Krakow – Seeumrundung

Krakow hat selber nicht viel zu bieten. Das Beste ist noch der EDEKA. Der Campingplatz liegt sehr nett am See und die Sanitärgebäude sind in gutem Zustand, leider gibt es nur um die Rezeption Internet.

Den Tag der Deutschen Einheit nutzten wir, um mit den Fahrrädern den Krakower See zu umrunden.

Nebel-Durchbruchstal

Der Weg führt mal nahe am See mal über die nahen Hügel zwischen Feldern und Weiden hindurch. Zuerst war es noch eine wenig befahrene Landstraße, später ein gut asphaltierter reiner Fahrradweg. Dann mussten wir uns zwischen einer Hauptstraße und einem schmalen Pfad am See entlang entscheiden. Das war schon nicht einfach zu befahren. Ganz im Süden war der Weg wieder super und wir kamen an einem Seeadler-Beobachtungspunkt vorbei, leider ohne Adler.

Serrahn

Das letzte Stück nach Hause wollten wir wiederum nicht auf der vielbefahrenen Landstraße fahren und nahmen einen Fahrradweg, der und durch einen schönen Wald führte, zuerst grob gepflastert, dann in einen reine Sandpiste überging. Leider gab es immer wieder tiefe weiche Sandlöcher, die das Fahrradfahren gefährlich werden lies. So etwas dürfte eigentlich nicht in einer Fahrradkarte aufgeführt werden.

Glave

Die letzten Kilometer ging es auf einem gepflasterten Weg entlang der nicht mehr bedienten Eisenbahnstrecke nach Krakow. Hier gibt es immerhin ein Restaurant. Der Koch oder die Pächter scheinen aus Litauen zu kommen, denn sie hatten eine spezielle osteuropäische Karte von der wir zweierlei probierten.

Das Westufer der Müritz

Unsere Kompass-Fahrradkarte zeigt einen interessanten Weg entlang der Müritz, den wollten wir heute probieren. Zu Beginn fuhren wir auf guten Wegen durch stattliche Buchenwälder.

Danach kamen wir nach Klink. Dort gibt es eine Marina und ein weißer Sandstrand. Etwas weiter südlich befindet sich das Schloss-Hotel Klink.

In Sietorf befindet sich eine für die Gegend typische Kirche und an deren Fuß ein kleiner Hafen mit Gastronomie, vor allem einer Fischerhütte, wo man frischen bzw. geräucherten Fisch essen oder nur kaufen kann. Für uns gab es erst mal 2 Pott Kaffee.

Dann nahmen wir das letzte Stück bis Röbel in Angriff. Hier gibt es einige Stellen, die durch landwirtschaftliche Fahrzeuge sehr schwierig geworden sind. Dann haben wir aber die Silhouette von Röbel vor uns mit den beiden Kirchtürmen und der Windmühle.

Röbel

Am Hafen erkundigten wir uns nach einer Rückkehrmöglichkeit per Schiff. Erleichtert, dass alles klappt wie erhofft, gingen wir zu einem Italiener und wurden sehr gut versorgt. Matjesbrötchen sind ja gut, aber nicht täglich. Danach bummelten wir von der Altstadt zur Neustadt durch das 5000 Einwohner zählende Städtchen mit seinen zahlreichen bunten Häusern.

Etwa in der Mitte steht auf einem Hügel die Windmühle. Es steht aber nur noch die äußere Hülle. Im Innern befindet sich ein Kunstmuseum. Von einem Umlauf im ersten Stock hat man einen schönen Blick auf die Stadt.

Am Hafen gab es noch ein Brombeer/Holunder und Sahne/Kirsch-Eis. Dann kam auch schon unser Schiff. Nun ging es den Weg auf Seeseite zurück bis Waren. Dabei kam uns ein Schwesterschiff entgegen. Es war interessant die Orte nun vom See aus zu betrachten.

Waren – Mürizeum und Draisinenfahrt

Morgens ist es immer noch ein wenig frisch und so legten wir unseren Museumsbesuch auf den Vormittag. Das Müritzeum beinhaltet die Themen Wald und Wasser. Alles was man im Müritz Nationalpark sehen kann, aber vielleicht nicht bemerkt hat, findet man hier.

Vor allem haben es uns die großen Aquarien angetan. Daneben waren auch die kleineren mit den Schildkröten und Krebsen sehr interessant. Dazu gehört aber auch ein See direkt am Museum und das ältere Gebäude mit den naturkundlichen Sammlungen.

