Tolo

Unser Campingplatz befindet sich ganz am südlichen Ende von Tolo und hinter einer Felsnase verborgen. Dadurch waren wir heute Morgen recht erstaunt als wir den Ort nach einer Kurve plötzlich vor uns liegen sahen. Das ist ja ein touristisches Zentrum.

Etliche Hotels und Appartement-Anlagen erstrecken sich vom Wasser die Hänge hinauf. Eigentlich ist das nichts für uns, aber jetzt in der Nachsaison war es richtig gemütlich. Die zweite Hälfte der Hauptstraße ist nur in einer Richtung befahrbar, hier ist es richtig nett.

Wir fanden auch ein Lokal mit Schwertfisch und Oktopus mit Makaronis. Im Bierangebot war auch eine regionale Sorte, die recht gut schmeckte.

Im hinteren Teil der Promenade liegen die Fischerboote und Ausflugsschiffe. Da ist es noch ruhiger. Ja, das Ende der Saison naht, was nicht mehr gebraucht wird, wird an Land geholt.

Fahrt nach Tolo

Nach 5 Tagen in Alt Epidaurus zog es uns weiter, aber erst nachdem wir noch mal das Wasser genossen hatten. Es gibt ja eine gut ausgebaute Straße, die über Nafplion nach Tolo führt, aber mir war nach einem kleinen Umweg über die Berge, den das Navi partout nicht aufnehmen wollte. Also gut, dann eben mit Karte.

Auf der Route gab es nur eine wichtige Abzweigung, die wir nicht verpassen durften. Dass wir sie nicht gefunden hatten, stellten wir nach weiteren 7 km fest. Jetzt spielte plötzlich auch das Navi mit und hieß uns eine mickrige nehmen, die zum Glück kaum befahren war. Die einzige nennenswerte Begegnung fand dann auch mit einer Schildkröte statt.

Kurz darauf hatten wir einen schönen Blick auf den Golf von Argolikos an dessem Ende die Stadt Nafplio liegt. In vielen Kehren ging es bergab. Wir kamen am reizend gelegenen Vian vorbei, dass aber uns keine Parkmöglichkeit bot. Den nächsten Ort, Drepano kannten wir schon von unserer früheren Reise, stellten das Wohnmobil ein wenig griechisch ab, konnten aber vom Lokal aus verfolgen, ob unser Vehikel den Straßenverkehr stilllegen sollte.

Wir befanden uns im Zentrum gleich neben der Kirche, Lokale mit Sitzplätzen unter schönen Bäumen und ein hoch bepacktes Dreirad während der Siestapause, während ein Brautpaar im offenen Cabriolet vorbei fuhr.

Hier waren wir schon mal auf einem netten Campingplatz. Wir fanden dann auch schnell einen schönen Platz, als plötzlich die Feierlichkeiten zur Hochzeit nebenan los gingen. Schnell wurde uns klar, dass wir diese Bässe nicht bis Mitternacht aushalten würden und so zogen wir um, ein paar Kilometer weiter an den Strand von Tolo.

Den Hang hinauf

Der Campingplatz leert sich und jeden Tag verschwindet die Sonne früher hinter dem Berg und der Schatten breitet sich über uns aus und damit ist es auch nicht mehr so warm.

Diesen Berg wollen wir heute zu mindestens zum Teil erklimmen, natürlich mit unseren Rädern. Dafür müssen wir uns aber gut stärken. Dazu haben wir ein kleines Lokal ausgesehen mit den für uns eigenartigen Öffnungszeiten von 14-22 Uhr, also mussten wir uns mit Büchern Kaffee und ein paar Keksen bis dahin durchschlagen.

Pünktlich um 14 Uhr fanden wir uns ein und uns wurde nach Oliven, Öl und kräftigem Brot Rindfleisch mit Auberginengemüse bzw. Lamm mit Kartoffeln serviert, beides typisch griechische Küche und es hat gut geschmeckt.

