Altura

Schon gestern Abend war es sehr unruhig auf dem Campingplatz. Die Dauercamper kamen einer nach dem anderen und es wurde lang in die Nacht hinein palavert. Gut, dass wir für heute die Weiterfahrt geplant hatten. Die Fahrt verlief problemlos.

Altura liegt etwas von der Küste entfernt auf der Höhe von Sagunt in einem Tal und das Beste ist, von hier kann man in 2 Richtungen auf der Via Verde de Ojos Negros fahren. Insgesamt sind es 160 km zwischen Teruel und der Küste.

Bei der Ankunft hier eröffnete uns der Platzwart, dass er ausgebucht sei. Zum Glück erinnerte er sich an meinen Anruf und so bekamen wir noch ein Eckstück. Die Ausstattung ist neu und sehr komfortabel.

Da es gegen Mittag war, fuhren wir noch in den Ort etwas einkaufen und ein Restaurant. Recht unscheinbar mit schmaler Fassade hätten wir es übersehen, wenn die Dame des Tourist Office uns nicht darauf hin gewiesen hätte. Als Appetitanreger gab es Knusprigen Blätterteig mit Oster-Wurst-Perlen (nach Google), erste Vorspeise: Blumenkohlkrapfen mit Sirachamayonaise und hausgemachtem BBQ, zweite Vorspeise: Zucchinicreme mit knusprigen Schinkenchips, zum satt werden dann Tagliatelle mit Schweinefiletstreifen und einen Nachtisch + Kaffee solo.

Der Ort bietet nicht all zu viel. Die Kirche war schon zurecht gemacht für die Osterprozession. Die Gassen des Städtchens sind eng, aber sauber und das eine oder andere Haus fällt aus dem Rahmen, vor allem die Playmobil-Burg.

Küstenfahrt nach Alcossebre und weiter

Mögliches Ziel war Peniscola, aber bis dort hin war der Weg, eine Wild-West-Piste so schlecht, dass ich sie „für wagemutige Mountainbyki-Freeks“ einstufen möchte. Die ersten Kilometer kannten wir ja schon.

In Alcossebre mussten wir die Promenade entlang die Fahrräder schieben, so viel war da los. Bis jetzt hatten sich immer nur einzelne Wagemutige an den Strand getraut, aber heute herrschte reges Strandleben.

Außerhalb des Ortes hörte die Straße praktisch auf, da dort in den Büschen noch 2 Campingplätze liegen sollten, herrschte dennoch reger Fahrbetrieb. Immerhin fand ich noch diese 2 Blümchen, dann kehrten wir um.

Da es langsam auf spanische Mittagszeit zuging, suchten wir außerhalb des großen Trubels nach einem Lokal. Äußerlich eine Strandbar, ließ eine umfangreiche Speisekarte (auch auf Deutsch), uns anhalten. Ein Platz war schnell gefunden und die Speisekarte bot uns eine Combi an: Sardellen, Tintenfisch, Kartoffeln und einen Liter Sangria. Wie das Foto zeigt, war es so schlecht nicht.

Die Heimfahrt bereitete wegen dem Liter Sangria kleine Probleme. Jetzt weiß ich endlich, warum sich manche Personen im Auto noch relativ sicher vorkommen. Auf dem Fahrradsattel ging es recht gut, bloß nicht absteigen und zu Fuß gehen. Um es gleich zu sagen, wir sind gut angekommen, die Betten waren bereit und jetzt nach einem Kaffee gelingt das Tippen auf der Tastatur als wäre nie etwas gewesen. – Oben noch 2 Bilder von unserer gestrigen Exkursion.

Torreblanca – Streetart

Nach der längeren Tour gestern haben wir uns für heute vorgenommen nur in den nächsten Ort zum Einkaufen zu fahren und die Streetartbilder an zu schauen. Wobei letzteres in Arbeit ausartete, denn nach dem Faltblatt des Office Touristik gibt es über 50 offiziell gemeldete Kunstwerke.

Die Gemeinde veranstaltet anlässlich des Zitronenfestes seit Jahren Mal-Events. Dann kommt mit der Zeit einiges zusammen. An Hand eines Plans sind wir viele der Bilder angefahren, wobei das Einbahnstraßensystem es einem nicht einfach macht, dort hin zu gelangen, wohin man nach Plan möchte.

