Aprilwetter auf den Weg nach Salles.

Heute Morgen wurden wir zwar nicht von den Anglern geweckt, die waren aber eindeutig früher auf wie wir. Die Angler verteilten sich rund um den See und die Forellen machten die Runde, wo sich der beste Happen vom Haken abluchsen lässt. Während wir da waren, konnten wir keinen einzigen Fang beobachten.

Wir wollten ja auch nicht Forellen retten sondern weiter in den Süden fahren. Die gesamte Strecke war Autobahn oder Autobahn ähnlich ausgebaut. Über weite Strecken galt für über 3,5t Überholverbot und 80 km/h.

Bei Angoulême fuhren wir von der Schnellstraße runter, um einzukaufen und zu Mittag zu essen. Ein großes Industriegebiet zog uns mächtig an, da finden wir sicher einen großen Parkplatz. Die Lokale sahen alle ziemlich Fastfood-mäßig aus und es war noch ein Platz vorm Klo oder überhaupt nichts zu bekommen. Also zum Einkaufen ins Casino. Dort fanden wir einen freundlichen Asiaten, der uns etwas zusammen stellte, die Namen konnte ich mir nicht merken, aber es war preiswert und hat gut geschmeckt.

Danach fuhren wir an Bordeaux vorbei nach Salles. Hier hat mal wieder ein Campingplatz im März geöffnet. Nachdem wir auf der Fahrt immer mal wieder einen Wechsel von Sonnenschein und Regenschauer über uns ergehen lassen mussten, hatten wir bei unserem kleinen Spaziergang durch Salles auch nicht mehr Glück. Hier stammen auch die Aufnahmen her. Das Flüßchen hat Hochwasser und das kleine Schloss aus dem Jahre 1468 überraschte uns durch Rehe im Park und einem schönen Mammutbahn am Eingang.

St. Desert – ein netter Zwischenstop

Nachdem die Nacht uns Frost beschert hat und der Heizlüfter durchgehend in Betrieb war, kamen wir bald los und genossen den Sonnenschein. Épinal liegt an der Mosel, bald erreichten wir bei Vittel die Marne und wenig später bei Vesoul die Marne. Danach ging es nach Süden entlang der Saone, bis wir nach Südwesten dem Canal du Centre folgte, an dessem Ende wir die Loire überquerten.

Die meisten Kilometer fuhren wir auf der Autobahn. Auf neueren Strecken wird man auch bei laufendem Verkehr unter den Mautbrücken registriert. Irgend wann kann man auf der Autobahn nicht mehr bar zahlen.

Gegen Mittag sahen wir die Ausfahrt nach St. Desert im Burgund und den Ort an einem Weinhang liegen. Gleich im Ort fiel uns das Lokal Auberge de la route des vins auf. Mit viel Glück auch einen Parkplatz fürs Wohnmobil. Aus mehreren Lieferwagen strömten Arbeiten ins Lokal, also nichts wie hin.

Das 3-Gänge-Menue mit einer Quiche, Hühnchenbrüste mit Beilagen und einer Karamelcreme für 16€ für mich, war ich sehr zufrieden. Gudrun hatte sich ganz andere Speisen ausgesucht. Nach dem Kaffee bummelten wir noch ein wenig durch den Ort, wo die Bilder geschossen wurden. Das Kirchturmdach ist, was typisch ist fürs Burgund, mit farbig glasierten Schindeln gedeckt.

Gegen 16 Uhr erreichten wir den Camping de l´Étang-de-Sault. Ein kleiner sauberer Platz. Am nächsten Morgen war das Ufer mit Anglern besetzt. Die Jagd auf die Forellen hatte begonnen.

Von Crailsheim über Rambervillers nach Épinal

Von den Nachbarn wurden wir noch mit dem Kommentar: „Ich dachte, ihr wärt schon längst weg!“ verabschiedet. Wenn die wüssten, was alles ordentlich hinterlassen werden muss, wenn man sich für einige Zeit verabschiedet. Auf jeden Fall haben wir unseren Kangoo noch der Fa. Stoll übergeben und sind dann in Richtung Speyer auf die Autobahn.

Wir fahren das Rheintal generell linksrheinig hinunter, da ist einfach weniger los auf der Straße. Hinter Haguenau ging es kurz in Richtung Paris über die Vogesen und dann entlang der Vogesen nach Süden. Die Landschaft erinnerte uns an das Allgäu.

In Rambersvillers hielten wir an einem großen Platz an und liefen auf der Suche nach Kaffee und Kuchen in die City. Von dort stammen alle Fotos. Nachdem wir nichts gefunden hatten, kehrten wir zum Parkplatz zurück, dort bekamen wir auch einen Café allongé und quer gegenüber ein frisches Baguette und 2 süße Stückchen.

Nur wenige Kilometer weiter stehen wir jetzt auf dem Camping du Chateau in Épinal. Außer uns steht hier noch ein Wohnwagen aus Deutschland, alles recht gepflegt und ruhig. Hier werden wir gut schlafen bis es morgen weiter geht.

