Gönnern – Camping und Erlebnispark

Für euch zur Orientierung, wir sind heute kurz vor der Elbe angekommen und hoffen morgen am Sonntag im Kurpark von Schönebeck, wie auf der Hinfahrt, Boule spielen zu können. Das heißt wir sind auf der Rückreise. Dienstag oder Mittwoch werden wir in Crailsheim vorbei schauen.

Nach der Post, dem Garten und den Mitbewohnern und Nachbarn schauen, einen Geburtstag feiern und uns in Richtung Provence verabschieden. Wir waren dieses Jahr noch nicht in Frankreich und das geht gar nicht.

Das Titelbild stammt von einer Garagenwand in Loitz (Lötz ausgesprochen). Darunter ein Gebäudeensemble aus Gönnern, an dessen Randlage sich der Campingplatz befindet. Bis Schönebeck sind es morgen knappe 10 km. Mit den Bildern darunter wird an 2 Baumeister erinnert. Ein Specht hatte hier mal seine Höhle gehämmert, irgend wann ist die Rückseite weg gebrochen und so kann man hindurch schauen. Rechts erinnert an die Steinmetze, die in Gönnern sehr bekannt waren.

Das letzte Bild stammt vom Campingplatz in Loitz. Auch für die, die keinen Wohnwagen oder ähnliches besitzen, bietet ein Campingplatz die Möglichkeit Urlaub zu machen. Die Hütten kosten 50-55 € pro Nacht für 2-4 Personen. Bettwäsche kann ausgeliehen werden. Hier gibt es auch eine eingerichtete Küche für Campingplatzbesucher.

Schweriner See

Der Schweriner See ist ziemlich in der Mitte durch einen Damm mit Durchlass geteilt, also rein optisch, physikalisch nicht. Immerhin konnten wir so auf halber Höhe des Sees die Seite wechseln.Ein Fahrradweg hat deswegen den Namen „die blaue Acht“.

Dank mäßiger Beschilderung gelangten wir beim Campingplatz auf einen ausgeschilderten Rad- und Fußweg, der direkt an der Uferkante entlang läuft. Wir hatten schöne Blicke über den See, mussten aber wegen des Sandes und der Wurzeln immer aufpassen. Nach 3 km lagen etliche Buchen quer über den Weg und danach war der Weg nur noch für Wanderer begehbar.

Also fuhren wir zurück und nahmen den Radweg direkt an der Hauptstraße.Der Weg führt über die Höhe und vom See sieht man so gut wie gar nichts. Erst auf dem Damm sahen wir ihn wieder. Auf der anderen Seite fanden wir ein sehr gutes Restaurant. Wir fanden beide etwas auf der „Nicht Fleisch, nicht Fisch“ Karte. Gudrun nahm die Gemüsetaler, die ihr hier seht, ich einen Nudel-Gemüseteller mit Shitakepilzen. Es muss nicht immer Fleisch sein und es schmeckt trotzdem.

Wieder an einer Hauptstraße entlang erreichten wir bald Schwerin, den Bahnhof mit dem Brunnen in dessen Mitte Adonis eine Jungfrau aus dem Meer rettet. Bei der Aufstellung ein Skandal, was den Jungen auf dem Brunnenrand ziemlich egal ist.

Ein weitere Statue zeigt am Marienplatz den Straßenkehrer August Felten, ein Schweriner Original, wie er einen Groschen gefunden hat. Damit war unsere Runde (40 km) auch schon fast am Ende.

Schwerin

Hier in Schwerin hat es die letzten Tage auch heftig geregnet. Zum Glück haben wir hier direkt am Schweriner See noch einen Platz ergattert, von dem wir sicher sind, beim Herausfahren nicht stecken zu bleiben. Schwerin liegt direkt gegenüber, knappe 10 km mit dem Fahrrad entfernt.

Heute Morgen war es ziemlich frisch und wir trödelten ein bisschen herum bis wir los fuhren. Der Fahrradweg führt mal wieder direkt am Campingplatz vorbei. Nach einer Brücke nahmen wir einen Weg, der direkt entlang des Sees führte und uns zu einem Aussichtsturm brachte. Hier war erst mal Endstation. Also zurück und mit Hinweisen von Spaziergängern kamen wir weiter, nur war der Weg immer wieder sehr nass, Pfützen, Schlamm und Wurzeln, all das was wir so lieben.

