Hier erfahrt ihr, was wir auf unseren Reisen erlebt haben.
Autor: kaktushorst
Bin Rentner und verheiratet, lebe in Nord-Württemberg, pflege seit Jahrzehnten eine Kakteensammlung, aber im Moment zieht es mich vor allem mit dem Wohnmobil Neues kennen zu lernen.
Gleich am Rande von Fürstenberg liegt die Gedenkstätte Ravensbrück. In diesem Lager wurden bis zu 120.000 Frauen und Kinder inhaftliert, zu Zwangsarbeit verpflichtet, von denen etwa 25.000 starben, 5-6 Tausend in Gaskammern. Das Lager kann besichtigt werden und ein Museum hält die wichtigsten Informationen bereit. Eindrucksvoll sind die Skulpturen auf dem Gelände.
Dass wir Verlauf unserer Fahrt als nächstes nach Himmelspfort kamen, erscheint makaber, hat aber nichts miteinander zu tun. Himmelpfort war der Name eines Klosters, die man noch sehen kann. Sonst ist es ein idyllischer Ort, abseits größerer Straßen bietet er Erholunssuchenden eine Menge.
5 Seen liegen um den Ort. Wir umrundeten den Haussee und überquerten die Havel, die hier einen Knick nach Süden auf Berlin hin macht. Zwischen Wurfsee und Großem Lychen See gelangten wir nach Lychen. Unterwegs erhielten wir die Tipps im Café Gato zu essen und am Marktplatz für ein Eis einzukehren. Das war jeweils ein voller Erfolg.
Eigentlich hätte ich in der Zwischenzeit 2 weitere Seen erwähnen müssen. Das sind hier so viele. Einen Teil davon durchfließt die Havel und sind schiffbar. Da zwischen befinden sich immer Schleusen. Wenn genug los ist, fährt auch ein Personenschiff. Man kann aber auch Hausboote für Mehrtagestouren buchen, kleine motorisierte Flöße (auch solar-angetriebene), Motorboote, Kajaks und Kanus.
Nach zügiger Heimfahrt bei sonnigem Wetter genießen wir die Ruhe auf dem Campingplatz.
Nachdem die Nächte langsam wieder wärmer werden, machten wir uns bald auf den Weg andere Seen zu erkunden. Auf einem passablen Fahrradweg fuhren wir zuerst nach Steinförde. Hier überquerten wir die Havel und staunten über die vielen „Garagen“ direkt am Ufer.
Um auf der Weiterfahrt noch näher an Seen entlang zu fahren, entschieden wir uns für einen Waldweg. Der war leider nicht so gut befestigt und so steckten wir immer wieder in tiefen weichen Sandlöchern fest. Die Tintenschopflinge wuchsen fast ausschließlich auf dem Weg, sonst haben wir nur ein par Parasole gesehen. Kurz vor dem Dagowsee erreichten wir einen asphaltierten Fahrradweg und atmeten auf.
Dafür war hier richtig was los, große Parkplätze, Souvenirshops, Kultur in Form von Plastiken und natürlich Thomas Mann, der hier eine Weile gelebt hat und dessen Roman Stechlin auf den See zurück geht.
Dagower See
Uns interessierte vor allem das Fischerhaus, wo wir hofften Fisch essen zu können. Ob wir das Fischerhaus, das im Führer erwähnt wird gefunden haben, wage ich zu bezweifeln, aber es war nett, das Essen gut: Geräucherter Fischteller“ s. Foto. Die rauchende Räucherschränke und die Fische hinter Gittern, aber im Seewasser zeigten, dass hier alles super frisch ist. Die Fotos von den kleinen Fischen sind daneben in freiem Wasser aufgenommen.
Ausgeruht und gestärkt machten wir uns auf den Rückweg. Das Stück am Stechlinsee entlang benutzten wir noch mal mutig den sandigen Wanderweg, aber bot so schöne Ausblicke auf den See und an einigen Stellen auf Nackedeis, die das klare Wasser des Sees genossen. Badestellen sind auf unserer Karte extra ausgewiesen und bestehen aus kleinen sandigen Naturbuchten.
Im Gegensatz zu den kleinen Seen, wo wir keine Motorboote fuhren, war in Fürstenberg an der Havelschleuse wieder Hochbetrieb. Auf dem Campingplatz ist Zeit zum Lesen und mit Kastanienjahre von Anja Baumheier habe ich ein Buch das in Mecklenburg-Vorpommern verortet ist und so prima zu unserer Reise passt.