Frühlingsreise in die Extremadura

Es ist März, herrlicher Sonnenschein und das Wohnmobil ist bereit für eine neue Reise.

Wenn wir bald losfahren, sollte es für uns nicht zu heiß werden im Süden Spaniens. Quer durch Frankreich durch, mit wenigen Stopps, und dann quer durch Spanien, Madrid liegen lassend immer nach Südwesten hoffen wir in einer Woche den Süden Extremaduras zu erreichen.

Und natürlich haben wir genügend Reiseführer und Karten dabei, eine ADAC-Karte von Spanien und Portugal aus dem Jahre 1978. Wir sind also nicht die ersten Henßens, die sich so weit nach Westen trauen. Was wir dort erleben, werde ich wie gewohnt, hier schildern.

An der Küste von Mollina

Nördlich von Vieste gibt es einen hübschen Sandstrand. Nach etwa 3 km muss man von der Hauptstraße nach rechts abbiegen, ausgezeichnet nach dem gleichnamigen Campingplatz. Hier gibt es mehrere Campingplätze, Freizeitanlagen, Bar und Restaurant.

Wir waren bisher immer außerhalb der Hauptsaison hier und dann ist es sehr gemütlich. Es waren noch einige am Strand und auch im Wasser. Wir fuhren noch ein Stück weiter, wo der Küstenstreifen neuerdings vor Autos durch einen Zaun geschützt wird. Immer wieder gibt es Öffnungen, wo man als Fußgänger das Gelände betreten kann.

Schön ist auch der von Privat wieder hergestellte Wachturm, der für diesen Küstenabschnitt typisch ist. Im Frühling haben wir hier die unterschiedlichsten Orchideen gefunden. Dieses Mal waren es Herbstzeitlose. Die verschiedenen Arten sind für mich schwer zu unterscheiden, so nahm ich die, die google-lens mir vorschlug.

Hier gibt es auch noch einen aufgelassenen Steinbruch, wo man früher die Steine zum Bau der Häuser heraus geschnitten hatte. Andauernd liefen uns Eidechsen über den Weg und an den letzten Blüten sahen wir Augenfalter und Bläulinge.

Auf der Rückfahrt entdeckten wir noch diese schön gestaltete Treppe.

Vieste – Markttag

Schon vor dem Frühstück musste ich zum Brot holen in die Stadt fahren. Dabei sah ich, dass heute Markttag ist. Also fuhren wir später noch mal hinein. Direkt auf die Felsen hat man wieder einige Trabucco aufgebaut, das sind Gestelle zum ausspannen der Netze für den Fischfang. Diese sind hier in der Gegend verbreitet, um an der Felsenküste an die Fische heran zu kommen.

Am Ende der Halbinsel steht dieses Kirchlein. Dahinter befindet sich der Stadtstrand, der wieder in einem Felssporn endet und den südlichen Endpunkt des Fischereihafens bildet. So ist Vieste ziemlich zergliedert und da viele Straßen sehr eng sind, hat man etliche zu Einbahnstraßen erklärt, was Fremden die Orientierung erschwert.

Den Markt hatte ich ja schon gesehen und mit etwas Fingerspitzengefühl fand ich auch wieder hin, wenn auch auf einem etwas anderen Weg. Es war ganz schön was los und wir waren überrascht über das Angebot. Natürlich gab es frischen Fisch, direkt von der Ladefläche, die ersten Orangen, Maronis, Walnüsse, aber auch Erdnüsse lose aus dem Sack. Überhaupt wurde vieles unverpackt angeboten.

Wir haben unseren gesuchten 5 l-Kanister Olivenöl bekommen, direkt vom Bauern, Käse, und Trauben.

Am Stadtstrand haben sie dieses neue Kunstwerk aufgestellt, dass interessante Motive bietet. Nun mussten wir erst mal alles zurück zum Wohnmobil fahren. Eine Tour über Stadt nach Norden hin schloss sich dann später an, also bis dann.

Vieste – 1. Tag

Die Sonne scheint und die Wäsche ist schon wieder trocken. Bereits zu Sonnenaufgang waren wir munter und nachdem die wichtigsten Arbeiten erledigt waren, fuhren wir mit den Fahrrädern zum Nordende des gut 3 km langen Strandes.

Der Sand war noch fest vom letzten Regen und wir spazierten bis zu den Felsen. Leider waren dieses Mal kaum Schneckenhäuser zu finden.

Vieste

Wir genießen den weiten Blick aufs Meer, verfolgen einige große Schiffe am Horizont und genießen die entspannte Atmosphäre. Eine kleine Taverne hatte noch auf und die Küche bereitete uns Anchovis und Orecchiette zu.

Die Campingplatz-Besitzerin hat eine Vorliebe für Sukkulenten. Als ich eine Crassula fotografieren wollte, sah ich auf einem Zweig diese Ruineneidechse liegen.

Bari

Wir sind zuerst nach Akrata zum namensgleichen Campingplatz gefahren. Hier war noch ziemlich Betrieb, wir bekamen aber noch einen Platz, nur leider ohne Internet. Am nächsten Tag sind wir nach Patras zu den Fährschaltern gefahren. Entgegen unseren Erwartungen und was man uns erzählt hat, waren die Fährverbindungen schon ziemlich ausgebucht.

