Châteauroux

Wir haben den Atlantik verlassen und sind in Châteauroux am Indre gelandet. In der Mittagspause haben wir uns im Backofen eine Pizza warm gemacht, dabei standen wir auf einem hübschen Picknick-Platz gegenüber von Saint Savin an der Gartempe. Vor uns steht die alte Brücke aus dem 13. Jahrhundert, die die Mönche des Klosters von St. Savin erbaut hatten.

St Savin

Von dort war es nicht weit bis Châteauroux. Die Landstraße über die hügelige Landschaft ließ sich bei meist 90 km/h trotz Regen gut fahren. Nach der Ankunft war es trocken und warm, so dass wir zu einem Spaziergang durch die Grünanlagen am Indre los zogen.

Heute morgen fuhren wir in die Stadt, um sie uns anzusehen und einige Einkäufe zu erledigen. Vielleicht liegt es am Wetter, dass uns die Stadt GRAU vorkam. Nur wenige Gebäude ließen uns anhalten, um sie zu betrachten. Eine Kirche wird gerade „gekärchert“ und der Turm strahlt in altem Glanz.

Am Ufer des Indre steht das Kloster der Cordelières. Heute ist es eine Schule und Ausstellung für zeitgenössischer Kunst. Das Wetter scheuchte uns unter einen großen Baum, von dem wir bald durch die Grünanlagen am Indre zum Campingplatz zurück fahren konnten.

La Rochelle spannend erholsam

Nachdem Die Sonne die Luft angenehm erwärmt hat, fuhren wir mal wieder los, wie gestern bis zum Kanal und von dort zum alten Hafen. Ein Sprayer fing gerade an, aber sonst war es noch ruhig.

Das änderte sich schnell, als wir zum Yachthafen kamen. Dort war Boot und Zubehör-Messe. Geparkt wurde überall, alle Wege waren von der Menge belegt, so dass wir nur mit Mühe auf dem Fahrradweg weiter in den Süden vorwärts kamen. Bald erreichten wir den Strand, der hier recht steinig ist.

Wir fuhren bis zu einem größeren Ort, wo wir hofften noch mal gemütlich Miesmuscheln essen zu können. Im Ortszentrum, gab es nur noch eine Crêperie, die gerade geschlossen hatte. So verwies man uns ins Einkaufsvierte. Neben Burger King und Mc Donalds gab es noch ein Lokal. Das funktionierte im Stil eines Diner und hatte auch nicht viel mehr als etwas aufgepepptes Fastfood, dafür aber ziemlich teuer.

Nicht nur in Crailsheim stirbt die Innenstadt aus und dann wird auch noch behauptet, dass das alles nur für den Kunden geschieht. Ziemlich enttäuscht fuhren wir zurück zum Hafen, dort wo Boule gespielt wird und die Fresken an den Hauswänden eine fröhliche Stimmung verbreiten.

Bei Flut wurde die Klappbrücke geöffnet, so dass etliche Boote den inneren Hafen verlassen konnten. Gegenüber hatten wir ein sonniges Plätzchen gefunden von wo wir das Entstehen neuer Bilder verfolgen konnten so wie das Boule-Spiel im Auge behalten konnten.

Canal de Rompsay

Heute wollten wir mal zügig durch die Landschaft fahren. Dafür bietet sich der Rompsay-Kanal an. Beginnend vom Hafen in La Rochelle zieht er sich auf 24 km bis nach Marans hin. An ihm entlang verläuft eine Fahrradweg. Der geht dann noch weiter, ein Schild wies auf 105 km bis Les-Sables-d´Olomne hin.

Innerhalb des Stadtgebietes mussten wir mehrmals die Seite des Kanals wechseln. Hier war viel Verkehr auf dem Weg von Schülern, Einkaufenden, zur Arbeit Fahrenden, Jogger, Läufer und Spaziergängern. Der Weg wird auf alle Fälle sehr gut angenommen.

Mit jedem Kilometer wurde es ruhiger und der Kanal schnitt sich immer tiefer in die Landschaft ein. Hier durchfährt man ein Naturschutzgebiet, das man errichtet hat nachdem dem Schiffsverkehr 1972 eingestellt wurde. Teile lassen sich noch mit dem Kanu befahren.

An der tiefsten Stelle verschwindet der Kanal in einem 842 m langem Tunnel. Der Fahrradweg macht einen Schlenker bis er sich wieder längs des Kanal einfindet. Schnell befindet sich der Kanal auf Höhe der Landschaft und Felder breiten sich zu beiden Seiten aus. Hier machten wir kehrt.

Zurück in La Rochelle im Hafengebiet gab es einen verdienten Café alongé, um dann bei Sonnenschein Werftarbeitern beim Setzen eines Mastes und später Boule Spielern zu zu sehen. Genug für heute, jetzt gibt es nur noch Duschen und Faulenzen.

