Murales in Diamante

Sehr gespannt auf das, was uns erwartet sind wir die wenigen hundert Meter in den Ort Diamante gefahren. Dort haben wir unsere Fahrräder abschließen müssen, denn die meisten Gassen sind nur zu Fuß zu erobern.

Die Altstadt liegt auf einem Felsen und von allen Richtungen führen Treppen zur Kirche hinauf. Die Wege sind nicht einfach gepflastert, sondern es sind Motive hinein gearbeitet. Die Gassen sind sehr sauber und oft sieht man Blumentöpfe, Keramiken und natürlich alle paar Meter ein weiteres Wandbild.

Viele Bilder sind über 10 Jahre alt, Wind und Wetter machen sich an den Bildern und den darunter befindlichen Putz zu schaffen. Einige Bilder im gleichen Alter sind noch sehr gur erhalten. Ich vermute, dass dort der Putz von guter Qualität war und unter Umständen vorbereitet war, um die Bilder auf zu nehmen.

Insgesamt sollen es über 150 Murales sein, die sehr unterschiedliche künstlerische Stilrichtungen aufweisen. Hier kann ich nur ganz wenige zeigen. Zu Hause werde ich aus dem vorhandenen Bildern eine Präsentation in Filmform erstellen. Bitte habt noch etwas Geduld.

Heute Abend endet eine Etappe des Giro-Italia hier und morgen geht es von hier aus weiter. Einige hier im Ort stehen Kopf, rosa Luftballons, Schleifen und Banner sind überall zu finden, wo sich die Radler abstrampeln werden.

Von Cirò nach Diamante

Heute sind wir von der Adria rüber ans Tyrrhenische Meer gefahren. Der schönste Teil war der der RS 105 zwischen Firmo und Belvedere. Mehrmals überschritten wir die 700m-Marke. Auf unzähligen Kurven fuhren wir an der Flanke der Berge entlang.

Amüsiert haben mich die teilweise aufgestellten 50 km/h-Schilder. Zwischen den Tornanti kam ich selten mal auf 40 km/h, die Kehren waren oft nur für ein Fahrzeug auf einmal zu durchfahren, zumal mit einem Wohnmobil.

Wenn ich mal anhalten konnte fand ich oft Orchideen. Oft standen sie so dicht, dass man sie vom fahrenden Fahrzeug entdecken konnte.

Die Ortschaften waren immer wieder eine Herausforderung. Man wurde aber auch hin und wieder freundlich auf Deutsch begrüßt.

Parkplatz am Brunnen

Hier auf der Westseite müssen andere Gesteinsschichten vorherrschen. Von den bunten Blumenrändern gibt es hier keine Spur. Dann hatten wir auch bald das Tyrrhenische Meer vor uns und über die letzten Kehren erreichten wir den Strand, ein Lokal für eine kurze Pause und den Hinweis zu einem nahen Campingplatz (für Rentner ,2 Personen, 10€ pro Tag während der Vor- und Nachsaison und dann soll auch noch der Giro Italia vorbei kommen, was will man mehr.

Nach Cirò über die Panoramastraße zurück

Auf der Karte war eine landschaftlich schöne Straße ausgezeichnet. Leider haben wir uns dank missverständlicher Auszeichnung nach Cirò hinauf verfahren und landeten auf der Hauptverkehrsstraße. Oben im Ort mussten wir uns etwas durchfragen und am Ende sind wir dem Gefühl nach abgebogen.

Cirò, da müssen wir hinauf

Der Weg war mal wieder für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Da uns PKW´s entgegen kamen, so schlossen wir ist die Straße zu mindestens eine Strecke weit befahrbar. In Cirò waren wir auf gut 350 m geklettert und jetzt blieben wir in etwa auf der Höhe. An einigen Stellen war die Straße leicht abgerutscht.

Blick zurück nach Cirò

Wir befuhren einen Grad und hatten laufend schöne Ausblicke nach Süden oder Norden. Auf einzelnen Bergen klebten Ortschaften, darunter Wälder und im Talgrund Olivenbäume und Weinreben. Später kamen wir durch einen Windpark, denn die Lage ist ideal für die Stromerzeugung. Direkt unter ihnen waren sie ziemlich laut, aber kaum hatte man sich von ihnen entfernt, waren sie nicht mehr zu hören.

An den etwas feuchteren Nordhängen blühten noch viele Orchideen, einige Arten waren aber schon verblüht.

