Drautal-Radweg in Richtung Spittal

Jeder, der in dieser Gegend übernachtet, zahlt nicht nur die Kurtaxe, sondern bekommt auch eine Gästekarte. Meist kann man damit nicht viel anfangen, anders hier, denn damit sind alle Fahrkarten für 2 Personen incl. Fahrräder in den Zügen frei benutzbar, und das ist super.

Also dann auf die Räder und so weit die Drau hinab, wie Po und Laune mitmachen, denn zurück geht es ja bequem per Bahn. Der Weg war gut, die Sonne schien, Wiesen und Wälder entlang des Radwegs wechselten ab. Später kamen ein paar kurze Steigungen und im Gegenzug gemütliche Abfahrten.

Am Wegesrand gab es einiges Interessantes zu entdecken. Neben zum Fuchs´Knabenkraut auch eine Waldhyazinthe. Etwas weiter standen der gelbe Eisenhut und der gelbe Fingerhut. Bei dem Schmetterling fanden wir dunkelrote Walderdbeeren. Von denen habe ich kein Foto, die waren so schnell in unseren Mündern verschwunden.

Nach etwa 45 km suchten wir uns ein Lokal zum Mittagessen, was etwas schwierig war, denn oft öffneten die erst ab 17 Uhr. So trafen sich eine größere Gruppe von Radfahrern vor einer Café-Bar, die kleinere Gerichte anbot. Die Pause streckten wir so, dass wir ohne Eile am Bahnhof ankamen. Die Räder rollten eben in den Waggon, es war Platz genug da und man konnte sie festzurren. So kamen wir bequem zurück. DIE Bahn ist gar nicht so schlecht, nein, richtig GUT.

Fahrt zu den Colli Euganei

Das hieß für uns, den Appennin zu verlassen und quer durch die Po-Ebene bis nahe der Alpen zu fahren. 240 km, eigentlich kein Problem. Wir machten aber daraus eine kleine Herausforderung, weil wir nicht dem Lauf der Flüsse von West nach Ost gefolgt sind, sondern uns einen Weg direkt nach Norden gesucht haben.

So mussten wir direkt vom Campingplatz unseren ersten Pass angehen. Kurz vor der Passhöhe fand ich einen größeren Parkplatz, wo ich einen Pflanzen-Erkundungsstopp einlegte. Vom Auto aus hatte ich schon mehrfach Orchideen entdeckt, konnte aber immer nicht anhalten.

Dann ging es in Kehren wieder hinunter ins Tal. Hier verläuft die Autobahn Rimini-Rom, die wir nur überquerten, um den nächsten Pass anzugehen, wir sind natürlich gefahren und unser Fiat brummt gemütlich den Hang hinauf. Landschaftlich war es atemberaubend. Gudrun hat gefilmt, aber ich konnte wie meist an den schönsten Stellen nicht anhalten.

Aber auch hier fand sich irgendwann, kurz vor der Passhöhe eine Haltemöglichkeit mit traumhaft schönen Wiesen mit einer Vielzahl von Blumen. Eigentlich sollte noch ein dritter Pass folgen, aber kurz nach Ortsausgang standen bei einem Haus Sanka und Feuerwehr so auf der Straße, dass nur ein schlanker PKW vorbei passte. Ich drehte das Wohnmobil indem ich das Ende in ein Feld drückte und so genügend Platz bekam, dass ich die Motorhaube in die entgegen gesetzte Richtung bekam.

Der Rest ist schnell erzählt. Es ging hinaus in die Poebene und auf langweiligen schlechten Straßen eingereiht zwischen LKW bis kurz vor Padua. Von der Autobahn konnten wir die Colli sehen und nach einem Einkauf waren wir kurz darauf auf unserem uns bekannten Camping Alba, direkt unter blühenden Linden. Der Duft ist berauschend. Es ist schwül warm und wir warten auf ein erfrischendes Gewitter.