La Rochelle

Die Île-de-Ré war ja ganz nett, aber besser gefiel uns mal wieder die Île-de-Noirmoutier. So fiel uns der Abschied nicht schwer und zügig verlief unsere Fahrt von der Insel herunter und dann hatten wir ja schon unseren nächsten Campingplatz erreicht. Nachdem eingecheckt hatten fuhren wir ins nahe gelegene Einkaufzentrum und füllten unsere Vorräte auf.

Porte Royal

Neben günstigem Tanken (Diesel unter 1,50 €) kann man dort auch meist ganz gut Essen gehen. Neben einander gab es Hot Dogs, ein Thailänder, Sushi und ein Italiener. Neben der großen Auswahl muss ich doch gestehen, dass alles mehr oder weniger Fastfood war. Der „Italiener“ empfahl sich mit dem Slogan, dass garantiert alles aus Italien sei. Softdrinks aus Sizilien war mal etwas ganz anderes und einen Versuch wert.

Markthalle

Dann belegten wir unseren Platz. Mit dem ACSI-Ausweis bekommt man einen recht günstigen Preis, aber die Plätze sind nicht vorgesehen, dass man dort länger bleibt. Was soll´s, die Fahrräder raus und auf die Sättel. In La Rochelle gibt es ein weites Fahrradnetz, nur mit der Ausschilderung hapert es an einigen Stellen, so dass wir nicht auf dem direkten Weg die Innenstadt erreichten.

An der Porte Royal betraten wir die Altstadt. Es gibt immer noch einige der alten Tore, die zeigen, dass die Stadt mal schwer befestigt war. Die Straßen in der Altstadt markieren noch deutlich den Verlauf der Mauer. Die Fußgängerzone erstreckt sich über mehrere Straßen und war sehr belebt. Als Werbegag begann man den rosa Oktober, wie wir an den Schirmen am Markt und einigen anderen Plätzen feststellten.

Das hat die Atmosphäre sehr aufgelockert. Ein Stück weiter kamen wir zum Rathaus, das eine freundliche Sonne als Sonnenuhr aufweist. Von dort ist es nur noch ein kurzer Weg bis zum großen Uhrturm am Hafen. Hier waren die Stühle in der Sonne alle besetzt, Musik lieferten 2 Rentner mit französischen Klassiker.

Hinter dem Hafen fanden wir Lagerhallen mit interessanten Graffitis / Fresken und vor ihnen spielte man Boule, wo wir kurz zuschauten. Für den ersten Eindruck war das genug und wir folgten den Fahrradschildern zurück zum Campingplatz, was mit Hilfe eines Stadtplans ganz gut gelang.

Île de Ré

Das Wetter treibt uns vor sich her. Auf den Inseln ist es vor allem nachts noch wärmer wie auf dem Festland und auch hier ist die Insel durch ein dichtes Netz von Fahrradwegen erschlossen und wir sitzen hier im äußersten Norden der Insel, notgedrungen, da die anderen Campingplätze schon geschlossen haben.

Von La Rochelle aus gelangt man über eine mautpflichtige Brücke auf die Insel. Der Hauptort ist St. Marie-de-Ré. Die Insel ist 24,6 km lang und maximal 5 km breit. Ein großes Gebiet nehmen die Salzwiesen ein, die ein willkommenes Rastgebiet für viele Vögel darstellt. Außerdem gibt es hier viele Fasane, die sogar hier auf dem Campingplatz herum laufen.

Gestern hatten wir einen wettermäßig schönen Tag, Grund für eine Fahrradtour. Über verschiedene Fahrradwege samt Abstecher zu den Stränden fuhren wir den Phare de Baleine an. Seinen Namen erhielt er, da man damals von ihm häufig Wale beobachten konnte. Sein Vorgänger steht daneben und wurde von Vauban 1654 in Auftrag gegeben. Der neue aus dem Jahre 1854 ist noch in Betrieb und ist 54 m hoch.

Da es vor dem Leuchtturm stark nach Touri-Abzocke aussah, fuhren wir über den Damm bis zum nächsten Ort. Da fanden wir wenigstens eine gute Bäckerei. Auf dem Rückweg traute ich einer Karte und wir folgten einem nicht ausgeschilderten Weg, der durch die Salzwiesen führte, aber irgendwie in Nichts endete, also zurück.

Brav sind wir auf dem Fahrradweg geblieben und in Les Portes, unserem Ort hörte er mitten in einem Wohngebiet auf. Wir fuhren nach Gefühl, fanden einen weiteren Fahrradweg, der uns am Campingplatz vorbei führte. Also wieder mal zurück, nur die passende Straße war für Fahrradfahrer gesperrt. Mit dem Handy fanden wir schließlich zurück. Aber was soll schon passieren, wir sind ja auf einer Insel.

