Waschtag

Heute bestimmt die Waschmaschine den Tagesablauf und später die Sonne beim Trocknen. Natürlich kam auch einiges in den Trockner, aber bei leichtem Wind und Sonnenschein wird die Wäsche viel frischer, wenn sie an der Leine baumelt.

So weit die Theorie: Da wir Bäume zum Ziehen der Leine benötigen, gibt es hier auch Vögel. Und denen ist es ziemlich egal, ob unter ihnen eine Bettdecke zum Lüften liegt. Den Rest könnt ihr euch denken. Da die Bettdecke nicht zu waschen ist, hatten wir ein Problem.

Reden wir lieber von Erfreulicherem, zum Beispiel den Blumen, die hier meist ungeplant sich ausbreiten, wie die zweifarbige Flockenblume oder der Kap-Löwenzahn, den Leinblättriger Gauchheil und der Oxalis pes-caprae.

In einem Beet sah ich diese hübsche Schnecke und auch ein Grünspecht kam auf Besuch. Den Wiedehopf gibt es hier auch, aber der lies sich bis jetzt nicht von mit fotografieren. Mit Lesen und Fahrrad flicken geht auch dieser Tag erfolgreich dem Ende zu.

Cádiz

Vom Strand aus kann man ja Cádiz gegenüber erkennen, so wie die große Brücke, die da hinüber führt. Wir wollten aber den direkten Weg nehmen, also über das Wasser. Ein Wassertaxi brachte uns so direkt an den Rand der Altstadt von Cádiz.

Die Stadt ist recht hoch und eng bebaut. Für die wenigen Autos, die eine besondere Erlaubnis haben, ein Graus. Auch Lieferwagen bleiben meist draußen und die Fahrer müssen auf Sackkarren und ähnlichem ihre Güter zu stellen.

Gleich nach der Ankunft fiel uns eine Figurengruppe auf, die auf die ehemalige Bedeutung der Zigarrenherstellung für den Ort hinweist. Zentrum der Stadt ist der Dom und der Platz drum herum. Innen hängt leider zur Zeit ein großes Netz quer durch das Kirchenschiff. Aufgefallen ist uns die Orgel und der Chor mit seinen Holzschnitzereien.

Ich bin dann noch auf einen der Glockentürme hinauf gelaufen. Im Turm gibt es keine Treppen sondern eine schräge Bahn, so dass man auch mit einem Pferd hinauf könnte, mindestens bis kurz unter die Glockenkammer, der Rest ist sehr schmal und eng. Der Blick über den Hafen und die Stadt lohnt die Mühe. (s. Titelbild)

In der Nähe des Hafens haben wir auf der Terrasse gegessen. Ich probierte eine hier typische kalte Suppe, die mir gut schmeckte, danach gab es Paella. Auf unserem Bummel fielen uns immer wieder Türen auf. Manchmal waren sie geöffnet.

Dann konnten wir in einen Vorraum eintreten, der von einem schmiedeeisernen Gitter abgesperrt ist. Da hinter befindet sich ein kleiner Innenhof von dem aus man zu der Treppe oder den einzelnen Wohnungen gelangt. Schön waren hier vor allem die Wandkeramiken.

El Puerto de Santa Maria – El Castillo

Nachdem es heute Nacht noch mal kurz heftig gepladdert hat, schien schon beim Aufstehen die Sonne. Damit war es klar, dass wir mit den Fahrrädern die nahe Stadt erkunden. Ein Fahrradweg führte uns vom Campingplatz direkt in die Stadt hinein. (Das Titelbild zeigt im Hintergrund die Brück nach Cádiz.)

Für die Besichtigung des Castillos nahmen wir uns viel Zeit, denn hier gibt es viel zu sehen. Einige Grundmauern und Säulen stammen noch von den Römern. Später bauten hier die Alemannen dran weiter, bis die Mauren daraus eine Moschee machten. Davon ist noch das rituelle Reinigungsbecken und ein Teil Bögen und Decken erhalten.

Im 15. Jahrhundert wurde sie zu einer Kirche umgebaut und erweitert. Später wurde das Gebäude als Schuppen und nicht zuletzt als Weinkeller für den Sherry genutzt.

Vor etwa 100 Jahren haben französische Archäologen die Ruine wieder aufgebaut und das was fehlte nach Gutdünken ergänzt. Von ihnen stammen die auffälligen Zinnen.

