Canohés

Aufgewacht bei Sonnenschein machten wir gleich große Pläne für den heutigen Tag. Eine Fahrradtour sollte es mal wieder sein und zwar nach Thuir, einem Städtchen westlich von hier, das Roussillon erkunden.

Die Temperatur war angenehm und auf bekanntem Weg erreichten wir als erstes Polestres. Vor lauter Fahrradwegen verpassten wir die Durchfahrt unter der A9, also wieder ein Stück zurück und richtig abgebogen. Hier überraschte uns die erste Husche und wir waren schon dabei um zu kehren, als sie wieder aufhörte.

Gut ausgeschildert waren wir bald in Canohés, einem Dorf, wo wir einen älteren Herren nach einem Café fragten, um uns etwas auf zu wärmen. Der lud uns gleich zu sich ins Wohnzimmer ein und bereitete uns den gewünschten Kaffee. Im Gespräch empfahl er uns zurück zu fahren, denn es würde noch mehr Regen runter kommen.

Er sollte Recht behalten, schon am Ortsausgang mussten wir einen Regenschutz im Friedhof suchen. Zum Glück war es nur von kurzer Dauer. In Polestres gingen wir wieder in die Brasserie d´Europe und konnten dort beim Mittagessen die nächste Husche trocken vorbei gehen lassen.

Auf dem Rückweg: Streetart im wahrsten Sinne des Wortes und entlaufene Schwertlilien am Wegesrand.

Gleich gegenüber befindet sich ein Carrefour, ein Supermarkt, wo wir das Wichtigste bekamen, wie Toilettenpapier. Danach ging es das letzte Stück nach Hause, zum Wohnmobil. Die Nachbarin, die unsere Handtücher ins Trockene gebracht hat, meinte morgen soll es besser werden. Schaun wir mal.

Pollestres

Nach einer gewittrigen Nacht mit hinreichend Regen, hatten wir uns zuerst darauf eingestellt, einen gemütlichen Tag im Wohnmobil zu verbringen. Überraschenderweise klarte es gegen Mittag auf und ich suchte nach einem Lokal zum Mittagessen in der Nähe.

Es war nicht ganz einfach, aber in der Brasserie d`Europe in Pollestres braucht man nicht zu reservieren. Als wir kurz nach 12 Uhr dort mit den Fahrrädern vorfuhren, war an der Bar viel los, viele Männer und eine Frau, der eigentliche Gastraum wo eingedeckt war, befand sich niemand.

Mutig setzten wir uns hin. Das Platzdeckchen war gleichzeitig die Speisekarte. Euphorisch entschieden wir uns für das sonntags Mittagsmenü: ein Salat mit Fleischstreifen und warmen Baguette, eine Paella mit Huhn, Wurst und Meeresfrüchten so wie eine Nusscreme, alles zusammen pro Person für 19,90 €. Und, ja, es hat alles gut geschmeckt.

Danach fuhren wir zügig nach Hause, denn wir haben so was wie einen Kälteeinbruch, es sind nur noch 14°, aber ab morgen soll es wieder sonniger und wärmer werden. – Die Franzosen vermeiden hier oft marode Brücken in dem sie Bäche mit einer Furt überqueren. Bis jetzt waren die Wasserstände immer so, dass wir trockenen Pedals durch gekommen sind.

Kalanchoe / Brutblatt in Blüte

Ach, noch eins, sucht Pollestres nicht, ein Dorf am Straßenrand, hat aber eine große Weinkellerei, ist aber absolut kein Ferienziel, höchstens ein Stopp zum Essen gehen.

St. Cyprien

Endlich sagt der Wetterbericht schönes Wetter für fast den ganzen Tag voraus. Grund genug die Fahrräder fertig zu machen und eine Tour zu planen. Ich erzählte schon, dass es nach Perignan einen schönen Radweg gibt und das ist nicht der Einzige. Vor allem entlang des Strandes gibt es sie, aber auch einige, die ins Hinterland führen wie der Radweg Agouille-de-la-Mar, der von St. Cyprien-Plage nach Bages führt.

Bild: Corneilla -del-Vercol

Bis nach Bages waren es etwa 2 km auf einer kleinen Landstraße, die uns zum Startpunkt des Fahrradweges führte. Von dort führt ein breiter betonierter Weg in Richtung Küste, immer an einem Kanal entlang. Straßen werden meist durch Unterführungen gequert oder sie sind gut gesichert. Autofahrer halten immer an.

