Algodones – Paperwork

Setzen wir unsere Betrachtung der kleinen Destillerie fort. Wir haben etliches unternommen, dass die Waren hin und wieder weg transportiert werden müssen. Nur wie funktioniert das?

Wagenkarten mit Tasche und Wagenlaufkarte

Für jeden Wagen existiert eine Wagenkarte, die einen, meist 4 Aufträge enthält. So angelegt, dass der Wagen nach 4 Fahrten wieder an der Startposition ankommt. Bei dem Tankwagen steht drauf, dass er bei Cornish Billinger (s. Anlagenplan in einem früheren Blogbeitrag) Maismaische abholen soll, den er nach Winslow zur Firma Algodones bringen soll.

Planungsskizze für den Wagenverkehr von Algodomes

Wenn der Tankwagen leer ist, nimmt ihn der nächste Zug mit nach Mountainair. Das ist eigentlich die falsche Richtung, aber so kann der Wagon ohne große Rangiermanöver abgezogen werden. In Mountainair wird er dann an den nächsten Zug nach Portales angehangen, wo er dem RIP (repair in place) Gleis zugestellt wird. Bei mir wird der Wagon hier gereinigt, bei Lebensmitteln muss das sein. Von hier wird er bei Bedarf wieder Cornish Billinger zugestellt. Und der Kreislauf beginnt von vorne.

Natürlich kann ich die Wagenlaufkarte auch in die Tasche eines anderen passenden Wagens stecken, wenn mir ein anderer besser gefällt. Das war jetzt der Weg eines Tankwagens. Das selbe habe ich für einen Kohlenwagen entworfen und für einen Boxcar (geschlossenen Güterwagen). Bei der Disposition muss ich beachten, dass nicht mehr als zwei der Wagen gleichzeitig Algodones zu gestellt werden, denn es gibt nur für 2 Wagen einen sinnvollen Abstellplatz.

Eine Besonderheit hat die Wagenlaufkarte. Sie ist in 4 Teile gegliedert und nummeriert. Ein Teil ist sichtbar und schaut aus der Tasche der Wagenkarte heraus. Nach jeder Fahrt, wird nach dem Zustellen die Karte so gedreht bzw. gewendet, dass die folgende Nummer zu sehen ist. Beim Blick des Rangierers auf die Karte sieht er sofort, ob der Wagen in seinen Zug passt oder wohin der Wagen als nächstes soll.

Aufwendig? Wenn erst mal alles fertig ist, läuft die Zugbildung wie am Schnürchen. Etwas Disziplin ist jedoch von Nöten: Begleiten die Karten den Zug nicht mit den anderen Papieren, dann geht irgend wann mal das große Suchen los, bis jede Wagenkarte wieder seinen Wagen gefunden hat. Dass das nicht passiert, bekommt der Zugführer eine Loktasche in die zu Beginn sämtliche Wagenkarten gesteckt werden. Im ersten Bahnhof werden die entnommen, deren Wagen dort bleiben, dazu kommen die neu angehängten Wagen. Im Caboose kann er dann alles durchschauen und sich seine nächsten Rangiermanöver überlegen.

Sie sehen schon, es gibt zu tun. Und wenn man den Zug fahren und gleichzeitig die Rangiermanöver durchführen soll ohne den Überblick zu verlieren, das ist Arbeit. Am besten man findet jemanden, der eine Aufgabe übernimmt: die des Zug- bzw. des Lokführers. Ja, und das natürlich für jeden Zug, denn bei meiner digitalisierten Anlage, kann man sich gut vorstellen, dass 3 Züge unabhängig von einander arbeiten. In den USA ist das üblich, dass man sich zu einer Spielsession rundum trifft.