Aber wir kamen vorwärts, die Villen wurden immer schicker und plötzlich waren wir im Schlosspark. Wir fuhren am Schloss vorbei, direkt in die Altstadt. Hier war es überhaupt kein Problem ein offenes Lokal zu finden. Es waren auch viele Touristen unterwegs. Wir aßen Süßkartoffel-puffer mit Roter Beete Gemüse, Schafskäse und mit Honig karamellisierten Walnüssen. Wir können das Gericht sehr empfehlen.

Die Stadtinformation war direht gegenüber, wo wir einen Plan für einen Rundgang durch die Altstadt erhielten. Damit kamen wir durch gemütliche Gassen mit hübschen Geschäften und Plätzen mit interessanten Skulpturen. Eingedenk der Hinfahrt machten wir uns nicht zu spät auf den Rückweg. Jetzt fanden wir aber einen gut ausgebauten Fahrradweg, zwar ein Stück parallel zu einer Hauptstraße, dafür absolut problemlos zu befahren.

Fahrt nach Demmin

Also, heute geht es in die andere Richtung zur Kreisstadt Demmin. Südlich der Peene über die Dörfer hin und parallel zur Hauptstraße auf einem Fahrradweg nördlich der Peene wieder zurück. Auf beiden Touren bekommt man von der Peene nicht viel zu sehen. Strßen und Ortschaften liegen auf dem hohen Ufer, dazwischen liegen viel Wasser, Schilfzonen und Sumpf.

Demmin war mal eine Hansesteadt. Vor allem die Ziegelstein-Gebäude entlang der Hafenkais erinnern an die Zeiten des regen Handels. Dieses Viertel ist schön hergerichtet. Hier befindet sich das Tourismus-Büro, einige Läden und etwas Gastronomie. So nah am Wasser muss man einfach Fischbrötchen essen. Meine Forelle passte nicht ganz hier her, hat aber geschmeckt.

Neben uns im Wasserlag ein Hausboot, dessen Haus ein Wohnwagen war, von dem man alles entfernt hatte, was man auf dem Wasser nicht braucht. Eine interessante Idee, ein Gag oder eine preiswerte Alternative?

An Hand einer Broschüre über die Stadt drehten wir noch eine Runde, die uns dann zur Peenebrücke und auf den Rückweg führte.

Hanseviertel

Fahrt nach Jarmen

Die Nacht war total ruhig. Man muss schon von selber aufwachen, weder Tauben noch Hähne, keine Autos oder sonstige Laute stören einen. Die Sonne hat es dann geschafft uns aus den Betten zu schmeißen.

Loitz

Als wir dann fertig waren, ging es mittels einer Klappbrücke über die Peene. Die ist in Berieb und gestern konnte ich beobachten, wie die Brücke geöffnet wurde, um ein Hausboot passieren zu lassen. Da sitzt ein Wohnwürfel auf 2 Schwimmkörpern, die von einem kleinen Außenborder angetrieben werden. Hier in Loitz gibt es einen Hafen und die Möglichkeit sie zu mieten.

Heute ging es auf kleinen Landstraßen bzw. Feldwegen Peene abwärts, also nach Osten. Als am Straßenrand ein Hinweisschild zum Teufelsstein wies, sind wir dort hin abgebogen. Ein recht großer Findling, der von den Bauern nicht weg geräumt werden konnten, lag in einer Kule, umgeben von einer Bank, einem Wild-Beobachtungsstand und etlichen Steinen, die die Bauern aus dem Feld geklaubt hatten.

Von Jarmen gibt es nicht viel zu erzählen. Es gibt vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, ein Restaurant, das auch an einem Montag geöffnet hat. Der Ort liegt nicht direkt an der Peene. Ein Pier mit Lagerhäusern befindet sich unterhalb an der Brücke.


Den weiteren Weg haben wir uns selber zusammen gesetzt, dafür war er ziemlich herausfordernd: Immer mal wieder stießen wir auf Kopfsteinpflaster oder Betonplatten mit unsanften Stößen zwischen ihnen. Interessant bemalt war da noch eine Trafostation.

In Loitz werden im Moment drei Wandflächen bemalt. Ich war gestern Nachmittag schon mal hier, da war noch nichts zu sehen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Es werden Tiere aus dem nahen Naturschutzgebiet abgebildet.

Fahrt nach Stolpe

Von Schwedt sind das gerade mal 20 km flussaufwärts. Etwas wärmer wie gestern, aber immer noch mehr Wolken wie Blau am Himmel fuhren wir am späten Vormittag los. Im Stadtgebiet von Schwedt sahen wir diese hübsche Bank mit Mosaikdessin, die uns an Gaudi in Barcelona erinnerte.

