Nea Agathoupoli

Gestern war ein richtiger Faulenzertag. Wir haben den Campingplatz und die Landschaft genossen, die Ruhe, das Grün und auch die letzten Blümchen. Für uns war der Aufenthalt an der Westküste Sithonias einfach paradiesisch. Einen schöneren Küstenabschnitt haben wir auf Griechenland nirgends gefunden.

Nachmittags haben wir noch Boule gespielt, gebadet im klaren Wasser und gelesen. Mit einem romantischen Sonnenuntergang ging der Tag zu Ende.

Heute mussten wir erst mal einen Supermarkt finden, um unsere Vorräte auf zu füllen. Das Erste, was wir anfuhren war ein Obst- und Gemüsestand. Die Frau ließ uns alles probieren und so bekamen wir seit langem mal wieder reife Pfirsiche. Ein Bäcker entlang der Straße versorgte uns auch mit Kaffee und der Supermarkt da neben versorgte uns mit dem Rest.

In Thessaloniki spielte das Navi einen Streich, anstatt uns per Autobahn außen herum zu leiten, führte es uns mitten hindurch. Irgend wann waren wir auch da durch und wieder auf der Autobahn. In Nea Agathoupoli wollten wir zu Mittag essen. Warum ausgerechnet da?

Wir hatten einfach Hunger und fuhren von der Autobahn hinunter und kurz darauf standen wir vor einem Strandlokal. Die Muschel in roter Soße mit Ziegenkäse war mal wieder sooo gut und auch die Anchovis wurden bis zum letzten Schwanz aufgegessen.

Interessant waren die vielen Graffitis, was aber auch bedeutet, dass so manches Haus leer stand. Dann waren es nur noch 50 km, am Olymp vorbei zum Camping Poseidon, wo wir die nächsten Tage bleiben wollen.

Fahrradtour nach Toroni

Die Tour kannten wir schon von unserem letzten Aufenthalt, wollten sie aber noch mal unternehmen. Das erste Stück war noch asphaltiert, aber dann wurde es eine Staubstraße mit oft losen Steinen und Felsen. Insgesamt hat sich der Zustand gegenüber dem letzten Mal verschlechtert.

Geblieben ist eine Straßenführung die uns von einer Bucht in die nächste führte. Da zwischen ging es teilweise heftig rauf und runter. Die Buchten sind traumhaft schön, meist noch naturbelassen, wenn auch oft von frei stehenden Wohnmobilen in Besitz genommen.

Am Wegesrand fanden wir nicht viel interessantes, aber es gibt immer noch ein paar Herbstblüher. Verschiedene Kakteenarten wuchsen neben einander und überreich an Beeren bestückt. Da würde es sich lohnen Kakteen-Marmelade ein zu kochen.

Es war mal wieder sehr warm und so nahmen wir das erste offene Lokal in Toroni, um uns auszuruhen und uns zu stärken für den Rückweg. Es lagen ja noch mal etwas über 15 km vor uns, auch wenn wir zurück über die asphaltierte Landstraße fahren wollten. Die ging höher als der Küstenweg am Berg entlang, war aber genau so bergig wie der Hinweg.

Neben der Straße fuhren wir an einem der vielen Ziegenställe vorbei, wohin sie abends zurück kehren und gemolken werden. Wir sind gut zurück gekehrt, brauchten aber erst mal eine kalte Dusche und einen Liegestuhl.

Sithonia Westküste

So sehr wie den Platz bei Sikia genossen haben, es steht noch mehr auf unserer Wunschliste. Wir fahren also weiter im Uhrzeigersinn um Sithonia herum. Ganz unten befindet sich die Hafenbucht Porto Koufo. Nur eine schmale Meerenge gestattet das Ein- und Ausfahren der Schiffe. Im Osten befindet sich ein schöner Sandstrand, während sich im Westen der Hafen befindet mit seinen Lokalen. Leider unverschämt teuer!

Weiter ging es um die Kurve in die Bucht von Toroni. Hier gibt es einen langen Sandstrand, viele Bars, Hotel und Apartments, von denen etliche erst in den letzten Jahren erbaut worden sind. Hier haben wir auch gut gegessen: Gefüllte Aubergine, Sardinen und fritierte Auberginenscheiben. Leider schien der Kellner mehr an seinen Urlaub zu Saisonende zu denken, als uns freundlich bedienen zu wollen, aber Schwamm drüber.