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Algodones – Destillerie

Warum wird aus einer Ofen- und Boilerwerkstätte eine Brennerei? Auf meiner Anlage soll alles eine Funktion erfüllen. Natürlich braucht man im Wilden Westen auch Öfen, aber nicht all zu viele, so dass ein Eisenbahnanschluss sehr weit her geholt erscheint. So zeigte sich auch im Betrieb, dass der Anschluss nur selten bedient wurde. Daraus ergab sich die Idee, den eigentlich netten Bausatz einer anderen Funktion zu übergeben.

Plötzlich war die Idee da, eine Brennerei, von denen gab es nicht wenige in den frühen Jahren der USA. Nach kurzer Suche im Internet fand ich die Algodones Distillerie bei Santa Fe (NM), von der habe ich mir den Schilderentwurf ausgeliehen.

Weitere Recherchen ergab, dass ich als Ausgangsprodukt Zucker oder andere stärkehaltige Produkte brauchte. In Mexiko braut man schon seit langer Zeit ein Bier aus Mais und den Mais verwendet man heute für einen zarten Bourbon-Whisky. Der Mais wird bei mir in Tankwagen als Maische angeliefert. Dafür musste ich noch einen größeren Silo.

Der Silo besteht aus einer Kartonröhre, dem Deckel und dem Dom eines ausrangierten Tankwagens, einem Handbremsrad und einem Eckstück eines Spritzlings. Alle Teile wurden passend gesägt und gefeilt, zusammen geklebt, grundiert und teilweise lackiert.

Da es im Süd-Westen nicht all zu viele Wälder gibt, importiert man, seit es die Eisenbahn hier gibt, Kohle für den Brennvorgang. Dafür entstand ein kleiner Kohlebansen. Die Kohle wird wie zu uralt Zeiten mit der Schaufel entleert.

Alles andere: Hefe, Gewürze, Fässer, Flaschen, Etiketten usw. kommen in geschlossenem Güterwagen (Boxcar), der den Whiskey auch wieder mitnimmt und ihn über einen Großhändler Henßen´s Grocerie auf der Anlage weiter verteilt.

Die Kohle kommt von Außerhalb über das Übergabegleis in Prewitt, die Maische setzt Cornish Billinger an und liefert sie je nach Bestellung. Damit ist ein Netz von An- und Abfuhren entstanden, das in Zukuft eine Menge Verkehr auf die Anlage bringt. Bis der erste Wagen rollt, ist aber noch etwas Zettelkram (Paperwork) zu erledigen, über den ich demnächst berichten werde.

Anregungen und Kritik sind mir willkommen. Mit einem Abo der Seite sind Sie immer auf dem Laufenden.

Meine Anlage

Santa Fe South-West Branch: Die Eisenbahngesellschaft, die hauptsächlich auf meinen Schienen fährt ist die Santa Fe, heute zusammen geschlossen mit der Burlington Northern zur BNSF.

South-West: Da die Landschaftsmotive und Namen dem Südwesten der USA entnommen sind, genauer Arizona und New Mexiko und Branch-Line, ein Begriff für eine Nebenstrecke, die es so nicht gibt.

Die Anlage füllt mittlerweile einen ganzen Hobbyraum, und da kein weiterer Platz mehr da ist, beschäftige ich mich die letzten Jahre mit dem Betrieb meiner Anlage. Ich werde mich in meinen Beiträgen so allgemein halten, dass jeder Modelleisenbahner von meinen Ideen und Erfahrungen profitieren kann.

Der Aufbau meiner Anlage besteht aus Modulen und teils aus Segmenten mit einem Normmaß von 100×50 cm und einer Trassenhöhe von 1,70m. Das Schienenmaterial ist von ROCO, meistens Flexgleise. Der Schwellenabstand ist für US-Bahnen zu weit, aber für eine Nebenbahn habe ich da ein Auge zu gedrückt. Die Weichen waren zu Beginn alle elektrisch unterhalb der Anlage gesteuert. In letzter Zeit habe ich viele Weichen auf Handbetrieb umgestellt, was dem Vorbild gerechter wird und Spaß macht.