Noirmoutier – Ville

Sonnenschein und kaum Wind waren die besten Voraussetzungen für eine längere Tour. Noirmoutier liegt ganz im Norden und ist durch ein größeres Gebiet mit Teichen, das Marais, getrennt. Zwei Dämme dort hin, auf einem besteht ein separater Fahrradweg, der sehr frequentiert wird.

Zuerst erreichen wir den Hafen, der mal wieder leer gelaufen ist. Auf der nördlichen Seite erstreckt sich das Städtchen. Einige Plätze waren sehr belebt, viele saßen in den Straßencafés draußen auf dem Gehsteig. Etwas erschrocken über die Menge fuhren wir auf dem Damm bis zur Hafeneinfahrt und weiter an der Küste durch Kieferwald.

Dann kehrten wir von hinten in den Ort zurück und waren überrascht über die angenehme Atmosphäre in den Gassen, den netten kleinen Läden und Restaurants, die hier nicht überlaufen waren und gutes Essen zu angemessenen Preisen anboten, für uns gab es mal wieder Miesmuscheln, einmal mit Curry- und einmal mit Roquefort-Soße.

Gestärkt machten wir uns auf in die nordwestliche Ecke: Port-de-L´Herbaudiere. Hier gibt einen größeren Fischereihafen und Strände nach Westen und Norden. Von nun ab ging es weitgehendst auf anderen Wegen wieder zurück zum Campingplatz. Fahrräder aufladen und einpacken, denn morgen geht es weiter.

Île de Noirmoutier II

Die Insel wird oft als „Mimoseninsel“ bezeichnet, da das Klima mild ist und es den Mimosen ermöglicht, im Winter zu wachsen und zu blühen. Das haben wir ja auch bei den Erdbeerbäumen gesehen. Auch sind die Beete noch bunt und von Herbst keine Spur, nein, nicht ganz, die Esskastanien werfen ihre stachligen Früchte ab.

Camping de la Court

Die dominierenden Landschaften sind Salzwiesen, Dünen und Steineichenwälder.  Die Länge der Insel beträgt ca. 18 km, ihre Breite variiert zwischen 500 m und 12 km und ihre Fläche beträgt 49 km2.

Das Ganze ist mit Fahrradwegen durchzogen auf denen man gut fahren kann, denn selbst bei heftigen Wind schützt einen ein Damm, Strauchhecken oder die Kiefern eines Wäldchens.

In der Mitte liegt eine sehr feuchte Ebene, die durch Gräben durchzogen ist. Dazwischen befinden sich die Salzfelder, wo im Moment wenig passiert, denn das Salz entsteht durch Verdunstung und die ist mehr als gering. (s. Titelbild)

Auf die Insel gelangt man mautfrei über eine Brücke und der „Passage du Gois“, einem Sträßchen, dass nur bei Ebbe zu befahren ist. Verkehrstechnisch ist da noch der Port de Morin zu nennen, der aber nur für kleine Privatboote eine Bedeutung hat.

Île de Noirmoutier

Zu eurer Orientierung, wir befinden uns südlich der Bretagne, denn der Wetterbericht hat uns nahe gelegt nach Süden hin den kalten und nassen Winden auszuweichen. Während der Fahrt hier her hat es am Stück geregnet, gegen Abend hat es aufgehört und heute haben wir mit einer kurzen Tour begonnen die Insel für uns zu erschließen.

Hier dominiert der Tourismus noch nicht das Bild des Ortes, die Läden sind auf die Bewohner eingestellt und die Lokale gemütlich und preiswert. In der Bretagne konnten wir kaum Wellen beobachten, das ist hier ganz anders. Hier 2 Bilder die ich nach einander vom selben Fleck aufgenommen habe.

Eigentlich wollte ich den Beitrag: „Wo die Erdbeeren auf den Bäumen wachsen“ nennen. Der Erdbeerbaum (Arbutus) ist ein Erika oder Heidekrautgewächs. Im Moment sind die süß-sauren Früchte reif, während am selben Baum auch Blüten zu finden sind. Hier werden sie wegen der Optik in den Gärten kultiviert, da sie ganzjährig glänzend grüne Blätter tragen.

Hier sind überall Fahrradwege ausgezeichnet, in den Orten gilt durchgängig 30 km/h, was bei der Straßenbreite auch angemessen ist. Die Insel ist sehr flach und zwischen den Orten befindet sich eine Teichlandschaft, wo Fleur de Sel (Salzblüten, die sich Kristallisation auf dem Salzwasser bilden und per Hand abgeschöpft werden) produziert wird, das man mit verschiedenen Kräutermischungen angeboten bekommt.