Ich bin bis auf einen Turm hinauf gestiegen, was eine ziemlich enge Kiste war, vor allem runter musste ich wegen Sand auf den Stufen gut aufpassen. Danach liefen wir in eine der vielen Straßen hinein, wo wir in einer Fußgängerzone zu Mittag gegessen haben, einen Teller mit gegrilltem Fisch. Hier an der Atlantikküste musste das ja schmecken.

Ostern 2024

Für uns ist das Fest ja noch nicht vorbei, aber für die Spanier, die zuerst mit uns in Richtung Sevilla stauten und dann auf der Gegenspur, als wir unsere Richtung in Richtung Cadiz änderten. Für die ist Ostern gelaufen und so was von. Kalt und Regen, Regen und kalt.

Jetzt sind wir in El Puerto de Santa Maria gestrandet. Seit 15 Minuten hat es aufgehört zu regnen, deswegen gibt es auch noch keine aktuellen Bilder. Die Flüsse über die wir fuhren sind absolut randvoll mit brauner rauschender Masse. Auf den Feldern steht überall das Wasser, da kommt vorerst kein Traktor hinein.

Das beste aber ist, es hat aufgehört zu regnen und der Wetterbericht hat für morgen strahlend blauen Himmel voraus gesagt und es wird Tag für Tag wärmer. Lassen wir uns überraschen.

Ostern wird ja in Spanien groß gefeiert, mit Prozessionen und so. Das Titelbild sind 3 Keramiken aus dem Hauptportal der Kirchen von El Rocío. Die nächsten beiden Bilder zeigen die Madonnenstatue in der Kirche. Da drunter die Fußgängerzone von Isla Cristina.

An einem Ende befindet sich ein kleiner Platz mit einem Gotteshaus ähnlichem Gebäude, eine Garage Jesu, oder so ähnlich. Als ich am Freitag das erste Mal vorbei kam, war das Tor geschlossen, etwas später geöffnet und ich bemerkte, wie das Monument nach vorne in Richtung Tür rollte. Am nächsten Tag war nur die kleine eingelassene Tür offen, aber mit einem schweren schwarzen Vorhang verschlossen, den man zur Seite heben konnte, um den Raum zu betreten. Viele Einwohner schmücken ihre Häuser mit Bildern von Heiligen, wie im letzten Bild zu sehen ist.

Isla Cristina bei Sonnenschein

Es hat aufgehört zu regnen, so gegen 10 Uhr vormittags, zuerst nur etwas blauer Himmel über dem Meer, der sich immer weiter nach Nordosten ausbreitete. Also nichts wie auf die Fahrräder und los.

den haben wir heute Mittag zu essen bekommen

Es gibt auf der Isla überraschend viele Bänke, viele durch Keramiken verziert. Ein Teil der Fußgängerzone ist mit blauen und geben Kacheln gefliest. Da steht auch die Lesebank mit offener Bücherei, die man noch etwas mehr auffüllen könnte. Vielleicht wird ja hier viel gelesen und mehr Bücher entnommen wie hinein gestellt.

Die Straßen werden immer Meer geschmückt, eine Tribüne wie beim Volksfestumzug in Crailsheim wurde aufgestellt, samt Podest für eine Heiligenfigur. In der Nähe haben wir uns gegen 1 Uhr ein Fischlokal ausgesucht. Hier ist ja eine Fischfangflotte angesiedelt, die aber über Ostern im Hafen liegt. Ostern nicht zu Hause zu sein, das geht gar nicht.

Im Lokal waren wir fast die ersten, aber dann ab halb 2 wurde es voll und danach standen Reihenweise Personen an der Bar, bzw. vorm Lokal, um einen Tisch zu ergattern. Natürlich waren wir auch am Strand, der Wind ist noch immer heftig.

In flachen Bereichen kann man gut Vögel beobachten. Es braucht nur etwas Geduld und wenn möglich ein großes Fernglas oder Teleobjektiv. Da wir hier auf einem Stellplatz stehen, gibt es hier nur einen Container für die Sanitärräume, sehr beengt, aber es geht auch mal.

Isla Cristina

Nach einer durchregnete Nacht waren wir froh am Morgen ohne größere Probleme die asphaltierte Straße erreicht zu haben. Was nur ein kleiner Trost ist, denn die nächsten Kilometer waren höchstens mit 40 km/h zu fahren, um die meisten Löcher umfahren zu können. Die Hauptstraße war nicht viel besser, aber 80 km/h erlaubte sie manchmal. Dazu regnete es in Strömen.

