Halle (Saale)

Gestern haben wir uns auf den Weg gemacht. Es fiel nicht schwer Abschied zu nehmen, denn es regnete und es war ziemlich kühl. Zuerst fuhren wir einen Campingplatz in Halle an, dort hatte man Bedenken uns rein zu lassen, weil es stark geregnet hatte. So sind wir freiwillig weiter gezogen.

Etwa 25 km flussab liegt Kloschwitz. Kennt ihr nicht?, immerhin hat es 20 Häuser und einen netten Campingplatz: Klein, gepflegt, viele Blumen, Volieren, Kaninchen, Schafe, die den Rasen mähen und eine Forellenzucht. Die geräucherten Forellen gestern Abend waren vorzüglich.

Fähre Wettin

Heute ist das Wetter schon wieder besser. Also zurück nach Halle. Bis nach Wettin fuhren wir auf einer unbedeutenden Landstraße. Dann mussten wir übersetzen, um auf den Saaleradweg zu kommen. An der Fähre kamen uns Teilnehmer eine Ralley für historische Fahrzeuge entgegen. Toll, was es da alles zu sehen gab.

Nach etwa 10 km bei Brachwitz mussten wir nochmals eine Fähre benutzen. Es waren immer Autofähren, auf die man gut mit dem Fahrrad rauf und wieder herunter kam. Kurz darauf erreichten wir Halle. In den älteren Vierteln sah es noch schrecklich aus. Da helfen auch keine Bilder an den Wänden. Am Saaleufer war es sehr gepflegt und wir fanden auch eine Gartenwirtschaft zum Mittagessen.

Gestärkt fuhren wir das letzte Stück ins Zentrum, zum Dom. Wieder mal hatte er verschiedene Türme in den unterschiedlichen Stilrichtungen. Der „Rote Turm“ da hinter, war von vorne herein als selbständiger Glockenturm im 15. Jahrhundert erbaut worden.

Auf dem Rückweg fielen uns noch Bilder am Ufer der Saale auf von denen es viele in Halle zu entdecken gibt.

Weissenfels

Heute fahren wir die Saale abwärts. Der Weg ist gut ausgebaut und mal ohne größere Steigungen. Oft fließt die Saale direkt neben uns. Auf der anderen Seite breiten sich weite Felder aus oder am Prallhang ein dichter Wald.

Schönburg

Schönburg war uns ein paar Aufnahmen wert, dann ging es weiter. Kurz darauf kamen wir zu einer Schleuse. Von nun an ist die Saale auch für größere Boote schiffbar. Die Paddelboote werden von Motorbooten abgelöst.

Weissenfels ist recht nett von Ufer aus. Die Innenstadt ist gepflegt, nur ist der Leerstand in den Häusern oft zu sehen. Noch manches ist zu restaurieren, aber wofür, wenn die Menschen fehlen. Bei einen sehr guten „Italiener“ waren mit unserem gerade mal 2 Tische besetzt.

Der Stadtbrunnen zeigt markante Punkte der Weissenfelser Geschichte, wie oben die Schuhmacherin. Am „Kulturbahnhof“ vorbei fuhren wir eine Alternativroute zurück, die war leider lückenhaft ausgeschildert, so dass wir immer mal wieder einen Blick auf die Karte werfen mussten.

Zurück in Naumburg fuhren wir noch über den Markt, um uns diesen Teil der Stadt anzusehen. Hier war einiges los. Aufgefallen sind uns die seltsamen Rundbögen auf Höhe der Dächer bei einigen Gebäuden am Markt. Nach 50 km waren wir wieder am Campingplatz. Hier ist nun recht viel los. Es wird Zeit weiter zu ziehen.

Rudelsburg

Nach einem heftigen Unwetter in der Nacht war es heute morgen wieder wärmer und wir beschlossen den Saale-Radweg aufwärts anzugehen. Vom Campingplatz führte der Weg zuerst durch eine mit großen Bäumen bestandene Wiese entlang der Saale.

