Bèziers

Nach gut 8 km von Colombiers entfernt am Canal du Midi und dem Orb liegt Bèziers. Kurz vor dem Ort fällt der Kanal über 7 Staustufen bis fast auf das Niveau des Orb, der unterhalb der Stadtmauern mit einer Pont-Canal überquert wird.

An der Schleusentreppe befand sich aus das Office-de-Tourisme, wo ich eine Fahrradkarte für eine Besichtigungsrunde und eine in der die Fresken (Graffitis), wie die Franzosen sie bezeichnen, eingezeichnet sind. Vom Pont-Canal ging es entlang des Hafens und einer hübschen Jugendstil-Villa zum zum Parc des Poetes.

Hier begegneten wir als erstes Victor Hugo und üppig blühenden Beeten. Den Mittelpunkt des Parks bilden die Wasserfälle, Grotten und die Zentauer-Statue. Von dort waren es nur wenige Schritte zur Platanenallee des Paul Riquet. Unter den Bäumen haben wir zu Mittag gegessen. Hier gibt es sehr viele nordafrikanische Lokale und Läden.

Vorbei am Theater und diversen Fresken, fuhren, teilweise liefen wir am Markt, dem Rathaus vorbei zur Kathedrale. Den schönsten Blick hat man vom Glockenturm. Vom Pont-Canal ganz links bis zur Alten Brücke aus dem 16. Jahrhundert, die an der Stelle einer früheren römischen Brücke steht. Am Rathaus legten wir noch eine Kaffeepause ein, bevor wir an weiteren Fresken vorbei über die Alte Brücke zum Kanal fuhren.

Nun zog es sich immer mehr zu und wir kämpften gegen den Wind, was uns aber nicht davon abhielt in Colombiers noch ein bisschen beim Boulespielen zuzuschauen. Dann fielen die ersten Regentropfen und wir sausten den letzten zum Wohnmobil. Wir konnten alles trocken rein räumen, aber richtig nass wird wohl nichts.

Weitere Fresken werde ich in den nächsten Tagen auf Facebook: ART DE RUE/ STREET ART veröffentlichen.

Kanalweg in Richtung Capestang

Der Einstieg an der Brücke zum Ort war schnell gefunden und die erste Zeit war der Weg auch ganz passabel. Märzenbecher standen in großen Mengen am Rand des Kanals, aber nur dort. Kurz darauf mussten wir einen Hügel überqueren, während der Kanal durch einen Tunnel geführt wird.

Noch eine Etage tiefer verläuft ein Eisenbahntunnel. Wir haben den Verkehr etwas beobachtet. Mit lautem Hupen fuhren die Boote in den Tunnel ein, denn er ist nur einspurig befahrbar. Wer zuerst kommt darf auch zuerst fahren. In der Ebene wird vor allem Wein angebaut. Einige Weingüter liegen direkt am Kanal, wo sie auch ihre Weine anbieten.

Als wir in Poilhes hinein fuhren, erinnerten wir uns daran, dass wir hier schon einmal hervorragend gegessen hatten. In dem kleinen Ort war es auch nicht schwierig das Lokal zu finden. Gudrun probierte die Crevetten und ich einen Eintopf. Beides war hervorragend. Gudruns Nachtisch schmeckte nach Rosen. Ich hatte nicht gedacht, dass Geruch und Geschmack sich so ähnlich sind.

Der weitere Weg in Richtung nach Capestang wurde immer schlechter, so dass wir uns entschlossen umzudrehen.

Colombiers bei Béziers

Es wurde Zeit mal wieder den Campingplatz zu wechseln. In Deutschland wird man es nicht verstehen können, aber der Wind vom Meer war nachmittags recht kühl, unangenehm kühl. Nach kurzer Suche im Internet stellten wir fest, dass es im Landesinnere, gar nicht weit von der Küste wärmer ist und an den Kanal de Midi wollten wir so wie so mal wieder.

Der Kanal de Midi verbindet das Mittelmeer mit dem Atlantik entlang der Pyrenäen. Kommerziell wird er nicht mehr genutzt, dafür tummeln sich auf ihm recht viele touristische Boote, vom kleinen Motorboot mit Anglern bis hin zu Frachtkähnen, die zu Hotelschiffen umgebaut worden sind.