Langsam senkte sich unsere Straße in weiten Windungen hinunter ins Tal, das wir von früheren Fahrradausflügen kannten. Erst mal unten konnten wir die Räder laufen lassen. Unterwegs gab es nichts, außer man brachte es selbst mit, was kein Problem ist, wenn man nicht mit etwas anderem rechnet.

Alltag in Cirò

Heute Morgen wurden die Betten abgezogen und gewaschen. Dank Wind und Sonne waren sie bis Mittag trocken und die Betten warten frisch duftend auf uns.

Nach der Siesta (vorher ist eh kein Laden offen) fuhren wir in die City, um ein zu kaufen. Auch hier sind die Ape nicht aus dem Tagesgeschehen weg zudenken. Und wenn da noch eine Madonna im Fahrerhaus hängt, wird die Ape wohl noch lange ihren Dienst tun. – Da irgend ein Fest gefeiert wird und die Straßen teilweise mit Ständen belegt sind, fanden wir unseren üblichen Supermarkt nicht, sind aber in einem netten Obst- und Gemüsemarkt hängen geblieben.

Auf dem Bild sind 2 verschiedene Tomaten zu sehen. Die große Sorte nehmen wir gerne, denn sie sind schon reif, schmackhaft obwohl sie außen noch stellenweise grün sein können. Daran muss man sich optisch gewöhnen. Die kleine Tomate ist für uns neu. Das dritte ist eine Japanische Wollmispel. Die Bäume hängen im Moment voll mit Früchten, und wir haben uns schon überlegt, was man damit macht. Im Kernhaus befinden sich mehrere kräftige Kerne, aber wenn man die Schale abzieht, entdeckt man eine süß-saueres Fruchtfleisch und nach Äpfeln duftendes Aroma. Sie werden unter den Bezeichnungen Mispero, Nespolo, Nispero oder Loquat im Handel angeboten.

Auf dem Rückweg sind wir an unserem Lokal an der Strandpromenade vorbei gekommen.

von Tropea über die Berge

Regenwetter hat sich angekündigt und eine Kirmes wird vor dem Campingplatz aufgebaut. Auf unserem Plan stehen die Mosaiken von Monasterace, also, warum nicht zusammen packen und weiter fahren.

Das Navi hat uns eine Verbindung ziemlich genau in östliche Richtung vorgeschlagen, aber erst mal vom Strand hinauf in den Ort. Auf dem Asphalt hörte ich so ein komisches Klacken. Nach dem Anhalten fand ich eine Schraube, die schon ziemlich weit im Reifen steckte. Also möglichst schnell eine Werkstätte suchen. Beim Eurospin konnten wir noch das Wichtigste einkaufen und da ich fast genau vor der Polizeistation geparkt hatte, war Hilfe nicht weit.

Die riefen eine Werkstätte an und ein Mechaniker bat uns ihm zu folgen, da noch genügend Luft im Reifen war, das sich schnell änderte nachdem er die Schraube heraus gedreht hatte. Er bohrte das Loch etwas weiter auf und schob einen klebrigen Kunststoff fast vollständig in das Loch hinein und füllte den Reifen sofort wieder auf Normaldruck auf. Ob das hält?, und wie das hält. Ich habe den Reifen kurz danach auf einer 25%-igen Steigung in Serpentinen getestet.

Der Warnhinweis stand an der Stelle an der die größte Steigung schon vorüber war und an wenden war nicht zu denken. „Das Navi denkt und der Fahrer lenkt“, erwies sich an dem Tag als wenig hilfreich. Nach der ersten Steigung verlief der Weg dann gut befahrbar, aber irgend wann sollten wir mal wieder nach Osten abbiegen. Eine wunderschöne Gegend, und dann sahen wir auf der anderen Talseite eine Ortschaft, wie ein Schwalbennest am Hang kleben und ich meinte, jetzt müssen wir bloß noch da rauf. Der Scherz ging nach hinten los. Wir sind da rauf und mitten im Ort war wegen Bauarbeiten eine Umleitung. Auf die Bilder müsst ihr leider verzichten, denn da hatte niemand von uns den Nerv Bilder zu machen.