Scheinbar fahren viele wie wir Ende Oktober nach Hause. Für den nächsten Tag waren noch 6 Meter nach Bari vorhanden und nach telefonischer Rücksprache wurden wir mit unseren 7, 20m dafür vorgesehen. So war es dann auch, mit einem Schuhlöffel rutschten wir in die Lücke hinter den Schornstein.

Suchbild: Wo ist unser Wohnmobil?

Bei schönem Wetter und 28° fuhren wir los, aber schon zum Abendbrot war es ein kleines Kunststück die Tabletts sicher auf dem Tisch ab zu stellen. Es hat uns dennoch gut geschmeckt und wir waren früh müde, nur die Bewegungen und die Geräusche des Schiffes verhinderten, dass wir einschlafen konnten.

Gegen 2 Uhr ließ das Geschaukel nach und wir schliefen doch noch eine Weile. Morgens weckte uns eine Lautsprecher-Durchsage, dass das Restaurant geöffnet hat. Also auf und runter, denn bald darauf kam Bari in Sicht. Im Hafen fuhren wir dann gut eine halbe Stunde rückwärts an den Kai und dann tat sich lange gar nichts. Dann rollten die ersten Fahrzeuge aus dem unteren Deck, aber oben bei uns bewegte sich vorerst gar nichts. Wir saßen oben an einem Fenster und beobachteten wie sich langsam das Knäul auflöste. Gut 2 Stunden nach dem Anlegen hatte unser Wohnmobil wieder festen Boden unter dem Rädern.

Zum Glück hatten wir uns für heute nur eine kurze Strecke vorgenommen, denn bald wurden die Wolken immer dunkler und es schüttete. Plötzlich waren es nur noch 16°. Eine kurze Regenpause ermöglichte es mir die Aufnahmen von der Saline zu machen. Kurz vor Fieste aßen wir noch etwas (Gudrun wurde vom Kellner mit einem Schirm abgeholt) und nach dem Bezahlen kamen die ersten Sonnenstrahlen heraus. Jetzt sind wir in Vieste und hoffen auf ein paar sonnige und warme Tage.

Ausgrabungen von Asini

Der Felsen östlich von Tolo war schon zur Zeit der alten Griechen bebaut und bewohnt. Und bei einem Rundgang durch das Archeologische Gebiet trifft man auf Überreste, die die Zeit bis in den 2. Weltkrieg widerspiegelt.

Nach dem Kassenhäuschen läuft man zu erst auf eine kleine Kapelle zu, die nur sehr einfach ausgestattet ist. Im Vorraum trifft man auf eine Pflanzen- und Tierausstellung von den Lebewesen, die man auf dem Rundgang antreffen kann.

Mir lief dann auch gleich eine Sandwespe über den Weg, die sich mit der Raupe sichtlich schwer tat.Da neben wuchs eine Kermeseiche, die vom Blatt für uns Deutsche so gar nicht nach Eiche aussieht. Die Frucht ist aber eindeutig eine Eichel, wenn auch sehr dornig.

Vom Felsen hat man natürlich auch einen schönen Blick über den langen Strand. Den Campingplatz gleich zu Beginn kann man unter den vielen Bäumen nicht erkennen.

Weiter oben fand ich ein Hauseck mit den Resten eines Mosaikbodens. Auch sieht man etliche Zisternen, die aus Sicherheitsgründen abgedeckt sind und so nicht all zu viel hergaben.

Nicht weit davon überraschte ich ein Grillenpärchen. Das Männchen war ein geschickter Reiter, denn er hielt sich gut fest, als das Weibchen mit einem großen Sprung vor mir das Weite suchte.

Kurzbesuch in Nafplio

Die Wetter-App sagt für den Nachmittag eine Wahrscheinlichkeit für Regen voraus, also fuhren wir gleich nach dem Frühstück los, in die in etwa 12 km von hier liegende Stadt. Unterwegs bei Asini hatten wir einen schönen Blick auf den einzeln stehenden Berg mit seiner Kapelle oben drauf.

Um so mehr wir uns Nafplio nähert, um so mehr nahm der Verkehr zu, und wenn dann wie so häufig in 2 Reihen geparkt wird, dann wird es auch mit dem Fahrrad eng. Wir erreichten aber dann doch den Park unterhalb der Festung und fuhren durch einen Park in Richtung Altstadt.

Hier in der Fußgängerzone kann man gemütlich bummeln, vielfältige Läden mit interessanten Angeboten lassen einen stehen bleiben. Wer dann noch mal etwas höher die Wände betrachtet, wird außerdem so manches Street-Art Kunstwerk entdecken.

Am Hafen lagen interessante Schiffe, wie ein Dreimaster und etwas weiter draußen ein Kreuzfahrtschiff. Natürlich konnten wir auch unsere Einkaufsliste abarbeiten und mit vollen Körben fuhren wir wieder zum Campingplatz, es sollte ja noch regnen.