Außerdem waren bereits einige Straßen gesperrt, um die Vorbereitungen für Ostern durch zu führen. Außer den Bildern gefielen uns etliche Häuser, die dem Jugendstil zu zu rechnen sind. Da der Tourismus vor allem am Strand, also in Torrenostra zu finden ist, macht Torreblanca einen ganz normalen Eindruck, ruhig, sauber mit guten Einkaufsmöglichkeiten.

Die Streetartbilder sind ein besonderer Hingucker, die besten befinden sich an Fassaden, die man gut auch von größerer Entfernung entdecken kann und so das Stadtbild mit prägen.

Orpesa/Oropesa del Mar

Das ist als würde Crailsheim und Cralse auf jedem Ortsschild stehen. Auf jeden Fall, da sind wir heute hin gefahren. Vom Campingplatz geht es gleich auf den E8 und mit ihm umfahren wir ein Naturschutzgebiet. Besonderes konnten wir dabei nicht entdecken. Dort wo Landwirtschaft erlaubt ist, stehen vor allem Orangenbäume. Bei einem Hof kauften wir ein, das Kilo Orangen für 90 Cent.

Bei Torre de la Sal kamen wir wieder an den Strand. Eine kleine sehr gepflegte Promenade und aufwendig gepflegte Vorgärten luden uns zu einem Kaffee ein. Im Anschluss daran mussten wir zuerst unseren Weg durch Baustellen suchen. Aber dann wurde es bombastisch.

Torre de la Sal

Hochhäuser, Freizeitpark und weiteres touristische Angebote gibt es zu Hauff. Die optische Darstellung der Campingplätze erinnerte stark an Jurassic Park. Gefallen haben uns die Mosaike, die überall auf Bänken und Mäuerchen zu finden waren.

Das Zentrum fanden wir nicht, dafür waren wir plötzlich auf einer Via Verde, die von Orpesa nach Süden am Meer entlang führte. Da war vielleicht was los, Fahrradfahren war auf der breiten Trasse echt schwierig.

Für uns hieß es aber Kehrt machen und wir fanden in einer Nebenstraße ein Restaurant, wo wir um 13 Uhr schon etwas zu essen bekamen. Das Mittagsmenue für 14€, Salat, Getränke, Vor- und Hauptspeise und Nachtisch. Der Kaffee solo ging extra, 1,20€ die Tasse. Die Vorspeise war ein vollständiges Essen, so ließen wir uns das Hauptgericht einpacken, war für den Deutsch sprechenden Kellner kein Problem.

Häuserzeile gegenüber dem Lokal

In Orpesa möchte ich keinen Urlaub verbringen, aber der Ausflug, der war es wert.

Torrenostra

Es war ja gar nicht weit und so fuhren wir über die Landstraße nach Torrenostra. Der Ort liegt abseits der Durchgangsstraßen am Meer und weist einen schönen Sandstrand auf. Der Campingplatz liegt direkt am Europa-Fahrradweg Nr. 8. Nachdem auf dem letzten Campingplatz schon vor-österlicher Trubel herrschte, ist es hier noch sehr ruhig und es gibt auch viel Platz. Die Sanitäreinrichtungen sind ordentlich, der Pool ist zum ersten Mal eingelassen, Restaurant und Minimarkt sind geöffnet und das für nur 17€ am Tag.

Während unserer ersten Tour entlang der Promenade entdeckten wir einige nette Geschäfte und einigen Trubel in den Restaurants, die Appartements haben aber noch herunter gelassene Rollos. Auf der anderen Seite sahen wir schon die ersten Badegäste im Meer.

Natternkopfart und Drüsenginster

Wir fuhren der Küste entlang weiter nach Norden. Da gibt es einzelne Ruinen zu bestaunen, mehr oder weniger gut versteckt sahen wir Wohnmobile stehen. Entlang der Straße gab es viel unberührte Natur, das bedeutete, dass ich viele blühenden Pflanzen entdecken konnte.

Wir kamen auch durch ein nun trockenes Flussbett. Hier hatte es letzten November ziemlich getobt und das Flüsschen war über die Ufer getreten und hat große Mengen an Geröll und Äste mit gerissen. Die Furte waren danach durch eine größere Ablagerungen unpassierbar. Das ist jetzt behoben, aber man sieht noch deutlich die Folgen des Unwetters.

Die Küste hier ist sehr unterschiedlich, so kamen wir an grobem Kiesstrand vorbei und nicht all zu weit weg reichten die Felsen bis ans Wasser. Weitere Fahrradwege durchziehen die Landschaft und wir freuen uns schon auf die nächsten Tage.

