Valence – Agen entlang des Kanal der Garonne

Nachdem es heute Nacht heftig gewittert hat, klarte es heute morgen immer mehr auf und wir beschlossen die Voie Verte Garonne abwärts zu fahren, also in Richtung Bordeaux. Vom Campingplatz war der Zugang ausgeschildert. Danach konnten wir es laufen lassen, so weit der Wind nicht bremste.

Der Weg hat Fahrspurenbreite, ist gut asphaltiert und mit allem ausgerüstet, was man sich nur wünscht, inklusive alle paar Kilometer eine Fahrradstation mit Luftpumpe und Werkzeug.

Hier machen die Platanen noch einen gesunden Eindruck und so fuhren wir oft unter einem grünen Blätterdach.

Natürlich kamen wir alle paar Kilometer zu einer Schleuse. Die Bootscrew muss hier die Schleusen selber bedienen, aber nicht mehr per Kurbel, sondern ein Knopfdruck genügt. Die unterschiedlichsten Brücken überqueren den Kanal und an 2 Stellen überquerte der Kanal einen Flusslauf.

Agen hat eine nette Innenstadt, um die zu erreichen muss man aber zuerst einen industriellen Bereich durchqueren. Zurück fanden wir einen ein wenig weiteren Weg, der aber von der Innenstadt ziemlich direkt zum Kanalhafen führte und damit auch zu unserer Voie Verte nach Hause.

Mit Rückenwind lief es nun flott und nach einem größeren Einkauf im Intermarchée ist für den Rest des Tages Faulenzen angesagt.

Puerto del Portalet (1794 üNN)

Die gestern noch klar im Norden zu sehenden Pyreneen versteckten sich heute Morgen im Dunst. Nach etwa 40 km erreichten wir die Berge, die ziemlich steil aus der Ebene heraus ragen. So war es kein Wunder, dass wir gleich einen steilen Anstieg in ein Hochtal zu meistern hatten. Dank Autobahn war er zwar anstrengend für den Motor, sonst aber einfach zu fahren.

Da es über den Bergen klarer wurde beschlossen wir einen Übergang mit Passhöhe zu nehmen. Die nächsten Kilometer ging es am Gallego entlang, der mehrmals in Staustufen gebremst wird. Die Ortschaften sind total auf den Wintertourismus ausgerichtet. Im Moment sind es die Motorradfahrer und Byker die auffallen. Einige wenige Wohnmobile haben sich hier hinauf getraut.

Kurz vor der Passhöhe begegneten uns eine größere Menge von Läufer/innen, die scheinbar den Pass hinauf gelaufen sind und dann umdrehten, um im Laufschritt wieder hinab zu sprinten. Vielleicht war der Grund der, dass es langsam anfing zu regnen. Da ich auf der Hang neben der Straße etliche Blüten erkennen konnte, suchte ich eine Parkmöglichkeit und stieg mit der Kamera den Hang hinauf.

Orchideen in Weiß und Rot-violett, Enziane und etliche andere Pflänzchen standen hier beieinander. Ein Stück weiter standen auf den Wiesen Osterglocken und Schlüsselblumen, einfach traumhaft. Die Abfahrt auf der französischen Seite war sehr eng, so dass ich froh war, als wir die eigentliche Talsohle erreicht hatten und die Straße auf den letzten Kilometern bis Oloron deutlich breiter wurde.

Fahrt nach Norden

Mit Albarracín waren wir in den Montes Universales. Die meisten Höhen liegen bei 1500m. Auf unserer Weiterfahrt folgten wir dem Guadalaviar. Auf den ersten Kilometern ragten immer wieder Felsen steil hinauf. Das war dann auch so eine Stelle, wo wir Geier beobachten konnten. Das ist immer wieder ein besonderes Erlebnis.

Bis zur nächsten Ortschaft ging alles gut, nur dann war unsere geplante Straße gesperrt und wir mussten über einen 1705m hohen Pass ausweichen. Dort oben waren noch keine neuen Blätter an den Bäumen, auch regte sich auf den Wiesen nichts, alles war winterlich grau. Zum Glück ging es gleich darauf wieder hinunter. Wir überquerten eine weite Ebene und kamen dann wieder in die Berge. Südlich von Zaragoza landeten wir in einem Campingplatz bei einem Stausee.

