke mit dem Linienbus zurückfahren mussten. Aber auch das war gut geregelt.
Die Fahrzeuge sind recht leicht, und es gibt sie für 2-4 Personen. Dabei müssen immer zwei für den Antrieb sorgen. Die anderen Plätze sich für Passagiere, z. B. Kinder ausgelegt. Eine kleine Plattform zwischen den Plätzen macht das Umsteigen leicht und so ist auch Platz für einen Picknick-Korb vorhanden. Ich erwähnte oben das geringe Gewicht der Fahrzeuge, das bezieht sich zum Vergleich zu den echten Draisinen, die die Eisenbahngesellschaften benutzt hatten. Der Bremsweg eines Vélorail ist bedeutend länger wie bei einem normalen Fahrrad.
Personal vom Veranstalter dreht uns die Vélorails mit einer Drehscheibe um.
Es müssen manchmal Straßen überquert werden. Dabei hat der normale Autoverkehr generell Vorfahrt. Manchmal gibt es Schranken, die die Vélorail-Strecke sperren. Da muss man sicher davor zum Stand kommen. Einer muss absteigen und die Schranke öffnen, Das Vélorail bewegt sich langsam, da ohne Schwung, hinüber. Die hintere Schranke muss wieder geschlossen werden, die vordere geöffnet usw. Schlimm? Nein, das ist Abwechslung auf der Tour. Das Schönste sind die Überfahrten von Brücken, da man von hier einen tollen Blick hat. Da man in einem lockeren Konvoi fährt muss man hier besonders auf voraus Fahrende aufpassen, denn fotografieren kostet Zeit.
A-pro-pos Zeit. Ein Vélorail -Ausflug hat nicht mit einem Rennen oder Wettfahrt zu tun. Solche Personen lässt man am besten vorbei, wenn es möglich ist. Noch besser, man orientiert sich vor der Abfahrt, wo man am besten hin gehört. Wer viel Fahrtwind möchte geht nach vorne, wer es gemütlicher mag, geht ans Ende. Gefahren wird so im 200 m Abstand, was sich schnell dehnt. Jeder Strecke hat andere Voraussetzung, deswegen ist es notwendig sich genau vor der Buchung zu informieren. Und dann viel Spaß.
Skizze aus der ober erwähnten Internetseite.
Die Strecke von der die Bilder stammen, ist Vélorail du Périgord Vert, Gare de Labaurie. 24800 EYZERAC (Dordogne) Wer regelmäßig ganz normal Fahrrad fährt, kann die Tour problemlos und mit viel Vergnügen durchführen.
Um diesen Garten zu finden begeben wir uns in die Montagne des Èspiguères. Diese befinden sich bei Aups und sind eine durch lichte Kiefernwäldern und immergrünen Büschen bezogene Hügelkette. Die grüne Provence, wie der Franzose die Gegend auch bezeichnet.
Zu erst kommen wir nach Aups, wo wir nur kurz Rast machen. Die engen Gassen des 2000 Seelen zählenden Ortes bieten authentischen provenzalischen Flair und für die Feinschmecker einen Trüffelmarkt.
Ein wenig befahrenes Sträßchen führt uns zu Maria de Faykod. Ein kleines Schild weist uns an, die geteerte Landstraße zu verlassen. Eine schmale Sandpiste führt noch eine Weile durch ursprüngliche Landschaft bis wir zu einen kleinen Parkplatz vor einem Grundstück kommen. Hier wohnt und arbeitet Marie de Faykod.
Sie hat in Paris Kunst studiert und entdeckte bald ihre Liebe zum Marmor aus Carara. 1996 zog sie hier her und schuf ihren Skulpturengarten. Bis jetzt hat sie über 350 Skulpturen geschaffen, die rund um den Erdball zu finden sind.
Wir sind im Moment die einzigen Gäste und bummeln durch den Garten. Es sind nur einige Wege angelegt, die einen zu den verschiedenen Kunstwerken führen. Diese leuchten vor einer natürlichen Umgebung, heben sich ab vor dem Grün der Kiefern, dem Blau des Himmels. Wir sind beeindruckt von der sorgfältigen Ausführung von Details, die an klassische Werke erinnert, dass wiederum im Gegensatz zum Gesamtkunstwerk steht, in denen oft Motive in einander verwachsen erscheinen, neue Interpretationen ermöglichen. – Voller Eindrücke setzten wir unseren Weg fort.
Wir sind immer noch im Hinterland zwischen der Côte d´Azur und den Seealpen. Der Ort Carcés sah so einladend aus, dass wir erst mal geblieben sind.