Weiter ging es durch eine neue Ein- und Zweifamilienhaus-Siedlung. Die Fläche der Grundstücke war nicht groß, aber die Häuser sahen wirklich schick aus und die Gärten sehr gepflegt. Danach ging es mit einer Brücke in das Naturschutzgebiet zwischen Kanal und Oder und auf dem Damm auf einer gut asphaltierten Straße weiter.

An einer Stelle wurde auf einen Beobachtungsturm hingewiesen, zu dem wir dann fuhren. Er steht an der Oder. Was wir da beobachten konnten, erschloss sich uns nicht. Drum ging es kurz darauf wieder zurück auf den Oder-Neiße-Radweg. Dort fuhren wir an ein altes Schöpfwerk vorbei. Dort hat man Wasser aus dem Naturschutzgebiet in die Oder gepumpt, wenn es dort zu hoch steht. Der Schornstein gehört wohl zu einer Dampfmaschine, die die Pumpe angetrieben hat.

Kurz darauf erreichten wir Stolpe. Den Burgturm sah man schon von Weitem. Von dem restauriertem Schloss erfuhr ich leider erst später. Auf einem alten Industriegebäude lasen wir Café und Pizza. Dort fuhren wir dann hin. Es war Mittag. Die ganze Anlage war ziemlich alternativ und machte der Resteverwertung alle Ehre. Im Garten stand aber ein richtiger Pizzaofen für Holzfeuerung und die Pizzen hielten, was wir erhofft hatten.

Gut gesättigt ging es dann mit Windunterstützung zurück. Nach dem Kaffee trinken werden wir uns Gedanken machen wohin es morgen gehen soll. Lasst euch überraschen.

Gartz (Oder)

Ein weiteres Stück auf dem Oder-Neiße-Radweg erwartet uns. Nach einer frischen Nacht zogen wir uns warm an. Zum Glück ist kein Regen zu erwarten. Direkt vom Campingplatz in Schwedt, der recht komfortabel und sehr sauber ist, geht es auf den Fahrradweg, meist auf dem Hochwasserdamm in Richtung Norden.

Nach dem Ortsende wechseln wir hinüber in das Naturschutzgebiet und umfahren so die große Papierfabrik. Ganze Berge von Altpapierballen liegen im Hof. Wir fahren auf dem Damm, rechts und links die breiten Wiesenstreifen sind parkähnlich gemäht und zum Wasser hin befindet sich ein Streifen mit Bäumen und Büschen. Überall ist das Gelände durch Zäune gegen die Wildschweine aus dem Osten gesichert.

Nachdem wir den Kanal per Brücke überquert hatte, führte uns der Weg ein Stück in den Wald. Dann über gut ein Dutzend flache Hügel parallel zum Fluss. Wir sahen einen Schwarzspecht und ein Marder oder so ähnliches Tier querte unseren Weg. Bei Fridrichsthal ging es dann wieder auf den Damm.

Auf den durch den Damm geschützten Wiesen sahen wir Angusrinder und da, wo die Wiesen noch nasser waren, eine große Herde von Wasserbüffeln. Von dort sahen wir auch schon die Türme von Gartz. Imposant ist die Kirche, obwohl ihr das Mittelteil des Kirchenschiffs fehlt. Zum Chor hin hat man eine neue Außenmauer hoch gezogen.

Die Wände des alten Kirchschiffs stehen noch. Im Innern wurden gerade gerade eine Bühne und Bestuhlung aufgebaut für eine Theateraufführung. Auf dem Bild sieht man, dass rechts vom Turm das Dach fehlt. Ein Stück Stadtmauer und ein Stadttor gibt es auch noch.

Die meisten Restaurantbetriebe hatten geschlossen. Mit dem Handy fanden wir einen Döner am Ortsausgang, der uns ein schmackhaftes Essen servierte und mit dem wir uns angeregt unterhielten, einer türkischen Familie, die seit 30 Jahren in Deutschland sind und deren Kinder alle eine Ausbildung hier gemacht haben. (Das nur mal für AFD-Anhänger angemerkt.) Auf dem Rückweg sahen wir viele Gänse, die sich für den Flug in den Süden sammeln. Manchmal sind es hunderte auf den Wiesen.

Wir fuhren an der Westoder entlang. Wer über die Ostoder kommt muss über die Schwedter Schleuse, um auf die gleiche Wasserhöhe zu gelangen, die im Schwedter Hafen herrscht.