Casteldelci

Die Überschrift übertreibt etwas, wir waren nur bis zu den ersten Häusern unten im Tal gekommen. Die Sonne meint es sehr gut und einige Aufstiege lagen nicht im Schatten der Bäume. Aber von vorne: Wir starteten in Ponte Mesa und konnten am Ortsausgang die Hauptstraße verlassen, überquerten eine breite Brücke und folgten dem Senatello flussauf.

Im Tal befinden sich nur vereinzelt Häuser, dafür sind die Randstreifen der Straße bunt gesprenkelt von vielen verschiedenen Blütenpflanzen. Bei der nächsten Brücke haben wir uns verfahren und erreichten nach einem heftigen Anstieg wieder die Hauptstraße. Also zurück. Dafür sah ich am Straßenrand das recht seltene Immenblatt.

Wieder unten am Fluss folgten wir ihm noch ein paar Kilometer. Ein Teil des Randstreifens wurde gerade gemäht. Was für ein Frevel, denn gerade hier blühte es am heftigsten. Am Straßenrand entstand beim Bau ein Streifen mit Magerrasen, wo sich besondere Pflanzen durchsetzen können und nicht von hohen Gräsern verdrängt werden.

Casteldelci

Irgend wann erreichten wir die historische Brücke von Casteldelci. Hier beginnt auch ein Geopark und um zum eigentlichen Ort zu gelangen, geht es fast senkrecht hinauf, den Eindruck hat man wenigstens. Wir fuhren ein kurzes Stück zurück und stellten unsere Räder vor der Giardiniera ab, einer Bar mit Restaurant. Man sagte uns, dass sie für die Arbeiter ein Menue kochen, davon nahmen wir nur das Fleischgericht mit Bohnen, eine Art Stew und zum Nachtisch ein selbst gemachtes Eis.

Zum Glück mussten wir von ab ab nur noch bergab. Im Nu, so kam es uns vor waren wir wieder auf dem Campingplatz und machten uns im Schatten breit. Unter dem Blätterdach ist die Hitze gut auszuhalten. Findet ihr Gudrun auf dem Bild?

Camping Ponte Mesa

SS 71

Diese Straße verbindet den Lago di Bolsena mit dem Lago Trasimeno. Bei der Planung gestern Abend warnte mich Gudrun schon: Das wird kurvig, aber ich wollte etwas sehen und nicht über die Autostrada rasen. Der Lago di Bolsena und die umgebenden Orte sind sehr reizvoll, der Campingplatz aber dürftig wie teuer. Bevor wir auf einen anderen wechselten, zogen wir weiter gen Norden. Ach ja, gestern Abend hatten wir dann noch Besuch auf dem Campingplatz!

Rotfuchs (Vulpes vulpes)

Die erste Etappe führte uns hinauf in die Berge und dann wieder runter nach Orvieto, dass auf einem Felssockel im Tal der Paglia liegt. Zum Glück musste ich da nicht mit dem Wohnmobil hinauf, aber die Stadt bleibt im Gedächtnis und das nächste Mal bleiben wir hier länger.

Orvieto

Die SS 71 führt dann gleich wieder in die Berge. Wir genießen die Aussichten auf die Berge rund herum, in die Täler und auf die Ortschaften, die immer wieder hoch über der Landschaft auf den Berggipfeln thronen. In der Innenseite der Serpentinen, die schlecht zu bewirtschaften waren, sah ich dann die ersten Orchideen und andere interessante Pflanzen.

Dann muss man natürlich Glück haben und nicht all zu weit entfernt einen Parkplatz finden. Aus dem Seitenfenster heraus sah ich eine hohe Pflanze, die ich nicht einordnen konnte. Da musste ich zurück und entdeckte die Adria-Riemenzunge, eine der größten Orchideen Europas und 3 weitere Arten. Zeigen möchte ich hier noch ein Insekt, das vielleicht nur wenigen von euch bekannt sein dürfte: Der Libellen-Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus). Sie gehören zu den Netzflüglern und jagen im Flug andere fliegende Insekten.