Auf etwa halbem Weg erreichten wir das verschlafene Corneilla -del-Vercol. Das gerade einen Fotostopp wert war. Dann ging es weiter durch Mandelplantagen, Weinberge und Olivenhaine. Auf der Höhe von St. Cyprien bogen wir auf einem weiteren Fahrradweg nach Süden in Richtung des alten Ortskerns ab.

Der Ort ist ganz und gar nicht vom Tourismus berührt. Einige wenige Geschäfte fanden wir, mehrere zum Teil große Plätze und an einem eine gemütliche Crêperie, wo wir vorzüglich gegessen haben. Ich gönnte mir eine Crêpe mit Chêvre, hausgemachtem Cidre-Gelee und Rosmarin-Grieben, dazu ein bunter gemischter Salat. Natürlich haben wir dazu Cidre getrunken.

Auf dem Rückweg fiel uns nach Trafokasten auf, natürlich sind Tür und Katze nicht echt.

Lac de Rohan

Heute war der spannende Tag, an dem unser Wohnmobil untersucht worden ist. Es kam dabei heraus, dass ein Filter verstopft ist und ausgetauscht werden muss. Leider ist es kein Melitta Filter aus dem Supermarkt sondern muss erst eingeflogen werden. Also haben wir am kommenden Mittwoch unseren nächsten Termin.

Wir sind gleich danach aus Perpignan hinaus gefahren und suchten einen großen Supermarkt in Elne. Hier haben wir geschwelgt in dem was die Franzosen so anbieten. Das Wochenende ist damit gerettet und pünktlich nach der Wetter-App hat es am späten Nachmittag zu regnen aufgehört und ich holte unsere Fahrräder heraus.

Hier (s.o.) seht ihr den See vom Campingplatz von der Höhe, in entgegengesetzter Richtung den Mont Canigou, da zwischen findet man Felder mit Wein, den Côte Roussillon, Olivenhaine und Mandelplantagen.

Perpignan

Starten wir mit einem Foto direkt vom Wohnmobil mit dem Mont Canigou und seinen 2785m Höhe der markanteste Gipfel der Region ist.

Das letzte Mal waren wir mit dem Zug in diese Stadt gefahren, jetzt waren es 9 km mit den Fahrrädern. Vom See, wo unser Campingplatz liegt führt fast geradeaus ein Fahrradweg, meistens auf eigener Trasse, mal als Fahrradstreifen direkt in die Stadt hinein.

Da wir aus einer anderen Richtung kamen und unsere Fahrräder zum Teil schiebend durch die teils engen Einkaufsgassen schoben, lernten wir Perpignan von einer ganz anderen Art kennen. Die vielen kleinen Geschäfte waren interessant. Auf den Plätzen hatte die Gastronomie schon Tische und Stühle aufgestellt, wo wir dann auch im Freien zu Mittag aßen.

An dem Bachlauf Basse erinnerten wir uns an die Schönen Streetart-Bilder. Die waren alle weiß übermalt, teilweise mit Veranstaltungsplakaten beklebt. Einfach traurig. Darauf suchten wir unseren Heimweg. Auch hier half uns das App Osmand weiter. Geschickt, wenn man auf keinen Internetanschluss angewiesen ist. Wir haben uns die Karte Westokzitanien (westl. Pyreneen) herunter geladen und das funktioniert auch mit dem Fahrrad gut.

Wir kamen an der alten Festung vorbei, die mitten in der Stadt auf einem Hügel liegt. Hier ist es sehr ruhig. Weiter abwärts kamen wir in den Industriegürtel, fuhren am Fiathändler vorbei und warten bald auf unserer Voie Verte nach Villeneuve-de-Raho. Im See versuchten noch einige wenige Angler etwas fürs Abendbrot aus dem See zu holen. Kurz darauf waren wir im Wohnmobil, Fahrräder aufladen und Füße hoch legen.

Wenn einer eine Reise tut…

Vorne weg, wir sind bei Perpignan an einem See, 2 Tage früher wie geplant und nicht wie geplant in Le Boulou, direkt an der Grenze. Wie es dazu kam?, alles der Reihe nach.

Am Freitag sind wir gut und früh weg gekommen. Die Fahrt nach Colmar verlief gut, ganz ohne Stau und das Navi wies uns den Weg bis vor den Campingplatz. Der machte einen sehr verschlafenen Eindruck, kein Mensch da, auch keine Wohnmobile. Gegen der Information auf der Homepage war geschlossen. Zum Glück hatte ich eine Alternative heraus gesucht, „ganzjährig geöffnet“, nur 170 km weiter in Besancon. Der war eine Baustelle, niemand da, den man fragen konnte, also weiter.