Die Häuser sind ganz anders wie in der Bretagne, sie wirken viel feiner, irgend wie zerbrechlicher mit ihren roten Ziegeldächern. – Einen großen Kontrast dazu bilden die immer noch anzutreffenden Bunker von Hitlers Westwall. Dieses Mahnmal für Größenwahn bleibt wohl noch einige Generationen erhalten.

Perros-Guirec und die rosa Granitküste

Diese Steine hat wohl fast jeder Bretagne-Besucher im Reiseplan, hier gab es mal wieder Probleme einen freien Platz auf einem Campingplatz zu finden. Wer hätte das gedacht? Nun soweit hat sich alles regeln lassen und wir stehen hier nicht weit vom Strand. Ein Spaziergang ins Zentrum an markanten Hotels und alten Villen vorbei zeigte uns, dass man hier ganz gut leben kann.

Die Bilder wurden kurz bevor es anfing zu regnen gemacht. Dann waren wir nur noch froh über eine warme dusche und trockene Kleidung. – Heute sollte es zu den rosa Felsen gehen und natürlich mal wieder auf dem GR 34. Die Entfernung bis dort hin, wo wir ihn das letzte Mal betreten haben sind gut 100 km.

Aber nun zu den Felsen. „Im Gegensatz zu anderen bretonischen Graniten verdankt der rosa Granit seine Farbe dem Vorhandensein von Eisenoxidverunreinigungen im Kristallgitter.“

Rauf und runter, aber immer am Wasser entlang führt der Weg gut 4 km bis in den nächsten Ort. Schnell vorwärts kommt man dabei nicht, denn immer mal wieder muss man stehen bleiben und den Blick aufs Meer genießen. Immer näher kamen wir den Felsen, immer bizarrer deren Formen. Immer wieder sieht man bekannte Formen.

An einer Stelle noch etwas weiter ins Meer hinein steht ein Leuchtturm und dann ist auch Zeit für uns umzudrehen. Mittagszeit ist längst vorbei und der Hunger treibt uns zum Wohnmobil.

Auf dem GR®34

GR® = Grand Randonnée-Route oder große Wanderroute: Heute ist der GR®34 ausschließlich küstennah unterwegs. Der „Weg der Zollbeamten“ grenzt über mehr als 2000 Kilometer an alle bretonischen Küsten. Von der felsigen Insel und der Bucht von Mont-Saint-Michel in der Manche erreicht der GR® 34 sein Ziel in Saint-Nazaire in der Loire-Atlantique. Mit dieser Reiseroute kann man den ganzen Reichtum und die Vielfalt der maritimen Bretagne entdecken.

Wer den Blog seit einiger Zeit liest, wird sich wundern, denn die großen Wanderer sind wir nicht. Aber jetzt sind wir schon wieder auf diesen Wanderweg gestoßen, so dass es angebracht ist, über ihn zu schreiben. Als Ziel für unsere Fahrradtour haben wir uns den „Maison-Phare du Millier“ ausgesucht.

Kurz vor dem Ziel sahen wir noch einen Hinweis zur Moulin de Keriolet. Mitten im Wald fanden wir sie und sie war in Betrieb. Um die Wucht des Wasserfalls optimal zu nutzen, baute der Müller seine Mühle 1878 um und stattete sie mit einem Schaufelrad mit 8 m Durchmesser aus, das von der dreifachen Außentreppe 3 getragen wird .

Die Keriolet-Mühle ist ein rechteckiges Gebäude, das sich über 3 Ebenen erstreckt und an einen Hügel angebaut ist. Der Gebäudekörper besteht aus Granitschutt und behauenen Steinen an den Ecken und Fensterrahmen. Ein an die Eingangstür angrenzender Türsturz, der vom Geschmack des 16. Jahrhunderts geprägt ist, stellt das einzige Element der Mühle dar, dessen Zweck nicht nur funktional, sondern auch sehr dekorativ ist .

Die Mühle war bis 1958 in Betrieb. 1982 wurde die Mühle vom Staat übernommen und wird von einem Verein betrieben. Die Mühle fasziniert durch ihre einfache Konstruktion, deren Betrieb wir verfolgen konnten. Anschließend fuhren wir hinab zum Leuchtturm, der von Land aus wie ein normales Haus aussieht und nur gegen das Meer hin seine Laterne zeigt.

Wir waren mal wieder begeistert von den unterschiedlichen Farben des Meeres. Und natürlich sind wir ein Stück des GR 34 in beide Richtungen gelaufen und können uns vorstellen, wie schön es sein muss eine längere Strecke auf ihm zu laufen. An mehreren Stellen ist er ans Busnetz angeschlossen, was die Planung erleichtert.