Wer lange genug eine Modellbahn betreibt, wird beim Thema Weichen einiges zu erzählen haben. Sie sind der empfindlichste Teil beim Schienenweg. Zum einen sollen die Lokomotiven und Wagen ohne zu entgleisen darüber laufen, zum anderen kreuzen sich hier im Gleichstrombetrieb die Stromrichtungen. Hier muss eine sichere Stromabnahme gesichert sein ohne dass es zu Kurzschlüssen kommt.

Welche Weiche für meine Anlage? Es gibt rechte und linke Weichen, Kurvenweichen und Drei-Wege-Weichen, da gibt es eine große Auswahl. Wichtiger wie die Form ist der Abzweigwinkel. Habe ich wenig Platz, dann greift gern zu solchen mit größerem Winkel, denn die brauchen weniger Platz. Die haben aber den Nachteil, dass sie von Loks mit 3-achsigen Drehgestellen nur schwierig bis gar nicht durchfahren werden können. Die Wagen schwenken stark aus, was unnatürlich aussieht und kurz gekuppelte Wagen in Bedrängnis führt. Dazu sollten diese Weichen nur langsam durchfahren werden, wie im Rangierbetrieb. Für einen Schnellzug sollte man großzügigere Weichen verwenden, die aber auch bei einem Güterzug weitaus besser aussehen. Die 3 am häufigsten Abzweigwinkel sind 15°, 12° und 9,5°, wobei die Winkel je nach Anbieter leicht variiert und der Winkel erst bei dem Kleingedrucktem zu finden ist.

Für meine erste Anlage, Märklin in den 50er-Jahren besaß ich zu nächst nur Handweichen, die eigentlich problemlos funktionierten. Später rüstete mein Vater auf Elektroweichen um, damit fing der Kabelsalat an, funktionierte über das Stellpult einwandfrei, nur waren die Relaiskästen unnatürlich und wenig schön. Dann kam irgend wann die Möglichkeit die Antriebe unter der Anlage an zu bringen. Da ich mittlerweile auf Gleichstrom umgestiegen bin, kaufte ich mir die Weichen zunächst antriebslos und kaufte mir die Antriebe von diversen Anbietern dazu.

Nach der Bauphase kam bei mir die Fahrphase und schnell bemerkte ich, dass das Fahren im Kreis mich auf die Dauer langweilte. Zum Glück erfuhr ich damals etwas von FREMO, die Eisenbahnbetrieb im kleinen Maßstab durchführen. Über das Internet erhielt ich Informationen, dass sich dort befreundete Modelleisenbahner regelmäßig reihum zu Session treffen und nach Fahrplan fahren. Aus diesen Informationen habe ich mir meinen eigenen Weg zusammen gebastelt.

Die meisten Weichen habe ich wieder auf Handbetrieb umgerüstet. Dadurch habe ich den Überblick, was mit dem Zug passiert. Dafür gibt es Weichen, die eine Feder zur sicheren Positionierung der Weichenzungen (Peco) aufweisen. Mit einem Schaschlikstäbchen lassen die sich einfach umschalten. In Natur werden die Weichen aber mit einer einfachen Mechanik über einen Hebel umgelegt. Das Modell dazu ist ein Kompromiss zwischen naturgetreu und sicherer Handhabung. Beiliegende Adapter ermöglichen die Verwendung bei allem mir bekannten Weichen. Diese Version gibt es auch mit integrierter Herzstück-Polarisierung. Da sich das alles über der Anlage befindet, sieht es nicht mehr so gut aus.

Immer wieder finde ich mechanische Lösungen, die vom Rand der Anlage aus bedient werden. Über Schubstangen mit integriertem Umschalter entstehen einfache Lösungen. Was für Bastler, die gerne den einen oder anderen Euro sparen, um ihn fürs rollende Material aus zu geben. Die technisch versierteste Variante funktioniert über Relais und digitaler Schaltung, um den Schaltbefehl über einen Funk-Handregler aus zu lösen, das würde mich aber wieder weg von meinem Trend alle Vorgänge händisch durch zu führen.
In diesem Modul sieht man, wie man selber einen Stellmechanismus für wenig Geld bauen kann: https://www.youtube.com/watch?v=acLsCJIeZD0