Trujillo

Das Umland von Trujillo ist stark landwirtschaftlich geprägt und so gelang es uns endlich einige der berühmten Schweine abzulichten, die hier mit Eicheln gemästet werden. Zum Mittagessen im Ort bekamen wir dann auch einige Schnittchen von so einem Schinken zum Probieren. Das war vielleicht ein Genuss!!!

Trujillo war von den Römern gegründet worden. Später war es ein Hauptsitz der Mauren, die 1243 endgültig vertrieben wurden. Im 16. Jahrhundert wurde hier Pizarro geboren, einer der spanischen Konquistadoren. Eine Statue von ihm steht auf der Plaza Mayor.

Am besten man lässt das Auto am Rand der Altstadt stehen. Die Gassen haben immer noch mittelalterliche Breite und trotz vieler Einbahnstraßen kann es schon mal sehr eng werden, für die Fußgänger. Da nur wenige Autos sich freiwillig durch die Gassen quälen, kann man meist gemütlich durch die Gassen bummeln.

Einige große Kirchen und Paläste prägen das Stadtbild. Die besten Plätze haben natürlich die Störche mit Beschlag belegt. Überragt wird die Stadt von einem großen Kastell, dass heute nicht zu besichtigen war, aber wir genossen den Blick hinunter in die Ebene.

Es war nicht weit ins Zentrum, trotzdem waren wir am Ende ziemlich geschafft. Gut, dass immer mal wieder eine Wolke vorbei zog und es auch sonst leicht dunstig war.

Waschtag in Cáceres

Ja, irgend wann muss das auch mal sein und da hier alles vorhanden ist, einschließlich Trockner, haben wir beschlossen heute einen Waschtag einzulegen. Nachdem die Wäsche aufgeräumt war, nahmen wir die Fahrräder und erkundeten einige Wege, die ich über Google-Maps gefunden hatte.

Diese entpuppten sich entweder als reine Wanderpfade oder endeten an irgend einem Tor. Feldwege oder kleine Nebenstraßen scheint es hier nicht zu geben. Was nicht Hauptstraße oder Siedlung ist, ist privat und hat einen Zaun drum herum.

Auch der Abstecher in ein Industriegebiet endete vor einem Entsorgungsbetrieb. Dabei fiel uns ein alter Kran auf, den einige Storchenpaare zweckentfremdet hatten. Dazu passt auch noch das Bild der Staumauer des Tajo von dem ich gestern geschrieben hatte.

Eine Besonderheit dieser Region sind die runden Hütten auf den Feldern, die wie die Trullis in Italien ohne echtes Gewölbe erbaut worden sind. Dabei findet man manchmal Pferche aus Naturstein, teilweise bis zu 2,5 m hoch mit einer einzigen Tür, in die wohl nachts Schafherden zum Schutz hinein getrieben werden.

Alcántara

Etwa 50 km westlich von Cáceres liegt Alcántara, ein Ort mit gut 1300 Einwohnern, wobei die Einwohner 1950 noch bei über 4.000 gelegen hat. Bekannt ist der Ort vor allem durch seine Römerbrücke, die unter Kaiser Trajan um 100 n. Chr. innerhalb von 5 Jahren erbaut wurde, um das römische Reich in Richtung Portugal erweitern zu können.

Die Brücke überquert den Tajo mit 6 Bögen unterschiedlicher Öffnung, 8 m Breite ,194 m Länge und 91 m Höhe. Die Brücke wird noch heute für den Verkehr inklusive LKW benutzt. In der Mitte erhebt sich ein 14 m hoher Ehrenbogen. Auf der Südseite steht noch ein kleiner den römischen Kaisern gewidmeter Tempel.

Das nördlich der Brücke befindliche Gebäude gehört zu einer Befestigungsanlage Karl V. Wir sind über die Brücke gelaufen und haben den Blick auf den Tajo und dem davor liegendem Staudamm geworfen, der 1970 erbaut wurde und 130 m hoch und 570 m lang ist.

Oben im Ort gibt es einen großen Stellplatz für Wohnmobile von dem wir den Ort erkundet hatte. Vor allem auf den Dächern der Kirchen sahen wir viele Störche und ihre Nester. Die Ortschaft ist sauber, heimelig mit ihren kleinen Gassen und bietet die notwendige Infrastruktur außerhalb der Altstadt.