Toroni

Für das letzte Stück unserer Fahrt mussten wir uns ganz auf unsere Erinnerungen verlassen, denn einen Namen hatten wir nicht. Trotzdem fanden wir die richtige Ausfahrt und Abfahrt zur Küstenstraße und die Einfahrt in den Campingplatz. 2 Nächte können wir bleiben, dann will man auch hier zu machen.

Camping Areti

Der Platz ist weiterhin sehr gepflegt mit Stellplätzen, die einen direkten Blick aufs Meer ermöglichen. Auch gibt es einen schönen Sandstrand und das Meer ist sauber und gut zugänglich, einfach traumhaft.

Camping Areti

Im Tal von Sikia

Heute wollten wir über Sikia hinaus das Tal erkunden. Das war nicht so einfach, denn in Sikia geht es eigentlich nicht weiter. Das Smartphone zeigte uns aber einen Weg zu einem griechisch-orthodoxem Heiligtum.

Der Asphalt heute mit dem Ende der Bebauung auf, und der Weg stieg kontinuierlich an. Das war aber kein Problem für uns bzw. mit den E-bikes. Einmal kam uns ein Pic-up mit einem Wasserfass entgegen, der von einem der Ziegenställe kam, die wir häufig sahen.

Leider wird auch hier Müll einfach den Hang hinunter entsorgt. Weiter unten standen noch viele Olivenbäume, später war es Macchia / Strauchvegetation, in der sich nur noch Ziegen wohl fühlen. Hier fanden wir am Wegrand die herbstblühende Erika und Golddisteln.

Nach gut 10 Kilometern machten wir kehrt, noch ein Stück weiter und es wäre bergab zur Westküste hinab gegangen. In Sikia selber haben wir ein anderes Restaurant ausprobiert. Es gab griechischen Salat und Oktopus gegrillt, was uns geschmeckt hat. Nun wartet auf uns ein fauler Nachmittag. Wenn der Wind nachlässt gehen wir baden sonst nur Boule spielen.

Skala Sikia

Nach einem ziemlich faulen Vormittag, war auch mal schön, fuhren wir die Bucht mit den Rädern nach Süden entlang. Hier schließen sich weitere kleine Buchten und Strände an. Gleich in der ersten sahen wir ein nettes Restaurant.

Die meisten Tischen waren nicht belegt, hier geht es mit großen Schritten auf das Ende der Saison zu, Schade, denn die Luft und das Wasser sind herrlich warm, aber wenn die Gäste ausbleiben, müssen die Restaurants und vieles andere zu machen.

Man bot uns frisch gemachtes Moussaka an, ein griechischer Auflauf, der, wie wir jetzt wissen, auch eine Schicht Zucchini enthalten sollte, die fehlte sonst hat es aber gut geschmeckt. Hinter her gab es noch einen Gruß aus der Küche, eine kleine Leckerlichkeit, die gar nicht zu süß schmeckte.

Um die Kalorien los zu werden radelten wir noch einige Kilometer die Küste weiter. Eine Gruppe wilder Hunde unter einer Brücke verhielt sich ruhig. In den weiteren Buchten sahen wir urige Bars, die aber alle schon dicht gemacht hatten.

An der Straße stehen immer wieder kleine Gedenkkirchen, die meist an Verstorbene erinnern sollen, Proskinitária genannt. Innen befindet sich oft ein Öllämpchen. Sie werden häufig von Baumärkten in verschiedenen Größen angeboten.

Fahrt auf die Halbinsel Sithonia

Heute Morgen wurden wir durch einige Tropfen geweckt. Es hat aber nicht ausgereicht, dass die Handtücher nass geworden wären. Aber der Wind wehte uns den Verkehrslärm über den Platz, so waren wir uns schnell einig zu packen. Auf dem Rückweg können wir ja noch mal in Nea Moudania vorbei fahren.

Wir fuhren zuerst ostwärts an Kasandra und Sithonia vorbei, um dann an der Ostküste von Sithonia nach Süden zu fahren. Während wir zu Beginn noch etliche Orte und Felder entlang der Straße sahen, führte die Straße auf Sithonia in vielen Kurven und mit etlichen Steigungen durch schöne Kiefernwälder. Am Straßenrand blüht das Heidekraut. Um den Ort Sarti fanden wir keinen Campingplatz, so dass wir wieder in Skala Sikia landeten.