Die Lokomotiven sind alle digitalisiert und werden durch Funkhandregler eines Sets multiMAUSpro und multiZENTRALEpro von ROCO gesteuert. Dabei kann ich auf den Sound der Loks gut verzichten, aber beim Rangieren ist der Funkhandregler einfach toll.

Auf You-tube finden Sie meine Anlage u. a. unter: https://youtu.be/YRorAQPVRnU. Dort habe ich einige der Themen behandelt, die ich hier noch mal aufgreifen werde.

Grundsätzliche Bemerkungen:

  • Ein Zug fährt von A nach B.
  • Eine Ware wird von A nach B befördert.
  • Eine Modelleisenbahn bildet die Wirklichkeit im Kleinen nach.

Wenn das so ist, muss ich mir überlegen von wo nach wo mein Zug fahren soll. Dabei können bei der Auswahl ein regionaler Bezug oder eine Vorliebe für eine Gegend ausschlaggebend sein.

Dann sollte ich überschlagen, wie viel Platz ich zur Verfügung habe, um meine Vorstellungen zu verwirklichen. Eine durchschnittlich große Lok oder Wagen sind im Maßstab 1:87 etwa 20 cm lang. Eine Lok mit 3 Wagen brauchen im Bahnhof mindestens 80 cm. Dazu muss ich mir noch eine Eingangs- bzw. Ausgangsweiche denken, dann bin ich schon bei einer Plattenlänge von 1,20 m + anschließender Kurven komme ich auf über 2 m.

Wenn ich den Platz nicht habe, könnte ich einen kleineren Maßstab wählen: TT, N, Z oder ein Anlagenthema wählen, das weniger Platz braucht, wie eine Werkbahn oder Nebenbahn, die mit einer kleinen Rangierlokomotive und kurzen Wägelchen auskommt. Es kann auch „nur“ eine interessante Rangieranlage sein, die im Bücherregal mit 2m und 30 cm Tiefe auskommt.

Mit diesen Gedanken will ich niemanden die Freude an der Modellbahn nehmen, nur wenn die grundsätzlichen Parameter stimmen, wird man später Freude dran haben. Also:

Was will ich?

Was kann ich mir räumlich leisten?

Inhaltsverzeichnis: Spätsommer 2019 im Nordosten der USA

Spätsommer im Nordosten der USA

Anreise nach Newark bei New York

Wohnmobilübernahme und erste Fahrt

Den Delaware hinauf

Reiseroute Rot im Uhrzeigersinn

Einkaufsfahrt am Susquahanna River

Sonntag vor Labour-Day

Corning – Museum of Glass

Die Finger-Lake Region

Entlang dem Erie-Kanal

Niagara-Falls

Am Ontario-See entlang

Erie-Kanal Teil 2

Tag der Wasserfälle

Vom Mt. Washington nach Maine

Anfahrt zum Acadia Nat`l. Park

Acadia National Park

Downeast Scenic Railroad

Vom Mount Desert Island nach Belfast

Maine – Atlantikküste Von Camden nach Brunswick

Boothbay Harbor

Vom Straßenbahnmuseum nach Portsmouth

Shaker Village in Canterbury NH

Salem MA (Massachusetts)

Plymouth und die Pilgrim-Väter

Cap Cod

Cape Cod: Die Nordküste

Newport Rhode Island (RI)

