Sitges II

Heute sind wir noch mal nach Sitges hinein gefahren, sind den ganzen Strand ab gefahren. Am südlichen Ende stehen einige größere Hotelkomplexe, dann ist an einem Bachbett erst mal Schluss. Auf der anderen Seite erstreckt sich ein Golfplatz. Da wo Felsen bis ans Meer heran reichen gibt es keine Bebauung. Das sind aber nur kurze Abschnitte.

Am anderen Ende der Promenade erhebt sich ein Felsen mit einer Kirche. Hier ist die Bebauung städtisch, Hotels und Restaurants wechseln sich ab. Immer wieder führen schmale Gassen leicht bergauf in die Altstadt hinein. Die kleinen Läden reihen sich aneinander. Beliebter Treffpunkt ist der kleine Platz vor dem Rathaus, das im Stil des Modernisme errichtet wurde.

Vom Platz vor der Kirche haben wir einen schönen Blick. Unter uns steht Merkur-Hermes, der Bote: Gottheit des Gleichgewichts. Es schützt den Händler, den Magier, den Alchemisten und den Reisenden. Auch Schurken und Diebe..Nicht weit davon hebt die Sirene, eine Meerjungfrau ihre Hand zum Gruß. Besucher scheinen ihren Gruß zu erwidern, ihre Hand glänzt golden. Einigen scheint ihr Busen auch attraktiv zu sein.

Hinter der Kirche befindet sich das Museum. Mir gefielen die Wasserspeier. Ein Durchgang stellt die Verbindung zum Hausstrand her.

In Spanien angekommen – Sitges

Von Boulou aus waren es ja nur ein paar Kilometer bis zur Grenze. Dafür haben wir die Landstraße benutzt. Eng, kurvig ging es durch ein grünes Tal. In Le Perthus an der Grenze staute es sich kurz, denn die Zöllner kontrollierten stichprobenhaft.

Bis zur Autobahneinfahrt Figueres-Nord benutzten wir weiter die Landstraße, auch hier ist die Geschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt. Ob man sich auch noch mal dazu durchringen kann etwas Gutes von den Ausländern zu übernehmen?

Die Autobahn war 3-spurig, 2 davon von den LKW belegt. Um Barcelona wurden es dann teilweise 6 Spuren. Einmal gingen 2 Spuren rechts und 2 Spuren links ab, da musste man schon höllisch aufpassen auf der richtigen zu fahren, Spaß hat das keinen gemacht.

Als es dann ruhiger auf der Autobahn wurde mussten wir hinaus. Wir sind nicht all zu weit südlich von Barcelona am Strand in einem kleinen Ferienstädtchen. Der Campingplatz ist sehr komfortabel, aber das kostet natürlich. Die Bilder sind von der gestrigen kurzen Erkundungstour. Die Papageien sind nicht mehr als Touristen zu bezeichnen, die wohnen hier.

Argelès

Nach sehr windiger Fahrt sind wir gestern in Le Boulou angekommen. Von hier sind es nur noch ein paar Kilometer bis zur spanischen Grenze. Bis zu unserem ersten Campingplatz in Spanien wäre es zu anstrengend geworden. So nutzen wir hier das schöne Wetter.

Direkt vor der Tür verläuft der Euro-Velo (Radweg) n°8.Den fuhren wir in Richtung Argelès, teilweise sehr gut ausgebaut und immer übersichtlich ausgeschildert. Da er ehemalige Feldwege verwendet, schlängelt er sich die Landschaft. Da wir entlang der Berge fuhren, mussten wir immer wieder Bäche überqueren, es gibt auf dem Stück auch 2 Brücken, aber sonst sind es Furten, die meist kein Wasser aufwiesen.

Nach 18 km erreichten wir Argelès. Es ist ein gemütliches Städtchen, eine kleinere Fußgängerzone, um die Kirche engere Gassen, ein bisschen Kunst, viele Blumen, nette Läden. Außerhalb der Altstadt dafür überraschend modern und etliche schöne Streetart-Gemälde, Fresken, wie sie der Franzose bezeichnet.

Zum Mittagessen gab es Paella, zum Nachtisch einen Apfel im Teigmantel mit Ananas-Rum-Karamel-Creme. Irgend wann mussten wir den Rückweg antreten. Auf der anderen Seite eines Bachlaufes sah ich noch ein schönes Wandbild.

Hin bin ich noch über die Brücke, aber zurück reizte mich die Furt, wo Autospuren zeigten, dass die da durch gefahren waren. Also, da war richtig Wasser drin, dass dann plötzlich bis zu den Schuhen hoch spritzte. Dann gab es nur noch eines, treten bis ich drüben war. Naja, das Wetter ist warm und so können nasse Füße mir nichts antun.

Montpellier

Seit Sonnenaufgang scheint die Sonne und nach frischer Nacht wurde es schnell wärmer, wenn auch ein heftiger Wind einem die Wärme aus den Händen weht. Trotzdem wollten wir versuchen nach Montpellier zu fahren.