Amfrühen Nachmittag erreichten wir unseren neuen Campingplatz im Norden des Lago Trasimeno nahe der Ortschaft Passignano. Was wir von hier aus erleben, ist selbst für uns noch so spannend wie ungewiss. – Kommentare zu meinen Beiträgen los zu werden, ist scheinbar nicht so einfach. Benutzt bitte meine E-Mailadresse für Anmerkungen und Fragen. Bis zum nächsten Mal…

Pasignano sul Trasimeno

Wanderung auf den Sierrecilla

Da hatte doch jemand behauptet oben auf dem Grat würde es nur so von Orchideen wimmeln. Das wollte ich genau wissen und zog mit einer Wasserflasche und der Kamera los. Auf den niedrigeren Grat führte ein Pfad hinauf, aber oben gab es eigentlich nur hohes Gras und Steine (s. Oben).

Das heißt natürlich nicht, dass ich nichts Erwähnenswertes gefunden hätte. An einer Stelle von etwa 10 Metern Durchmesser fand ich den echten schwarzen Kümmel. Ich hielt sie zuerst für eine blasse Form der Jungfer im Grünen. Ein gutes Stück weiter sah ich dann die ersten gelben Tulpen. Ich dachte Tulpen wären Steppenpflanzen, aber hier standen sie im Kiefernwald. Ihre Blütezeit war schon fast vorbei.

Mittagsschwertlilien

Auf meiner letzten Wanderung fanden wir nur noch verblühte Exemplare der Frühlingsschwertlilie. So hoffte ich, dass ich weiter oben am Berg sie noch blühend vor zu finden. Fand ich auch, aber auf dem Rückweg sah ich sie dann überall, auch unten beim Campingplatz in Blüte. Die öffnen ihre Blüten erst nach Sonnenhöchststand und das letzte Mal waren wir Vormittags unterwegs.

Ähnlich ging es mir mit dem italienischen Knabenkraut, von dem ich weiter oben nur noch verblühte Exemplare fand, während sie unten in der Nähe des Campingplatzes noch häufig blühte. Am selben Standort habe ich auch das Ohnhorn – Aceras anthropophorum gefunden. Auch das ist eine Orchideenart.

Zum Schluss hier noch 2 Pflanzen, die ich ganz oben am Berg fand. Zum Einen das Brandkraut, dessen syrische Variante überall im Wald zwischen den Kiefern steht, während die gelbe Form sich nur ganz oben am Grat finden ließ. Hier stehen auch einige Exemplare dieser wilden Gladiole.

Orchideenwanderung

Von einem holländischem Camper hatten wir den Hinweis zu diesem Campingplatz, mit der Anmerkung, dass es hier eine Orchideenwiese gibt. Danke, vielleicht liest er ja gerade mit und erkennt so manches wieder.

Der Bergrücken heißt La Sierrecilla, wie der Campingplatz, und reicht über 600 m hoch auf. Es ist eine Insel in einem Meer von Olivenbäumen. Hinter dem Campingplatz liegt ein Grillplatz und nach dem Durchqueren eines kurzen Stücks Kiefernwald öffnet sich der Wald. Rechts steigt eine größere Wiese an, die die Nordseite des Berges darstellt. Links ist alles viel steiniger und karger bewachsen.

Die Orchideen befinden sich im oberen Abschnitt der rechten Wiese, da ist es schattiger und die Sonne knallt dort nicht so arg auf die Pflanzen. Weiter oben gelangt man wieder in den Kiefernwald, der sich immer mal wieder für einen Blick in die Landschaft öffnet.

Der Weg ist jetzt nur noch ein Pfad, der aber mit festem Schuhwerk gut zu meistern ist. Immer mal wieder liegen Bäume über dem Pfad, um die etliche „Vorgänger“ einen neuen Weg gebahnt haben. Immer wenn sich der Wald öffnet und mehr Sonne herein lässt bilden sich kleine Wiesen, wo man etliche Blütenpflanzen entdecken kann.

Nachdem die letzte Nacht mal wieder recht frisch war, bekamen wir die Sonne heute heftig zu spüren und selbst im Wald legten wir immer mal wieder eine Trinkpause ein. Der Wind der sich nur leicht bemerkbar machte, war sehr angenehm. Die Bilder bilden nur eine kleine Auswahl von dem was wir entdeckt haben.