Einige Kilometer westlich von Béziers am Kanal liegt der kleine Ort Colombiers dessen wichtigster Treffpunkt der Hafen ist. Hier gibt es Lokale, Versorgungsstationen für die Hausboote und oberhalb das Schloss. Der Campingplatz ist schon gut besucht und nach dem Mittagessen und einer Erkundungsrunde haben wir noch eine Runde Boule gespielt.

Von hier kann man entlang des Kanals in beiden Richtungen fahren und so eine Tour haben wir morgen vor.

Küstentour nach Mireval

Heute war also ein Ausruhtag angedacht. Gemütlich frühstücken, eine kurze botanische Excursion an die Lagune, lesen und rechtzeitig zum Essen gehen, denn sonntags gehen auch die Franzosen gerne und lange Essen. Mit Fischfilet bzw. gefülltem Tintenfisch wurden wir gut bedient.

Dann meinte Gudrun, dass wir das Wetter zu einer kurzen Fahrt ausnutzen sollten, zudem brauchen wir für morgen früh noch Brot und hier am Strand ist noch kein Bäcker verfügbar. Also los, auf dem Voie Verte ging es mit Windunterstützung entlang der Lagunen und über den Kanal nach Vic-la-Gardiole. Hier gibt es zwar eine Bar und ein Restaurant, aber keinen Bäcker.

Und so kamen wir nach Mireval. Den Ort muss man jetzt nicht unbedingt anfahren, höchstens man braucht Brot. Der SPAR war auf und ich konnte einkaufen. Auf dem Heimweg durch die Gassen des alten Ortskerns kamen wir dann an einem richtigen Bäcker vorbei. Auf 2 Stühlen in der Sonne genossen wir einen Café allongé (verlängerter, die Italiener nennen ihn americano) und aßen ein süßes Stückchen.

Aber nun war es Zeit nach Hause (zum Campingplatz) zurück zu kehren. Jetzt mit vollem Einkaufskorb und gegen den Wind war es auch mit Motorunterstützung eine Plagerei und irgend wie kam es mir in den Sinn, dass doch heute ein Ausruhtag eingeplant war.

Sête

Heute fahren wir mit den Fahrrädern nach Sête. Über Frantignan gibt es einen recht gut ausgeschilderten Fahrradweg. In Sête gibt es aber einige Stellen, wo der Fahrradweg abrupt aufhört und man sich in den dichten PKW-Verkehr einfädeln muss. Also absteigen und schieben, so kamen wir auch entgegen der Einbahnstraße vorwärts. A der Markthalle vorbei suchten wir uns auf dem Platz vor dem Rathaus, wie das letzte Mal, einen Tisch zum Mittagessen.

Hier hat man etwas Abstand vom städtischen Trubel und kann genüsslich die Leute beobachten. Gudrun suchte sich einen Fisch in Bouiabaisse-Sose mit Kartoffeln und Käsecreme aus, während ich mir die Miesmuscheln auf Sêter Art (gefüllt mit Hackfleisch) mit Spagetti schmecken ließ.

Auf einer nicht sehr ergiebigen Runde versuchte ich noch für uns neue Streetart-Malereien zu finden. Die sind wohl mehr im Norden der Altstadt zu finden.

Den alten Ortskern hinauf in Richtung Oberstadt fand ich noch einen kleinen botanischen Garten, wo vor allem die Aloen blühten.

Nach der Karte muss es eine Fortsetzung des Fahrradweges an der Küste entlang geben. Wir fanden einen, der aber kilometerlang durch Hotel und Appartement-Siedlungen zog, so dass wir kehrt machten, Obst, Gemüse, Brot und Käse einkauften, denn wer weiß, wann die Läden wieder geöffnet haben, auf jeden Fall haben die Bäcker über Ostern auf.

An Möwen und Flamingos vorbei erreichten wir nach etwa 40 km das Wohnmobil. Langsam füllt sich der Platz.

Ankunft in Frantignan

Wir haben das Mittelmeer erreicht. Es ist noch wärmer geworden, einen Pullover haben wir erst heute Abend wieder gebraucht. Die Strecke, der größte Teil war Autobahn, ließ sich trotz heftigem Verkehr gut meistern. Das Erreichen des Campingplatzes in Frantignan-Plage bei Sête war auf den letzten Kilometern ein stetiges rein und raus aus einem Kreisverkehr in den nächsten, aber dann standen wir doch im Campingplatz La Laguna, es war offen, doch es war Mittagspause.