Wir haben dort gegessen bis wir auf einer anderen Route zurück nach Cáceres fuhren. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, oft sehr steinig, so dass man keine Felder sieht. Es sind alles Weiden für Rinder und Schafe, die gerade gelb blühen, zum Teil von Iris und Lupinen durchzogen, die Ränder beherrscht der Schopfsalbei, Ginster und Mohn.

Übrigens hat uns Alcántara viel besser gefallen wie Cáceres.

Los Barruecos

Dieses Schutzgebiet liegt etwa 11 km westlich von Cáceres. In Malpartida de Cáceres fährt man von der N 521 ab in südlicher Richtung und erreicht nach enger Ortsdurchfahrt das Monumento natural.

Es gibt ein Besucherzentrum und ein Museum. Etwas weg von der Straße liegt die ehemalige Wollwaschanlage, zu der ein großer Stausee gehört. In ihr sind heute ein Kunstmuseum und ein Café-Restaurant untergebracht. Nur ist heute Montag und alles ist geschlossen.

Löffelreiher mit Schildkröte

Die Landschaft kann man dennoch erwandern. Fahrräder mit zu nehmen, wir wir es taten, ist nicht so vorteilhaft. Von mehreren Stellen führen ausgeschilderte Wanderwege durch das Gelände, das von großen rund geschliffenen Granitfelsen geprägt ist.

Ein Höhepunkt sind die vielen Storchennester, die teilweise auf den höheren Felsen errichtet wurden. Immer wieder klappert es. An den Seen hört man Enten und Gänse und man sieht recht viele unterschiedliche Vögel, auch eine Trappen Art soll es hier geben.

Auch die Pflanzen sind sehr unterschiedlich und vieles blühte, so dass ich oft anhalten musste, um zu fotografieren. Die Benennung der Bilder hier im Blog erfolgte mit Google-Lens und weiteren Internetseiten. Die Romulea ist ein Irisgewächs.

Da wir die Fahrräder oft schieben mussten, waren wir bei unserer Rückkehr am Wohnmobil ziemlich geschafft.

Cáceres

Heute ging es ein Stück weiter in Richtung Süden. Ein Blick auf die Karte sagte mir, dass wir über die Landstraße durch eine schöne Landschaft kommen, und so war es auch. An einer Kreuzung wurden wir eine Zeit lang aufgehalten, da wir ein Fahrradrennen durch lassen mussten, aber danach fuhren wir entlang eines idyllischen Stausees bis kurz vor Cáceres.

Der Campingplatz ist sehr zu empfehlen, denn zu jedem Platz gehört ein kleines Sanitätsgebäude zu dem man einen Schlüssel erhält. Ein Restaurant gibt es auch, was aber erst gegen 18 Uhr öffnet. Also blieben wir vorerst am Platz, bis neben dran zum Fußballspiel geblasen wurde. Wir nahmen Reißaus und fuhren mit den Rädern in die Stadt.

Zu erst gab es nur einen breiteren Randstreifen für uns, später einen separaten Fahrradweg, zumindest bis die historische Bebauung begann. Wir fuhren direkt auf die Stierkampfarena zu. Von hier war es dann nicht mehr all zu weit bis in die Altstadt.

Hier gab es Häuser mit Arkaden auf einer Seite des Plazza major, gegenüber Reste der Stadtmauer und 2 Türme. Es war, heute am Sonntag, einiges los und wir warfen einen Blick in die Gassen und entdeckten einige schöne ältere Häuser und nette Plätze mit originellen Skulpturen.

Die Kapuzenmänner haben nichts mit dem Klu-Klux-Klan zu tun sondern treten zu den Osterprozessionen auf. Nach einer Pause auf einem hübschen Platz war uns die Großstadt zu viel und wir fuhren zum Campingplatz zurück. Mal sehen, was die Umgebung zu bieten hat.

Via Verte ab Plasencia

Heute begann der Tag ziemlich neblig und wir blieben länger wie üblich im Wohnmobil, was zur Folge hatte, dass die Blauelstern sich näher heran trauten. Ich konnte aber nur durch die Scheibe fotografieren.