Oben kamen wir in einen Frühlingswald, 1100 Höhenmeter stand am Wegrand und kurz darauf 20 km/h, die ich dann nur stellenweise zwischen den Straßenlöchern erreichte. In Lichtungen sahen wir dafür herrliche Veilchen, duftend und mit gut 20 cm langen Stielen, dort wo mehr Sonne hin kam auch Orchideen. Den Blick aufs Meer und die Abfahrt hat Gudrun jetzt gefilmt.

Ach ja, wegen der Mosaike waren wir hier, die waren gut weg geschlossen wegen Renovierungsarbeiten. Ein Stück weiter fanden wir einen kleinen Campingplatz auf dem wir den einbrechenden Regen erwarteten. Heute Morgen ging es gleich weiter und kaum waren wir auf der Straße, lies der Regen nach. Jetzt sind wir wieder in Cirò und ruhen uns ein paar Tage aus.

Tropea

Wir haben heute die TUK-TUK Firma angerufen und in 5 Minuten war eine Ape da, die uns auf ganz besondere Art nach oben in die Stadt brachte. In den Kurven der Serpentinen hinauf musste der Fahrer in den ersten Gang schalten, aber dann ging es wieder flott los und wir zogen unsere Ellbogen aus den Fenstern zurück, um nirgend wo hängen zu bleiben. Da kam bei uns Kuba-Feeling auf.

Die Altstadt kann man sich gut zu Fuß erobern, wenn man darauf achtet, dass es keine reine Fußgängerzone ist. Vor Autos muss man sich oft in Sicherheit bringen. Auf drei Seiten befinden sich große Balkone von denen man auf die Küste schauen kann. Hier stehen auch noch repräsentative Kanonen und schöne Palmen.

Wir entdeckten etliche Kirchen, recht viele für so einen kleinen Ort. Sporadisch wird oder wurde restauriert. Auffallend sind die großen Portale in die man früher wohl gefahren ist. Von dort führen verschiedene Treppen zu den Wohnungen. Aber selbst dort schafft man es nicht die zahllosen Kabel unter Putz oder in den Boden zu verlegen.

An vielen Häusern sieht man die Kennzeichnung B&B, und mindestens genau so viele Restaurants gibt es. An den Hauptstraßen, eher Gassen findet man Souvenirs, aber auch Geschäfte für den täglichen Bedarf. Oft werden süße Zwiebeln angeboten, die wir gestern schon auf der Pizza probiert und als lecker empfunden haben,

Unsere wohl verdiente Pause nahmen wir in einer Gelateria ein, wo es mal wieder Brioche mit 3 Sorten Eis gab. Das ist hier wohl eine Spezialität und schmeckt uns sehr gut.

Tropea Ankunft

So gut der Campingplatz auch ist, die Umgebung hat nicht all zu viel zu bieten und so sind wir heute weiter gefahren und zwar ganze 34 km nach Norden. Das Navi prognostiziert dafür etwas mehr als eine Stunde und soll Recht behalten. – Nach dem Reiseführer soll hier ein touristischer Höhepunkt zu finden sein.

Blick zurück auf die Ebene von Rosario

Die Zufahrt zum ganzjährig geöffneten Campingplatz ist mehr als schwierig, denn die Zufahrt ist nur von Norden her über eine Einbahnstraße am Strand entlang für WOMO´s möglich. Man sollte sich immer nach dem Schild Porto richten, das leiden nicht immer da steht, wo man es braucht.

Gut wir sind angekommen und bereuen nicht den Stress der letzten Minuten.

Der Campingplatz wurde im Laufe des Nachmittags recht voll, was wir so bisher nicht kannten. Einige Restaurants und Bars sind offen und am weißen Strand so wie im Meer tummeln sich Menschen.

Über uns thront der eigentliche Ort auf einem Felsen während die Chiesa S. Maria dell Isola auf einer Felseninsel direkt am Meer liegt, aber auf keiner richtigen Insel sich befindet. Der Felsen besteht aus weichem Tuffstein und eine große Grotte ist wegen Einsturzgefahr gesperrt, was aber etliche Besucher nicht davon abhält durch sie hindurch an einen kleinen Strand zu gehen.

Für Morgen haben wir uns ein APE-Taxi ausgesucht, dass uns in den Ort bringt

Nicotera

Wer nicht auf Anhieb weiß, wo das liegt, der sucht uns am Golfo di Gióia an der Westküste Italiens. Auf der anderen Seite haben wir keinen offenen Campingplatz gefunden, so sind wir mal schnell über die Berge gefahren. Hier auf dem Camping Mimosa sind wir sehr gut untergekommen. Abends genossen wir den Sonnenuntergang mit dem Stromboli. Als es ganz dunkel war konnten wir etwas Rot der glühenden Lava entdecken.

