Fahrt nach Shkodër (Albanien)

Montenegro und Albanien sind für viele noch unbekannte Länder. Unsicherheit setzt sich da bei einem fest, der die Länder bereisen will. Am letzten Abend wurde noch eine Diskussion los getreten, ob man und wenn ja für welches Land Pässe benötigt werden. Braucht man ein D-Schild am Wagen, und und und… Der beste Tipp lautet, man solle in die letzte Seite des Reisepasses einen 10 Euro-Schein stecken, sonst würde man beim Grenzübergang unter umständen 24 Stunden warten.

Nun gut, Reisepässe braucht man nicht, nach dem D-Schild schaute niemand, für das Wohnmobil und dessen Inhalt interessierte sich auch niemand. Die Personalausweis wurde eingescannt und dann bekamen wir die Ausweise wieder und konnten weiter fahren. Höflich, freundlich, effizient, so dass möglichst kein langer Stau entstand. Fazit: Der Grenzübergang nach Montenegro bzw. Albanien verlief ohne Probleme.

bei Budva

In Montenegro haben wir mal wieder günstig Obst, Gemüse und Wein am Straßenrand gekauft (in Euro bezahlt), später gut gegessen. Die Straßen ließen mal wieder nur gemäßigte Geschwindigkeiten zu, immer mal wieder kurvten wir hoch über der Küste. Deswegen sind wir auch über Petrograd im Landesinnern weiter gefahren. Ein langer Tunnel kostete 10 Euro, dafür kamen wir endlich mal flott vorwärts.

Dann ging es weiter über Tuzi nach Albanien. Hier mussten wir auf Schafe und Rinder auf der Fahrbahn achten. In Montenegro sahen wir dann die ersten Minarette, wo hingegen in Skodër eine christliche Kirche das Stadtbild prägt, natürlich nach der Festung, die direkt über unserem Campingplatz thront. Dieser neue Platz ist eine Show, eine schöne Anlage mit allem Komfort, WIFI, Pool, Bar, Hotel, Bungalows und Restaurant.

Das hat natürlich seinen Preis: 2 Personen im Wohnmobil mit Strom 25€ pro Tag. Eigentlich sollte man länger bleiben, aber die Stadt selber interessiert uns nicht besonders.

Molunat

Jetzt sind wir am südlichsten Zipfel Kroatiens angekommen. Das letzte Stück ging zuerst direkt an der Küste entlang und bot spektakuläre Aussichten. Ein Anhalten war da unmöglich. So ging es nach Dubrovnik hinein, besser gesagt, wir umfuhren die Stadt hoch oberhalb der eigentlichen Häuser, hatten aber immer mal wieder einen Blick hinab.

Auf einem Parkplatz entdeckten wir zufällig einen Fiat 500 TOPOLINO aus dem Jahre 1949 in einem TOP-Zustand.

Dann konnten wir noch einkaufen und den Tank voll laufen lassen bis wir für die letzten Kilometer auf ein kleines Sträßchen abbogen. Hier in Molunak geht es noch ziemlich gemütlich zu. Es gibt einen Laden, ein recht gutes Restaurant und eine Bar, 2 Campingplätze unten am Meer, einen kleinen Hafen und ein Strand, der an einer Stelle einen Einstieg über Sand erlaubt.

Portulaca grandiflora

Wir waren regelmäßig baden und wurden von Fischen umschwommen. Von den Felsen sollte man sich fern halten, denn dort gibt es Seeigel, was dann mehr die Taucher interessiert.

Auf einem kurzen Spaziergang sahen wir in den Gärten einige hübsche Pflanzen. Hier blüht es noch im Gegensatz zur freien Natur, wo es nur noch wenige Blüten zu bewundern gibt.

Korčula

Gestern war vor allem ein Reisetag. Von Makarska bis Kučište auf die Halbinsel Pelješac ist kilometermäßig nicht weit, aber die Strecke ist recht kurvig. Also langsam fahren, was es uns ermöglichte uns die Buswartehäuschen anzusehen. Im Mündungsdelta der Neretva stehen dutzende Verkaufsstände mit Obst, Gemüse, Marmelade, Säften und Wein am Straßenrand. Hier haben wir gut und preiswert eingekauft. Auf Pelješac meinte das Navi wir sollten die kürzere Strecke nehmen, mit dem Ergebnis, dass wir uns ziemlich enge Serpentinen hinauf quälen mussten.