Im angeschlossenen Restaurant ließen wir uns nach dem Besuch Flammkuchen schmecken. Dann ging es weiter hinter den Güterbahnhof zum Draisinen-Bahnhof. Nach einer Einweisung ging es los, die Fahrzeuge Pedelec-Antrieb vorne weg, der Rest mit uns hinter her.

Vor uns fuhren 2 Frauen mit einem größeren Hund, dem es auf der Draisine überhaupt nicht gefiel und mehrmals während der Fahrt abstieg. Teils durch ursprünglichem Wald, dann quer über die Felder, aber immer von Büschen gesäumt, die öfters ins Lichtraumprofil hinein ragten und uns gehörig störten.

Nach gut 1,5 Stunden war der Wendepunkt erreicht. Nach einer kurzen Pause ging es zurück. Da die Strecke keine besonderen Blicke bot, war das Ganze etwas enttäuschend. Aber auf alle Fälle sind wir mal wieder richtig müde und werden bald in die Federn kriechen.

Waren – Stadtbummel

Waren liegt am Nordufer der Müritz und stellt mit seinen 22.000 Einwohnern das Zentrum der Region dar. Neben dem Tourismus ist für die Stadt der Propellerhersteller für Containerschiffe von großer Bedeutung.

Wir fuhren am Morgen auf dem ufernahen Fahrradweg bis zum Jachthafen. Dort verlassen etliche Ausflugsschiffe die Stadt und geben dem Ort einen weltoffenen Anstrich, wie auch fast alle Gebäude sehr ansehnlich ausschauen. Hier wurde von Seiten der Stadt und auch von privater Hand Geld in die Hand genommen, dass man sich hier wohl fühlt.

Die Fußgängerzone war sehr belebt und es befinden sich dort viele unterschiedliche Firmen, die mit ihrem Angebot die Menschen anlocken. Der Markt war auch gut bestückt und wenn man durch die Wohnviertel fährt, dann machen auch die einen guten Eindruck.

Wir haben uns nach dem Bahnhof und der Draisinenstrecke erkundigt und sind um den Tiefwarensee herum geradelt. Die Sonne kam heraus und es wurde angenehm warm, die wir später auf dem Campingplatz genossen haben.

Waren – Jabel

Gestern sollte vorerst der letzte Regentag sein und den nutzten wir, um eine neue Region zu erreichen. Auf dem Weg nach Waren besuchten wir Bollewick mit der größten Feldstein-Scheune Deutschlands.

Die Dimensionen sind schon beachtlich. Genutzt wird sie als ein Shop-in-Shop Laden mit angegliedertem Hotel, Gastronomie und Veranstaltungsraum. Die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten zieht viele Personen an und einiges an Kunstgewerbe ist auch schön an zu sehen.

Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter nach Waren, wo wir uns im Campingplatz Kamerun eintrugen. Der Name befremdet einen zuerst, die Anlage ist aber First-Class ohne den von uns gefürchtetem Entertainement. Die Sanitäranlagen sind einfach Spitze, dazu gibt es ein gutes Restaurant und einen Laden, der auch jetzt noch gut bestückt ist. Die Außenanlagen sind sehr gepflegt.

Heute schien am frühen Morgen gleich die Sonne, damit war klar, dass wir die Fahrräder auspacken. Der Campingplatz liegt direkt an einem wichtigen Fahrradweg, den wir in westliche Richtung folgten. Es ging entlang des Kölpin-Sees nach Damerow. Dort gibt es eine Wisent Aufzugstation. Wir kamen rechtzeitig zur Fütterung und bekamen einiges über die Tiere und die Arbeit vor Ort erzählt und die Tiere aus nächster Nähe zu sehen.

Rotwild

Schmusetiere sind es wahrlich nicht, auch die Wärter trauen sich nicht in die Gehege hinein. Dort befindet sich immer ein Bulle mit etwa 4 Kühen und Kälbern. In einem weiteren Gehege konnten wir Rotwild beobachten. Es war schön die Tiere in Ruhe beobachten zu können.

Weiter fuhren wir über Jabel nach Nossentien am Fleesensee. Die Landschaft ist leicht hügelig mit einem Wechsel von Feldern und Wald. Auf der Heimfahrt sahen wir eine Ringelnatter auf dem Asphalt liegen. Nein, nicht überfahren! Sie war nur erschrocken durch uns Radfahrer und wollte sich wohl auf dem warmen Asphalt wärmen. Wir konnten sie eine Weile beobachten bis es ihr ungemütlich wurde und in den nahen Wegrand verschwand.