Es sieht zwar so aus, als hätten die Katzen unsere Teller leer geputzt, denn plötzlich lagen alle fünf, jeder auf seinem Stuhl und schienen Siesta zu halten.

Für uns begann nun der Aufstieg bis wir irgendwann das Gefühl hatten, dass der Blick nicht mehr grandioser wird, wir einige Fotos schossen und von nun ab die Räder den Berg hinab rollen ließen.

In einer Kurve machten wir noch Halt und schauten, wie wir unsere Vorräte auffüllen konnten: Melone, Tomaten, Marmelade. Der Rest ist ausruhen, lesen, einen Blick in die Mediathek werfen oder uns ein Petanque-Match auf YouTube ansehen.

Alltag auf dem Campingplatz

Langsam wird es uns schon unheimlich, dass wir immer noch hier sind. Mit dem oberen Bild habe ich die ersten Sonnenstrahlen heute Morgen aufgenommen. Das Meer ist total ruhig und nachdem die Sonne noch etwas höher hinauf gestiegen ist, waren wir auch schon im Wasser. Es ist der 13. Oktober und wir sind nicht in der Karibik.

Wir sind heute Morgen nicht die Einzigen, die sich im Wasser tummeln, das macht man einfach so, dann die kalte Süßwasserdusche direkt am Strand, abtrocknen, anziehen und Frühstück machen. Dabei wird der Einkaufszettel erstellt. Nach dem Spülen fahren wir die 3 km in den Ort. Auch ohne ALDI und LIDL finden wir, was wir brauchen. Die Flasche Wein für 13 € blieb aber im Regal, dann muss auch der aus der Plastikbuttel genügen.

Halt, Papiertaschentücher scheinen im Moment das Klopapier aus Corona-Zeiten abgelöst zu haben, die fanden wir nirgends. Nachdem wir alles abgeladen hatten fuhren wir noch eine kleine Besichtigungstour. Sie führte uns zur Kirche, leider abgeschlossen, dafür mit schönem Ausblick auf die benachbarte Insel.

Von hier ging es zu einer kleinen Badebucht. Da war einiges los und hier beginnt auch ein längerer Wanderweg der Küste entlang. Der Anfang, so weit ich gelaufen war, war super gepflastert und bot schöne Aussichten.

Nach einem Eis am Hafen fuhren wir noch auf die Halbinsel gegenüber der Kirche und verfolgten das Treiben am Strand und auf dem Wasser. Dann war Siesta-Zeit und zurück ging es zum Wohnmobil.

Palea Epidavros

Ich erwähnte das letzte Mal, dass ich noch ausführlicher über den Ort berichten würde. Den Namen des Ortes habe ich in der griechischen Version geschrieben, das geht in den Medien munter durcheinander und es ist nicht einfach sich zu orientieren.

Gestern Nachmittag habe ich noch einige Pflanzen am Wegrand fotografiert. Auf dem Titelbild erkennt man die Meerzwiebeln und griechische Zyclamen im Olivenhain. Clematis terniflora und den Madeirawein sind die nächsten Bilder.

Leider ist hier nicht mehr Platz, aber die anderen Bilder zeige ich im Film, später zu Hause. Heute Morgen haben wir mal wieder den Sonnenaufgang genossen und wenig später waren wir schon im Wasser, es ist trotz stürmischer Nacht noch angenehm warm.

Nach dem Frühstück fuhren wir mit den Rädern die Zufahrt nach Norden ab. Es ging ganz schön hinauf nach dem Ort, bot uns aber dafür eine schöne Übersicht auf den Ort. Der Campingplatz liegt direkt gegenüber und ist nicht zu erkennen, da ihn der niedrige Buckel der Halbinsel verdeckt.

Da wir langsam anfangen an Zu Hause zu denken, haben wir bei einem Biobauern einen Kanister Öl eingekauft und beim Essen sahen wir noch eine Idee für unsere Freundin Maria für ihren nächsten Griechenlandurlaub.