Bei Caladayud beginnt ein pittoreskes Sträßchen. Über 15 Tonnen und über 10m Länge und 3m Höhe sind Fahrzeuge nicht erlaubt. Also durften wir da durch. Zweimal kamen uns andere Fahrzeuge entgegen, Ausweichstellen waren gerade nicht in Sicht, so schoben wir uns mit eingeklappten Spiegeln langsam an einander vorbei.

Die Schlucht erstreckte sich über gut 15 km und an Höchstgeschwindigkeit waren nur 40 km/h erlaubt aber schön war es doch, atemberaubend. Meist war kein Platz zum Anhalten. Zum Abschluss fanden wir noch einen verlassenen Ort und zu deren Fuß zwei verschiedene Malvenarten. Die rechte hat weiche haarige Blätter. Jetzt sind wir zwischen Zaragoza und Huesca auf einem Campingplatz am Rande eines Dorfes angekommen. Die Pyreneen konnten wir schon in der Ferne aufragen sehen.

Albarracín

Etwa 1000 Menschen leben hier auf einem Felssporn den der Fluss Guadalaviar umfließt. Die Stadt ist seit 1961 Nationaldenkmal. Seit der Eisenzeit ist die Gegend bewohnt. Die Römer waren hier, dann die Westgoten, später die Mauren. Ab 1300 regierten die Spanier die Stadt in die Region.

Der älteste Teil ist das Castell aus dem 11. Jahrhundert. In dessen Schutz entwickelte sich der Ort. Eine weitere Mauer mit einem Turm an der höchsten Stelle aus der Maurenzeit sind die gut sichtbaren Befestigungsanlagen.

Später wurde der Ort zu klein für all die Bewohner, so dass weitere Häuser in der Nähe der Stadttore, aber außerhalb der Mauern angebaut wurden. 2 schmale Straßen erschließen den Ort für wenige Fahrzeuge der Anwohner oder zur Belieferung der Hotels und Geschäfte.

Dazwischen verbinden etliche steile Stege und Treppen die anderen Häuser. Hier lässt sich herrlich bummeln und fotografieren. Ein Motiv löst das nächste ab. Außerdem waren wir noch im Diözesanmuseum, das einige interessante Ausstellungsstücke zum Anschauen anbot.

P.S. Die 3 Blümchen vom gestrigen Post habe ich in der Zwischenzeit mit Namen versehen.

Weiterfahrt nach Albarracín

Nach einer weiteren Fahrt mit den Rädern an der Küste entlang durch die Olivenplantagen war uns klar, dass wir uns hier nicht richtig wohl fühlen zwischen Hochhaus-Appartements und Plantagen. An Hand der Landkarte suchten wir uns eine Alternative, die uns heute in die Berge geführt hat.

Gudrun hat einiges gefilmt, als wir durch Täler, die uns an Arizona erinnerten gefahren sind.

Mehrere Orte mussten wir umfahren, da sie für unser Wohnmobil nicht befahrbar erschienen. Die Häuser klebten in mehreren Schichten übereinander an den Hügeln, meist im Farbton der anstehenden Erde und Ziegeln gefärbt. Außerdem sind wir wieder im Frühling, die Laubbäume leuchten hellgrün in den blauen Himmel.

links: Erinacea anthyllis, Blauer Ginster

Das letzte Stück von Teruel folgten wir einem immer enger werdendem Tal des Guadalaviar hinauf. Bei einem Parkplatz wurden wir auf Reste eines römischen Aquäduktes hin gewiesen. Der Kurze Weg erwies sich auch botanisch als sehr interessant.

Damit komme ich zum Highlight des Tages, denn beim Mittagessen mussten wir bar bezahlen, denn es gab kein Strom und das in ganz Spanien von mittags bis zum frühen Abend. Wir müssen wohl noch kurz vorm Shutdown getankt haben.

