Sie erinnern sich an meinen letzten Beitrag über Rochemaure?, von dort fahren wir weiter in Richtung Westen und lassen das Rhonetal hinter uns. Nach nur wenigen Kilometern erreichen wir Alba la Romaine.
Alba la Romaine
Der Ortskern liegt kreisförmig auf einem Felsensporn, dessen Gipfel ein Schloss einnimmt. Hier ist der Tourismus noch nicht richtig angekommen. Alles ist gemütlich und als Ausländer wird man angestaunt. Ein Höhepunkt des Jahres ist eine große Kakteenausstellung mit weit gereisten Händlern. So sind Kakteen im Ort keine Seltenheit.
Schloss
Kakteenfreund
Camping
Kaiser Augustus hat den Ort damals prächtig her gerichtet und ließ ein Forum, Thermen, ein Aquädukt und ein Amphitheater bauen, deren Reste man bestaunen kann. So eine große Anlage erwartet man hier nicht.
Da uns der Ort und Campingplatz gefielen blieben wir noch und machten eine Fahrradtour nach Valvignères. Was Sie haben noch nie etwas von dem Ort gehört?, wir damals auch noch nicht, aber die Landschaft war schön, das Wetter gut und das Essen in Valvignères noch besser. Übrigens essen wir meistens mittags das Menu du Jour: preiswert und gut!
Die A7 ist eine beliebte Route, um in den Süden Frankreichs zu kommen. Dabei könnte man schon angekommen sein, wenn man rechtzeitig die Autobahn verlässt und gemütlich die D 86 auf dem anderen Rhoneufer folgt.
Eigentlich ist der Ort ziemlich unbedeutend, aber gerade deswegen ein besonderer Punkt anzuhalten, auszusteigen und durch den Ort zu bummeln.
Der Hauptort liegt parallel zum Ufer der Rhone. Dort befinden sich auch die Geschäfte. Betritt man die Gassen, wird es gleich viel ruhiger. Es fällt auf, dass immer mal wieder ein Haus renoviert wird. Nach dem der Tiefpunkt der Bevölkerungsentwicklung 1967 mit etwa 900 Einwohnern erreicht wurde, steigen die Zahlen kontinuierlich an und erreichen heute gut das Doppelt von damals. Die Wege und Plätze sind durch Pflanzen geschmückt und beweisen, dass Wohnen in den alten Häusern wieder im Trend liegt..
An den Berghang gebaut findet man die kleine Kirche Notre Dame des Anges (der Engel) aus dem 13. Jahrhundert. Oberhalb des Ortes thront eine Burgruine zu der hinauf ein Wanderweg führt. Von dort hat man einen schönen Blick auf Brücke, das Rhonetal und das gegenüber liegende Montelimar. Die Brücke ist auch einen Abstecher wert. Die Hängebrücke wurde erneuert und ist jetzt für Fußgänger und Fahrradfahrer geöffnet. Die Brückenfeiler bezeichnet man als die sogenannten „Passarelle Himalayenne“.
Staunend am Rande der Kanäle stehen und neidisch den gemütlich dahin ziehenden Hausbooten zuschauen, ist eines. Ganz anders ist es selber am Ruder zu stehen. Das geht ganz ohne Führerschein nach einer ausführlichen Einweisung durch das Personal und dann noch auf Deutsch, wie auch sämtliche Unterlagen vom Vertrag bis zu den Bedienungsanleitungen auf Deutsch vorhanden waren.
Chatillon-en-Bazois
Jetzt aber mal der Reihe nach: Anbieter für Hausbootfahrten gibt es mehrere, die man am Einfachsten im Internet sucht. Die Anbieter bieten verschiedene Strecken an. Meist eine Woche, danach kehrt man an den Abfahrtsort zurück. Man fährt also hin und zurück. Außerdem gibt es die Variante eine Woche in eine Richtung zu fahren. Unsere Fahrzeuge wurden von Mitarbeitern der Firma uns hinter her gefahren. Wichtig ist also, dass man sich für einen Hafen entscheidet, wo man das Schiff übernimmt. Wer kann, sollte die Hauptsaison vermeiden.
Schleuse mit anschließender Brücke
Die Boote gibt es in verschiedenen Größen. Da sollte man lieber ein größeres nehmen, als die Notbetten im Wohnraum benutzen zu müssen. Wir waren 2 Ehepaare, diese Konstellation ist für Anfänger günstig, da mehr Hände vorhanden sind, wenn es durch die Schleusen geht. Bei den per Hand betriebenen Schleusen sind die Wärter dankbar, wenn man ihnen hilft, auch kommt man so schneller durch.