Palea Epidaurus

Man könnte es wohl als „Alt Epidaurus“ übersetzen, denn es gibt hier gleich 2 Amphitheater, die wohl älter sind wie das berühmte und größte im 13 km entfernten Epidaurus. Am nördlichen Ende der Bucht gibt es einen kleinen Hafen, an den sich das Einkaufszentrum anschließt.

Südlich davon und abgetrennt durch eine schmale Halbinsel befindet sich der Sandstrand mit etlichen Campingplätzen, die teilweise offen und noch gut belegt sind. (Wir sind auf dem Platz Bekas.) Kein Wunder, denn die Lage ist traumhaft.

Da ist zum Einen die schöne Landschaft, zum anderen die Pflanzenwelt. Plantagen mit Orangen und Granatäpfel wechseln sich ab. Die Granatäpfel leuchten rot zwischen den dunklen Blättern hervor. Die Orangenblüten duften und an den Zweigen sieht man meist grüne, aber auch schon die ersten orangenen Früchte.

Scheinbar gibt es hier genug Wasser, denn hier herrscht Grün als Farbe vor, aber auch die Gartenblumen profitieren davon. Wo an anderen Orten die Bougainvilleas vertrocknete Blüten zeigen, blühen sie hier in vielen Farben und voller Pracht.

Der Ort bietet alles, was man sich wünscht, einen für deutsche Ansprüche guten Bäcker, Läden für jeden und jedes, Bars, Lokale, Tauchschulen und vieles mehr, ja mehr werde ich morgen erzählen.

Akro Korinthos

So, nun sind wir endlich auf dem Peleponnes gelandet. Nachdem die Temperaturen am Olymp deutlich unter 30° gesunken sind, sind sie jetzt wieder bei 31°, was sich auch an der Temperatur des Meeres bemerkbar macht. Nun aber mal eins nach dem anderen. Die Fahrt an Athen vorbei über die Berge war landschaftlich sehr schön und so fuhren wir am frühen Nachmittag den Campingplatz Isthmia südlich von Korinth an.

Im Hintergrund Hafen und Raffinerie von Korinth

Das letzte mal wuchsen uns hier die Orangen in den Mund, so hatten wir das Gefühl. Jetzt machte alles einen etwas vertrockneten und abgeschafften Eindruck. Außerdem war der Straßenlärm viel größer. Zwei Schulklassen belegten den größten Teil des Platzes und so sind wir nach nur einer Übernachtung weiter gezogen.

Erster Anlaufpunkt war der Akro Korinthos, einer Festungsanlage, die den Gipfel des Berges einnimmt. Am Fuße erinnerten wir uns noch an eine Quelle, wo wir alle leeren Flaschen auffüllten.

Der Blick vom Berg in die Landschaft ist nach allen Richtungen beeindruckend. Das gilt natürlich auch für die Burgruine. Aber statt da hinauf zu steigen, kletterte ich weiter rechts an die Felsen heran. Dort hatte ich Anfang Mai eine besondere Glockenblume entdeckt und auch dieses Mal gab es für mich eine Überraschung.

Hier standen 2 Schönheiten beieinander, die gelbe Sternbergia und die Efeublättrige Cyclame mit ihren fast weißen Blüten. Weier unten blühten auch noch die Meerzwiebeln. Als die Aufnahmen gemacht waren, rollten wir gemächlich den Berg hinunter und schauten hinab auf die Ausgrabungsstätte von Korinth (s. unsere Reise 2018).

Kamena Vourla

Der nächste größere Ort an der Küste ist Kamena Vourla. Erliegt dort, wo die Berge nah an das Meer heran rücken. Vom Campingplatz aus nahmen wir die parallel zum Wasser verlaufende Straße, später Weg oder Piste, bis wir am Ortsrand der nächsten Siedlung wieder durchgehend auf Asphalt fuhren. Hier hatte der Regen einiges unter Wasser gesetzt und mit einem Bagger mit großer Schaufel hatte man den Weg frei geschoben.