Isla Cristina im Hintergrund

Wir hatten uns einen Stellplatz mit etwas Comfort herausgesucht, von dem es hieß, er läge auf einer Geländestufe mit Blick auf die Salinen. Hier läuft das Wasser wirklich gut ab, die Wege sind trotzdem matschig.

Essen konnten wir in einem Lokal gleich um die Ecke: Spanischer Schinken, dann Kaninchen mit Beilagen, vorher einen Gruß aus der Küche Kaffee und einen Anislikör vom Chef für 34 €. Geht doch! Bezeichnet für das Wetter war, dass der offene Kamin angefeuert war. Wir haben gerade mal 16°C Lufttemperatur, deswegen das Feuer!???

Da wir noch Brot brauchten, bin ich mit dem Fahrrad auf die Isla Cristina gefahren, die total vom gleichnamigen Ort überbaut ist. Sie hat eine reizende Altstadt mit schönen Häusern, weiter außen ist vieles modern.

Am Atlantik befindet sich ein weiter Strand, wo sich heute nur ein paar Surfer herum tummelten. Über den Hafen bin ich dann zurück gefahren. Brot habe ich auch, dank einiger netter Spanier mit guten Spanischkenntnissen bekommen. Den Laden, den sie mir nannten war wegen des Feiertags geschlossen, aber ein in Sichtweise gelegener Lidl hatte alles, was wir brauchten.

El Rocío

Kommt mit nach Argentinien, so stelle ich mir wenigstens eine Kleinstadt in Argentinien vor. Die Häuser liegen in Reihen aneinander und es ist viel Platz bis zum Gegenüber. Vor jedem Haus gibt es eine überdachte Veranda, davor horizontale Rundhölzer, wo man die Pferde fest machen kann. Die Straßen sind Sandpisten, der Wind wirbelt den Sand empor oder der Regen hinterlässt große Pfützen, was die Reiter oder Kutschen nicht stört.

Heute ist das für die vielen Touristen ein kleines Problem, wenn die SUV da durchrauschen. Auch wenn nur Einheimische in die Altstadt dürfen. Die Wallfahrtskirche ist ein besonderes katholisches Heiligtum. Die Madonna ist auf vielen Keramiken und Souvenirs abgebildet.

Damit haben wir endgültig Argentinien verlassen. Das Angebot der Läden richtet sich ausschließlich nach den Interessen der Touristen. Der Kaffee Solo war dennoch gut. Wer mag, kann mal die vielen Glocken in den Türmchen des Ortes zählen. Hoffentlich bimmeln die nicht alle auf einmal.

El Rocío liegt direkt an einem See des Nationalparks. So kann man von der Promenade Reiher und Flamingos beobachten. Etwas weiter weg befindet sich Grasland zwischen See und der Parkgrenze mit dem Wanderweg, hier befand sich eine größere Wildpferdherde. Durch den vielen Regen in letzter Zeit ist der See sehr voll und die Pferde halten sich nah der Besucherwege auf.

Später sind wir noch ans Meer bei Matalascañas.

Hier wechseln sich Hotels mit Appartementanlagen ab. Alles neu, ziemlich steril. Nichts für uns, haben einen Blick aufs aufgewühlte Meer geworfen und eine Paella gegessen und dann auf meist sehr schlechten Straßen zurück zum Campingplatz gefahren.

Parque national de Doñana

Wir wollten der kalten Vorosterwoche ausweichen und sind hier westlich von Sevilla, auf halben Weg nach Portugal gelandet. Gleich vorne weg, es ist hier nicht so kalt wie weiter nördlich, dennoch erheblich von dem Weg, was man unter angenehmen Urlaubswetter versteht. So kalt ist es hier auch im Winter. Dann war hier am Rande des Nationalpark heute Morgen erst mal der Strom ausgefallen. Nun läuft der Heizofen wieder.

Olalla

Auf der Hinfahrt mussten wir noch einkaufen und fuhren von der Autobahn runter auf die parallel verlaufende N 630. In den Dörfern gab es nur kleine Läden. In Olalla war dann ein kleiner Supermarkt, aber kein ausreichend großer Parkplatz in der Nähe. Nach dem wir erst mal einen Regenschauer abgewartet hatten, liefen wir zu dem DIA. Oberhalb des Ortes sahen wir eine große Festung.