Heute wollten wir eigentlich nur die Umgebung erkunden, waren dann aber auf der Zufahrt hinauf nach Nicotera. Da ging es dann 220 Höhenmeter hinauf, wodurch wie einen weiten Blick die Küste hinunter hatten. Sizilien und der Ätna versteckten sich leider im Dunst.

Das Städtchen machte einen lebhaften Eindruck und durch die engen Gassen fuhr ein Auto nach dem anderen, parken war nicht möglich bei einer Mindeststraßenbreite von 1,70m. Da haben wir mit den Fahrrädern brav die vorgeschriebene Richtung der Einbahnstraßen eingehalten. Zu Fuß bleibt da nur der rettende Sprung in einen Hauseingang.

Trotzdem oder gerade deswegen hat es uns dort oben gut gefallen. Auf dem Rückweg nahmen wir die Abzweigung nach Nicotera Marina auf das wir die ganze Zeit herunter gesehen haben. Von Strandleben ist hier noch nichts zu merken, obwohl die ersten Deutschen schon das Wasser ausprobiert haben.

Die Luftlinie zum Campingplatz beträgt höchstens 1 km, nur gibt es keine Verbindung entlang des Strandes. Nach mehreren Fehlversuchen fuhren wir zurück zur Hauptstraße, um von dort die Zufahrt zum Campingplatz zu erreichen.

Cirò ade und Crotone

Als gestern Nachmittag der Wind etwas nachgelassen hatte, sind wir noch mal ins Hinterland aufgebrochen. Hier werden immer noch neue Weinberge angelegt. In einer still gelegtem Sandgrube fand ich noch 3 Orchideenarten, die meisten Pflanzen sind jetzt verblüht.

So schön es war, irgend wann musste es mal weiter gehen. So haben wir heute Morgen gepackt und machten uns auf den Weg nach Crotone. Südlich des Industrieorten gibt es an einem kleinen Sandstrand einen Campingplatz, total abgelegen, was einerseits schön ist, aber auf die Dauer Versorgungsschwierigkeiten mit sich bringen wird. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Alfier Camping

Mittags gab es dann unsere typische Zwischenmahlzeit mit Tomaten, Olivenöl und Balsamiko und schwarzen Oliven. An Brot, das was wir bekommen können, manchmal Pane integrale, das Weißbrot ist meist total hohl. Ein besseres Angebot gibt es immer im Euro Spin (Supermarkt).

Bis jetzt haben wir nur den Strand erkundet und uns in die Sonne gelegt. Dann ist es schön warm, im Schatten mit etwas Wind ist es schon zu frisch, um sich wohl zu fühlen.

Capo Colonna

Heute bin ich mit dem Fahrrad zurück nach Crotone gefahren. Auf dem Hinweg habe ich einen Abstecher zu einem Leuchtturm und griechischen Ausgrabungen gemacht, was sich nicht wirklich gelohnt hat.

Promenade von Crotone

In Crotone war viel los, 1. Mai. Viele Autos und auch viele Fußgänger waren unterwegs. Im COOP habe ich alles bekommen, was wir brauchten, der war selbst am Sonntag gut sortiert. Dann standen mir zwei größere Steigungen bevor, die ich voll gepackt zu bewältigen hatte. Da wäre ein Roller sehr geschickt gewesen. Es waren immerhin hin und zurück 30 km.

Die Zitronatzitrone oder Cedrat  (Citrus medica)

Der stürmische Wind hält uns heute Morgen im Wohnmobil fest. Also Zeit ein Paar Kleinigkeiten zu erledigen. – An einem kleinen Stand am Straßenrand bekamen wir gestern übergroße schrumpelige Zitronen geschenkt.

Das Internet informierte uns, dass es sich dabei um einen Cedrat handelt. Das soll die älteste aus Ostasien eingeführte Zitrone sein. Der Saft schmeckt sehr nach dem, was wir von der Zitrone her kennen. Auffallend ist die dicke Schale, die vor allem für die Herstellung von Zitronat verwendet wird.

Oben in Cirò entdeckten wir noch einige „Murales“ oder „Fresken“, teils sehr modern gehalten und die normalen Bewohner zeigend, so wie auch welche mit religiösen Motiven.