Newport: The Cliff Walk

Mashantucket Pequot Museum

Bristol, CT Uhren- und Karussell-Museum

Newburgh am Hudson River

Pookeepsie: Walk over the Hudson

Heißer Abschied in New York

Inhaltsverzeichnis: Griechenland 2019

Griechenland 2019

Fahrt nach Griechenland

Frühlingsspaziergang und Aprilwetter

Tatortblütenwiese

Weiterfahrt nach Süden

Von Riza nach Lefkos/Lefkada

Von Lefkada zum Kap Dukato

In und um Vasiliki radeln

Fahrt nach Volos

Camping Sikia in Kato Gatzea

Ausflug nach Volos

Fahrt mit der Pílion-Bahn

Über Agia zum Olymp

Die Festung von Platamónas

Zu den archäologischen Ausgrabungen bei Leptokaria

Den Olymp hinauf

Neo Moudania

Halbinsel Kassandra

Halbinsel Sithonia – Westküste

Fahrradtour nach Toroni

Halbinsel Sithonia, der Süden

Skála Sikia und Camping Melissi

Sonntagstour von Skála Sikia aus

Abschied und Fahrt nach Ouranoupoli

Ouranoupoli

Die Klöster des Athos

Fahrt nach Kavala

Auf Thasso eingetroffen

Ausflüge auf Thassos

Fahrt ins Nestor-Delta

Nestos Scenic-Route

Nestos-Schlucht-Wanderung

Von Kavala nach Nea Moudania

Von der Tembi-Schlucht zur Pilion Halbinsel

Camping Kastri Beach

Kalambaka und die Meteora-Klöster

Über das Zigos-Gebirge nach Ioanina

In der Silberstadt Ioánnina

Ioánnina – Shopping

Rückfahrt: 1. Pennabilli

Heißer Abschied in New York

Das Wohnmobil war schon am Vortag geputzt worden. Auch waren die Koffer gepackt, die Reisekleidung zur Seite gelegt, die Unterlagen für das Miet-Wohnmobil lagen bereit wie auch der Voucher für den Flug. So ging es recht zügig vorwärts nach dem der Wecker um 6 Uhr klingelte.

Noch mal frühstücken, alle angebrochenen Lebensmittel entsorgen, die Tanks des Wohnmobils zum letzten Mal leeren und dann die Vermieter-Adresse ins GPS eingeben. Was waren wir gut in der Zeitplanung. Leider war die Wegplanung nicht ganz so einfach, da es um New York herum etliche Mautstraßen gibt, die wir nicht fahren durften, so bald sie nur eine elektronische Erfassung und Abbuchung vorsehen.

So kam es dann, dass wir plötzlich vor einer nur 9 Fuss hohen Unterführung standen, umdrehen mussten und dann half kein GPS mehr, den das bestand auf dem einmal gefundenen Weg. Natürlich haben wir es ausgetrickst, aber das hat uns sehr viel Zeit gekostet und der Abgabetermin war nicht mehr zu halten. Damit drückten die Angestellten ein Auge zu und bald saßen wir im Taxi und ließen uns zum Flughafen bringen.

Ellis Island

Dort konnten wir die Koffer zum Teil selber einchecken. Es wird immer mehr am Personal gespart. Aber mal ohne Koffer suchten wir uns ein Taxi, dass uns zu einem Statepark gegenüber der „Liberty“ bringen sollte. Im Taxi zeigte das Außenthermometer 94°F, etwa 34°C an. Dazu blies ein stürmischer Süd-Ost-Wind.

Wir aßen noch mal in einem Diner und liefen den Kilometer bis zum Ende des State Parks. Von hier hatte man einen schönen Blick auf den Rücken der Freiheitsstatue, die ja den Ankommenden entgegen blickt und wir waren ja die Abreisenden.

Von hier gibt es eine schöne Promenade auf Brettern und von Laternen gesäumt, die bis zum Penn-Central Bahnhof führt. Wir liefen an der Freiheitsstatue vorbei und dann an Ellis Island, der Quarantäne-Station für die Einwanderer und immer näher kamen wir den Hochhäusern von Manhatten. Im Norden wurde es langsam immer dunkler und wir waren froh, dass uns jemand im Bahnhofs-Museum ein Taxi rief.

Zwei „Damen“ in einem kleinen Transporter hielten ein Taxi-Schild hoch, draußen stand Airportshuttle dran. Die Damen unterhielten sich arabisch, so sagten sie uns. Ich habe das Gefühl, dass es jiddisch war. Die Fahrerin kassierte per Kreditkarte beim Fahren, danach musste sie eifrig telefonieren, während sie einhändig auf schmaler Spur von einer Seite auf die andere pendelte, laufend die Spur wechselte in dem sie sich rigoros zwischen andere Autos drängelte.