Nachdem wir Sevilla bei heftigem Verkehr umfahren hatten, waren die letzten Kilometer vor dem Campingplatz eine weitere Herausforderung. Kilometerweit ging es nur im Schritttempo. Heute sollte es bis zum frühen Abend trocken sein, so haben wir eine Fahrradtour unternommen, am Rande des Nationalparks entlang.

Unsere Hoffnung in eine Ortschaft zu gelangen, wurde nicht erfüllt. Als wir aus dem Wald heraus kamen fuhren wir zwischen vielen Gewächshäusern durch in denen vor allem Erdbeeren heran gezogen wurden. Die Betriebe waren mächtig eingezäunt, Gefängnissen gleich, die Verbotsschilder an den Eingängen waren so zahlreich wie bei Chemieindustrien, was sie wohl auch waren.

Schöne Momente waren die Blumen, die an den Wegrändern blühten. Die Spinne sitzt auf Armeria meritima.

Andere Wege, die wir sahen, waren alles Sandwege, die man nur zu Fuß bewältigen kann. Morgen fahren wir mit dem Wohnmobil die nähere Gegend erkunden, da wir schon vorab den Campingplatz bezahlen mussten und dann geht es weiter.

Via Verde de la Plata 3. Teil

Zu erst noch ein kurzer Nachtrag von unserer Wanderung im Nationalpark Monfragüe. Von einem der Parkplätze haben wir uns einen Weg in ein Tal hinein ausgesucht. Der Weg war am Anfang sehr gut ausgebaut, später ein Pfad, der laut Beschilderung wegen einer weggeschwemmten Brücke unterbrochen war.

Ab dem Hinweisschild wurde der Weg recht schwierig und als ich Gudrun zum Ausruhen eine Steinplatte umlegte, lag da drunter diese hübsche Krabbenspinne (Eusparassus walckenaeri), einen deutschen Namen hat sie nicht.

Eusparassus walckenaeri

Heute sind wir mit dem Wohnmobil der Via Verde entlang gefahren, bis wir an die Stelle kamen, wo wir das letzte Mal Schluss gemacht hatten. Die Sonne schien und schnell waren die Räder vorbereitet und es ging los.

Der Weg war meist sehr gut präpariert, nur merkten wir deutlich, dass Sonntag war. Vom St. Jakobspilger, über Großfamilien mit Kindern, Rollstuhlfahrern, Spazierfahrern wie wir bis hin zu Rennfahrern war alles vertreten.

Der Weg zog sich bei stetiger, aber mäßiger Steigung die ganze Zeit an einem Berghang hin. Einige Brücken, große Dämme und am Schluss ein langer Tunnel waren die architektonischen Highlights. Herval haben wir auf fast 180° umrundet und bei dessen Bahnhof, jetzt Hostel, haben wir auf dem Rückweg zu Mittag gegessen.

Der Rückweg kam uns sehr kurz vor, da wir es die ganze Zeit haben laufen lassen können.

Via Verde von der Estación Villar de Plasencia nach Aldeanueva del Camino

Zur Orientierung meiner Leser: Wir versuchen gerade einen Spagat zwischen dem was wir gerne tun und dem was das Wetter möglich macht. Mit heute haben wir noch 3 Tage schönes Wetter, die wir mit Fahrradfahren nutzen wollen, für Städtetouren ist es schon wieder zu warm und stressig. So sind wir zurück nach Plasencia gefahren, genauer an die Via Verde die nach Salamanca führt.

Dort wo wir das letzte Mal umgekehrt sind, haben wir heute unsere Tour begonnen. Der Teil ist nicht mehr so spektakulär, aber sehr erholsam. Leichte Steigungen und Gefällstrecken wechseln sich ab. Südlich der Trasse steigen die Hänge an bis hinauf zu den ehemaligen Schneehängen, nördlich davon erstreckt sich eine weite Talebene.

Weiden und Wiesen lösen sich ab wie Störche und Rinder. Alles blüht und die Wiesen werden wohl bald zum ersten Mal abgemäht. In Aldeanueva fanden wir ein Restaurant, wo wir für 13 € für das 3-Gänge-Menü (Menu del Dia) incl. Getränke fürstlich gespeist haben. Wir wundern uns immer über die Fleischportionen, die man doch eigentlich nicht schaffen kann.

Zurück mussten wir noch mal ein Bächlein durchqueren, dass wir beide mit „Augen zu und durch“ gemeistert haben. Jetzt sind wir wieder auf dem Campingplatz in der Nähe des Nationalparks Monfragüe.