Die nächste Siedlung war wohl nur eine Feriensiedlung, die nun von Hunden beherrscht wird. Als uns an die 10 Hunde bellend umringten, war uns nicht sehr wohl und wir flüchteten. Die Griechen fahren Auto und dann ist es ihnen egal. Uns nicht und das wird unsere weitere Urlaubsplanungen beeinflussen. Der Strand hier ist auch ziemlich dreckig, wohl größten Teil dem letzten Unwetter gedankt, da ist noch viel Arbeit. Schwieriger wird es sein die Ruinen zu entsorgen, die sich über all befinden.

Total im Gegensatz dazu sind die Kirchen im Innern ausgestattet. Eine andere, vor allem uns Protestanten und Atheisten ungewohnte Kultur.

Zurück konnten wir die Hundemeute umfahren und bis sie uns entdeckten, waren wir schon weit genug weg, so dass wir nur noch deren wütendes Geheul hörten. Überraschend war für uns einen blühenden Birnbaum am Wegesrand zu entdecken. Die wilde Birne trägt bereits ihre harten Früchte, blühte trotzdem an vielen Zweigen. Die Wetterkapriolen haben die Pflanze aus dem Konzept gebracht.

Weiterfahrt nach Süden

Heute geht es weiter, kurz vor der Hauptstraße bot sich uns noch mal ein Blick auf die Burg und hinter uns auf den Olymp. Die Landstraße nach Larisa ist noch immer gesperrt. Von der Autobahn konnten wir noch große Verwüstungen erkennen, die die Wassermassen verursacht hatten. Ähnliches sahen wir immer wieder auf der Fahrt in Richtung Volos.

In einem unserer letzten Gespräche meckerten Deutsche über die Autobahngebühren. Wenn ich aber die Möglichkeiten vergleiche, so ziehen wir eine gut ausgebaute wenig befahrene Autobahn einer schlechten Landstraße mit vielen Ortsdurchfahrten vor, vor allem wenn ein größeres Stück des Wegs vor einem liegt.

Gegen Mittag fuhren wir bei Rafail ans Meer. Im Ort ging es mal wieder eng her, aber plötzlich öffnete sich der Ort zum Strand hin. Hier lagen viele, meist kleine Boote, an der Promenade. Da hinter lagen etliche Restaurants und Bars. Hier waren wir unter Griechen. Der richtige Ort für eine Rast.

Nun war es nicht mehr weit, das heißt aber nicht, dass es dann schnell geht, denn schon kurz nach Ortsende blühte es auf einer Wiese. Hier standen hunderte griechische Alpenveilchen und da, wo der Boden offener war Herbstblausterne.

Dann ging es auf die letzte Etappe und nach einem Sträßchen durch den Schilfgürtel der Ebene erreichten wir das Meer und den sehr gepflegten Campingplatz Venezuela. Der Laden ist immer noch geöffnet und enthält das Wichtigste, was man braucht und was nicht verfügbar ist besorgt einem die Chefin bis zum nächsten Morgen.

Panteleimonas

Hier sind wir seid ein paar Tagen auf dem uns schon bekannten Campingplatz Poseidon unter gekommen. Im Moment sind wir zu dritt – drei Wohnmobile. Der Strand gehört uns fast ganz alleine.

Burg Platamon

Weiter unten gibt es ein Jugendhotel, von dem immer mal wieder Gruppen von Jugendlichen vorbei kommen. Überraschend viele, wenn auch kleine Supermärkte haben noch offen, so wie einige Lokale.

Vor uns sehen wir über das Meer bis zur Insel Kassandra und hinter uns thront der Olymp, meist in Wolken. Es wird nachts langsam kühler, aber tagsüber scheint die Sonne und wärmt die Luft bis auf 25° auf.

Olymp

Entlang der Küste kann man gut Fahrrad fahren, die Hauptstraße führt parallel, aber etwas weiter vom Ufer weg. Wir haben mal wieder alles durch gewaschen und werden weiter in Richtung Athen ziehen.