Und nicht nur das, die Saison hat noch nicht richtig begonnen. Es lohnt noch nicht das Bureau zu besetzen, aber die Sanitäranlagen waren sauber und bereit. Wir haben das Wohnmobil einfach auf einen schönen großen Platz gestellt, angeschlossen und sind erst mal essen gegangen. Leider habe ich zu spät an Fotos gedacht, Capaggio vom Rind, Tintenfisch (Seiche) mit Pommes oder für mich Hünchen mit Gemüse im Wog und als Nachtisch aufgebackenes Schokoladentörtchen.

Auf dem Campingplatz vertröstete man uns wegen der Anmeldung bis morgen und da hier der Lebensmittelsupermarkt erst nächste Woche öffnet, sind wir mit den Fahrrädern in den Hauptort Frantignan hinein gefahren. Der große Supermarkt liegt aber noch ein Stück außerhalb in einer anderen Richtung, so dass wir uns in der Innenstadt umschauten. Wir fanden alles in verschiedenen Läden, die Wurst bei einer nordafrikanischen Metzgerei, die ein etwas für uns fremdes Angebot hatten.

Auf der Heimfahrt konnten wir nicht anders und mussten an der Pétanque-Arena anhalten und eine Weile beim Boulespielen zusehen. Es hat schon was, mal wieder in einen Ort, in dem es einem früher schon gefallen hat, zurück zu kehren.

La Strada dei Canali

Heute ist es so warm, dass wir ohne Kittel los gezogen sind. Ziel war mal über die Via Rhona Chateau-Neuve-du-Papa zu erreichen. Über die Brücke die Stadtmauer von Avignon zu erreichen ging noch gut. Dort wurden wir von einer Demonstration empfangen. Den ausgezeichneten Weg mussten wir verlassen und schlugen uns durch die Gassen der Stadt durch bis wir die Demonstration überholt hatten.

Mont Ventou im Hintergrund

Die Via Rhona verläuft im Moment hier auf provisorischer Trasse über den Kanalweg. Er ist nett angelegt in einem parkähnlichen Streifen. Häufig wird man durch versetzte Zäune ausgebremst, die manches Mal sehr eng sind. Die Ausschilderung war auch nicht so übersichtlich, dass wir immer den richtigen Weg auf anhieb fanden.

Schön waren auf alle Fälle die Grafitis an einem Zaun und viele blühende Bäume und Sträucher. Gegen 12 Uhr waren wir 12 km gefahren und hatten eben das Ortsschild von Avignon hinter uns gelassen. In einer Bäckerei holten wir uns etwas zu essen und dann versuchte ich genervt auf eigene Faust einen direkteren Weg zur Brücke zu finden.

Plötzlich tauchte die Stadtmauer vor uns auf, die ja rund herum führt, die wir dann bis zur Fähre folgten. Mit ihr setzten wir flott über und war kurz darauf auf dem Campingplatz. Später fuhren wir noch nach Villeneuve hinüber, um dort etwas einzukaufen. Außerdem genossen wir die Ruhe des Ortes.

Von Villeneuve-lez-Avignon nach Aramon

Da unser Campingplatz auf einer Rhone-Insel liegt, müssen wir auch eine Brücke überqueren, um ans westliche Ufer zu gelangen. Dort hat man Villeneuve-lez-Avignon gegründet, weil es in Avignon selbst zu arg gestunken haben soll. Aber das war auch schon im Mittelalter.

Nach der Brücke kommt man als erstes am Turm Philippe-le-Bel vorbei. Von dort bis zum Fort-Saint-André (s. Titelbild) erstreckt sich der Ort. Er ist viel gemütlicher als Avignon selbst. Bekannt sind seine Arkaden, die Münzanstalt und das Kloster, das man besichtigen kann.

Die Via-Rhona, der Fahrradweg entlang der Rhone verläuft von der Brücke ab in südlicher Richtung auf Arles zu. Das erste Stück ist sehr abwechslungsreich und führt entlang eines Berghanges, Schwertlilien und Tulpen blühen in Gärten, an den naturbelassenen Hängen Ginster und Thymian.

Nach etwa 15 km erreichten wir Aramon. Es war kurz vor 12 und wir mussten uns beeilen, um auf dem Markt noch ein Brot zu bekommen. Bis auf eine Bar gab es keine Lokalitäten und so verabschiedeten wir uns ohne Belegfoto ziemlich schnell zu einem Restaurant an dem wir am Ortseingang vorbei gekommen waren. Dabei hatten wir Glück gehabt, denn wir konnten den letzten Tisch ergattern. Das Tagesessen war Kaninchen in Kartoffelbrei (letzte Portion) und ich nahm den kleinen Grillteller zu 16€ mit viererlei Fleisch, grünem Spargel und Pommes mit Schale. Zum Nachtisch teilten wir uns nach einen Café Gourmand.

