Höhepunkte unserer Frankreichtour 16: Beaune

Beaune liegt weder an einem Kanal noch an einem besonderen Fahrradweg, so sind wir ziemlich unbedarft dort hin gefahren und haben und haben den Stadt nahen Campingplatz als Standquartier bezogen.

Dann fährt man auch mal ins Städtchen hinein. Und dann sind wir aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen. Warum haben wir davon nichts gewusst? Wo von? Einer hübschen Stadt mit Stadtmauer und vielen interessanten Gebäuden aus unterschiedlichen Zeiten, aber gut zu einander passend. Das war eine überraschende Entdeckungsreise.

Beaune ist ein Zentrum der Weingüter und dann erstaunt es nicht, wenn man einer überdimensionierten Weinbergschnecke über den Weg läuft. Die Gegend wir als die Côte d´Or bezeichnet und den Weinbau hatten bereits die Römer hier eingeführt.

Ein Zeichen des Reichtums ist auch das Hôtel Dieu, erbaut von dem Ritter Nicolas Rolin im Jahre 1443, wie er selbst schrieb: „im Interesse seines Seelenheils“. Tue Gutes und rede darüber, war schon damals ein wichtiges Vorgehen, so erfuhr der König von Frankreich davon, der genehmigte Privilegien, die mit Einkünften aus einer Stiftung die Kosten des Krankenhauses trugen. Bis 1974 wurden die Gebäude, zum Schluss als Altersheim, genutzt. Danach wurde es zum Museum und in den Ursprungszustand zurück versetzt.

Dass zu so einer großen Anlage auch eine dem entsprechende Küche gehört, liegt nahe, aber auch eine Apotheke war vorhanden und ein Labor, in dem die Medikamente, Salben und Tees zubereitet wurden.

Wie man am letzten Bild sieht, bekommen alle Besucher einen Audi-Guide mit dem man selbstständig das Museum erkunden kann; der sprach für uns Deutsch. – Auch hier ist es mir nur möglich, dass was wir erlebt haben anzureißen und nur einen kleinen Teil meiner Bilder zu veröffentlichen.

Höhepunkte unserer Frankreichtour 14: Der Steinbruch von Villars-Fontaine

Dass jemand den Besuch eines Steinbruchs hinter her als einen Höhepunkt bezeichnet, kommt wohl selten vor. Villars-Fontaine ist ein Dörfchen im Burgund, westlich von Nuits-St-Georges gelegen und die Touristen haben den Ort links liegen gelassen. So dämmerte der Ort dahin, bis dem Bürgermeister eine Idee kam. Wir kaufen den nahen Steinbruch „Carrière de Comblanchien“ und bieten die glatten Wände Streetart-Künstlern an.

15 m hohe Bilder sollten es werden, ein Sommerfestival zum Zuschauen beim Malen, eine Kulisse für kulturelle Veranstaltungen. Das hatten wir aus unserer Zeitschrift (siehe auch https://www.villart.fr/2017/img/frankreicherleben.pdf)

Nun waren wir dort hin mit unseren Fahrrädern unterwegs. Irgend wann kam es uns, dass ja Montag sei und kulturelle Einrichtungen dann immer … Jetzt waren wir schon mal unterwegs und so fuhren wir weiter, aßen in Nuits St. Georges unser Steak à Cheval, nein nicht was ihr denkt, das ist hier ein Steak auf dem ein Spiegelei reitet. Dort erhielten wir auch weitere Hinweise, wo sich der Steinbruch befinden soll.

Wir sind gar nicht bis Villars Fontaine gekommen, denn schon vor dem Ort gibt es einen Zaun und ein großes Tor mit Kette. Sie war nicht verschlossen, ein Auto befand sich drinnen und so schoben wir unsere Fahrräder zaghaft hinein und machten uns bemerkbar. Eine nette Frau hieß uns willkommen, es wäre geschlossen, aber wo sie schon mal da war, durften wir uns umschauen. Da standen wir nun ganz alleine in dem Steinbruch vor den riesigen Bildern.

Von weiter weg ließen wir die Bühne auf uns wirken, das zusammenspiel der unterschiedlichen Stilrichtungen. Dann näherten wir uns langsam den einzelnen Bildern, suchten den richtigen Abstand, um sie aufzunehmen.

Im nächsten Schritt versuchte ich die Ursprünge des Steinbruchs aufzunehmen und als Rahmen der Bilder zu begreifen. Risse im Stein, Abbrüche, Pflanzen, die dazu gehören, aber auch die kleineren Werke die herum stehen und ihren Platz auf der Bühne behaupten. Und dann war da noch an den Rändern ein stilles Publikum, leise, weiß, in ihren Bewegungen erstarrt. Ein ganz besonderes Stückchen Erde.