Albarrach

Wer weiß wie unser Tag sonst verlaufen wäre. Die meisten Läden haben zu gemacht, da die Registrierkassen nicht gingen. Jetzt fehlt nur noch das Internet, um einige Pflanzennamen heraus zu bekommen. Das muss halt heute ohne gehen. Für den Text mache ich einen Hotspot auf. Bis morgen.

Gandia Ciudat De Pao

Etwa 4 km vom Strands entfernt liegt das Städtchen Gandia. Auf schmalen Wegen an Kanälen entlang entdeckten wir wieder Schildkröten, die sich sonnten. Dabei ist es ihnen ziemlich egal, ob es nur Müll ist, auf den man sich ausstrecken kann.

Um den Altstadtkern befinden sich großzügig angelegte Straßen. Weiter innen herrscht ein Gewirr von Einbahnstraßen, oft so eng, dass man mit dem Fahrrad nicht entgegen fahren konnte. So bekamen wir vieles zu sehen. Einige Paläste und Kirchen stammen noch aus dem Mittelalter.

Da zwischen gibt es noch Häuser mit aufwendigen floralen Mustern aus Gaudis Zeit.

Der Rest ist bunt zusammen gewürfelt ohne Stil und Plan, so dass das Stadtbild etwas unordentlich wirkt, während die Gassen mit ihren Geschäften uns gefallen hat. Hier war auch sehr viel los, Spanier, die hier wohnen. Touristen vielen kauf auf.

Etliche Fassaden waren offiziell mit imposanten Bildern angemalt. Etliche Bauzäune mussten auch als Malunterlagen her halten, aber auch die Ladenbesitzer, die hinter einem Garagenrolltor ihre Waren und Dienstleistungen anbieten nutzten diese Flächen, um sie von Streetart Künstlern als Hingucker gestalten zu lassen.

Valencia

Vor dem Eingang zum Campingplatz befindet sich eine Haltestelle des Stadtbusses. Das nutzten wir aus und ließen uns bis an den Rand der Altstadt fahren. Hier standen wir dann gleich in einem der diversen Parkanlagen, die die Altstadt umgeben.

Mit Reiseführer und Stadtplan ging es los die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten, so weit sie zu Fuß erreichbar sind, ab zu laufen. Das Wetter ist schön, so dass wir uns bereits am Vormittag die Straßenseite aussuchten, die im Schatten liegt.

Überall gehen Gassen in nur alle erdenklichen Richtungen ab. Mal nahmen wir die, die uns gefällt, dann aber solche, die uns auf unser Ziel hinführt. Oft liefen wir an prachtvollen Gebäuden entlang. Nur wenige Straßen dürfen mit Autos befahren werden. Einige Lieferanten quälten sich mit ihren Lieferwagen um die Ecken.

Einfacher hatten es da die Fahrradkuriere, Die vor allem dann aufpassen mussten, wenn eine Señora mit hoch erhobenem Täfelchen einer Meute voran schritt. An den Highlights trafen immer mehrere Gruppen auf einander und es wurde eng, aber nur eine Gasse entfernt auf einem kleinen Platz war es herrlich ruhig.

Die Atmosphäre in der Stadt hat uns sehr gefallen, auch irgend welche Orientierungspunkte fehlen. Es ist für uns ein großes Durcheinander an Straßen und wir waren froh müde die Bushaltestelle zu finden, um wieder zum Campingplatz zurück zu finden.

Valencia – erster Eindruck

Um hier her zu kommen, haben wir uns ein kleines Landsträßchen ausgesucht, das uns durch die Berge direkt nach Valencia führte. Die empfohlene Geschwindigkeit betrug über etliche Kilometer 30-40 km/h, die ich einhielt, denn, wenn ein Auto entgegen kam wurde es eng. Aber schön war die Landschaft auf alle Fälle.

Jetzt befinden wir uns nur wenige Kilometer südlich von Valencia direkt am Fahrradweg, um in die Stadt hinein zu kommen. Außerdem gibt es eine gute Busverbindung, die bis zum Rand der Altstadt führt. Zu erst haben wir uns den Strand angeschaut mit den davor liegenden Dünen. Teilweise stehen sie unter Naturschutz.