Ankunft in Schwedt

In dieser ländlichen Gegend wird meistens Bargeld von einem verlangt, so fuhren wir in der nächst größeren Ortschaft, Letschin, eine Sparkassenfiliale an. Da fanden wir mehrere kleine, aber wohl sortierte Läden, in denen wir unsere Vorräte aufstockten. Mitten auf dem Platz steht der Schinkelturm. Dieser blieb erhalten, während der Rest der Kirche im letzten Krieg als Ruine übrig blieb und später abgerissen wurde.

Dann vertrauten wir dem Navi unsere weitere Route an. Mit der Folge, dass wir plötzlich vor der polnischen Grenze standen. Dass dieser Weg der kürzere ist, hatten wir schon gesehen. Aus der langen Schlange von Ausreisewilligen wählten sie aus, um uns gründlich zu durchsuchen. Alle Papiere wurde eingescannt, sie kamen ins Wohnmobil und schauten in den Kofferraum.

Nach diesem nervigen Procedere durften wir weiter fahren. Bald ließ uns das Navi links von der Hauptstraße abfahren. Die Straße war nun bedeutend schmäler, nur einspurig asphaltiert, bei Gegenverkehr musste ein Fahrzeug in den Sandstreifen zwischen die Bäume ausweichen. Mit etwa 40 km/h brachten wir die etwa 35 km bis zur nächsten Hauptstraße hinter uns.

Hier stehen wir nun in Schwedt mit Blick auf die Oder. Bei einer ersten Rundfahrt haben wir einige schöne Gebäude gesehen, alles ist sauber und gepflegt. Schwedt ist eine Industriestadt mit vielen Großen Wohnblocks, die alle restauriert sind und frisch bund bemalt. Überall stößt man auf Kunst, an den Wänden wie auch als Brozestatuen in den Anlagen.

Kienitz / Oder

Bei zum Teil heftigen Wind aus Nord-West fuhren wir den Oder-Radweg dem Fluss folgend. Vom Damm bis zur eigentlichen Oder erstrecken sich zum Teil große Wiesen, manchmal mit großen Bäumen bestanden und immer wieder unterschiedlich große Tümpel in denen sich das Grundwasser sammelt.

Vor allem Schlachtvieh, Bullenkälber, grasen hier in größeren Herden. Wir sahen auch ein Reh und natürlich Gänse und Kraniche. Wenig Angst vor uns hatte eine Raupe, die vor uns den Weg überquerte.

Labkrautschwärmer (Hyles gallii)

In Kienitz liegt der Gasthof „Zum Hafen“ direkt am Fahrradweg. Das kleine Lokal war recht gemütlich und bald waren alle Tische belegt, so dass weitere Gäste draußen Platz nehmen mussten, was in der Sonne kein Problem war.

Gasthof „Zum Hafen“

Die Wirtin schickte uns später zum Dorfladen, wo wir Brot, Marmelade und vieles anderes fanden, so auch Kerzen und Kleidung. Der Chef meinte traurig, dass fast nur Touristen bei ihm einkaufen Die Einheimischen fahren lieber 7 km bis zum nächsten Ort, um beim Discounter billiger ein zu kaufen.

Kuhbrücke

Dorfkirche Grießen

Der letzte Campingplatz war doch sehr einfach in der Ausstattung, so dass wir weiter zogen, immer der Neiße, später der Oder flussab folgend. Da es nicht viele Plätze in dieser Gegend gibt, waren wir froh, uns an einen zu erinnern, den wir auf unserer letzten Tour in dieser Gegend sahen.

Kuhbrücke

Wir stehen direkt hinter dem Hochwasserdamm. Angefangen hat das hier mit einem Fischbräterei mit Außenbestuhlung. Dazu kamen später Zimmer für Pensionsgäste, der Campingplatz auf der Obstwiese inklusive Brötchenservice, denn der nächste Laden befindet sich weiter weg.

Gefunden hatten wir den Platz, als wir auf dem Neiße-Oder-Radweg fuhren. Das haben wir auch heute bei sehr warmen Wetter getan. Bis Lebus sind es 25 km. Dort kamen wir gegen Mittag an und bekamen 2 Plätze im Restaurant Oderblick auf der Terasse.

Gudrun probierte Käse mit Feigen, Tomatenmarmelade und Salat, während ich Spinatknödel in Roquefortsose aß. Gut gestärkt ging es dann zurück. Auf dem Damm stehen viele prächtige alte Bäume. Einige müssen ersetzt werden, wie dieser Ahorn, der aus mehr Loch denn Holz besteht.