Für Kučište hatten wir den echt guten Tipp bekommen den Camping Palme anzufahren. Der familiäre Campingplatz liegt sehr schön und wir sind froh wenigstens für 2 Nächte einen Platz bekommen zu haben.

Für heute haben wir uns eine Fahrt mit der Fähre nach Korčula vorgenommen. Bis zur Fähre in Orebić ließ es sich gut mit dem Fahrrad fahren. Die Fähre fährt stündlich und in 15 Minuten ist man auf der Insel Korčula so wie dem Ort gleichen Namens.

Interessant ist vor allem die Altstadt, die noch immer geschützt hinter Türmen und Mauern liegt und heut zu Tage von den Touristen erobert werden will. Und die kommen in Scharen, sogar ein Kreuzfahrtschiff machte hier gestern Halt. Aber es lohnt sich.

Neben dem Ensemble an sich kann man viel Zierrat an den Türstöcken und Fenster-Umrandungen entdecken. Auf den Turm der größten und höchsten Kirchen kann man klettern. Man hat von oben einen sehr schönen Blick, den man sich aber zuerst verdienen muss. Es geht steil und eng im Treppenhaus zu. Schlank sollte man auf jeden Fall sein, Entgegenkommende haben kaum eine Chance an einem vorbei zu kommen.

Da es wieder sehr warm wurde, haben wir uns bald nach einem guten Mittagessen auf den Weg zur Fähre gemacht.

Makarska

Was macht man, wenn der Wetterbericht eine Regenwahrscheinlichkeit von 73% vorhersagt? Man packt die Fahrräder und denkt an die 28% Sonne, bzw. Trockenheit. Vom Campingplatz geht es direkt auf die Promenade, die am laufenden Bande beidseitig mit Ständen bestückt ist. Mit dem Fahrrad geht es nur langsam vorwärts.

Nach etwa 1 km kommen wir aus dem Ort heraus und bald reduziert sich die Promenade zu einem Wanderweg. Das ausgewiesene Ziel liegt noch 10 km weiter der Küste entlang. Hier drehten wir um und fuhren ins Zentrum. Hier um den Hafen herum trifft man sich, hier sind die besseren Geschäfte, hier liegen die Boote für Excursionen.

Die Altstadt liegt etwas oberhalb und hier ist es schon ruhiger, gemütlicher. Hier dominieren die hellen Natur-Kalkstein-Mauern, befinden sich die Kirchen (etwas sozialistisch vernachlässigt, und der Markt.

Zurück auf der großen Promenade fanden wir ein nettes Lokal, wo wir gut gegessen haben und einen schönen Blick auf die nahen Berge hatten. Immer die 73% Regenwahrscheinlichkeit im Blick. Ich finde, früher, ohne irgend eine Regenwahrscheinlichkeit war das Wetter gefühlt besser.

A8, die Küstenstraße Kroatiens

Die letzten 2 Tagen sind wir ein gutes Stück in Richtung Süden vorwärts gekommen , und das, obwohl wir die Autobahn gemieden haben. Wir wollten die Landschaft kennen lernen und dafür eignet sich die A8 trefflich. Jeder, der zügig vorwärts kommen möchte, der sollte lieber die Autobahn nehmen.

Die Straße ist gut ausgebaut, was nicht heißt, dass so manche Kurve nur mit 40 km/h befahren werden sollte und hier lohnt es sich den Geschwindigkeits-Tafeln zu folgen. Die maximal erlaubten 80 km/h kann man nur auf wenigen kurzen Stücken erreichen. Problematisch sind die Motorradfahrer, die sich an keine Regeln halten und immer mal wieder gefährliche Situationen herauf beschwören.

Gestern kamen wir bis in die Gegend von Zadar. Bei einem kurzen Stück Autobahn, funktionierte die ADAC-Mautbox und wir kamen ohne Anhalten durch die Stationen. Die Campingplätze waren mehr Stellplätze, sehr eng und ungemütlich so dass wir heute weiter fuhren.