Gestern sind wir hier am Röblinsee angekommen. Der Campingplatz ist überschaubar und liegt direkt am See, die Sanitäranlagen sind neu und sehr sauber.
Gestern hatten wir noch etwas Zeit uns den Ort anzusehen. Er liegt gleich an 3 Seen und die Havel teilt sich in 4 Arme, die man in der Stadt überquert. Einige Häuser erstrahlen in neuem Glanz, aber genau so findet man noch genug Anwesen, die direkt nach DDR und Braunkohle riechen, Firmenruinen, die auf den Abriss warten, aber auch eine Reihe von attraktiven Geschäften und Lokalen.
Havelschleuse
Später haben wir noch eine Runde mit dem Fahrrad gedreht und mussten feststellen, dass sich unbefestigte Sandwege nicht unbedingt für uns eigneten. Man sollte also eine gute Fahrradkarte mitnehmen. Später genossen wir die Sonne auf dem Campingplatz, wo es natürlich auch Boote zu mieten gibt. Der Blick über den See ist immer wieder schön, wir sind angekommen.
Draisinenfahrt von Fürstenberg nach Lychen und zurück.
Heute Morgen fuhren wir an den nördlichen Ortsrand, wo eine Draisinenstrecke beginnt. Auf fast 13 km fährt man durch herrliche Wälder von Fürstenberg nach Lychen. Zwischendurch gibt es etliche Aussteigemöglichkeiten für eine Rast oder eine kurze Besichtigungstour. Ab Hochlychen sollte man ab 12 Uhr kehrt machen, um zur Nachmittagsbuchung rechtzeitig zurück zu sein. Es hat viel Spass gemacht, wenn auch unsere eigenen Räder deutlich bequemer sind.
Wir haben den Tipp bekommen, uns die „Gärten der Welt“ anzusehen. Außerdem bedient das Gelände eine Seilbahn von der man einen interessanten Blick auf die umgebenden Siedlungen im Nordosten von Berlin hat.
Ausgerüstet mit einer Fahrradkarte für Berlin fanden wir schnell heraus, dass von unserem Quartier in Köpenick ein Fahrradweg entlang der Wuhle bis zum Gartengelände führt. Es ist nur ein Bächlein, das teilweise ausgetrocknet war, es fehlt auch hier seit langem der Regen.
Dieser Streifen führt über 10 km zwischen Siedlungen hindurch und wird stark genutzt, nicht nur von Menschen, auch von Wildschweinen und dem Biber, wie wir erkennen konnten. Wir fuhren die östliche Station der Seilbahn an. Von dort ging es auf einen sich auf 102m üNN erhebenden Berg von dem wir den 12 km entfernten Fernsehturm gut sehen konnten.
Nachdem wir uns die Anlage von oben angesehen hatten, gingen wir zurück zur Seilbahn, um uns hinab zum Eingang der „Gärten der Welt“ bringen zu lassen. Hauptbestandteil sind natürlich die Themengärten, die von der Renaissance über den Englischen Garten bis zu denen aus Japan, Korea und Griechenland reichten.
Im Spätsommer kann man ja nicht mehr mit all zu viel Blüten rechnen. Doch die Dahlien waren eine Pracht und auch der Rosengarten war noch voll in Blüte. Sonst fielen noch die Hortensien und die Astern auf. Die einzelnen Gärten verteilten sich über eine größere Fläche, so dass wir dankbar für das gastronomische Angebot waren, dass zu unserer Überraschung von guter Qualität und nicht überteuert war.
Irgend wann waren unsere Füße müde und wir bestiegen die Seilbahn, die uns zu unseren Fahrrädern zurück brachte. Der Rückweg ging dann flott vonstatten, da wir den Weg ja schon kannten.
Nachdem wir noch eine Fahrradtour entlang des Schwielow-Sees gemacht hatten und dabei eine Sanddorn-Manufaktur entdeckt und besichtigt hatten, verließen wir kurz vor 12 Uhr das Himmelreich. Von unserem Navi zielsicher geleitet umfuhren wir Berlin auf der A 100, um im Köpenicker Hof unseren neuen Standplatz aufzuschlagen.