Höhepunkte unserer Frankreichtour 15: Tournon

Wir sind einer Schlechtwetter-Front ausgewichen und sind in Tournon an der Rhone südlich von Lyon gelandet. Auf der anderen Seite der schönen alten Hängebrücke liegt Tain-Herimitage über den auch der Rhone-Radweg führt. Tournon ist der hübschere der beiden Orte. Tournon besitzt einige Mittelalterliche Gebäude und eine Fußgängerzone mit engen Gassen, vielen kleinen Geschäften und einen großen Markt.

Zentrum des Ortes ist ein großer mit Platanen bepflanzter Platz, der zum Einen an der Flusspromenade anschließt und gegenüber eine Häuserzeile mit Cafés und Restaurants besitzt. Der Platz wird zum Teil als Parkplatz genutzt, im oberen Teil besitzen aber die Boulespieler „Hausrecht“.

Da Fahrradwetter war, beschlossen wir die Rhone ein Stück aufwärts zu fahren. Gut ausgebaut führt er mehr oder weniger nah am Ufer durch teils ursprüngliche Auenlandschaft, teils entlang von Äckern. Hin und wieder kamen uns andere Fahrradfahrer entgegen. Die Ortschaften durch die wir kamen waren alle nett und besaßen Einrichtungen, um sich zu stärken. Hin und wieder sahen wir ein Schiff oder ein Zug kam vorbei. Es war eine richtig gemütliche Tour, die uns viel Spaß gemacht hat.

An einer Stelle fanden wir ein Hinweisschild zum Train de l´Ardeche, einem Schmalspurzug. Diesen wollten wir am kommenden Tag nehmen. Je nach Monat fährt er bis 2-mal täglich unterschiedlich lange Strecken das Douxtal hinauf. Etwas außerhalb von Tournon liegt der Bahnhof, der aber gut mit den Fahrrädern zu erreichen war. Das Bahnhofsgebäude wird zum Kartenverkauf und Souvenirshop genutzt. Im nahen Lokschuppen ist ein kleines Museum unter gebracht. Wir konnten vor der Abfahrt einige Rangiermanöver beobachten bis es dann laut schnaufend die Schlucht hinauf ging. Nach einer dreiviertel Stunde erreichten wir einen kleinen Bahnhof, der eine Drehscheibe besaß, wo die Lok per Hand gedreht wurde.

Das war ein richtig schöner Ausflug. Ich habe davon ein kleines Video gemacht: https://youtu.be/Z9rDkssTr2s

Höhepunkte unserer Frankreichtour 13: Mirepoix

Nach einem Abstecher nach Pamiers fuhren wir weiter in Richtung Carcassonne. Nach 20 km kamen wir nach Mirepoix, was uns interessant erschien. Also herunter von der Hauptstraße und einen Parkplatz gesucht. Entlang der Stadtmauer war das im Spätsommer kein Problem. Auf den ersten Blick war Mirepoix nett, gemütlich, aber als wir ins Zentrum bei der Kirche kamen, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Der Platz hinter der Kirche ist von Geschäftshäusern umgeben, die auf der Höhe des Parterres gut 6 m tief, frei da stehen. Das eine Arkade zu nennen, widerstrebt mir. Arkaden kennt man von Südtirol als Gänge mit denen man im Trockenen oder im Schatten an den Geschäften entlang bummeln kann.

Hier sind die Häuser aufgeständert, so dass viel mehr Platz zur Verfügung steht. Deswegen findet man hier auch viele Tische und Stühle der dahinter liegenden Lokale, bzw. wird der Platz für die Auslagen der Geschäfte verwendet. Hier hat sich das mittelalterliche Stadtbild erhalten und es macht Spaß hier herum zu bummeln.

Nach dem Mittagessen wollten wir weiter. Beim Tanken fiel uns ein Schild auf, dass uns an die Voies Vertes (Fahrradtrassen) erinnerte. Ein Blick darauf bestätigte unseren Verdacht, es war der Startplatz für den Chemin des Filatiers (Weg der Garnhändler) -Fahrradweg, der von hier in Richtung Berge auf einer ehemaligen Bahntrasse auf 38 km bis Lavelanet verläuft.