Mirow

Was wir wohl bei Regen machen?, fragt ihr euch vielleicht. Ja, auch bei uns regnet es mal, immer Moment so ziemlich am Stück. Also, wir gönnen uns länger wie üblich in unseren kuschligen warmen Betten zu liegen. Gefrühstückt wird ebenso ohne Hetze, man hat ja plötzlich sooo viel Zeit.

Aber den ganzen Tag im Wohnmobil zu sitzen ist auch nichts, so werden die Wetterinformationen vom Smartphone ausgereizt. Tut sich eine Regenlücke auf, fahren wir einkaufen. Sonst konnte ich immer nicht schnell genug wieder draußen sein, jetzt nehme ich mir Zeit und schaue mir alles an, was ich sonst keinen Blick gewürdigt hatte, gekauft wird auch nicht mehr wie sonst, aber es ist trocken und warm.

Wenn wir schon mal unterwegs sind, dann schauen wir uns natürlich auch was an: Dieses Mal ist es das Schloss Müritz. Ziemlich im Ortskern liegt es auf einer Insel. Das Pförtnerhaus wird gerade renoviert und man kann schon erkennen wie es einmal der schmucke Eingang zur Insel bilden wird.

Die Insel gliedert sich in einen Schlosspark, den 2 Schlossgebäuden, einer Kirche und landwirtschaftlichen Gebäuden. Das Schloss wurde ab 1709 als ein Witwensitz im Barock- und Rokostil erbaut. Viele berühmte Personen besuchten bis 1769 das Schloss, das danach mehr und mehr in Vergessenheit geriet. Die beiden Weltkriege überstand das abgelegene Schloss fast ohne Schaden. In DDR-Zeiten wurde es als Altersheim genutzt. Nach der Wende begann das Land Mecklenburg-Vorpommern die Gebäude zu renovieren.

Interessant fanden wir bei unserer Besichtigung, dass an einigen Stellen der Zustand von 1990 belassen wurde, so kann man alt und neu gut miteinander vergleichen. Stilprägend sind natürlich die unterschiedlichen Stuckelemente. Gefallen haben uns vor allem die Draperien/Tapeten. An Hand schäbiger Rest wurden sie neu erstellt: gewoben, gestickt, gemalt.

Hofdame Gouvernante Oberhofmeister Hofprediger

Die Zimmer sind alle mit Kaminen ausgestattet, wenige Räume sind mit Möbeln bestückt, die aber den ursprünglichen Charakter der Räume nicht wiedergeben können. Lohnend war der Besuch auf alle Fälle. Nach einem guten Mittagessen im Ort begaben wir uns wieder auf unseren Campingplatz, igelten uns ein, hörten Musik, lasen oder gingen ins Internet.

Über Neustrelitz an den Useriner See

Da wir an Neustrelitz vorbei kamen, bogen wir in die Innenstadt ab, um uns einen Eindruck zu verschaffen. Als eine am Reißbrett entworfene Residenzstadt fehlt ihr etwas am Charme anderer gleich großer Städte. Schloss, Theater, Kirchen liegen dominant verteilt, aber nicht direkt am See.

In der Nähe der Schlosskirche fanden wir einen Parkplatz. Im Neugotischen Backstein-Stil mit aufwendig verzierter Fassade beindruckt sie den Besucher. Im Innern befindet sich im Moment eine Fotoausstellung zur Geschichte der Kirche.

Über das Landestheater liefen wir durch den Park an der Gedächtnishalle von Königin Luise von Preußen vorbei, um uns anschließend zu ihr zum Essen zu begeben, in den Luisenkeller. In der Mitte eines Kreisverkehrs sahen wir eine Strelitzie. Ihren Namen bekam sie von Joseph Banks, der damit seine Königin Charlotte, der geborenen Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz ehren wollte.

Unser weiterer Bummel führte uns in die Fußgängerzone, der Haupteinkaufsstraße, die mit ihrem Angebot ein Highlight ist. In den Nebengassen entdeckten wir zum Teil erschreckende Häuser, die wohl durch keine Restauration zu retten sind.

Unter gekommen sind wir bei der Ursiner Mühle am Ursiner See. Hier gibt es noch einen Tante Emma Laden mit Poststation, aber sonst nichts, also eine richtige Urlaubsgegend.

Burg Stargard

Wir wollten doch mal schauen wo unsere Nachbarn vielleicht ihren Ursprung haben und so fuhren wir diesen Ort an. Ja, der Ort heißt Burg Stargard und besitzt eine der hier selten anzutreffenden Höhenburgen.