Hier sahen wir auch eine der Wehre, die die Saale von mal zu mal aufstauen. Vor und da hinter gibt es gepflasterte Rampen um die Kanus aus- und einzusetzen. Kurz darauf erreichten wir Bad Kösen. Der Kurort besitzt ein großes Gradierwerk. Die Sole wird aus dem Boden hoch gepumpt. Der Antrieb ist nach wie vor ein Wasserrad in der Saale. Von dort führt ein pendelndes Gestänge den Berg hinauf zum Brunnen. (s. Foto)

Weiter ging es einen Waldweg. Bis zu einem Campingplatz war er gut ausgebaut. Dann ging er aber steil bergauf und war nur noch geschottert. Das Unwetter von letzter Nacht hatte dem Weg weiter zu gesetzt. Den halben Weg hinauf mussten wir schieben. Nach etwa 100 Höhenmetern erreichten wir die Rudelsburg.

Im Burghof hat man ein Lokal eingerichtet, in dem wir gut gegessen haben. Den Flammkuchen mit Pfifferlingen kann ich empfehlen. – Von hier konnten wir auf einem asphaltierten Weg hinunter zur Saale fahren. Das reichte uns für heute und so kehrten wir um, nahmen aber statt dem steilen Weg die Landstraße bis Bad Kösen.

Blick ins Saaletal

Naumburg

Nachdem es die Nacht über weiter geregnet hat, scheint das erst mal vorbei zu sein. Wir packten ein und machten uns auf den Weg nach Naumburg. Das ist ja nicht weit, wenn da nicht 2 Totalsperrungen auf dem direktem Weg waren. Gleich nach Jena fuhren wir den anderen nach. Für LKW gesperrt, aber das fahren wir ja nicht, ziemlich eng war es bei Gegenverkehr trotzdem. Bei der zweiten Stelle gab es wenigstens eine Verkehrsampel, dafür war kurz darauf nicht mehr nach Naumburg ausgeschildert und so fuhren wir statt unten an der Saale entlang den Berg hinauf und kamn bei Bad Salzach wieder in ein Tal. Bad Salzach müssen wir demnächst extra anfahren, da sah interessant aus. Ja, und dann waren wir in Naumburg, am Campingplatz nahe der Saale.

Die ersten Sonnenstrahlen kamen heraus und mit den Rädern ging es gut in die Nahe Stadt. Zum Dom war es ausgeschildert, Fahrradständer gab es auch und ein Biergarten, der dann eine Pizzeria war, die von Griechen geführt wurden. Geschmeckt hat es aber, die Bedienung freundlich und kompetent.

Gestärkt gingen wir zum Dom. Mit einem Audioguide bewaffnet stand uns eine längere Besichtigungstour bevor. Nein, es war nicht langweilig. Der Dom fällt ziemlich aus dem Rahmen, was wir sonst so besichtigt hatten. Das liegt vor allem daran, dass der ältere Teil in rein romanischem Stil erbaut war, während nach Westen hin der gotische Einfluss von Säule zu Säule immer deutlicher wurde.

Dazu gibt es im Osten wie im Westen einen Altar. Im Westen stehen auch die berühmten Stifterfiguren wie die Uta und ihr Mann. Sie sind Teil der Säulen und tragen nicht nur symbolisch das Dach. Interessant sind auch die neuen Teile wie Metallfiguren auf den Geländern ins „Paradies“ und die neuen Fenster.

Vom Kreuzgang gelangte man zum Domschatz mit Altären und alten Folianten mit lateinischen Texten, die einst während des Gottesdienstes vorgelesen wurden. Heut zu Tage hält die evangelische Gemeinde ihren Gottesdienst im Dom ab, der aber in Staatsbesitz ist. Den Abschluss bildete der Garten hinter dem Dom.

Das reichte uns für heute und wir fuhren zum Campingplatz, wo wir uns noch schnell den Zugang zum Saaleradweg angesehen haben und die Möglichkeit die Fähre zu benutzen.

Jena

Nachdem es gestern noch unerträglich heiß war, hatte es nun deutlich abgekühlt. Der große Regen war aber noch nicht in Sicht. So unternahmen wir eine erste Fahrradtour in den Süden der Stadt. Das Fahrradnetz ist sehr gut ausgebaut und wird gut angenommen. Auch sahen wir überall vernünftige stabile Fahrradständer.