Da brauchten wir nicht lange zu überlegen, da das Wetter mitspielte: Fahrräder raus und auf die Sättel. Der Weg war mal wieder gut ausgebaut und übersichtlich beschildert. Einmal fehlte eine Brücke, so dass wir die Böschung zu Fuß hinunter mussten und auf der anderen Seite wieder hinauf. Sonst hatten wir nichts zu bemängeln. Landschaftlich schön gelegen mit immer wieder neuen Blicken auf Berge, Ortschaften und Ruinen. Höhepunkt war ein über 300 m langer Tunnel. Nach erfolgreicher Durchfahrt machten wir kehrt, da wir ja wieder zum Wohnmobil zurück mussten.

Höhepunkte unserer Frankreichtour 12: Angoulême

Comic-Museum

Bei meinem Beitrag über Toulouse habe ich ungerne einige schöne Wandmalereien weggelassen. Das möchte ich nachholen und da bietet sich die Comic-Hauptstadt Frankreichs: Angoulême besonders an. Hier befinden sich eine besonders große Anzahl von Murs Peints / Wandmalereien im Stadtbereich.

Ausgangspunkt ist das Musée de la Bande Dessinée / das Comicmuseum. Untergebracht ist es in einem alten Lagerhaus, in dem einmal wertvoller Cognac lagert und am Ufer der Charente liegt. Zum einen liegen hier wertvolle Ausgaben aus vielen Ländern Europas, zum anderen wird die Herstellung der Comics erläutert und die wichtigsten Künstler vorgestellt.

Corto Maltese

Corto Maltese, die Hauptfigur von Hugo Pratt findet man bereits vor dem Eingang in einer Statue verewigt. Über die Stadt sind dann die anderen Wandbilder verteilt. Es gibt bei der Stadtinformation einen Plan, um sie einfach zu finden. Oft sind es Einzelbilder bekannter Comics die plötzlich bis zu 10 m hoch vor einem aufragen, ganze Bildergeschichten findet man, und Bilder aus allen Stilepochen.

„J suis Charlie“ darf hier natürlich nicht fehlen. Wir hatten ein halbes Jahr nach dem schrecklichen Attentat auf die Karikaturisten Angoulême besucht.

Bilder zum Vergrößern anklicken.

Natürlich können hier die Müllcontainer nicht nur einfach Müllcontainer sein. Die ganze Stadt ist ein Bilderbuch, das man für sich durchblättern kann. Daneben sind die Comics natürlich stark in den Buchhandlungen und auf den Märkten vertreten, aber es gibt da nur die französischen Ausgaben.

Ich bin mir bewusst, dass die Vorstellung der Stadt selber in den Hintergrund gerückt ist, aber wer wegen der Bilder kommt, den wird die Stadt nicht enttäuschen.

Höhepunkte unserer Frankreichtour 11: Toulouse

Jetzt hatten wir wieder Sehnsucht nach „unseren“ Kanälen, und was bot sich da besseres an als an den Kanal du Midi zu fahren, der hier unten ja den Atlantik mit dem Mittelmeer verbindet. Ab Bordeaux ist ja die Garonne noch eine Weile schiffbar, später benötigt man den Garonne-Seitenkanal. In Toulouse schwenkt die Garonne nach Süden auf die Pyrenéen zu und ein Kanal musste über den „Pass“ gegraben werden. Wir fanden einen netten Campingplatz östlich von Toulouse mit Zugang zum Kanal.

Von hier aus lässt sich bequem die Innenstadt erreichen. Endlich fuhren wir auf gut asphaltierten Wegen unter Platanen unserem Ziel entgegen. Am Ufer des Kanals lagen häufig Haus-Boote, die zum Teil ganzjährig als Wohnung genutzt wurden, andere wurden zu einer letzten Tour vor dem Winter genutzt, aber auch Mietboote waren noch unterwegs.

Den Weg nach Toulouse teilten wir uns zu erst mit einigen Rennfahrern, später kamen dann die Jogger hinzu, als dann immer mehr Spaziergänger überholt werden mussten, wussten wir, dass die Stadt bald erreicht sein würde. Da der Kanal die Altstadt umfährt, kam es nur darauf an, im richtigen Moment den Kanalweg zu verlassen.

Toulouse ist geprägt von der Ziegelstein-Architektur. Die roten Ziegel entwickeln eine ganz andre Atmosphäre, wie die weißen Steine entlang der Loire. Viele schöne Häuser beeindruckten uns, wenn uns die Stadt auch ziemlich eng vorkam. Auch war es das erste Mal, dass wir uns mit unseren Fahrrädern nicht richtig wohl fühlten. Was uns nicht davon abhielt die Kirchen zu besichtigen, die von außen so wuchtig wirken und innen teilweise mit blauem Himmel und goldenen Sternen bemalt mittelalterlich dunkel erschienen.