Die Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert, der Bergfried wurde 1250 erbaut. Zu seinen Füßen entstand der Ort Stargart, was „alter Ort“ bedeutet. Im 30-jährigen Krieg war Stargard eine Zeit lang strategisches Hauptquartier des General Tilly.

1758 wurde bei einem Großbrand der größte Teil der Burg zerstört. Damit sank auch die Bedeutung des Ortes. Nach der Wende 1991 wurde die Burg saniert so wie Teile der Altstadt.

Heute befinden sich in der Burg ein Museum. Im Museumsshop bekommt man den einheimischen Wein aus dem nördlichsten Anbaugebiet Deutschlands, des weiteren neben typischen Souvenirartikel auch regionale Produkte. Ein Automat liefert die Tickets für das Museum und/oder für die Besteigung des Turms. Im Haupthaus war eine Gaststätte, deren Räume man für größere Veranstaltung mieten kann. Immer geöffnet ist ein Café mit anschließenden Kräutergarten. Erwähnenswert ist noch die öffentliche Toilette, ja, die ist einfach SUPER.

Unterhalb der Burg sind einige Wohnhäuser sehr schön hergerichtet, vor den Häusern wurden attraktive Rosenstöcke gepflanzt. Um so weiter man sich von der Burg entfernt, um so mehr lässt die Qualität der Häuser nach.

Rund um den Schmalen Luzin

Blick hinunter zur Luzin-Fähre

Nicht weit von unserem Campingplatz weg beginnt der Schmale Luzin an einer ehemaligen Fährstelle am Breiten Luzin. Das alte Fährhaus ist noch heute als Wirtschaft in Betrieb und wir haben dort am Ende unserer Fahrradrunde sehr gut gegessen. Gudrun schwärmt immer noch vom Zwetschgenketchup zu den Lammbratwürsten, aber auch mein Fisch mit Bratkartoffeln war sehr fein.

Aber erst mal zum Schmalen Luzin: Er liegt im Südosten von Feldberg, ist 150-300 m breit und etwa 7 km lang. Seine Ufer fallen an beiden Seiten steil zum See hin ab. Der See war einmal eine Schmelzwasserablaufrinne unterhalb eines Gletschers und ist mit 34 m relativ tief. Der See dient dem Fischfang und der Erholung. Es gibt 3 Badestellen, das Befahren ist nur mit Elektromotoren oder motorlos erlaubt.

Auf dem ersten Teil unserer Tour fuhren wir durch prächtige Rotbuchenwälder. Am südlichen Ende des Sees liegt der kleine Ort Carwitz. Dort hat Hans Fallada eine Zeit lang gelebt und dort gibt es auch eine Gedächtnisstelle. Von dort geht es auf dem anderen Seeufer gut ausgebaut zurück nach Feldberg. Dort schloss sich für uns noch eine kleine Runde um den Haussee an, die am Fährhaus endete (s. o.)

Feldberger Seenlandschaft

Wir hatten ja nicht weit zu fahren und so standen wir schon nach kurzer Fahrt auf dem „Camping am Bauernhof“. Neben guten Sanitäranlagen gibt es etliche Gehege mit Schweinen, Ziegen und Ponys. Plätze am See werden aber nur an Vorbucher ausgegeben. Naja, dann sind wir gleich mit den Fahrrädern die etwa 3 km in den Ort zurück gefahren. Imposant ragt der Kirchturm über das Städtchen hinaus. Nachdem die alte Holzkirche einem Brand zum Opferfiel, wurde sie im 19. Jahrhundert neu errichtet. Innen ist sie sehr nüchtern. Neben einem guten EDEKA gibt es noch ein paar andere Geschäfte, so auch Anbieter für Bootsfahrten.

Mit ein bisschen Glück erwischten wir noch 2 Plätze für eine Rundtour. Zuerst ging es über den Haussee und wir erfuhren einiges über den Ort und dem See, der mal die Kläranlage des Ortes war, nun aber wieder eine gute Wasserqualität hat und an einigen Stellen zum Baden genutzt wird.

Durch den Luzinkanal ging es in den Breiter Luzin. Hier folgten vor allem Informationen zu den Eiszeiten, die die Landschaft formten. Von Weitem konnten wir auch ein Adlernest sehen, das aber zu dem Moment verlassen war. 3 verschiedene Adlerarten gibt es hier, die zu beobachten und vielleicht noch auseinander zu halten, scheint mehr was für Fachleute zu sein.

Wir sahen Enten und Schwäne und eine Gruppe von Reihern hoch über uns nach Süden ziehen. Es war schön die Seen mal von dieser Perspektive zu sehen.