Mirow

Was wir wohl bei Regen machen?, fragt ihr euch vielleicht. Ja, auch bei uns regnet es mal, immer Moment so ziemlich am Stück. Also, wir gönnen uns länger wie üblich in unseren kuschligen warmen Betten zu liegen. Gefrühstückt wird ebenso ohne Hetze, man hat ja plötzlich sooo viel Zeit.

Aber den ganzen Tag im Wohnmobil zu sitzen ist auch nichts, so werden die Wetterinformationen vom Smartphone ausgereizt. Tut sich eine Regenlücke auf, fahren wir einkaufen. Sonst konnte ich immer nicht schnell genug wieder draußen sein, jetzt nehme ich mir Zeit und schaue mir alles an, was ich sonst keinen Blick gewürdigt hatte, gekauft wird auch nicht mehr wie sonst, aber es ist trocken und warm.

Wenn wir schon mal unterwegs sind, dann schauen wir uns natürlich auch was an: Dieses Mal ist es das Schloss Müritz. Ziemlich im Ortskern liegt es auf einer Insel. Das Pförtnerhaus wird gerade renoviert und man kann schon erkennen wie es einmal der schmucke Eingang zur Insel bilden wird.

Die Insel gliedert sich in einen Schlosspark, den 2 Schlossgebäuden, einer Kirche und landwirtschaftlichen Gebäuden. Das Schloss wurde ab 1709 als ein Witwensitz im Barock- und Rokostil erbaut. Viele berühmte Personen besuchten bis 1769 das Schloss, das danach mehr und mehr in Vergessenheit geriet. Die beiden Weltkriege überstand das abgelegene Schloss fast ohne Schaden. In DDR-Zeiten wurde es als Altersheim genutzt. Nach der Wende begann das Land Mecklenburg-Vorpommern die Gebäude zu renovieren.

Interessant fanden wir bei unserer Besichtigung, dass an einigen Stellen der Zustand von 1990 belassen wurde, so kann man alt und neu gut miteinander vergleichen. Stilprägend sind natürlich die unterschiedlichen Stuckelemente. Gefallen haben uns vor allem die Draperien/Tapeten. An Hand schäbiger Rest wurden sie neu erstellt: gewoben, gestickt, gemalt.

Hofdame Gouvernante Oberhofmeister Hofprediger

Die Zimmer sind alle mit Kaminen ausgestattet, wenige Räume sind mit Möbeln bestückt, die aber den ursprünglichen Charakter der Räume nicht wiedergeben können. Lohnend war der Besuch auf alle Fälle. Nach einem guten Mittagessen im Ort begaben wir uns wieder auf unseren Campingplatz, igelten uns ein, hörten Musik, lasen oder gingen ins Internet.

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