Da es erst mitten am Nachmittag war, packten wir unsere Fahrräder aus und kurvten ziellos durch Köpenick. Die Wege führten mal an der Spree, mal an der Damme entlang. Auf dem Wasser war überall viel Verkehr, ebenso auf den Fahrrad- und Fußwegen. Das Rathaus leuchtete in der Sonne und eine Boulespielerin bückte sich davor, um eine Kugel zu werfen.
Im Zentrum befinden sich etliche kleine nette Läden, wo wir gutes Brot bekamen. Nicht weit davon entfernt lud uns ein Gartenlokal zu einer Pause ein.Die Atmosphäre war angenehm, es gab viel zu schauen, nur die Berliner „Kindl“ Weiße fand nicht so unseren Gefallen.
Heute haben wir einen Besuch unternommen und waren auf dem Weg dorthin was für tolle Wälder es doch mitten in Berlin gibt und alle gut erschlossen durch Wander- und Radwege. Wir trafen auch viele Menschen hier, dafür kaum wilde Tiere. Ein paar Vögel waren die Ausnahme. – Dagegen spricht der Hinweis der Stellplatz-Besitzer, dass man nachts keine Schuhe vor dem Wohnwagen bzw. Wohnmobil stehen lassen soll, die würden die Füchse wegschleppen. Ob es irgend wo eine Tauschbörse gibt: Tausche Schuhe gegen Hühnchen?
Nach zügiger Fahrt zum größten Teil über die Autobahn kamen wir gestern Nachmittag im Himmelreich an. So heißt der Campingplatz zwischen Geltow und Caputh am Templiner See. Wir konnten einen Platz am Leuchtturm direkt am Ufer bekommen. Da das Wetter schön warm und sonnig war, entschieden wir uns für einen faulen Nachmittag. Es war Sonntag und ich glaube, wer hier ein Boot hat, der war gestern damit auf dem Wasser.
Von historischen Booten bis hin zu supermodernen, Stehbrettern und Faltbooten war alles vertreten. Erst nach Sonnenuntergang wurde es dann ruhig und der Mond schien auf den glatten See und beleuchtete alles durch sein weiches Licht.
Heute Morgen ging es gleich nach dem Frühstück auf die Fahrräder. Der Fahrradweg entlang des Westufers war schnell gefunden und gut beschriftet erreichten wir bald Potsdam. Der Besuch der Impressionisten-Ausstellung war nur per online-Buchung möglich und das 3 Wochen im Vorraus.
Also hieß es umplanen. Im Informationsbüro erhielten wir eine Broschüre mit diversen Besichtigungstouren. Vom Haus Barberini fuhren wir an der Havel entlang den „Kunst am Fluss“-Weg zur Schiffbauergasse und weiter zur Glienicker Brücke. Die überquerten wir, um schon mal in Berlin gewesen zu sein.
Am Jungfernsee entlang fuhren wir weiter durch den Neuen Garten, am Schloss Cecilienhof vorbei zur Russischen Kolonie. Die Wege waren für Fahrräder gut ausgebaut und ebenso ausgeschildert. In der Lindenstraße, die eigentlich eine Allee ist, fanden wir ein nettes Lokal, ruhten uns aus und stillten unseren Hunger. Danach sahen wir noch das Brandenburger Tor und fuhren über den Hauptbahnhof auf der östlichen Seite des Templiner Sees nach Caputh.
Hier wurde das alles Fehlende eingekauft. Am Ortsrand an der Havel gibt es eine kleine Seilfähre, die uns bequem und schnell auf die Seite an der unser Campingplatz liegt zurück bringt. Jetzt lassen wir den Tag ruhig ausklingen, um Morgen Berlin an zu fahren.
Station auf unserem Weg zur Mecklenburgischen Seenplatte. Nach einer Anfahrt mit recht viel Verkehr und dem einen oder anderen kurzen Stau im Raum Würzburg erreichten wir am frühen Nachmittag Erfurt. Das Auffinden einer Gaststätte im südlichen Thüringer Wald nahe der Autobahn gestaltete sich etwas schwierig, aber beim 2. Versuch in der Nähe von Meiningen klappte es.
Der Campingpark im Südosten von Erfurt ist ganz neu und die sanitären Anlagen sind super. Dafür, dass man mit dem Fahrrad in 5 Minuten in der Stadtmitte ist, erscheint er uns ideal, aber dafür ist er auch nicht spottbillig.