Via Verde de la Val de Zafan

Fragt mich nicht zur Bedeutung des Namens. Es handelt sich auf jeden Fall um den Ebro-Radweg, der von Tortosa etwa 95 km weit das Ebrotal hinauf führt.

Tortosa und Ebro

Mit dem Wohnmobil sind wir zu unserem Startplatz in Tortosa gefahren. Am Parkplatz fanden wir das erste Schild zur Via Verde, Weiter stadteinwärts fuhren wir über die ehemalige Eisenbahnbrücke, um auf das rechte Ebro-Ufer zu kommen. Danach führte uns der Weg in einer großen Kurve um den Ort herum. Der Weg ist hier breit und beleuchtet. Außerhalb der Ortschaft fuhren wir parallel zu einem Bewässerungskanal und dem Ebro. Die Steigung ist kaum bemerkbar,

Nach etwa 10 km erreichten wir den Bahnhof Aldover, der nun ein Café samt Bar aufweist. Ein schöner Platz, wenn man das städtische Umfeld verlassen hat. Außerdem kann man die Leute beobachten, die alle in der einen oder anderen Richtung den Fahrradweg bevölkern.

Danach steigt die Strecke etwas mehr an und es reihen sich (wenn ich richtig mitgezählt habe) 11 Tunnel unterschiedlicher Länge aneinander. Die Längeren sind meist beleuchtet. Der längste aber nicht, da hat sich eine Radfahrerin aus der Schweiz sich dankbar an uns angehängt, um so eine gewisse Orientierung im Tunnel zu haben, der natürlich auch um die Kurve ging.

An der Station Benifallet ließen wir es für heute genug sein. Es war Mittagszeit und hungrig waren wir auch. Gut gestärkt lief es flott zum Wohnmobil zurück. Es gab auch ein paar kurze Stücke, die herausfordernd waren, so fehlen 2 Brücken, die wir umfahren mussten, runter und wieder hinauf zum Bahndamm und eine Straßenunterführung, die bei Regenwetter nicht zu meistern ist. Einkaufen im Mercadore und tanken zu 128,9€, damit sind wir für die morgige Weiterfahrt gerüstet.

Fahrradweg Deltebre-Tortosa

Auf unserer letzten Fahrt kamen wir zu einen schön gestalteten Fahrradweg der in Deltebre entlang des Ebro entlang lief. Den wollten wir weiter flussauf erkunden. Der Start war gut, nur hörte der Weg am Ende von Deltebre auf und ging in einen ruppigen Feldweg über, damit war auch keine Beschriftung mehr zu entdecken.

Amposta

Kontrolliert mit der Smartphone-App waren wir richtig, also in die Pedale getreten. Nach gut 10 km erreichten wir das auf der anderen Flussseite gelegene Amposta. An der Markthalle fanden wir ein Café und danach schloss sich ein Gang durch die Markthalle ein. Das Auffinden des Office Touristico stellte sich als schwierig heraus. Als wir es gefunden hatten, hatte es geschlossen.

Amposta

Also zurück über die Brücke und auf den nun einwandfreien Fahrradweg. Mit Unterstützung durch den Wind flitzten wir auf Tortosa zu. Neben uns führte ein Bewässerungskanal und viele Gemüsefelder. Kurz vor Tortosa führte man uns durch ein älteres Industriegebiet. Da die Straße nur einspurig war, war es oft eine enge Geschichte.

In Tortosa an der Ebrobrücke standen etliche Wohnmobile, deren Besitzer wohl von hier auf den Fahrradweg gestartet waren. Wir waren vor allem hungrig, hier unsere Vorspeisen zu einem 15€ 3-Gänge-Menue.

Gut gestärkt machten wir uns auf den Rückweg. Ab Amposta nahmen wir den Fahrradweg rechts des Ebro, der viel schöner zu befahren ist wie der Hinweg. Immer wieder gab es Halteplätze mit Fahrradständern und Bänken und Blick auf den Fluss.

Bei Deltebre nahmen wir die Brücke, die ist so breit, dass sie auch Platz für Fahrräder und Liegestühle hat. Nach über 60 km waren wir froh am Wohnmobil angelangt zu sein. Hier wurden die Räder schnell eingeladen und heim ging es zum Campingplatz. Morgen ist ganztägig Ausruhen angesagt.

Reus

Bitte e und u getrennt sprechen, sonst wird man nur dumm angeschaut. Aber das wollten wir nicht, sondern wir wollten uns die Stadt anschauen. Sie ist die Geburtsstadt von Gaudi, dem Begründer des Modernisme, dem Vorläufer des Jugendstils.

