Einmal selber Kapitän sein

Staunend am Rande der Kanäle stehen und neidisch den gemütlich dahin ziehenden Hausbooten zuschauen, ist eines. Ganz anders ist es selber am Ruder zu stehen. Das geht ganz ohne Führerschein nach einer ausführlichen Einweisung durch das Personal und dann noch auf Deutsch, wie auch sämtliche Unterlagen vom Vertrag bis zu den Bedienungsanleitungen auf Deutsch vorhanden waren.

Chatillon-en-Bazois

Jetzt aber mal der Reihe nach: Anbieter für Hausbootfahrten gibt es mehrere, die man am Einfachsten im Internet sucht. Die Anbieter bieten verschiedene Strecken an. Meist eine Woche, danach kehrt man an den Abfahrtsort zurück. Man fährt also hin und zurück. Außerdem gibt es die Variante eine Woche in eine Richtung zu fahren. Unsere Fahrzeuge wurden von Mitarbeitern der Firma uns hinter her gefahren. Wichtig ist also, dass man sich für einen Hafen entscheidet, wo man das Schiff übernimmt. Wer kann, sollte die Hauptsaison vermeiden.

Schleuse mit anschließender Brücke

Die Boote gibt es in verschiedenen Größen. Da sollte man lieber ein größeres nehmen, als die Notbetten im Wohnraum benutzen zu müssen. Wir waren 2 Ehepaare, diese Konstellation ist für Anfänger günstig, da mehr Hände vorhanden sind, wenn es durch die Schleusen geht. Bei den per Hand betriebenen Schleusen sind die Wärter dankbar, wenn man ihnen hilft, auch kommt man so schneller durch.

Einer hilft beim Schleusen, einer hält, einer fährt und einer fotografiert

Rechtzeitig vor dem Termin bekamen wir ein Bordbuch nach Deutschland geschickt. So konnte man sich mit dem Boot schon etwas vertraut machen. Zusätzlich gibt es einen ausführlichen Streckenplan in den nicht nur die Schleusen verzeichnet sind sondern auch die Möglichkeiten Diesel, Strom und Wasser zu tanken. Die Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und touristische Sehenswürdigkeiten fanden sich dort, Telefonnummern der Firma so wie die regionalen Notfall-Nummern.

Vorsicht Kopf einziehen!

Wir fühlten uns durch und durch gut versorgt. 2 Fahrräder waren auch geschickt, wenn man mal etwas weiter zum Einkaufen fahren musste oder falls einer mal einen Lagerkoller bekommt, dann kann der bis zur nächsten Fähre voraus radeln, dann ist die Stimmung wieder OK.

Resumee: Es ist nicht billig, aber die Erfahrung war sehr schön. Alles hat geklappt, die Stimmung an Bord war gut, die Erfahrung, dass man mit 8 km/h pro Tag erstaunlich weit kommt und dann noch stressfrei, die anderen Hausbootfahrer waren ebenso gut drauf, so dass wir immer wieder netten Kontakt knüpfen konnten. Die Abgabe war total easy, besenrein und wenn keine gut sichtbaren Schäden aufgetreten sind, liest der Mitarbeiter nur den Benzin- und Gasstand ab und das war es dann auch schon.

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