Das amerikanische Wort gefällt mir persönlich am besten. Es bezeichnet das, was ich bei meinen Fahrzeugen erreichen will. Regen, Wind, Staub lassen ihre Spuren am Wagen, dazu kommen noch Veränderungen, die durch das Be- und Entladen passieren. Weitergehende Veränderungen, wie das Ausbeulen der Wände, Verbiegen von Handläufen unterlasse ich, obwohl auch das seine Berechtigung hat. Auch sollte man die Verwandlung eines Wagens in eine Gartenlaube nur im Einzelfall probieren. Dazu muss ich erwähnen, dass ich meine Lokomotiven im Ursprungszustand (wie aus dem Karton) lasse.

Muss man seine Fahrzeuge altern? Nein, natürlich nicht. Wer seine Fahrzeuge hauptsächlich in der Vitrine stehen hat, sollte sie so lassen, denn altern zieht einen ziemlichen Wertverlust nach sich. An gealterten Fahrzeugen gibt es so gut wie keine Nachfrage, das will man nach eigenen Vorstellungen selber machen. – Kann man denn keine fabrikneuen Wagen auf der Anlage fahren lassen? Natürlich ist auch das vorbildgerecht, aber nur einige wenige Wagen im Zugverband sind neu und der Kontrast ist erst recht interessant.

Beginnen tue ich, in dem ich alle zerlegbaren Teile abbaue, das sind meistens die Radsätze und Kupplungen. Manchmal ist noch mehr möglich, was die weiteren Arbeiten erleichtert. Die Radsätze sind in recht unterschiedlicher Ausführung, je nach Hersteller. Wenn sie, ausgenommen die Laufflächen zu arg glänzen, werden sie von mir in einen rostfarbenem Farbton lackiert. Kupplungen bekommen oft nur einen Tropfen brauner Farbe, um die Funktion nicht zu beeinflussen.
Für alle Vorhaben mit den Wagen sollte man Bilder vom Vorbild suchen. Selber fotografieren macht Spaß oder man schaut im Internet nach. Vor einem Wagen zu stehen und den Wagen betrachten, da fällt einem so viel auf, was man zu Hause umsetzen kann. Auch geht es beim „lebenden“ Objekt um den Eindruck den er hinterlässt. Um den geht es mehr als um bestimmte Details, die man im Maßstab 1:87 kaum umsetzen kann.

Im ersten Schritt muss entschieden werden, ob die Farbe des Wagens passt, das Dach, die Wände, der Unterboden. Wenn nicht sollte man ihn mit der Airbrush-Pistole lackieren. Kleiner Stellen lackiert man mit einem Pinsel. Farbverläufe versucht man am einfachsten mit wenig Farbe und Schwamm wieder zu geben. Danach kommen die Roststellen, die sich häufig an den Kanten befinden, die man mit Gelb bis Brauntönen hervorheben kann.

Nach dem Trocknen bearbeite ich die Oberflächen noch mit Pigmenten, die ich in die Oberfläche einreibe, mit einem harten Pinsel verteile und abschließend mit Klarlack versiegele. Aber selbst ein Mattlack verändert noch mal das Erscheinen des Wagens, so dass ich das Lackieren in letzter Zeit lasse. Ich mag den matten Eindruck, was auch den Vorteil hat, dass sich die Pigmente später leicht entfernen lassen. Somit ist für den „Neuling“ zuerst ein Versuch mit Pigmenten zu empfehlen, da ein ungewolltes Ergebnis zu korrigieren ist. Fehler beim Lackieren verschandeln unter Umständen ein schönes Modell.

Deswegen versuchen Sie das Weathern zu erst mit einem ausgemusterten Modell oder besorgen Sie sich ein Billigexemplar bei einer Börse. Dabei entsteht dann ungewollt die oben erwähnte Gartenlaube. Jetzt fehlt noch ein Hinweis zu den allgegenwärtigen Graffiti-Malereien. Das ist aber eine Modeerscheinung der letzten Jahre. Früher fand man höchstens Kreideanschriebe, wohin der Wagen soll. Wer die moderne Zeit nachbaut, der kommt an den Malereien/Schmierereien kaum herum. Selber malen, das ist selbst mit einem Größe 0-Pinsel sehr schwierig, einfacher sind fertige Abziehbilder (Decals) zu verwenden oder sie sich durch Abfotografieren und ausdrucken selber herstellen.
Bestimmte Firmen möchte ich nicht empfehlen, da ich bei wenigen Firmen hängen geblieben bin und nicht sagen kann, ob andere besser oder schlechter sind. Bei You Tube findet man einige recht interessante Filme, die einem die Techniken näher bringen. Damit möchte ich Ihnen viel Freude am Ausprobieren und an Ihren Ergebnissen wünschen.