Gegen 11 Uhr wurde es immer heller und wir fuhren die paar Kilometer bis zum Bahnhof von Plasencia. Nur war dort von der Via Verte nichts zu sehen noch ein Hinweis. Ich wusste aber, dass die Via Verte direkt nach dem Bahnhof beginnen sollte.

Wir machten uns mit den Fahrrädern auf den Weg, immer der Bahnstrecke entlang. Auch die Spanier auf dem Weg waren keine Hilfe. Ich probierte eine Unterführung aus an dessen Ende ein Weg von oben zu den Gleisen führte. Rechts schaute man in Richtung Bahnhof, links direkt in einen Tunnel. Der Anfang war gefunden.

Der Tunnel ist beleuchtet und die ganze Strecke gut zu befahren und von da ab gut beschildert. Da fragt man sich schon, warum man so viel Aufwand betreibt, den man kaum würdigen kann, weil man ihn nicht findet. Aber der Ärger war schnell beendet, denn die Strecke entpuppte sich zu einem echten Hingucker.

Iris germanica#

Vor allem zu Beginn lösten sich Tunnel, Viadukte und Einschnitte ab. Immer wieder mussten wir absteigen und die Aussicht genießen, hinab in einen tosenden Bach oder hinüber zu den entfernten Bergen. Übrigens hat sich der Schnee, den wir auf der Hinfahrt noch bewunderten vollkommen aufgelöst.

Strandtausendgüldenkraut

Nach 17 km näherte sich die Via Verte der Landstraße und einer Tankstelle nebst Restaurant. Von dem Menu für 13 € inklusive Getränke für drei Gänge wurden wir gut satt und für den Preis war das Essen überraschend gut. Gut gestärkt ging es wieder zurück zum Wohnmobil und dann zum Campingplatz.

Nationalpark Monfragüe

Der Nationalpark besteht aus einem Tal mit mehreren Nebentälern, dessen Fluss zu einem Stausee aufgestaut wurde. An mehreren Stellen bildet das Tal, vermutlich wegen härteren Gesteinsschichten, Engstellen. Hier ragen die Felsen aus dem Wasser heraus in beachtliche Höhen, die von verschiedenen Vögeln besiedelt werden, vor allem von Gänsegeiern.

Heute fuhren wir zuerst in den nördlichen Teil. Bei einer dieser Engstellen sahen wir einige Geier. Es war noch nicht sonnig und wir nehmen an, dass wir deshalb wenig Flugbewegungen beobachten konnten. Dafür entdeckte ich eine weitere Narzisse und ein Leinkraut.

Bei einem Restaurant wollte man uns nichts vor halb 2 zum Essen machen, so fuhren wir wie gestern zum Visitor Center, wo man sich freute wieder zu sehen. Der Hirschbraten mit Pilzen war vortrefflich.

Danach fuhren wir noch mal zu den Felsen, wo wir gestern die Aufnahmen gemacht hatten. Jetzt war spanische Mittagszeit und es war kein Problem einen Parkplatz zu finden. Die Sonne kam heraus und eine große Gruppe von Vögeln kreiste in der Luft. Darunter auch ein Schwarzstorchpärchen.

Schwarzstorch

Weiß der Geier …in Monfragüe

Nach 2 Touren mit Fahrrad bzw. dem Wohnmobil nach Plasencia, um den Startpunkt der Via Verte ausfindig zu machen und einzukaufen fuhren wir einige Kilometer vom Campingplatz nach Süden in den Nationalpark Monfragüe.

Plasenzia

Beim Visitorcentrum bekamen wir, ganz unüblich, vor halb 2 etwas zu essen und zwar Cachopo, ein asturisches Gericht, das aus zwei großen Kalbsfilets mit Schinken und Käse gefüllt und fritiert besteht, zu dem als Beilage Pommes Frites gereicht werden. Der Kellner empfahl nur eine Portion zu bestellen, die wir dann zum Teil uns einpacken ließen.

Cachopo

Das Visitorcenter war wohl früher mal ein kleines Dorf mit typischen Steinhäusern und Schilf gedeckten Dächern. Von hier ab ging es ganz ohne Eintritt in den Nationalpark, den eine Landstraße durchquert. Teilweise sind die Kurven recht eng und steil, trotzdem mit dem Wohnmobil gut zu meistern.