Penn-Central – Station

Wir waren nicht nur wegen der Hitze schweiß nass, als wir heil am Flughafen ankamen, aber wir wollten doch während der letzten Stunden noch was erleben. – Jetzt sitze ich zu Hause an meinem Schreibtisch. Es war wohl die letzte Tour in die USA. Wir haben viel gesehen, hatten wunderschöne Erlebnisse, aber unser Ding sind die menschenleeren Weiten von Montana bis Arizona, das ist das, was wir in Westeuropa so überhaupt nicht kennen.

Newark Airport

Vielen Dank fürs Lesen des Berichtes und auch für einige Kommentare, die mich gefreut haben. Auf wiederlesen im nächsten Frühjahr mit einer Tour nach Kalabrien.

Pookeepsie: Walk over the Hudson

Vom Campingplatz waren es nur 12 Meilen bis zu einer sehenswerten Eisenbahnbrücke. Auf der Fahrt kamen wir an einem großen Lotusblumen-Teich vorbei. Neben dem asiatischen Lotus gibt es auch einen amerikanischen, der schon von den „Indianern“ kultiviert worden ist und von dem es Vorkommen in Connecticat gibt.

Unser Navi führte uns zu einem Parkplatz am westlichen Brückenkopf einer ehemaligen Eisenbahnlinie. Die Brücke führt hoch über den Hudson River. Von hier oben hat man einen schönen Blick auf den Fluss, die beiden Bahnlinien und natürlich Pookeepsie. Für den Ortsnamen habe ich folgende Beschreibung gefunden: Ein Wort, das verwendet wird, um den vorsätzlichen Akt der Selbstverstopfung zu beschreiben, normalerweise aufgrund von Zeitbeschränkungen oder unhygienischen Umgebungen ( https://www.urbandictionary.com ).

Pookeepsie Walk over the Hudson

Dazu kann ich nur erwähnen, dass sich am westlichen Brückenkopf eine Statepark Rangerstation befindet mit ordentlichen sanitären Einrichtungen. Am Pfeiler, der am Ufer von Pookeepsie steht, hat man einen Aufzug angebracht, der einen schnell rauf oder runter bringt. Der war leider wegen Wartungsarbeiten gesperrt, so liefen wir wieder zurück zum Auto und lauerten noch Zügen auf, deren Bilder bald auf Youtube zu sehen sein werden.

Die Brücke wurde am 1. Januar 1889 von der Penn Central Eisenbahngesellschaft in Betrieb genommen und blieb bis 1974 in Betrieb. Die Auslegerbrücke ist insgesamt 2082 m lang und überspannt mit 6 Hauptbögen à 160 m Länge den Fluss in 65 m Höhe.

1998 kaufte eine gemeinnützige Organisation die Brücke und nahm sie 2008 als Fußgängerbrücke wieder in Betrieb. Jetzt nutzen sie auch viele Fahrradfahrer, die in der Verlängerung auf dem Hudson Trail weiter fahren. Ein Rundwanderweg führt über die südliche Autobrücke zurück zum Ausgangspunkt.

Bevor es endgültig ans Koffer packen ging, suchten wir noch eine Pizzeria mit richtigen Italienern auf. Da wich dann alle Traurigkeit, dass der Urlaub nun zu Ende geht. USA ade, Kalabrien wir kommen. Während ich das schreibe, sitze ich im T-shirt vor dem Wohnmobil und werde andauernd von Besuchern abgehalten, die 3 m von meinem Tisch weg vorbei spazieren.

Newburgh am Hudson River

Zu Beginn noch ein Wort zum letzten so herrlich billigen Campingplatz: Neben dran befindet sich eine Fabrik, ich nehme an, eine Müllverbrennungsanlage. Man riecht zwar nichts, aber Brausen geht von ihr aus, dass man am Tag nicht so bemerkt, da es so viele andere Geräusche gibt, aber nachts nervt das schon gewaltig. Dann ist wenig bezahlt dennoch zu viel.