Etwas Vorarbeit musste geleistet werden, denn wie kommen wir dort hin? Das Fahrrad zu nehmen, davon riet man uns zwingend ab. Das Wohnmobil zu nehmen hatten wir keine Lust, nachdem man uns in Figueras vor Jahren das Wohnmobil aufgebrochen hatte. Blieb der Bus, nur wie funktioniert das? Tickets, eine 10er-Karte für 10,80€ bekamen wir in einem Tabakladen. Der Stadtbus von Cambrils brachte uns zum Busbahnhof und nur wenige Minuten später konnten wir in den Bus nach Reus einsteigen.

Gaudi Murmelspiel

Ein guter Plan half uns bei der Orientierung. Das Geburtshaus von Gaudi ist unscheinbar, aber nicht weit davon befindet sich eine Plastik, die ihn Murmel spielend zeigt.Er hat wohl hier vor allem seine Jugend verbracht. Die Häuser im Stil des Modernisme liegen im Stadtgebiet verstreut und habe andere Künstler gestaltet.

So auch das Casa Navás, das man besichtigen kann. So opulent wie das Äußere geht es im Inneren weiter. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus: Stuckarbeiten, viele Mosaike, selbst an der Decke, Glasmalereien und Intarsienarbeiten an den Möbeln. Hier steht auch eines der ersten Telefone Spaniens, ein Hightech-Bad, Der Herd steht schon in der Mitte der Küche und, und, und…

Die Stadt ist lebhaft, die engen Gassen gut besucht, für uns war es zu viel des Trubels, so dass wir uns am frühen Nachmittag auf den Weg zum Busbahnhof machten und uns nach Hause schaukeln ließen. Ach ja, und schöne Wandmalereien gibt es auch zu entdecken.

Mas Miró – Das Haus von Miró

Die Promenade hört am südlichen Ende von Cambrils an einem nun trockenen Bachlauf auf. Der Fahrradweg führt von dort noch ein Stück ins Landesinnere. Die Pfeiler eines ehemaligen Eisenbahnviadukts wurden durch etliche schöne Bilder geschmückt. Hier kann ich nur wenig davon zeigen, die anderen veröffentliche in Facebook.

Hier konnten wir das Bachbett überqueren und auf der anderen Seite ging ein Weg weiter. Bei einer Eisenbahnunterführung trafen wir auf das nächste Fahrradwegschild, dem wir folgten. Auf diesem Weg fanden wir einen Hinweis zum Haus von Mirò. Es liegt in mitten von einer Plantage und grenzt heute an die Autobahn. Es ist sorgfältig eingerichtet und man erhält einen Einblick, wie er dort gelebt hat. Leider werden kaum Bilder von ihm gezeigt.

Zurück auf dem Fahrradweg folgten wir ihm bis Mont-roig del Camp. Hier sollten es Restaurants geben. Wir fuhren in Richtung der Kirchen und kamen so in den alten Ortskern. Es ist nett dort, aber wir mussten hinaus auf einen größeren Platz, wo Tische vor einer Bar standen. Hier war viel los. Die Karte wies neben Tapas auch kleinere Gerichte auf wie Tintenfisch und Fisch mit Salat oder Gemüse.

Gestärkt ging es dann mit Rückenwind und leicht bergab mit gut 30 km/h ohne zu treten der Küste zu. Das war ein richtig schöner Tag, wie wir uns den Urlaub vorstellen. Es ist T-Shirt-Wetter.

Cambrils

Von Campingplatz zu Campingplatz wird es wärmer und das, obwohl nicht weit gefahren sind. Cambrils liegt kurz hinter Tarragona. Das Städtchen lebt vom Tourismus. Es gibt Wohnviertel für die Einheimischen, die wahrscheinlich zum Teil in Tarragona arbeiten und es gibt die Appartements in der Nähe des Strandes mit der dazu gehörigen Infrastruktur.

Im Altstadtbereich ist es recht hübsch, da sitzen die Einheimischen beieinander. Die Gassen sind eng, die Kirche alt und da steht auch noch ein Stück Stadtmauer.

An der Promenade ist schon einiges Los. Heute am Samstag waren um die Mittagszeit die Tische gut belegt. Am Strand konnte man schon die ersten Bikinis entdecken.

Wir waren dagegen froh zum ersten Mal morgens vor dem Wohnmobil zu frühstücken, auch wenn wir hier wie in einer Sardinendose aufeinander hocken. Das ist auf die Dauer nichts für uns.