Brücke über die Garonne

Höhepunkte unserer Frankreichtour 11: St-Jean-de-Luz

Nun wollten wir noch ganz runter an die spanische Grenze, dem französischen Teil des Baskenlandes. Nach der weiten Ebene und den Kiefernwäldern taucht man nun in eine hügelige Landschaft ein, die einen eher ans Allgäu erinnern. Die Häuser besitzen aber ihren ganz eigenen Stil mit ihren roten Balken und Läden.

Die flache Küste geht über in eine Steilküste mit einzelnen Buchten. Hübsche Badestrände, teilweise Surfrevier, an anderen Stellen werden Drachen steigen gelassen. Das normale Leben konzentriert sich mehr um die Häfen. Der Fischfang hat durch aus lokale Bedeutung und im Hinterland sind es Kleinbauern mit Vieh und Obst.

Die Ortschaften sind gut ausgestattet mit Hotels, Gaststätten und Läden für den täglichen Bedarf, ergänzt mit Schmuckgeschäften, Kunsthandwerk und den alltäglichen Souvenir-Bedarf. Viele verbringen hier ihren Jahresurlaub, verbunden mit der Möglichkeit eines Trips nach Spanien.

Train de la Rhune

Eine andere Möglichkeit bieten noch die nahen Pyrenäen. Mutig nahmen wir unsere Räder und brachen ins Hinterland auf. Bald kamen wir uns vor wie auf einer Tour de France Etappe, immer wieder begegneten wir Sport-Radfahrern, die Mühe hatten uns mit unseren E-Bikes zu überholen. An einer Passhöhe war für uns erst mal Schluss, den hier war Endstation der Zahnradbahn auf den La Rhune.

In historischem Wagenmaterial, geschoben von einer Dampflok ging es eine atemberaubende Streck hinauf. Auf halbem Wege begegneten wir einem talwärts fahrenden Zug. Oben angekommen gingen wir erst mal zu den Aussichtsplattformen und hatten einen weiten Blick über die Vorberge und die Küstenregion. Drehten wir uns um, schauten wir auf die Ketten der Pyrenäen, einfach toll.

Hier oben kann man gut wandern und trifft auf eine nur noch hier vorkommende wilde Pferderasse, das Pottok. Mit einer Schulterhöhe von 1,30 m wirken sie wie Ponys. In einer Wirtschaft auf spanischer Seite haben wir uns aufgewärmt und gestärkt, bis es dann wieder hinunter ging zu unseren Fahrrädern. Man kann natürlich den Berg auch zu Fuß erwandern.

Höhepunkte unserer Frankreichtour 10: St.-Émilion

Für Weintrinker ist der Ort ein Begriff für die besten Lagen, die man in der Gegend finden kann. Der Franzose spricht vom Terroire, das so einmalig ist: das ganz besondere Zusammentreffen von Klima, Lage, Boden, Reben und deren Bearbeitung. Wenn alles sich perfekt zusammen findet, dann wird daraus ein richtig teurer Wein, wie wir bei den zahlreichen Weinläden finden konnten.

Das ist aber nur eine Seite von St. Émilion. Das andere ist die Hanglage in der sich die Häuser nach Süden öffnen. Das einheitliche landschaftstypische Ortsbild mit den mittelalterlichen Straßen. Also, bitte das Auto rechtzeitig abstellen, bevor ihr stecken bleibt. Über all findet man Blumenschmuck, ein bisschen museumshaft, so zelebriert, aber dann kann man dennoch das Arbeitsleben der Winzer, den ganz normalen Arbeitsalltag miterleben. Das Dorf lebt, ich glaube das war es, was uns, trotz der abgehobenen Preise, an dem Ort so faszinierte.

Etwas, an dem man nicht vorbei kommt, ist die Kirche. Sichtbar ist nur der Glockenturm, der sich am Rande eines Platzes ihn und den Ort dominiert. Zur Kirche geht es etliche Meter den Hang hinunter und dann in den Fels hinein. Der Ort steht auf einer mächtigen Tuffstein-Schicht. Dieser ist ziemlich weich und so gut zu bearbeiten. In solchen Schichten haben die Menschen in prähistorischen Zeiten Wohnhöhlen gegraben, die in einigen Gegenden bis heute benutzt und wegen ihres gesunden Klimas sehr geschätzt werden. Hier hat man die Kirche nicht errichtet, sondern ausgegraben.