Langsam wurde es dämmrig, aber ich hatte mal ein C in die Landkarte bei Quingey an der Loue gezeichnet. Schon fast überraschte uns, dass dort nicht nur Wohnmobile auf dem Platz standen, sondern uns nach mehrfachem Läuten aufgemacht wurde. Wir hatten einen Platz und Strom zum Heizen, denn es wurde heftig kalt. Der Ort ist klein und gemütlich, da sind wir nicht zum letzten Mal gewesen.

Als es dämmerte sahen wir nach draußen und mussten feststellen, dass es vor kurzem angefangen hatte zu schneien. Schnell standen wir auf und machten uns fertig, dieses Mal Katzenwäsche. Kaum hatten wir den Ort verlassen stand am Straßenrand, dass bis zum 31. März für die nächsten 48 km hier im Jura Winterreifenpflicht besteht. Was tun? Weiter, vorsichtig und wirklich mit den Kilometern ließ der Schneefall nach, ging in Regen über und bald hatten wir eine trockene Straße unter den Reifen.

Wir waren ja früh aufgebrochen, so saßen wir zum Mittagessen in einer Bäckerei bei Montellimard, also schon mitten in der Provence. Ein Etappenziel war Avignon, das uns aber viel zu nah vorkam, also weiter auf der Autoroute. Hinter Arles leuchtete plötzlich eine Warnlampe auf. Wie ich auf einem Rastplatz heraus fand, haben wir Probleme mit der Einspritzpumpe, können aber bei eingeschränkter Leistung weiter fahren.

Das Internet fand für uns eine Werkstätte hier in Perpignan. Nach einer ruhigen Nacht erfuhren wir heute, dass im Moment in der Werkstatt die Computer ausgefallen sind und man uns als frühesten Termin am Freitag Morgen dran nehmen könnte. Im Moment haben wir 14° und Sonnenschein und wir bleiben noch ein Bisschen.

Vorbereitung unserer Spanienreise im Frühjahr 2025

Nachdem wir uns letztes Jahr die Extremadura angesehen haben, zieht es uns dieses Jahr an die Mittelmeerküste, vor allem, da wir dort wärmeres Wetter erhoffen.

Recht zügig werden wir von Crailsheim bis südlich von Barcelona fahren. Von da ab nehmen wir uns Zeit und bleiben jeweils so lange, wie es noch etwas für uns zu entdecken gibt oder uns die Abenteuerlust weiter ziehen lässt.

Mit ausreichend Kartenmaterial und der Hilfe des Internets habe ich wichtige Stationen und Plätze, so wie der Campingplätze mit Öffnungszeiten heraus geschrieben. Damit steht ein Gerüst von Informationen. Für den Besuch vor Ort haben wir uns noch einige Reiseführer neuester Erscheinung zugelegt.

Natürlich habe ich nach dem Radwegenetz der Via Verde geschaut. Es gibt einiges, aber oft sind keine Campingplätze an den Startpunkten zu finden. Da lassen wir uns überraschen, welche Möglichkeiten sich auftun. Vor allem im Landesinnere gibt es wenige Campingplätze, wenn dann liegen sie bei den großen Städten.

Also, lasst euch überraschen. Die meisten haben meinen Blog abonniert, wer noch nicht, sollte es nachholen, um nichts zu verpassen. – Ja dann kann es morgen früh los gehen.

Weichenstellhebel

Um keine falschen Hoffnungen zu machen, hier handelt es sich nur um eine Attrappe. Die letzten Weichen, die ich eingebaut habe, haben Federn, die die Lage der Weichenzungen fixieren. Da habe ich auf jeglichen Antrieb verzichtet und stelle die Weiche mit einem Schaschlikspieß, den ich zum Kuppeln eh immer in der Hand habe.

Ein einem Videofilm sah ich solche Attrappen und wollte sie selber bauen. Dazu suchte ich mir Vorbilder im Internet.

Der Stellhebel besteht aus 3 Teilen. Einer etwa halben Schwelle, einem kleinen Zylinder aus Vollmaterial und dem Hebel.

Bei der Schwelle ist zu beachten, dass sie am Ende zweier Schwellen der Weiche zum Liegen kommt, das bestimmt deren Länge. Da wo einmal die Schiene lag, feilte ich eine Delle mit einer Rundfeile, um eine gute Auflage für den Zylinder zu haben.

Für den Zylinder verwende ich einen stärkeren Spritzling von 4 mm Durchmesser. Man braucht etwa 4 mm davon, aber zuerst kommt das Bohren. Für den Hebel verwende ich eine ummantelte Büroklammer, die gerade zur Hand war. Die bestimmt den Durchmesser der Bohrung, die möglichst als Sackloch ausgeführt werden sollte. Gebohrt wurde mit einem Handbohrer so ähnlich wie der von Revell (s. Foto).