Krämerbrücke
Auf jeden Fall holten wir gleich nach dem Installieren des Wohnmobils die Fahrräder heraus und ließen uns den besten Weg für Fahrradfahrer erklären. Im Nu waren wir am Bahnhof und überall waren Fahrradwege. So dass wir schnell die Innenstadt erreichten, den Domplatz, die Krämerbrück, das Rathaus usw. Bei der Krämerbrücke wurde gebaut und die Menschen drängten sich wie durch ein Nadeöhr. Da fühlten wir uns nicht so wohl.
Gegenüber unserem letzten Besuch war der Flusslauf mit seinen Ufern und anschließenden Anlagen ausgebaut worden. Die Ecke als Erfurts Venedig zu bezeichnen, ist vielleicht etwas hoch gegriffen, trotzdem ist es ein ansprechender Erholungsraum geworden, der im Moment im Zuge der Vorbereitungen für die Bundesgartenschau noch weiter ausgebaut wird.
Uns sind zudem viele interessante Grafities aufgefallen. Teils sind es mehrstöckige Hauswände, mal kleinere Formate, Stromkästen und an Schulwänden und natürlich auch etliches, was in die Kategorie Schmierereien gehört.
Die Grille ist wohl schon in Frankreich zugestiegen, ich hoffe, sie kommt in Erfurt zurecht.
Heute sind wir noch mal durch die Innenstadt an das Ufer der Gera gefahren und haben den Geraradweg flussabwärts erkundet. Immer an der Gera entlang und oft die Seite gewechselt war der Weg interessant, obwohl wir uns noch ziemlich lange im Stadtgebiet aufhielten. In einem kleinen Ort fanden wir einen Döner, der neben seinem Außerhaus-Verkauf, der sehr gut lief auch eine Gartenwirtschaft wo wir bedient wurden und ganz schmackhafte Speisen serviert bekamen.
Die Gera
Auf der Rückfahrt machten wir noch am Bahnhof halt, wo wir bei Starbucks einen leidlich guten Kaffee bekamen. Er war keines Falls so, dass wir Sehnsucht nach den USA bekamen. Das No-Name-Eis auf dem Campingplatz von einem Bauern geliefert kam bei uns eindeutig besser an. Jetzt genießen wir den restlichen Nachmittag mit Lesen und faulenzen. Erfurt war eindeutig mal wieder einen Besuch wert.
Das ist, zugegebenermaßen, ein hässlicher Titel. Aber es geht hier nicht um das Umbringen einer Pflanze, sondern um sie zu verkürzen. – Manche Säulen werden mit den Jahren zu lang, zu unhandlich, lassen sich kaum noch umtopfen und vor allem sind sie zu schwer. Andere haben ein weiches Stützgewebe, so dass sich die Pflanzen in der Natur hinlegen würden, was aus Platzgründen in einer Sammlung selten möglich ist.
Notocactus scopa in Natur
OP-Termin beantragt!
Damit unsere Pflanze bald wieder auf eigen Wurzeln steht, ist es wichtig, dass wir mit sauberem Werkzeug schaffen. Wenn es geht wird die Pflanze zu erst ausgetopft. Je nach Dornen behilft man sich mit Handschuhen, Sisalstrick oder Styropor, um die Pflanze bzw. sich selber nicht zu verletzen. Bitte passen sie auf ihre Augen auf! Manchmal ist es sinnvoll eine weitere Person als Hilfe zu haben: Einer hält, der andere schneidet.
Weiß sind die Leitbündel zu erkennen, aus denen am leichtesten sich neue Wurzeln bilden.
Luftiger Stand
Musste gesägt werden so schneidet man die Schnittstelle sauber nach und zwar konisch. s. Foto. Die Schnittstelle muss als nächstes abtrocknen und das tut sie in der Mitte stärker wie außen. Bei einem ebenen Schnitt würde eine Kuhle entstehen und dort, wo sich die neuen Wurzeln bilden, würden sie in der Luft hängen und möglicherweise austrocknen. Das Kopfstück stellt man aufrecht in einen leeren Topf, die Schnittstelle luftig nach unten.