Eigentlich erst mal in Sikia selber, wo wir in einem Lokal Crepes aßen. Nach dem gestrigen Schlemmeressen am Abend waren wir noch nicht richtig hungrig. Doch etwas gestärkt fuhren wir den Campingplatz Melissi am Strand an. Seit unserem letzten Besuch sind die Sanitäranlagen überholt worden und lassen nun keine Wünsche offen.

Der Strand ist recht sauber und relativ wenige Touristen sieht man hier. Die beiden Stümpfe ehemaliger Mühlen sind auch restauriert worden. Am Strand gibt es immer noch ein ehemaliges Jugendlager, ein lost place, den einige Streetart-Künstler als Leinwände benutzt haben.

Nea Moudania

Jetzt haben wir uns von der Fahrt etwas erholt. Wir sind täglich im Wasser, es ist trotz des Sandes ziemlich sauber und man kommt gut hinein bzw. hinaus und drinnen ist es angenehm warm. Es gibt zwar einen kleinen Laden auf dem Campingplatz, aber für ihn ist es schon das Ende der Saison, so dass wir lieber ins 6 km entfernte Nea Moudania fahren.

Das touristische Leben findet natürlich an der schon recht schön ausgebauten Hafenpromenade statt. Hier gibt es auch einen Fahrradweg. In den Straßen da hinter liegen die eigentlichen Geschäfte, kleine Läden und etwas weiter am Rand auch ein großer Superpark: Take and Carry.

Wir fanden gut reifes Obst, eine besondere süße Melone und auch die Bäckerei vom letzten Mal wieder. Hier spricht man Deutsch und die Backwaren sind auch so: fres.co. Endlich wieder gewohntes Brot. Man muss nur die recht lange Fiesta-Zeit berücksichtigen. Die meisten Läden öffnen erst wieder gegen 16 Uhr.

Alles überragt die schöne Kirche. Hinein kamen wir wieder nicht. Drum nur ein paar Motive, die ich beim letzten Besuch (Griechenland 2019) nicht aufgenommen hatte.

Auf dem Rückweg fielen mir noch ein paar Blümchen am Straßenrand auf, aber viel blüht nicht mehr in der Natur. Dagegen blühen in der Gärten noch Bougainvilleas und der Oleander.

Fahrt nach Nea Moudania

Schon früh am Morgen weckten uns die Hähne und so waren wir schon gegen 9 Uhr unsere nächste Strecke an zu gehen, mehr an zu fahren. Im Ort selber wies das Verkehrsschild nach links, während die Markierungen auf dem Asphalt das verboten. Also nach rechts, in der Hoffnung, dass bald ein Kreisverkehr kommt.

Die Strecke nach Korce war gut ausgebaut, aber bei jeder Straßeneinmündung oder Kreuzung wird die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h herab gesetzt, was viele Einheimische nicht stört und zu heiklen Situationen führt. Nach Korce war kaum mehr Verkehr auf der Straße, das einzige Ziel war die Grenze.

Hier verließen wir Albanien nach einem kurzen Stopp, um uns vor der griechischen Kontrolle in eine lange Schlange ein zu ordnen. Buspassagiere und Autos wurden am selben Schalter abgefertigt. So brauchten wir eine gute Stunde bis ich am Schalter dran war und bekam nach 30 Sekunden meine Pässe zurück und der folgende Zoll winkte uns durch.

Was wir nicht wussten, war, dass die Autobahn gleich nach der Grenze beginnt und in spektakulärer Streckenführung in südöstlicher Richtung aus den Bergen hinaus führt. Ich genoss es den Wagen laufen lassen zu können und so kamen wir immer weiter vom heutigen Ziel weg und irgend wann beschlossen wir nach Nea Moudania durch zu fahren.

Die Bilder stammen alle vom hiesigen sehr gepflegten Platz Oelia Camping & Bungalows, wo wir auf unsere Crailsheimer Freunde warten werden. Den Platz findet man in dem man an Nea Moudania vorbei fährt, dann kommt rechts am Rand ein Schildchen Campingplätze rechts abbiegen, dann parallel zur Hauptstraße weiter fahren bis große Schilder rechts direkt zu den Plätzen führen.