Auf einer Regionalkarte sind die Parkmöglichkeiten eingezeichnet und alles Wissenswerte erklärt. Der Höhepunkt sind die Felsen Salto Gitano. Sie sind der Treffpunkt der Geier und anderer Vögel. Die Felsen sind ideal, um die notwendige Thermik zu erzeugen. Hier sind die Geier wohl schon an die Menschen gewöhnt, denn sie lassen sich bis in 20m Entfernung in Bäumen oder auf den Felsen nieder.

Zwischendurch sieht man an die 20 Geier in der Luft, ob sich auch andere Raubvögel darunter befanden konnten wir nicht erkennen, wohl flogen Schwarzstörche vorbei, aber so schnell, dass wir sie nicht fotografieren konnten. So beobachteten wir vor allem die Geier, die sich immer mal wieder in der Nähe nieder ließen.

Am Ausgang des Parkes liegt noch eine Kastell-Ruine, die von einem Parkplatz aus erwandert werden kann.

Via Verde de Monfragüe

Das war die erste Nacht in der wir nicht heizen mussten. Ab 10 Uhr war die Temperatur zweistellig und nach und nach verzichteten wir auf Kittel und Pullover. Also, herrliches Radlwetter. Etwa 200 m vom Campingplatz beginnt unser Radweg, teils auf Asphalt teils fest gesplittet führt er größten Teils auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse.

Die neue Eisenbahnlinie führt parallel und ist gut ausgebaut. Begeistert waren wir vor allem über die vielen Blumen rechts und links des Weges. Da musste ich oft zum Fotografieren anhalten, aber auch der Blick in die Landschaft war bemerkenswert.

Im Norden erstreckten sich die Schneeberge, die wir gestern noch von der anderen Seite bewundert hatten. Typisch für die Region sind die mit Steineichen besetzten Weiden, die im Sommer dem Vieh Schatten bieten und auch zur Schweinemast benutzt werden.

Jetzt hat der Urlaub so richtig begonnen, wie wir uns das erträumt hatten. Eigentlich waren es nur 4 reine Fahrtage von zu Hause aus und uns kam die Fahrt weniger anstrengend vor als über den Balkan nach Griechenland. – Das einzige was wir bis jetzt vermissen ist g´scheites Brot. Links eine ungiftige Treppennatter.

Alaejos

Heute fuhren wir weiter immer in Richtiung Südwest. Letzte Nacht hatten wir mal wieder Frost und auch heute gingen lange Zeit die Temperaturen nicht über 9°C hinaus. Gegen Mittag fuhren wir von der Autobahn runter, die fast die ganze Strecke mautfrei war, und suchten uns einen Parkplatz am Wasserturm von Alaejos.

Kennt ihr nicht?, den Namen werden wir auch bald wieder vergessen haben, aber nicht weil uns der Ort enttäuscht hätte. Mit etwa 1300 Einwohnern weist er dennoch 2 stattliche Kirchen auf, um die sich herum etliche gepflegte Gassen befinden, die nur von Anwohnern befahren werden durften. So bummelten wir gemütlich mitten auf der Straße.

Vor der Kirche fanden wir einen Supermarkt, der recht gut sortiert war. Hier trifft sich der Ort, Neuigkeiten werden ausgetauscht und niemand drängelt an der Kasse. Zwei Häuser weiter befindet sich eine größere Bar, wo man noch schnell einen Kaffee-Solo trinkt, bevor man mit den Einkäufen nach Hause geht.

Einen Stock höher befindet sich der Speisesaal, wo es viel ruhiger zugeht. Gegen 1 Uhr waren wir fast die ersten Gäste, die nach und nach eintrudelten. Wir bestellten eine Portion Gemüse und ein halbes Hühnchen nach traditioneller Art, womit wir sehr zufrieden waren.

Weiter auf der Autobahn fuhren wir auf die Montes de Tras la Sierra zu, die noch heftig mit Schnee bedeckt waren. Ihr höchster Berg ist 1826m hoch. Da waren wir doch froh, dass wir nur auf 1100m Höhe hinauf mussten, um in die Extremadura zu gelangen. Nun gab es plötzlich grün belaubte Bäume und das Thermometer stieg auf 19°C. Auf dem Camping Monfragüe (Monfrajé ausgesprochen) holten wir Tisch und Stühle heraus uns mussten aufpassen keine Reifrock-Narzissen zu zertreten.