Einer hilft beim Schleusen, einer hält, einer fährt und einer fotografiert
Rechtzeitig vor dem Termin bekamen wir ein Bordbuch nach Deutschland geschickt. So konnte man sich mit dem Boot schon etwas vertraut machen. Zusätzlich gibt es einen ausführlichen Streckenplan in den nicht nur die Schleusen verzeichnet sind sondern auch die Möglichkeiten Diesel, Strom und Wasser zu tanken. Die Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und touristische Sehenswürdigkeiten fanden sich dort, Telefonnummern der Firma so wie die regionalen Notfall-Nummern.
Vorsicht Kopf einziehen!
Wir fühlten uns durch und durch gut versorgt. 2 Fahrräder waren auch geschickt, wenn man mal etwas weiter zum Einkaufen fahren musste oder falls einer mal einen Lagerkoller bekommt, dann kann der bis zur nächsten Fähre voraus radeln, dann ist die Stimmung wieder OK.
Écluse de Anizy
Resumee: Es ist nicht billig, aber die Erfahrung war sehr schön. Alles hat geklappt, die Stimmung an Bord war gut, die Erfahrung, dass man mit 8 km/h pro Tag erstaunlich weit kommt und dann noch stressfrei, die anderen Hausbootfahrer waren ebenso gut drauf, so dass wir immer wieder netten Kontakt knüpfen konnten. Die Abgabe war total easy, besenrein und wenn keine gut sichtbaren Schäden aufgetreten sind, liest der Mitarbeiter nur den Benzin- und Gasstand ab und das war es dann auch schon.
Also heute habe ich mir mal ein weites Thema vorgenommen, denn Kanäle gibt es in Frankreich an allen Ecken und mitten drin. Von Deutschland aus erreicht man im Süden bei Straßburg den Rhein-Marne Kanal und bei Mulhouse den Rhein-Rhone Kanal. Weiter nördlich kann man entlang der Mosel bzw. der Saar fahren und kommt automatisch zu weiteren Kanälen, da beide Flüsse noch etliche Kilometer schiffbar ausgebaut sind.
Saverne Rhein-Marne-Kanal
Über Mosel und Maas kommt man über Belgien und die Niederlandein in die Nordsee, so auch über Marne in die Seine und weiter. Nach Süden verbinden Kanäle die Saone und Rhone zum Mittelmeer und wem das nicht reicht fährt auf oder entlang dem Canal du Midi über Toulouse und Bordeaux zum Atlantik.
Einville-au-Jard
Mit den Kanälen versuchte die Regierung Frankreichs das Land industriell zu erschließen. Vor der Eisenbahn und dem LKW war das Schiff das einzige Transportmittel, das den Warenverkehr voran bringen konnte. Um das Land weitgehend zu erschließen, erschloss man sich zu Projekten wie dem Canal du Centre, der von der Soane über den Buckel mit der Loire verbindet. Da die Loire wegen stark schwankenden Wasserpegel nicht schiffbar ist, wurde ein Loire-Seitenkanal geschaffen, der auch mal über die Loire, mal kurzfristig mitten durch führt. Bei Dezice geht es dann in den Kanal de Nivernais, von Schleuse zu Schleuse bergauf und bei Baye durch ein Tunnel, dann eine 13-stufige Schleusentreppe hinab zur Yonne nach Auxerre und von dort in die Seine.
Montceau-les-Mines
Digoin
Nein, damit hätte ich noch nicht alle aufgezählt, nur die schönsten, die wir besucht haben. Nun, was ist so besonders an den Kanälen? Sie führen meist abseits der Hauptrouten durch schöne Landschaften. Da die Kanäle alle in betrieb sind und befahren werden, gibt es entlang eine gute Infrastruktur mit Läden und Restaurants. Am Kanal gibt es die historischen Treppelwege, die fast durchgängig für Fahrräder asphaltiert wurden. Die Boote, Schleusen und unterschiedliche bewegliche Brücken bieten etwas für technisch Interessierte. Der Kanal ist Heimat unterschiedlichster Vögel und anderer Tiere, die man gut beobachten kann. Das alles auf fast ebenen Wegen so dass man auch außerhalb des Kanals einen entschleunigten Urlaub genießen kann.
Schleusentreppe
bei Carcassonne
Canal du Midi
Die Bilder stellen ein Sammelsurium von Eindrücken dar. Im nächsten Beitrag werde ich mich mit Ihnen, so Sie mögen, auf eine fahrt mit einem Kanalboot begeben.