Ab Sibenik wurde die Landschaft schöner, aber das meist steile Ufer lässt keinen Platz für Campingplätze. Wir waren schon froh einen etwas größeren Parkplatz für´s Mittagessen zu ergattern. Nun sind wir in Markaska gelandet und hoffen die nächsten Tage zu entspannen, was bei tagsüber um die 30°, nachts um die 20° nicht einfach ist.

Selce – Kroatien

Gestern haben wir noch mal teuer getankt. Die Information, dass der Diesel in Slovenien um 40 Cent billiger ist, kam nicht bei uns an. Die Strecke um Triest ist recht abenteuerlich, aber man bekommt einen schönen Blick auf die Stadt. Die Grenzübertritte waren so locker wie nach Österreich, nein einfacher, denn wir brauchten keine Vignette.

Bushaltestelle von Rupa, wo wir gegessen haben.

Vor Rijeka blieben wir auf der A9, um noch eine Restaurant zu finden, bevor wir auf die Autobahn in Richtung Rijeka abfuhren. Hier saßen wir unter Eiheimischen und wurden gut bedient, der Kellner sprach gut Englisch, oft spricht man auch Deutsch.

Brücke nach Krk von Selce aus

Rijeka ist eine Großstadt, da hält man am besten seine Spur auf der vierspurigen Durchgangsstraße, bis uns das Navi auf die Küstenstraße befahl, wo es die nächsten Kilometer von einem Ort in den nächsten ging. Wir kamen an der imposanten Brücke zur Insel Krk vorbei und dann erreichten wir auch schon Selce.

Der Campingplatz liegt am Hang und alle, die nicht lange bleiben, bekommen Plätze oben am Berg. Wer Schatten haben möchte, muss sich um die Bäume kämpfen, die Sanitäranlagen sind sehr gut.

Heute fuhren wir die Promenade, etwa 10 km einfach, ab. Strand gibt es hier kaum, dafür viele Steine. Viele Sonnenanbeter legen ihr Handtuch auf betonierte Terrassen. Auf der Landseite befinden sich die Hotel, dazwischen vereinzelt Lokale oder Souvenirstände. Da der Zugang recht beschwerlich ist, werden wir morgen weiter fahren.

Alpe-Adria-Radweg

Heute Morgen sind wir mit den Rädern zum Bahnhof von Gemona gefahren. Am Automaten bekamen wir unsere Tickets (5,90€+3,50€ p.P.) nach Tarvisio. Die Züge fahren stündlich. Unserer hatte vorne und hinten einen Großraumwagon nur für die Fahrräder. Nach etwa 45 Minuten stiegen wir mit vielen anderen in Tarvisio aus.

Dort suchten wir unseren Radweg in den Süden, der zuerst durch die Ortschaft Tarvisio führte und danach stetig bergauf bis zu einer Passhöhe von wo aus es fast nur noch bergab ging.

Hier oben führt der Radweg ausschließlich auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse, gut asphaltiert und durch Markierungen in 2 Spuren aufgeteilt. Vor allem im unteren Teil reihen sich die Tunnel aneinander, die zwar beleuchtet sind, um aber selber gesehen zu werden ist das Anschalten der Beleuchtung sinnvoll. Da zwischen hat man von Brücken schöne Ausblicke ins Tal und auf die Berge.

Raststationen sind meist 500 m vorher angekündigt und verteilen sich regelmäßig auf die Strecke. In den Ortschaften gibt es einen Pannenservice für Fahrradfahrer. Der Weg ist wirklich gut ausgestattet und führt von Gemona weiter über Udine nach Grado an die Adria.

So wundert es nicht, dass auf dem Weg in beiden Richtung viel Verkehr ist. Wir sind heute 74 km gefahren und da es sehr warm ist, sind wir geschafft und genießen erst mal die Dusche.

Gemona

Die Tauernautobahn ließ sich ja so gut fahren, die Berge sah man zwar, aber man spürte sie nicht beim Fahren. Mit 2 längeren Tunnel hatte man die Berge hinter sich gelassen. Mit der GO-Box konnten wir den Stau um die Mautstelle umfahren, um Villach herum und auf der A2 in Richtung Italien.