Podgradec

Die Möglichkeit mal wieder mit dem Fahrrad problemlos Fahrrad zu fahren, führte dazu, dass wir noch einen Tag hier verbringen. Der Campingplatz ist zwar sehr einfach und heute fanden wir in der Nachbarschaft einige bessere, hier im Osten des Ortes. Wir konnten unsere Vorräte auffüllen, was mit Euros problemlos ging, dafür bekamen wir später im Restaurant als Wechselgeld nur Albanisches Geld. Jetzt sind wir im Besitz eines 2000ders.

Entlang des Sees führt ein Fahrradweg, dem wir etliche Kilometer folgten. Auch hier fanden wir immer wieder Personen, die Produkte anboten. Darunter auch Fisch aus dem See. Eine historische Waage hatten sie auch dabei. Wofür sie die Kombizange brauchen erschloss uns nicht, aber wir kauften ihnen auch keinen Fisch ab.

An einer anderen Stelle stand eine beeindruckende Ruine. Hinter mehreren Toren wurde irgend wie und an irgend etwas gearbeitet. Auffallen tat uns jedenfalls die Graffiti-Fassade.

Zurück im Ort besuchten wir ein Restaurant am Strand. Meine Forelle schmeckte gut, aber Gudruns Petulla te Fshira (gefüllte mehrlagige Pfannkuchen) waren wirklich etwas Besonderes.

Entlang der Promenade erstreckt sich ein Park. Hier wurden wir auf eine größere Gruppe von meist älteren Männern aufmerksam. Sie spielten an mehreren Tischen meist eine Domino-Variante oder Schach.

Auf dem Nachhauseweg fielen uns noch 2 Dinge auf: Eine überdimensionale Steinschleuder und kurz vor dem Campingplatz ein gefestigter Schützen stand, wovon es hier etliche gibt.

Noch eine Anmerkung zu Albanien: Ja, hier ertönt regelmäßig, aber nicht nervtötend der Ruf des Muezzin, oft haben wir ihn einfach überhört. Die Frauen, egal welchen Alters, laufen wie bei uns gekleidet herum, selbst ein Kopftuch findet man hier nicht.

Fahrt zum Ohritsee

Gestern Abend nach Sonnenuntergang wurde uns noch ein Farbspektakel auf dem Campingplatz geboten. Deshalb musste ich auch noch mal den Aussichtsturm besteigen.

Die Nacht war sehr ruhig und ausgeruht beschlossen wir weiter zu fahren, da sich keine interessante Fahrradtour anbot. Auch in die Stadt wollten wir nicht. Es wird zwar viel Fahrrad gefahren, nur hat das mit unseren Gewohnheiten wenig zu tun, und wir wollten ja ohne Blessuren weiter kommen.

Dass man schnell in Schwierigkeiten kommen kann, erlebten wir schon nach wenigen Kilometern in Richtung Tirana: Mehrere demolierte Autos, ein Wohnmobil kopfüber im Graben, mehrere Sankas, da hat mal wieder jemand überholt, wo es verboten ist. Ähnliche Situationen haben wir mehrere erlebt. Da hilft nur ein gutes Reaktionsvermögen.

In Albanien gelten sehr enge Regeln: 40 km/h im Ort, 80 max. auf der Landstraße. Wir haben mehrere Kontrollen erlebt und trotzdem wird oft gerast, meist mit deutschen „Prämiumwagen“.

Tirana ist weiterhin eine Katastrophe, vor allem weil in zweiter Reihe laufend geparkt wird, dazu ist die Straße sehr schlecht und fast jeder drängelt in die sich auftuende Lücke hinein. Aber Albanien ist auch das Land der Gegensätze, der Eselskarren gehört genauso zum Straßenbild wie die Stretch-Limousine, die Bauruine wie das Pallasthotel. Hübsche Restaurants mit preiswerten Speisen wie die Straßenhändler.

In Tirana konnten wir tolle Streetart Gemälde nur im Vorbeifahren bewundern, in Elbasan fand ich sogar eine Parkmöglichkeit. Dann ging es in die Berge. Zwei heftige Pässe waren zu bezwingen, dann hatten wir endlich einen Blick auf den Ohritsee (die Schreibweise unterscheidet sich, ob man den See von Albanien oder Nord-Mezedonien betrachtet). Am Ortsende von Pogradec, kurz vor der Grenze, fanden wir einen kleinen Campingplatz, wo wir uns erst mal entspannen. (Titelbild ist ein Blick von der Passstraße auf den Ohritsee.)