Auf dem Rückweg, jetzt gegen den Wind entdeckte ich noch 2 Arten von Orchideen. Die große hielt ich zuerst für einen Schmarotzer, aber die Blätter weisen eindeutig auf eine Orchidee hin. Unter der TGV-Strecke hindurch kamen wir noch an einem hübschen Graffiti vorbei. Jetzt werden die Fahrräder wieder aufgeladen und wir werden uns zum Bouleplatz begeben, mal sehen, ob wir mitspielen können.

Avignon

Nach einer klaren frischen Nacht machten wir uns trotz Bewölkung auf den Weg über die Brücke. Zum Glück sind ja nicht alle kaputt gegangen. Nach nur kurzem Weg schluckte uns die Altstadt mit ihren engen Gassen. Statt dem Stadtplan zu folgen, ließen wir uns treiben. Viele kleine Geschäfte ließen uns halten und schauen.

Immer wieder kamen wir an Palästen vorbei, häufig heute als Hotels genutzt. Hier sieht man lauschige Innenhöfe. Immer wieder ist das Stadtbild von kleinen Plätzen unterbrochen. Platanen beschatten den Platz und die Tische vor den Lokalen, die gegen Mittag von einigen mutigen belagert wurden.

Etliche Fenster konnten wir entdecken, die, um nicht blind zu erscheinen, mit Bildern von Personen bemalt worden sind. Sonst vielen uns schöne Blumenbeete auf, die uns auf den Frühling einstimmten und ab morgen soll es auch wieder wärmer werden.

Wir fanden hinter dem Papstpallast ein kleines Restaurant, in dem eigentlich nur französisch gesprochen wurde, in dem wir sehr gut und preiswert zu Mittag gegessen haben. Danach haben wir in der Markthalle noch Obst eingekauft und bummelten am Papstpallast entlang zurück. Der Papstpallast fanden wir äußerlich nicht schön, ein riesiger strenger Kasten.

Pflicht ist natürlich der Besuch der Restbrücke des heiligen Benedikt. Per Audioguide wurden uns die wichtigsten Informationen zum Bau und dann zu den Einstürzen der Brücke mitgeteilt. Der Rest soll vorerst sicher sein. Nicht weit davon entfernt gibt es eine kleine Personenfähre, die uns kostenlos auf die Seite des Campingplatzes zurück brachte.

Anfahrt bis Avignon

Am Sonntag Vormittag ging es los und dank weniger LKW kamen wir gut bei Lauterbourg nach Frankreich. Bevor wir auf die Autobahn nach Paris kamen, erreichten wir ein neues Autobahnstück, dass uns östlich von Straßburg vorbei auf die Autobahn nach Mulhouse führte. Das war eine große Erleichterung.

Besançons

Manchmal klarte der Himmel etwas auf, um kurz darauf wieder zu weinen. Aber trotzdem lief es ganz gut, so dass wir bis Besançons kamen. Das Navi fand auch gut den Campingplatz, direkt am Fahrradweg in die Stadt. Lust auf Fahrradfahren hatten wir aber nicht. Wir waren müde und es regnete mal wieder, auch war es kalt.

Am nächsten Morgen sahen wir etwas von der Stadt und es war uns schnell klar, da waren wir nicht das letzte Mal. Auch das Tal des Doubs ist einen längeren Aufenthalt wert. Wir wollten heute aber noch in die Wärme und so fuhren wir dem Jura entlang auf Lyon zu. Auch hier hatte es gegen Mittag erst 8°C und die Entscheidung fiel uns leicht, das Wohnmobil weiter rollen zu lassen.

Von nun an kletterte das Thermometer kontinuierlich und bei unserer Ankunft in Avignon zeigte es stolze 17°. Der Campingplatz liegt auf einer Insel direkt gegenüber der Altstadt und die Bilder stammen vom Spaziergang entlang der Rhone. Wir sind schon gespannt auf die Stadt in die wir morgen wollen. Dort spürt man den Mistral vielleicht nicht so arg, der tobt schon ziemlich über den Bäumen auf dem Campingplatz.