Wie geplant fuhren wir den Campingplatz Ai Pioppi in Gemona an. Er ist gut ausgeschildert und liegt fast direkt am Fahrradweg Alpe-Adria. Heute waren wir am Bahnhof und haben uns die Einstiegmöglichkeiten für Fahrradfahrer angesehen, es geht. Ausgerüstet mit gutem Kartenmaterial fuhren wir dann die Serpentinen hinauf in das historische Zentrum.

Um den Kirche herum ist es recht nett, aber nach einem Kaffee verließen wir den Ort und fuhren den Alpe-Adria-Radweg bis nach Venzone. Der Ort rühmt sich einer der schönsten in Italien zu sein. Es existieren noch Stadtmauern und Graben und innen ist es wegen der Einbahnstraßenregelung recht ruhig.

In einem typisch italienischen Gemischtwarenladen füllten wir unsere Vorräte auf und fanden danach auf dem Kirchplatz ein Lokal, das uns mit Wildschwein Spagetti und Tortellini mit geräuchertem Scamozze verwöhnte.

Der Radweg war asphaltiert und interessant gestaltet, teilweise auf der alten Bahnlinie. Aber das ist kein Geheimtipp mehr. Morgens und abends fährt ein besonderer Fahrradzug nach Tarvisio mit Anschluss nach Villach.

Chiemsee

Unsere erste Strecke führte uns bis zum Chiemsee Camping Rödlgries. Auf der dem Weg hier her mussten wir zweimal durch einen Stau und auch sonst war viel los. So waren wir recht froh hier problemlos unter zu kommen. Kein Wunder, obwohl der Platz sehr ordentlich ist, einen schönen Strand und auch sonst gepflegte Anlagen aufweist, liegt er direkt an der Autobahn und auch nachts sind die Rollgeräusche der Autos recht laut.

Nach unserer Ankunft waren wir spontan so begeistert vom Platz, dass wir beschlossen heute eine Radtour um den See zu unternehmen. – Nach dem sich der Morgennebel gelichtet hatte, machten wir uns auf den Weg. Das erste Stück führte uns an der Autobahn entlang, nicht so toll, aber die kürzere Variante, denn auch so hatten wir 60 km vor uns.

Im Irschener Winkel erreichten wir die Hauptroute und zudem ein kleines Ferienparadies, alles sehr gepflegt und wir ließen uns für einen ersten Kaffee in einer Strandbar nieder. Weiter ging es nach Prien, meist auf gesplitteten Wegen, die sich meist gut fahren ließen. In Prien stießen wir auf die Chiemseebahn, die den DB-Bahnhof mit dem Schiffsanleger zur Herren- bzw. Fraueninsel verbindet.

In Gstat konnten wir den umgebauten Schaufelraddampfer bei der Abfahrt beobachten. Optisch gibt er was her, ohne Zweifel, aber ohne das Geräusch der Dampfturbine fehlt etwas Entscheidendes.

Jetzt zähle ich nicht die weiteren Stationen auf, macht die Runde selber. Sie war sehr abwechslungsreich, die Orte liegen geschickt für zahlreiche Pausen. Der Blick ist vor allem vom Norden auf den See mit den dahinter liegenden Bergen ein Genuss.

Balkanreise im Spätsommer 2023

Nun ist es so weit, das Wohnmobil wird bepackt. Da die ersten Blätter sich gelb färben wird es Zeit für uns, uns noch mal auf den Weg zu machen.

Über die Tauernautobahn und Kärnten wollen wir nach Italien und dann weiter an der Adria entlang bis nach Albanien, um von dort über die Berge den Norden Griechenlands zu erreichen.

Die Strecke bis Igoumenitsa ist uns noch unbekannt, aber in Griechenland wollen wir einige Orte anfahren, die wir von früheren Reisen noch gut in Erinnerung haben. Da haben wir aber noch keinen genauen Plan und lassen uns treiben, vielleicht auf den Peleponnes, aber sicher ist, dass wir Ende Oktober in Patras die Fähre in Richtung Heimat nehmen wollen.

Alle, die Interesse an unseren Reiseerlebnissen haben, lade ich hiermit ein, uns per Internet zu folgen, am einfachsten, wenn ihr euch über die follow-Funktion mit den neuesten Informationen versorgt. Über die Kommentar-Funktion beantworte ich gerne Fragen zu den Orten, wo wir uns befinden.