Exif JPEG
In den nächsten Tagen bildet sich ein Gewebe aus dem später die neuen Wurzeln erscheinen. Je nach Temperatur kommt das Kopfstück nach 1-2 Wochen auf ein mineralisches Substrat (Lava oder Bims oder ähnliches). Es sollte nur wenig Feuchtigkeit speichern. Das Kopfstück wird durch Stäbe gestützt und das Gebilde mit einer Klarsichtfolie überzogen, in einen Untersetzer gestellt, über den immer mal wieder Wasser zugeführt wird. Es wird also von unten gegossen und es sollte nie längere Zeit Wasser im Untersetzer stehen.
Der „Rest“, war mal über 2 m hoch und blühte gleich im nächsten Frühjahr
Die beste Zeit zum Kopfstücke schneiden ist der späte Frühling. Jüngere Pflanzen stehen oft schon nach 3 Monaten wieder sicher auf ihren Wurzeln, bei älteren kann es schon mal 1-2 Jahre dauern. Da die Blühfähigkeit im „Gedächtnis“ der Wachstumszone aufbewahrt wird, kann man schon im nächsten Jahr mit Blüten rechnen. Übrigens treiben an den Rändern des unteren Teil der Pflanze gerne Ableger, die man für sich selber oder Freunde nachziehen kann.
Die USA kennzeichnet die Ausbreitung der Eisenbahnen durch Privatgesellschaften. So gibt es bis heute eine Vielzahl von Gesellschaften die mit ihren Hausfarben und Logos ein buntes Bild auf den Schienen darbieten. Die Great Northern wurde 1889 gegründet und ihre Hauptstrecke war die Verbindung von Minneapolis über die Rocky Mountains nach Portland am Pacific.
Das Symbol mit der Schneeziege auf ihren Wagons prägte über viele Jahre hinweg ihr Erscheinungsbild. Als sich die Gesellschaft 1970 mit der Chicago, Burlington & Quincy, der Northern Pacific und der Spokane, Portland & Seattle zur Burlington & Northern (BN) zusammen schloss, wurden die Loks nach und nach umlackiert, aber mit den Wagons machte man sich nicht die Mühe.
Das selbe geschah dann auch als sich die BN mit der ATSF (Atchison, Topeka & Santa Fe) zur BNSF zusammen schlossen. In den letzten Jahren ist es bei den großen 6 Eisenbahngesellschaften schick geworden, neue Loks im Kleid der Vorgängergesellschaften lackieren zu lassen, um so an das historische Erbe zu erinnern. Das hat zur Folge, dass heute Loks in Farbschemata herum fahren, die es eigentlich gar nicht mehr gibt.
Das hat den positiven Effekt, dass man als Modellbahner so ziemlich alles miteinander auf seiner Anlage fahren lassen ohne einen Stilbruch zu begehen. So hat bei mir ein PR-Manager in Prewitt alle verfügbaren Wagen mit dem GN-Logo zusammen führen lassen, um sie mit einer Zuglok in den alten Farben über die Gleise zu schicken. Ein paar Pressemitteilungen wurden heraus gegeben und schon stehen die Eisenbahnfans an der Strecke, um zu fotografieren und zu filmen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis man so einen Film bei You Tube anschauen kann.
versammelter Zug im Übergabebereich, davor stehen schon die Wagenkarten bereit
Natürlich kann so ein Zug nicht ausschließlich für die Eisenbahnfans über die Strecke gehen, er muss Geld verdienen. So sind die Wagen beladen und werden auf der Strecke in Bahnhöfen abgestellt oder direkt den Abnehmern zu gestellt, neue Wagon werden dazu gestellt und dabei ist es unerheblich wem sie gehören. Wagons von fremden Gesellschaften werden natürlich so schnell wie möglich zurück geführt, da sie ja Miete kosten. Züge mit einer bunten Mischung von wagen sind durchaus üblich, nur Ganzzüge bestehen meist aus Wagen der eigenen Gesellschaft.
Das amerikanische Wort gefällt mir persönlich am besten. Es bezeichnet das, was ich bei meinen Fahrzeugen erreichen will. Regen, Wind, Staub lassen ihre Spuren am Wagen, dazu kommen noch Veränderungen, die durch das Be- und Entladen passieren. Weitergehende Veränderungen, wie das Ausbeulen der Wände, Verbiegen von Handläufen unterlasse ich, obwohl auch das seine Berechtigung hat. Auch sollte man die Verwandlung eines Wagens in eine Gartenlaube nur im Einzelfall probieren. Dazu muss ich erwähnen, dass ich meine Lokomotiven im Ursprungszustand (wie aus dem Karton) lasse.