Der Ort wurde zusammen mit einer Burg zu Beginn des 12. Jahrhunderts gegründet, wurde dann im Religionskrieg (16. Jahrhundert) stark zerstört.
Zu erst fielen uns die Wandmalereien in der Trompe l’oeil – Technik ( die Augen überlisten/täuschen ) auf. An der Außenfront des Weingutes, war die Arbeit um die Weinherstellung in mehreren Bildern dargestellt. Es sieht aus, als könnte man in die Keller hinein schauen und zusehen, wie die Menschen dort arbeiten.
In einem andere Bild wird eine historische Szene dargestellt und man schaut scheinbar durch das Haus durch in die Landschaft hinein. An der Fassade des Tourismus-Büros wird ein Lagerhaus dargestellt und wie die Waren am Haus hoch gezogen werden. Zu dem ist eine Wand durch Schindeln bekleidet, was früher hier häufiger gemacht wurde.
Der alte Ortskern ist mittelalterlich geprägt und lädt zum Bummeln durch die engen Gassen ein. Hier gibt es immer wieder was zu sehen: die Kirche Sainte-Marguerite, eine Kapelle, den Glockenturm, den Brunnen der 4 Jahreszeiten und eine alte Ölmühle.
Nicht weit vom Ort weg gibt es einen großen Stausee, den wir mit den Fahrrädern umrundet haben. Baden und Bootsfahrten sind hier möglich. Einen zusätzlichen Stopp sollte man bei den Wasserfällen von Caramy einlegen.
Von Italien kommend war uns der Trubel zwischen Monte Carlo und Nizza einfach zu viel. Die erste Möglichkeit dem zu entfliehen, war, kurz hinter Nizza ins Tal des Var ab zu biegen. Schnell hat man die Küste vergessen, wenn man auf der M 6202, später D 6202 dem immer tiefer eingeschnittenem Tal folgt.
Touet-sur-Var
Dabei fährt parallel zur Straße eine Schmalspurlinie, der Train des Pigne ( der Pinienzapfenzug). Eine Regionalbahn, die von Nizza über 151 km und einen Pass nach Digne-les-Bains führt. Ob die Bürger von Nizza mit ihm in den Anfangstagen Pinienzapfen zum Hausbrand gesammelt haben, oder ob die ersten Dampfloks mit denen geheizt wurden, ist nicht sicher bewiesen. Neben Einheimischen fahren oft Wanderer mit dem Zug, um zu ihren Ausgangspunkt zu kommen oder wie wir, die den Zug zu einem stressfreien Besuch von Nizza genommen haben.
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Im Oberlauf des Var kommt man nach Entrevaux, einem mittelalterlichem Ort. Da er auf der anderen Fluss-Seite liegt und nur über eine schmale Brücke erreicht werden kann, konnte er sein mittelalterliches Flair erhalten. Die großen Parkplätze zeigen einem, dass hier etwas Besonderes geboten wird.
Entrevaux (= zwischen den Flusstälern von Var und Coulombe) besaß im Mittelalter strategische Bedeutung und so ließ der berühmte französische Architekt Vaubon hier 1690 eine Festung erbauen, von der man heute einen schönen Blick über den Ort und die Täler hat. Auch sollte man die Kathedrale besuchen und durch die Gassen schlendern, um die Atmosphäre zu genießen, einen Kaffee zu trinken und einheimische Produkte genießen.
Hier sind wir endlich an die Ufer der Ardèche angekommen. Ziel ist das rund 1000 Seelen zählende Dorf Vogüé. Es zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs.
Das Dorf schmiegt sich halbkreisförmig um einen Felsen. Durch romantische Gassen mit Torbögen und Galerien kann man es durchstreifen. Oben auf dem Felsen wurde die ehemalige Burg im 17. Jahrhundert zu einem Schloss umgebaut, das heute noch in Privatbesitz ist. Dort finden regelmäßig Kunstausstellungen statt.
Vom Ort aus hat man einen schönen Blick auf die Eisenbahnbrücke über die Ardèche. Da hinter befindet sich auch der Teilort Vogüé-Gare. Der offizielle Zugverkehr wurde bereits 1988 eingestellt. Danach gab es bis 2012 einen „Train touristique“. Durch Vandalismus wurden die Triebwagen zerstört und der Zugverkehr eingestellt. Jetzt kann die Brücke von Fußgängern und Fahrradfahrern genutzt werden.
Balazuc
Ardèche
Einen Besuch wert ist Balazuc. Malerisch gelegen thront er auf einem Felssporn. Die Brücke über den Ardèche, wie deren Kontrolle, hatten im Mittelalter eine große Bedeutung. Man hat aber auch Spuren aus der Steinzeit hier gefunden.