Ein noch schöneres Beispiel für so eine Kirche befindet sich etwas weiter nördlich in Aubeterre sur Dronne. Hier sind die Dimensionen noch gewaltiger. Den Eingang (unteres Bild) kann man dagegen leicht übersehen.

Höhepunkte unserer Frankreichtour 9: Bordeaux

Unsere Betten stehen zwar noch in Arcachon, das ist viel günstiger, als sich ein Quartier in Bordeaux zu suchen. Regelmäßig fahren Züge von Arcachon nach Bordeaux. So sind wir morgens mit den Fahrrädern zum Bahnhof von Arcachon, bekamen ohne Probleme unsere Tickets inklusive für die Fahrräder, die wir ebenerdig ganz bequem in den Zug rollten. Ähnlich ging es in Bordeaux.

Café am Bahnhof

Im Laufe des Tages sind wir hier 20 km mit den Rädern gefahren, eine Großstadt und ohne Räder wäre nur ein Bruchteil davon möglich gewesen. Bordeaux liegt an der Garonne und hat die letzten Jahre den Uferbereich großzügig neu gestaltet. Er lädt ein zum Prominieren, sich erholen und wo früher Industrieanlagen standen, sind Pavillons für die Gastronomie entstanden.

Die Innenstadt ist durchsetzt mit romantischen Plätzen, die wiederum netten Geschäften ein angenehmen Rahmen bieten. Der Fußgängerbereich ist großzügig und für weitere Strecken bietet sich die Straßenbahn an. Die gibt es noch gar nicht so lange. Um in den historischen Bereichen die Stadt nicht mit einem Drahtverhau zu verschandeln, hat man eine Stromschiene in den Straßenbelag verlegt. Erst wenn die Straßenbahn über einem Bereich fährt, öffnet sich eine isolierte Abdeckung und schließt sich so, dass nie ein Teil der Stromschiene offen zugänglich ist. Das erste Mal kostet es schon Überwindung über den Metalldeckel zu fahren oder zu laufen.

Höhepunkte unserer Frankreichtour 8: Arcachon

Auf unserer Fahrt weiter nach Süden überqueren wir die Gironde bei Royan mit der Fähre. Durch endlos erscheinende Kiefernwälder sehen wir bei Cap Ferret wieder das Meer. Gegenüber sieht man die Düne Pilat und die Ausläufer der Stadt Arcachon liegen. Das umfahren des Bassins von Arcachon ist etwas mühselig, da sich ein Ort an den anderen reiht. Die Anzahl der Kreisverkehre gibt man bald auf zu zählen, es sind zu viele.

Oberhalb des Ortszentrum gibt es einen ganzjährig geöffneten Campingplatz von dem man seine Exkursionen gut starten kann. Durch ein schmuckes Wohnviertel läuft man bis zu einem Aufzug, der einen hinunter zur Strandpromenade bringt. Auf dieser Höhe befindet sich auch ein interessanter Aussichtsturm. Die Treppe ist an senkrechten Stahlseilen aufgehangen. So schwingen die Stufen bei jedem Schritt.

Unten im Ort lässt es sich angenehm bummeln. Da findet man alles, was man als Besucher erwartet. Für uns lag das Highlight oben in der Ville d’Hiver (Winterstadt). Schon vor 100 Jahren haben Menschen einen angenehmen Ort gesucht, um die dunklen Wintermonate zu verbringen. Einem Viertel mit vielen Jugendstil-Villen. Beim Informationsbüro kann man einen Plan bekommen in dem diese Villen verzeichnet sind. Dem schließt sich dann eine Entdeckungstour an. Nein, hier ging es nicht darum preiswerten Wohnraum zu schaffen. Die stark gegliederten Grundrisse, verzierten Fassaden, Fenster mit Glasmalereien und üppig bepflanzten Gärten sind ein wahrer Augenschmaus.

Natürlich besuchten wir mal wieder die Düne Pilat. Vom Ort aus lässt sie sich gut mit dem Fahrrad erreichen. Mit dem E-Bike war auch die letzte Steigung kein Problem. Bei den Ausflugsgaststätten schlossen wir unsere Fahrräder an und machten uns an das letzte Stück, zu erst Wanderweg, dann Treppen im tiefen Sand, um auf den grad der Düne zu gelangen. Hier in diesem überdimensionierten Sandkasten spielten die Kinder, Surfer waren da und Drachen wurden steigen gelassen oder man ließ sich einfach den Hang hinunter purzeln, so dass sich alles im Kopf drehte. Selbst für diejenigen, die nur im Sand saßen und schauten, war es ein gelungener Ausflug.