Das geht einfach immer gerade aus, aber auf einer stark befahrenen Straße, deswegen folgten wir einer Fahrrad-App, die uns den bestmöglichen fahrradtauglichen Weg vorschlug. Dazu kamen einige Baustellen, vor allem in Montpellier, dort bauen sie eine Straßenbahnlinie in die Vororte, was unseren weg von erwarteten 17 km auf 24 km anwachsen ließ.

Dafür kamen wir an einer Orchideenwiese vorbei, wo bestimmt an die Hundert Himantoglossum robertianum (Riesenknabenkraut) standen. Die Weiterfahrt in die Stadt war recht mühselig, da es kaum Fahrradwege gab, dafür aber viel Autoverkehr. Häufig sahen wir Graffittis, die meisten aber von geringem künstlerischem Wert, lässt sich gut wieder übermalen, was wir auch oft entdeckten.

Den eigentlichen Stadtkern erreichten wir nicht, wir hatten Hunger und fanden ein nettes Restaurant. Danach zog es uns nur noch zum Campingplatz. Nachdem ich mich auf der Karte orientiert hatte, waren wir in 11 km wieder zurück. Highlight war ein munter sprudelnder Bach, den wir auf einer sehr engen Brücke überquerten.

Camping Le Botanic

Heute Morgen haben wir noch mal verzweifelt Informationen gewälzt, denn in Nordspanien werden kältere Temperaturen wie hier in Frankreich vorhergesagt. Viel Auswahl an offenen Plätzen gibt es hier im März nicht und so sind wir hier auf dem Camping Le Botanic zwischen Beziers und Montpellier hängen geblieben.

Auf der Autobahn war viel Verkehr, vor allem Rückreiseverkehr von Spanien. Hier aber ist es ruhig, eine Oase mitten zwischen Feldern. Die Plätze sind schön angelegt. Die „Lagune“ ist zwar noch geschlossen, der Bouleplatz lädt dafür schon ein.

Mal schauen, was wir von hier in den nächsten Tagen anfahren können.

Frühlingsspaziergang

Zuerst das für uns das Wichtigste: Das Wohnmobil wurde repariert und wir können weiter fahren. Da in Spanien noch viel unter Wasser steht, bleiben wir vorerst in der Nähe, um noch weitere Voie Vertes auszuprobieren. Aber vermutlich werden wir DEN Blick auf den Mont Canigou nicht mehr haben.

Gestern habe ich noch eine Runde außerhalb des Campingplatzes gedreht und geschaut, was hier so blüht. Viel ist es nicht, denn durch die intensive Landwirtschaft gibt es kaum Flächen, wo sich die ursprüngliche Natur halten konnte. Das erste was ich fand ist der Eisenkraut-Salbei, der sich am Ufer auf wenigen Quadratmetern ausgebreitet hat und nun bereits der Sense zum Opfer gefallen sein wird. Etwas weiter fand ich wenige Exemplare des Ackerlöwenmäulchens.

Von den Wolfsmilchgewächsen habe ich diese 2 ausgewählt: Euphorbia serrata links und Euphorbia cyparissias rechts.

Jemand von zu Hause hat vom ersten Zitronenfalter erzählt, den habe ich hier noch nicht gesehen, aber den Pieris bryoniae (Bergweißling) und den Lasiommata megera – Spitzmaus. Wie der auf den Namen Spitzmaus gekommen ist, würde ich gerne wissen.

Am Schluss noch 2 besondere wegen ihrer Namens, nämlich die Skorpionswicke

Coronilla scorpioides – Skorpionskronwicke

und die voller Blüte stehende Skorpion-Ginster – Genista scorpius. Ihr seht, wir befinden uns hier in einer gefährlicher Region. Schaun wir mal, wohin uns der weitere Weg führt.

Skorpion-Ginster – Genista scorpius

Thuir

Zu diesem Ort wollten wir schon gestern, aber Regenwolken haben uns umkehren lassen. Heute nach dem Mittagessen war es endlich so weit, die letzten Tropfen haben sich verzogen und es klarte immer mehr auf. Das erste Stück bis Canohés (s. Foto) kannten wir ja schon.

Canoés

Nach dem Ort kamen wir auf eine Voie Verte, also auf eine ehemalige Eisenbahnstrecke, die uns in sanften Steigungen bzw. Gefällstrecken nach Thuir führte. Das Städtchen liegt am Fuße des Mont Canigou. Selbst die Kirche hatte man zur Festung ausgebaut. Rund herum befinden sich noch die engen mittelalterlichen Gassen.

Alles macht einen sehr gepflegten Eindruck und aller Orts findet man Kunstobjekte, meist neueren Datums. Ein kleiner Platz mit Bäckerei und Straßenbestuhlung lud uns ein zu leckerem Gebäck und Kaffee.

Daneben gab es einen Laden für Käse und Wein. Da wir hier in einem wichtigen Weinanbaugebiet sind, findet man überall Hinweise auf die Châteaux, wie die Weingüter hier genannt werden.