Man redet immer von den Loire-Schlössern, dabei liegen einige der hübschesten in deren Nebentälern. Wir sind mal wieder mit den Fahrrädern unterwegs. Die Routen sind gut ausgeschildert und führen fast ausschließlich über wenig befahrene Nebenstraßen.
Azay-le-Rideau hat etwa 3400 Einwohner und liegt im Tal des Indre. Zum Einen lebt der Ort aus den Einnahmen des Tourismus, zum Anderen aus der Landwirtschaft (Weinanbau).
Wir durchfuhren den netten Ort und erreichten an deren Ende ein Gartentor, den Eingang zum Schloss, zu dem noch eine Kapelle und eine Wohnhaus für die Bediensteten gehört. Ich sprach von einem Garten, nein, es ist ein großer Landschaft-Park. Hier gibt es viele Wege und immer wieder schöne Blicke aufs Schloss oder umgekehrt vom Schloss in den Park. Zum Zeitpunkt unseres Besuches waren größere Teile der Fassade verhüllt, da Restaurationsarbeiten durchgeführt wurden.
Das Innere des Schlosses konnten wir besichtigten. Hier fielen uns die Möbel mit den Intarsienarbeiten in Holz oder Elfenbein besonders auf. Immer wieder waren es Details auf die wir uns gegenseitig hinwiesen.
Das Schloss wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts im Stil der französischen Renaissance mit italienischen Ziermotiven erbaut. Nach der Französischen Revolution wurde das Schloss umgebaut und ist seit 1905 im Besitz des französischen Staates. Fotos ohne Blitz sind gestattet, Hunde müssen getragen werden.
Der Ort führt mit seinen etwa 4500 Einwohnern ein beschauliches Dasein am Rande anderer berühmter Schlösser. Auf einer Fahrradtour entlang der Loire entdeckten wir ihn. Eine schöne Hängebrücke führt über die Loire und in den angrenzenden Ort. Zu mindestens bei unserem Besuch war es angenehm ruhig im Ort, schon etwas verschlafen. Die alten Häuser sind aber gut erhalten und stimmen einen auf den Besuch des Schlosses ein, dass im Zentrum liegt.
Wenn man schon einige Schlösser dieser Region gesehen hat, dann fragt man sich schon: Muss das auch noch sein? Ja, dieses auf jeden Fall! Ohne Führung kann man sich frei bewegen.
Ein Höhepunkt sind die Tapisserien, die es in mehreren Räumen zu bewundern gilt. Ein anderer ist die Darstellung der nächtlichen Hochzeit von Heinrich VIII und Anne de Bretagne durch lebensgroße Wachsfiguren. Dadurch sicherte sich der französische König den Besitz, der damalig selbständigen Bretagne.
Bis unter die Zinnen kann man den Bau besichtigen und bekommt schöne Ausblicke auf den Ort und die Loire geboten. An der Westseite befindet sich ein gepflegter Garten. In einer Zeder hat man für Kinder ein hübsches Baumhaus gebaut.
Nach einem feinen Essen bummelten wir noch etwas durch den Ort, besichtigten die Kirche und ließen den Besuch stressfrei ausklingen.
Nach so vielen „Blümchen“ war uns der Sinn mal nach ganz was anderem. Da hat es gepasst, dass wir eine Broschüre vom Futuroscope in die Hände bekamen, zu dem lag es für uns auf dem Weg. In Chasseneuil-du-Poitou, einem kleinen Ort, der gerade durch seine Lage am Rande des Parks einen kleinen Aufschwung erlebt, stellten wir unser Wohnmobil auf einen gepflegten städtischen Campingplatz.
AnfahrtFuturoscope
Mit den Fahrrädern sind wir dann zum Park gefahren. Da gab es zwar auch genügend Parkplätze, aber nach der anstrengenden Besichtigung waren wir froh, uns auf unseren gemütlichen Campingplatz zurück zu ziehen. Aber jetzt mal der Reihe nach. Es empfiehlt sich weder am Wochenende noch in den Ferien den Park zu besuchen.
Wir waren mehr oder weniger bei Öffnung des Parks am Kassenhaus. So war es die erste Zeit noch sehr gemütlich. Es begann mit einer Ausstellung der französischen Weltraumtechnologie. Die Art der Präsentation war immer spektakulär, technisch innovativ und faszinierte allein dadurch.
Um einen Überblick zu bekommen, setzten wir uns in einen verglasten Ring, der sich nach oben bewegte und sich gleichzeitig um die mittlere Achse drehte. Da war klar, es gibt einiges zu laufen. Die Gebäude waren alles ausgefallen und enthielten die unterschiedlichsten Attraktionen. Ansagen informierten wo welche Schau in Kürze beginnt, bzw. mit welchen Wartezeiten man rechnen muss.