Mit einer Feinsäge habe ich nun den Zylinder abgelängt und gefeilt. Dabei fiel mir eine Bemerkung von Gerrit Braun ein, dass man seinen Arbeitsplatz, den Boden sauber halten soll, man findet dann entsprungene Teile leichter. – Stimmt!

Den Handhebel geht beim Foto bis unter die Achsel, deswegen nehme ich einen Meter an. Genaueres konnte ich auf Herstellerseiten nicht in Erfahrung bringen. Den Handhebel biege ich mit Hilfe einer schmalen Feile und schneide sie dann in gewünschter Länge ab.

Im nächsten Schritt wird alles zusammen geleimt. Ich nahm UHU Alleskleber KRAFT.

Da der Hebel gelb leuchten soll, habe ich alles weiß mit der Spraydose grundiert, abschließend trug ich die Farbe mit dem Pinsel auf.

Da das Modell ja nicht beweglich ist, beschloss ich den Hebel in der Weichen-Normalposition darzustellen. Die Weiche steht auf GERADE und der Hebel weist von ihr weg.

Viel Spaß beim Nachbau und ich würde mich über Kommentare freuen. Man lernt ja bekanntlich nie aus.

Die Bretagne 2024 – Inhaltsangabe

Metz

Châteaudun

Fahrradtour im Loirtal

Vendôme

Impressionen aus dem Loirtal

Le Loir von Vendôme aufwärts

Chateau Le Lude

La Flèche

Nantes

Loire-Radweg Nantes aufwärts

Guérande

Vélocéan

Vannes

Durch das Umland von Vannes

Carnac / Karnag

Küstenfahrt

Locmariaquer

Concarneau

Voie Verte von Concarneau

Pont-Croix

Auf der Youtar nach Audierne

Douarnenez

V45 La Littoral – Küstenradweg

Auf dem GR®34

Perros-Guirec und die rosa Granitküste

Île de Noirmoutier

Île de Noirmoutier II

Noirmoutier – Ville

Île de Ré

La Rochelle

Canal de Rompsay

La Rochelle spannend erholsam

Châteauroux

Auf dem Indre-Radweg

Auf dem Indre-Radweg

Gestern habe ich entdeckt, dass der Indre-Radweg am Bahnhof von Châteauroux vorbei läuft und dann hinab zur Indre führt. Bis dahin müssen wir versuchen einen Weg durch die Flussaue zu finden. Dabei kommen wir unterhalb des Schlosses vorbei.

Da der Indre sich im Stadtgebiet in mehrere Arme aufteilt, gibt es eine Vielzahl von Brücken, die mal übers Wasser führen, mal über die Wander- und Fahrradwege.
So geht es durch ein mehrfaches drüber und drunter, wo sich dann auch einige Graffitis befinden.

Am Ortsausgang fuhren wir an einem alten Waschhaus vorbei. Und dann war der Asphalt zu Ende und der Fahrradweg besteht nur noch aus einem schmalen Wiesenweg, der dank gestrigem Regen etliche Pfützen aufwies. Die waren aber noch harmlos gegenüber einigen Wurzeln, die nach einem Mountainbike riefen. Darüber hinaus erfreuten uns immer wieder Bäume in ihrem farbenfrohen herbstlichen Gewand.

Nachdem wir eine Zeit lang eine gut ausgebaute Straße benutzen durften, ging es dann über die Felder, nein Feldwege, wo wir sehr aufmerksam sein mussten, um nicht unfreiwillig abzusteigen. Das veranlasste uns den Rückweg auf der anderen Seite des Indre über eine Landstraße zu nehmen.

Ich wollte euch doch noch unseren neuen Mitreisenden vorstellen: Diese Schnecke wurde wie viele andere von Schülern für ein Projekt in Afrika gebastelt. Die haben wir aus ihrem Bonbon-Glas befreit und fährt nun mit uns durch die Gegend. So auch an Buchweizenfeldern vorbei, den man ja bekanntlich für die Galette benötigt.

Wir haben auf unserer Tour interessantes gesehen, aber der Radweg selber ist hier noch nicht auf einem Stand, um viele Touristen an zu locken. Auf dem Campingplatz bekamen wir ein kostenloses Tourenheft: L´Indre à vélo das Kartenmaterial und Informationen für die insgesamt 302 km von Bréhémont nach Chambon-sur-Voueize enthält, vielleicht probieren wir das nächste Mal ein anderes Teilstück.