Irgend wann mussten wir zurück und wir ließen uns vom Wind nach Hause schieben. Das letzte Bild zeigt einen typischen Ausschnitt einer Voie Verte. Da muss man doch Lust aufs Fahrradfahren bekommen. Übrigens führte der Fahrradweg in anderer Richtung über Perpignan bis ans Meer.

Canohés

Aufgewacht bei Sonnenschein machten wir gleich große Pläne für den heutigen Tag. Eine Fahrradtour sollte es mal wieder sein und zwar nach Thuir, einem Städtchen westlich von hier, das Roussillon erkunden.

Die Temperatur war angenehm und auf bekanntem Weg erreichten wir als erstes Polestres. Vor lauter Fahrradwegen verpassten wir die Durchfahrt unter der A9, also wieder ein Stück zurück und richtig abgebogen. Hier überraschte uns die erste Husche und wir waren schon dabei um zu kehren, als sie wieder aufhörte.

Gut ausgeschildert waren wir bald in Canohés, einem Dorf, wo wir einen älteren Herren nach einem Café fragten, um uns etwas auf zu wärmen. Der lud uns gleich zu sich ins Wohnzimmer ein und bereitete uns den gewünschten Kaffee. Im Gespräch empfahl er uns zurück zu fahren, denn es würde noch mehr Regen runter kommen.

Er sollte Recht behalten, schon am Ortsausgang mussten wir einen Regenschutz im Friedhof suchen. Zum Glück war es nur von kurzer Dauer. In Polestres gingen wir wieder in die Brasserie d´Europe und konnten dort beim Mittagessen die nächste Husche trocken vorbei gehen lassen.

Auf dem Rückweg: Streetart im wahrsten Sinne des Wortes und entlaufene Schwertlilien am Wegesrand.

Gleich gegenüber befindet sich ein Carrefour, ein Supermarkt, wo wir das Wichtigste bekamen, wie Toilettenpapier. Danach ging es das letzte Stück nach Hause, zum Wohnmobil. Die Nachbarin, die unsere Handtücher ins Trockene gebracht hat, meinte morgen soll es besser werden. Schaun wir mal.

Pollestres

Nach einer gewittrigen Nacht mit hinreichend Regen, hatten wir uns zuerst darauf eingestellt, einen gemütlichen Tag im Wohnmobil zu verbringen. Überraschenderweise klarte es gegen Mittag auf und ich suchte nach einem Lokal zum Mittagessen in der Nähe.

Es war nicht ganz einfach, aber in der Brasserie d`Europe in Pollestres braucht man nicht zu reservieren. Als wir kurz nach 12 Uhr dort mit den Fahrrädern vorfuhren, war an der Bar viel los, viele Männer und eine Frau, der eigentliche Gastraum wo eingedeckt war, befand sich niemand.

Mutig setzten wir uns hin. Das Platzdeckchen war gleichzeitig die Speisekarte. Euphorisch entschieden wir uns für das sonntags Mittagsmenü: ein Salat mit Fleischstreifen und warmen Baguette, eine Paella mit Huhn, Wurst und Meeresfrüchten so wie eine Nusscreme, alles zusammen pro Person für 19,90 €. Und, ja, es hat alles gut geschmeckt.

Danach fuhren wir zügig nach Hause, denn wir haben so was wie einen Kälteeinbruch, es sind nur noch 14°, aber ab morgen soll es wieder sonniger und wärmer werden. – Die Franzosen vermeiden hier oft marode Brücken in dem sie Bäche mit einer Furt überqueren. Bis jetzt waren die Wasserstände immer so, dass wir trockenen Pedals durch gekommen sind.

Kalanchoe / Brutblatt in Blüte

Ach, noch eins, sucht Pollestres nicht, ein Dorf am Straßenrand, hat aber eine große Weinkellerei, ist aber absolut kein Ferienziel, höchstens ein Stopp zum Essen gehen.

Lac de Rohan

Heute war der spannende Tag, an dem unser Wohnmobil untersucht worden ist. Es kam dabei heraus, dass ein Filter verstopft ist und ausgetauscht werden muss. Leider ist es kein Melitta Filter aus dem Supermarkt sondern muss erst eingeflogen werden. Also haben wir am kommenden Mittwoch unseren nächsten Termin.

Wir sind gleich danach aus Perpignan hinaus gefahren und suchten einen großen Supermarkt in Elne. Hier haben wir geschwelgt in dem was die Franzosen so anbieten. Das Wochenende ist damit gerettet und pünktlich nach der Wetter-App hat es am späten Nachmittag zu regnen aufgehört und ich holte unsere Fahrräder heraus.

Hier (s.o.) seht ihr den See vom Campingplatz von der Höhe, in entgegengesetzter Richtung den Mont Canigou, da zwischen findet man Felder mit Wein, den Côte Roussillon, Olivenhaine und Mandelplantagen.