Muss man seine Fahrzeuge altern? Nein, natürlich nicht. Wer seine Fahrzeuge hauptsächlich in der Vitrine stehen hat, sollte sie so lassen, denn altern zieht einen ziemlichen Wertverlust nach sich. An gealterten Fahrzeugen gibt es so gut wie keine Nachfrage, das will man nach eigenen Vorstellungen selber machen. – Kann man denn keine fabrikneuen Wagen auf der Anlage fahren lassen? Natürlich ist auch das vorbildgerecht, aber nur einige wenige Wagen im Zugverband sind neu und der Kontrast ist erst recht interessant.
Halterung um Radsätze zu lackieren
Beginnen tue ich, in dem ich alle zerlegbaren Teile abbaue, das sind meistens die Radsätze und Kupplungen. Manchmal ist noch mehr möglich, was die weiteren Arbeiten erleichtert. Die Radsätze sind in recht unterschiedlicher Ausführung, je nach Hersteller. Wenn sie, ausgenommen die Laufflächen zu arg glänzen, werden sie von mir in einen rostfarbenem Farbton lackiert. Kupplungen bekommen oft nur einen Tropfen brauner Farbe, um die Funktion nicht zu beeinflussen.
Für alle Vorhaben mit den Wagen sollte man Bilder vom Vorbild suchen. Selber fotografieren macht Spaß oder man schaut im Internet nach. Vor einem Wagen zu stehen und den Wagen betrachten, da fällt einem so viel auf, was man zu Hause umsetzen kann. Auch geht es beim „lebenden“ Objekt um den Eindruck den er hinterlässt. Um den geht es mehr als um bestimmte Details, die man im Maßstab 1:87 kaum umsetzen kann.
Im ersten Schritt muss entschieden werden, ob die Farbe des Wagens passt, das Dach, die Wände, der Unterboden. Wenn nicht sollte man ihn mit der Airbrush-Pistole lackieren. Kleiner Stellen lackiert man mit einem Pinsel. Farbverläufe versucht man am einfachsten mit wenig Farbe und Schwamm wieder zu geben. Danach kommen die Roststellen, die sich häufig an den Kanten befinden, die man mit Gelb bis Brauntönen hervorheben kann.
Nach dem Trocknen bearbeite ich die Oberflächen noch mit Pigmenten, die ich in die Oberfläche einreibe, mit einem harten Pinsel verteile und abschließend mit Klarlack versiegele. Aber selbst ein Mattlack verändert noch mal das Erscheinen des Wagens, so dass ich das Lackieren in letzter Zeit lasse. Ich mag den matten Eindruck, was auch den Vorteil hat, dass sich die Pigmente später leicht entfernen lassen. Somit ist für den „Neuling“ zuerst ein Versuch mit Pigmenten zu empfehlen, da ein ungewolltes Ergebnis zu korrigieren ist. Fehler beim Lackieren verschandeln unter Umständen ein schönes Modell.
Deswegen versuchen Sie das Weathern zu erst mit einem ausgemusterten Modell oder besorgen Sie sich ein Billigexemplar bei einer Börse. Dabei entsteht dann ungewollt die oben erwähnte Gartenlaube. Jetzt fehlt noch ein Hinweis zu den allgegenwärtigen Graffiti-Malereien. Das ist aber eine Modeerscheinung der letzten Jahre. Früher fand man höchstens Kreideanschriebe, wohin der Wagen soll. Wer die moderne Zeit nachbaut, der kommt an den Malereien/Schmierereien kaum herum. Selber malen, das ist selbst mit einem Größe 0-Pinsel sehr schwierig, einfacher sind fertige Abziehbilder (Decals) zu verwenden oder sie sich durch Abfotografieren und ausdrucken selber herstellen.
Bestimmte Firmen möchte ich nicht empfehlen, da ich bei wenigen Firmen hängen geblieben bin und nicht sagen kann, ob andere besser oder schlechter sind. Bei You Tube findet man einige recht interessante Filme, die einem die Techniken näher bringen. Damit möchte ich Ihnen viel Freude am Ausprobieren und an Ihren Ergebnissen wünschen.