Die Anlage selber war mit Wasserläufen und Seen durchzogen, die alle irgend wie genutzt werden konnten. Für die Jüngeren gab es noch einen großen Spielplatz.
Für mich war das Verblüffendste eine Fahrt wie in einem Bob. Wir waren bei der Attraktion vielleicht zu zehnt, das war aber schnell vergessen. Mit 3D-Brillen versehen, ging es durch Gänge einer Unterwelt. Der Sitz bewegte sich, als ging es in die Kurve und der Fahrtwind blies uns ins Gesicht. Die Illusion war perfekt. Mich bekommen keine 10 Pferde ins Disneyland, aber da würde ich noch mal rein gehen.
Ursprung war eine Burg aus dem 13. Jahrhundert. Das Schloss, so wie man es heute sieht, wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Heute ist das Schloss im Besitz der Stadt Tours. Schloss und Garten stehen als Monument Historic unter Denkmalschutz.
parken vis-a-vis vom Schloss
Wir haben das Schloss, dass sehr reichhaltig ausgestattet ist besichtigt. Unser haupt Augenmerk lag aber auf dem Landschaftspark wegen seiner bekannt eindrucksvollen Bäumen. Direkt am Schloss befinden sich schön gestaltete Blumenbeete. Im Rosengarten werden 168 verschiedene Rosen gepflegt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf 40 Rebsorten, deren Erhalt ein Beitrag für mögliche weitere Züchtungen darstellt. Nach Westen zu findet man einen größeren Obstgarten.
Im Landschaftsgarten findet man exotische Gehölze wie Sumpfzypressen und einen Hain mit Sequoia.
Bilder sind beschnitten, anklicken zum Vergrößern!
Nachdem wir uns das Jugendstil-Museum in Nancy angesehen hatten, fuhren wir weiter nach Joinville. Einen guten Stellplatz für das Wohnmobil gibt es am Port-de-Plaisence.
Es ist ein charmanter kleiner Ort, durch den man bequem spazieren kann. Etwas mehr Zeit nimmt der Große Garten um das Schloss in Anspruch. Der Vorgarten streng als Französischer Garten gestaltet, befindet sich da hinter ein Garten mehr im Englischen Stil. Alles war sehr gepflegt und eine reichhaltige Auswahl an Pflanzen ließ uns dort längere Zeit verweilen.
Joinville-sur-Marne Mühlengarten
In unserem Führer wurde auf „Les Jardins de mon Moulin“ hin gewiesen. Dieser Garten liegt etwas außerhalb und ist, wie der Name es andeutet, in verschiedene Bereiche gegliedert. Die Besitzer haben die alte Mühle gekauft und das Drumherum wunderschön her gerichtet. Das Wasser spielt natürlich eine heraus ragende Rolle im Garten.
800 Pfingstrosen bilden einen Schwerpunkt der Anlage, ein anderer bilden 300 Hostas. Da zwischen wächst aber noch vieles anderes, was es zu entdecken gibt.
Weitere Gärten in der Nähe sind:
Le jardin à la française de Silière à Cohons
Le jardin d’artiste d’Aline Bienfait à Cirey-sur-Blaise
Le jardin écologique Natur’Ailes
Un jardin de vivaces en Haute-Marne
Diese haben wir noch nicht besucht, Informationen im Internet sind aber viel versprechend.
La Rochelle besitzt einen der wichtigsten Häfen an der Atlantikküste. Schon die Römer haben hier gesiedelt. Der Templer-Orden baute den Hafen aus und später wurde es ein freier Hafen. Viele Hugenotten siedelten hier, auch gab es immer wider gute Kontakte zu England, was die Stadt in Schwierigkeiten mit den Königen in Paris brachte.
Im 17. Jahrhundert spielte La Rochelle eine wichtige Rolle im Sklavenhandel. Heute hat nur noch die Fischerei eine bescheidene Bedeutung. Aber der alte Hafen ist das touristische Highlight, der sich hinter 2 Türmen versteckt. Dort ist die Stadt am lebendigsten. Dazu schließt sich hier ein Markt an, in anderer Richtung betritt man die Altstadt.
Dort befinden sich einige schöne Fachwerkhäuser. Rathaus und Bahnhof zeigen durch ihren Fassadenschmuck auf die Bedeutung der Stadt hin.
Wir haben die Stadt als einen recht lebensfrohen Ort kennen gelernt. Modernes Leben pulsiert einträchtig in historischen Gebäuden.