Also, heute fuhren wir in Richtung Westen an den Hudson. Denn von hier wollen wir New York umfahren, um am Mittwoch das Wohnmobil abzugeben. Der Weg hier her war die reinste Berg- und Talfahrt. Eine Ausfahrt führte in ein Skigebiet, aber dann ging es wieder kräftig bergab.

Newburgh hat eine nette Waterfront mit Marina, Fährboot und etlichen Lokalen. So breit der Hudson auch ist, auf dem Rhein bei Karlsruhe ist mehr los. Da war ich dann froh, dass auf der linken Seite in kurzen Anständen die Amtrak Personenzüge fuhren und bei uns im Blockabstand Güterzüge der Eisenbahngesellschaft CSX nach Süden New York zu fuhren.

Noch mal haben wir Krebs Cake, bzw. Lobster-Shrimps-Rolls gegessen und das drum herum genossen. Dazu zählt natürlich auch das nette Treffen mit diesem Nager bei dessen Bestimmung vielleicht ein Leser behilflich sein kann? Ein Spaziergang in die Altstadt haben wir bald abgebrochen, denn viele Häuser waren in schrecklichem Zustand und wir wollten keine Ziegel auf den Kopf bekommen.

Jetzt stehen wir auf dem Newburgh KOA Campingplatz in Plattekill (was man sich unter dem Namen wohl vorstellen soll?) und fangen langsam an das Wohnmobil auf zu räumen.

Bristol, CT Uhren- und Karussell-Museum

24°C im Schatten, uff, man ist nichts mehr gewöhnt. Da kommen ein paar Museen gerade recht. Zu weit zum Laufen, deshalb fuhren wir noch mal in die City. Per GPS fanden wir das Uhrenmuseum leicht. Da wir etwas zu früh dran waren, liefen wir noch etwas durchs Viertel, wo 2 sehr unterschiedliche Kirchen gegenüber standen.

Eine taffe ältere Damen begrüßte uns bald darauf im Uhrenmuseum, das auf der Grundlage der Sammlung eines privaten Sammlers basiert und über 400 Exemplare von der Turmuhr bis zur Autouhr oder Küchenuhr aufweist.

Schön waren die alten Stand- und Tischuhren mit ihren aufwendigen Gehäusen. Über all tickte es und die Uhren mit Schlagwerk liefen zum Glück etwas versetzt, so dass wir deren Spielwerke nach einander genießen konnten.

Da Bristol einst ein wichtiger Standort der Uhrenindustrie war, wurde dem Uhrmachergewerbe ein besonderer Schwerpunkt gewidmet: Die ganz frühen Werke mit ihren Holz-Zahn-Rädern und die neueren aus Metall, die notwendigen Werkzeuge und der Arbeitsplatz. Die Uhr im Kreis zeigt eine Stechuhr für 100 Mitarbeiter.

Teile des Hauses waren noch versehen mit Möbeln aus dessen Entstehungszeit um 1802. Weiter gab es noch eine Fachbibliothek und einen Giftshop. Das waren viele Eindrücke in kurzer Zeit, so dass wir uns in einen Diner zum Mittagessen niederließen. Gudrun hat die Kürbiswaffel sehr gut geschmeckt, während ich mich auf einen Wrap mit Hühnchenfleisch, Salat und Pommes einließ.

Anschließend besuchten wir das Karussell-Museum. Hier gab es vor allem Figuren aus Karussells zu sehen, die zum Teil über hundert Jahre alt waren. Auch hier gab es eine Werkstatt, wo die Prunkstücke restauriert und frisch bemalt wurden.

In einem Raum stand auch eine kleines komplettes Karussell, dass sich parallel zur Musik einer Wurlitzer-Orgel drehte und das Highlight für die Kinder war. Davon später im Film mehr.