Ankunft in Alberobello

Von Manfredonia bis hier runter gibt sich die Landschaft sehr eben. Sie scheint aber sehr fruchtbar zu sein. Über all sieht man Gemüsefelder, kurz vor Bari sahen wir im flachen Wasser einer Lagune Flamingos und kurz darauf wurde in großem Stil Salz gewonnen.

Nach Bari entfernte sich unsere Route von der Küste. Es wurde hügeliger, es dominieren Olivenhaine und Obstplantagen in voller Blüte. Die „Gärten“ sind alle von niedrigen Steinmauern umgeben. Hier ist es schön, da bleiben wir sicher länger.

Der kleine Campingplatz Bosco Selva ist mit allem Notwendigem ausgerüstet, hat saubere Sanitäranlagen und freies WIFI über all auf dem Platz. Da ich gleich neben dem Wohnmobil eine verblühte Orchidee gesehen habe, bin ich am späten Nachmittag zu einer kurzen Exkursion aufgebrochen.

Nicht weit musste ich fahren, um in einem Olivenhain 5 verschiedene Orchideenarten in Blüte an zu treffen. Einige Trullis stehen auch hier außerhalb des Ortskerns, für die sie berühmt sind, die wollen wir uns morgen genauer ansehen.

Fahrt nach Manfredonia

Den letzten Nachmittag in Vieste habe ich noch mal zu einer längeren Wanderung ausgenutzt, um Orchideen zu suchen. Dazu musste ich nicht weit laufen. Sie stehen in niedrigem Gras, wo es aber nicht zu trocken ist. Mit der Zeit bekommt man einen Blick dafür.

Mehrmals habe ich dabei eine Schlange aufgescheucht, die die letzten Sonnenstrahlen ausnützten. Die schwarzen sollen ungefährlich sein, aber es gibt auch grüne, vor denen man sich in Acht nehmen soll, vor allem feste Schuhe anziehen.

Heute Morgen ging es dann weiter. Beim Tanken waren wir mit 1,69€ für den Liter Diesel auch zufrieden. Die Küstenstraße zieht sich in einer schier endlosen Aufeinanderfolge von Kurven, mal rauf, mal runter dahin. Es gab fantastische Ausblicke, aber leider nur wenige Parkbuchten.

In Manfredonia haben wir, wie das letzte Mal, zu Mittag gegessen. Insgesamt waren wir aber enttäuscht, eine wenig attraktive Industriestadt. Unser Campingplatz, „Salpi“, liegt einige Kilometer südlich am Meer mit einem langen Sandstrand. Die Sanitäranlagen sind sehr ordentlich und Shop, so wie Restaurant haben bereits geöffnet.

Wanderung entlang der Küste

Vor dem Campingplatz liegt ein gepflegter Strand, aber nur wenige Schritte nach links beginnt ein natürlicher Streifen, der bis ans Wasser reicht. Er ist geprägt durch fast weiße Kalksteinfelsen, einige Büsche und unterschiedliche Blütenpflanzen.

Je nach dem wie viel Humus sich angesammelt hat oder wie stark die Stelle dem Sonnenschein ausgesetzt ist, befinden sich andere Pflanzen. Da wo Gärten in der Nähe sind, haben sich Mittagsblumen oder auch mal Goldlack ausgebreitet. Von einem Garten aus haben sich Opuntien auf den Weg in die Freiheit gemacht. Wenn man ihren Drang nicht stoppt, werden sie die Landschaft in ein paar Jahren bestimmen.

Mit etwas Glück entdeckten wir Orchideen, die zum Teil schon verblüht waren. Eine Italienerin zeigte mir die Stellen von weiteren Arten, an denen ich erst vor kurzem vorbei gelaufen bin. Einmal sah ich eine ziemlich große schwarze Schlange, die vor mir enteilte und mir kein Foto gönnte.

Immer wieder sieht man Löcher im Felsen, sie sehen aus wie frühere Keller, aber nur selten kann man Mauerreste erkennen. In einem Garten sahen wir einen Mann, der mit einem Wildschwein spielte, sein Hund lag daneben und verzog keine Miene.