Der meiste Fahrradverkehr verläuft auf beiden Seiten der Saale. Eine großzügig angelegte Parklandschaft war für uns sehr erholsam. Gegen Mittag fuhren wir ins Zentrum und gingen in das gemütliche Kartoffelhaus zum Essen.

Nachmittags besuchten wir eine liebe Freundin, die wir schon seit Jahrzehnten kenne. Ihre Kinder kamen auch dazu, und dadurch erhielten wir für die nächsten Tage viele Vorschläge. Einige sind wir am nächsten Tag angefahren, aber mit dem Einkaufen blieb uns nicht viel Zeit, bis der Regen kam.

Nach dem Mittagessen wurde es besser und ich traute mich hinaus. Es ging auch gut bis ich den weitesten Punkt erreichte. Dann wurde es nass, gleichmäßig und durchdringend und es hält noch an. Immerhin fand ich noch ein paar besondere Bilder an Wänden.

Zella-Mehlis

Sonntag, Ferienrückreisetag, Lockerung des Sonntagfahrverbots für LKW´s und trotzdem hatten wir eine problemlose Fahrt. Vor Schweinfurt fuhren wir einen Autohof an, um uns einen Kaffee zu genehmigen. Um kurz nach 11 Uhr waren schon viele beim Mittagessen.

Dann ging es weiter bis Zella-Mehlis. Kurz vor Tunnel durch den Thüringer – Wald verließen wir die Autobahn und fanden am Marktplatz von Mehlis nicht nur einen Parkplatz sondern auch einen guten Italiener. Von der Terasse hatten wir einen schönen Blick auf die restaurierten Häuser mit ihren farbenfrohen, schmucken Fassaden.

Gestärkt machten wir uns auf die letzte Etappe. Ab Erfurt war dann viel los auf der Autobahn, aber es ging ohne Stau bis Jena. Von Der Autobahn sahen wir bereits eine frisch gestaltete Wand an einem Hochhaus in Jena-Lobeda. Dort führte uns am nächsten Tag unsere erste Fahrradtour hin.

Jetzt aber erst mal zum Campingplatz. Wir suchten uns einen Platz aus, der Platzwart erscheint nur sporadisch. Es ist aber alles in Ordnung, wenn man vom fehlenden Internet absieht. Der Platz ist nicht groß und so sind die sanitären Einrichtungen ausreichend. Vor allem liegt er direkt am Saale-Radweg und bis zur Innenstadt sind es nur wenige Kilometer.

Startvorbereitungen

Nun hat es doch noch geklappt, dass ich erneut hier bei wordpress meinen Bericht schreiben kann. Die Apps sind spezialisiert, dass man ein Smartphone benutzt, das ist für mich aber „Kinderkram“, ich bin an meinen großen PC-Bildschirm gewöhnt. So ist mein Blog auch vorgesehen, dass man wenigstens einen Laptop benutzt, um die Bilder auch einigermaßen groß betrachten kann.

Wir sind davon abgegangen einen genauen Plan zu haben. Je nachdem was wir vorfinden, bleiben wir oder fahren weiter. Einen Platz reservieren wir frühestens am Tag bevor wir ankommen. So sind wir sicher, dass wir einen Platz bekommen.

Die ersten Tage werden wir an der Saale verbringen und den Saaleradweg von verschiedenen Plätzen aus befahren. Über die Elbe (aufwärts) wollen wir nach Görlitz, dass uns vor Jahren schon gut gefallen hat. Von dort geht es Oder abwärts und an der Peene entlang in den Norden Berlins. Dann fehlt noch eine Zeit an der Ostsee und irgendwie werden wir dann den Bogen zurück nach Hause finden.

Nach den letzten heißen Wochen werden wir wohl auch wärmere Kleidung einpacken, dazu die Fahrräder, Boulekugeln, eine Kiste Bücher, einen Stick mit unseren Lieblingsmusikern und natürlich einige Spiele wie Bandido, Tridom, Skip.bo und Phase 10. Alles, was man gut zu zweit spielen kann.

Regionalkarten sind natürlich wie immer dabei, das Navi muss man einfach durchgängig kontrollieren. Die Reiseführer werden aber immer mehr überflüssig, wenn man gut ins Internet hinein kommt. – Ja, und dann melde ich mich wieder, wenn wir in Jena angekommen sind.