Dort konnte ich sie iberische Iris aufnehmen und auch sonst blühte allerlei. In regelmäßigen Abständen führen kurze Stichstraßen zu Parkplätzen bis an die Dünen von wo aus im Sommer wohl viele Menschen den Strand besuchen. Von hier aus hat man außerdem einen guten Blick auf den Hafen.

Wir konnten ein riesigen Containerschiff bei der Ausfahrt beobachten und ein Kreuzfahrtschiff lag auch dort. Über den Fahrradweg gelangt man gut zu der „Stadt der Künste und der Wissenschaften“, wie die Spanier eines der Neubauviertel nennen. Futuristisch anmutende Gebäude, Wasserbecken und Parkanlagen prägen das Viertel, das natürlich auch von einer Straßenbahn angefahren wird.

Via Verde de Ojos Negros – Süd

Heute fuhren wir den Fahrradweg in Richtung Meer. Damit haben wir immer mehr die Berge verlassen, Tunnel gab es nicht mehr, aber noch einige schöne Viadukte und Unterführungen.

Der Weg war so ausgebaut wie wir ihn kannten und da Ostermontag ist, war reichlich Verkehr auf der Piste. Ein Feiertag wie bei uns ist es hier aber nicht, denn in einem Steinbruch für Mineralien wurde gearbeitet.

Am Wegesrand habe ich noch mal den Roten Hornmohn entdeckt. Er soll aus Arabien stammen. Ich habe 2 kleine Pflänzchen ausgegraben und werde versuchen ihn mit nach Deutschland zu bringen. Die andere Pflanze ist die Silber- oder Strauchwinde. Eine Winde, die sich gar nicht windet. Mit ihren weiß behaarten Blättern und rein weißen Blüten ist sie ein Schmuckstück.

Algar de Palancia

Als wir unter uns Algar de Palancia liegen sahen, probierten wir, ob wir dort etwas zu trinken und vielleicht auch etwas zu essen bekommen können. Es hatte gerade 12 Uhr geläutet, in Spanien noch gar keine Zeit für´s Mittagessen, aber in einer Bar bekamen wir zu Getränken eine Auswahl Tapas angeboten. Wir haben festgestellt, dass wir mit 3 verschiedenen Tapas gut satt werden.

Dort wo Landwirtschaft betrieben wird, sind es meist Zitrusfrüchte, die angebaut werden. Es hängen immer mal wieder Orangen oder Mandarinen an den Bäumen. Ein Angebot zum Kauf sahen wir dagegen nie. Außerdem gibt es Oliven und Gärtnereien, die Palmen oder Bonsaiolivenbäume kultivieren. Das war mal wieder eine schöne Tour, aber morgen geht es weiter.

Geldo

Ich erwarte nicht, dass ihr bei dem Namen sofort wisst, um was für einen besonderen Ort es sich handelt. Wir sind auch nur per Zufall auf eine Information zu ihm gestoßen, dabei liegt er nur wenige Kilometer von Altura entfernt.

Geldo hat immerhin 651 Einwohner. Die ältesten Funde stammen aus der Bronzezeit. Die ältesten städtebaulichen Reste stammen aus der Zeit der Mauren. Im Mittelalter bekam der Ort sogar das Stadtrecht. Von Bedeutung für den Ort ist die Zucht von Schnecken und die Produktion von Olivenöl.

Anlässlich des Kunstfestivals ImaginArte wurde viele Hauswände bemalt, was in den darauf folgenden Jahren fortgesetzt wurde. Bei einem Spaziergang durch den Ort findet man immer wieder interessante Bilder. Hier kann ich wieder nur einen ganz kleinen Ausschnitt von meinen Fotos zeigen.

Am Ende unseres Rundgangs besuchten wir eine Bar und studierten die Tapas-Karte. Als besonders schmackhaft erwiesen sich die kleinen Muscheln, die die Italiener Vongele nennen. Die Wetter App kündigte für den Nachmittag Regen an. So kamen uns auch auf der Heimfahrt sehr dunkle Wolken entgegen, die sich mit ihre Fracht noch zurück hielten bis wir im Wohnmobil ankamen.