Fahrt nach Manfredonia

Den letzten Nachmittag in Vieste habe ich noch mal zu einer längeren Wanderung ausgenutzt, um Orchideen zu suchen. Dazu musste ich nicht weit laufen. Sie stehen in niedrigem Gras, wo es aber nicht zu trocken ist. Mit der Zeit bekommt man einen Blick dafür.

Mehrmals habe ich dabei eine Schlange aufgescheucht, die die letzten Sonnenstrahlen ausnützten. Die schwarzen sollen ungefährlich sein, aber es gibt auch grüne, vor denen man sich in Acht nehmen soll, vor allem feste Schuhe anziehen.

Heute Morgen ging es dann weiter. Beim Tanken waren wir mit 1,69€ für den Liter Diesel auch zufrieden. Die Küstenstraße zieht sich in einer schier endlosen Aufeinanderfolge von Kurven, mal rauf, mal runter dahin. Es gab fantastische Ausblicke, aber leider nur wenige Parkbuchten.

In Manfredonia haben wir, wie das letzte Mal, zu Mittag gegessen. Insgesamt waren wir aber enttäuscht, eine wenig attraktive Industriestadt. Unser Campingplatz, „Salpi“, liegt einige Kilometer südlich am Meer mit einem langen Sandstrand. Die Sanitäranlagen sind sehr ordentlich und Shop, so wie Restaurant haben bereits geöffnet.

Vieste: Stadt und Strand

Mit den Fahrrädern waren wir etwas gehandikapt, denn wir konnten nur Gassen benutzen, die auch für eine Ape befahrbar waren, das waren zwar die meisten, aber weiter rauf ging es dann nur über Treppen.

Noch ist es hier herrlich ruhig, die meisten, die hier herum laufen sind noch Einheimische. Die Gassen sind sauber und strahlen eine südländische Atmosphäre aus. Überraschender Weise findet man kaum Touri-Läden, die befinden sich außerhalb der Altstadt.

Wenn man die Altstadt nach Westen verlässt, kommt man zu dem 3 km langen Strand Spiaggia della Scialara. Am Anfang steht der berühmte Kalksolitär Il Pizzomunno. Er ist schon beeindruckend an seinem Fuße zu stehen.

Am anderen Ende stehen auch einige bizarre Felsen. Hier geht das Strandleben abrupt in wilde Natur über und nur hier fanden wir diese hübschen Muscheln.

Wanderung entlang der Küste

Vor dem Campingplatz liegt ein gepflegter Strand, aber nur wenige Schritte nach links beginnt ein natürlicher Streifen, der bis ans Wasser reicht. Er ist geprägt durch fast weiße Kalksteinfelsen, einige Büsche und unterschiedliche Blütenpflanzen.

Je nach dem wie viel Humus sich angesammelt hat oder wie stark die Stelle dem Sonnenschein ausgesetzt ist, befinden sich andere Pflanzen. Da wo Gärten in der Nähe sind, haben sich Mittagsblumen oder auch mal Goldlack ausgebreitet. Von einem Garten aus haben sich Opuntien auf den Weg in die Freiheit gemacht. Wenn man ihren Drang nicht stoppt, werden sie die Landschaft in ein paar Jahren bestimmen.

Mit etwas Glück entdeckten wir Orchideen, die zum Teil schon verblüht waren. Eine Italienerin zeigte mir die Stellen von weiteren Arten, an denen ich erst vor kurzem vorbei gelaufen bin. Einmal sah ich eine ziemlich große schwarze Schlange, die vor mir enteilte und mir kein Foto gönnte.

Immer wieder sieht man Löcher im Felsen, sie sehen aus wie frühere Keller, aber nur selten kann man Mauerreste erkennen. In einem Garten sahen wir einen Mann, der mit einem Wildschwein spielte, sein Hund lag daneben und verzog keine Miene.

Vieste

Über Nacht hat der Wind nachgelassen und blauer Himmel lädt zur ersten Erkundigung ein. Wir verlassen unsere Bucht und radeln nur wenige Kilometer bis in die Stadt und das an einer wunderschönen Felsküste entlang.

Heute ist Markt und wir müssen überraschend wenig für Gemüse und Obst bezahlen. Hier scheint die Erdbeerzeit schon begonnen zu haben. Einige Bauern kamen auch mit Käse und Wurst, Honig und Eingemachten zum Markt. Was dort nicht zu bekommen war, gab es im Eurospin gleich neben an.

Damit war unser Vormittag gut ausgefüllt. Mittags probierten wir das Restaurant nahe des Campingplatzes aus. Auch hier waren wir sehr zufrieden.

Nachmittags schaute ich mir noch einen Trabucco an, eine Plattform von der man große Netze ins Wasser lässt. Von diesen Gestellen sieht man hier etliche am Ufer stehen.

Da wir eben erst sehr gut Fisch, genauer Schalentiere gegessen hatten, habe ich ein Stück Felsenufer von Netzresten befreit. Das Bild ist also schon historisch. Aber es gab auch etliches Schönes zu beobachten, auch blüht es herrlich, aber die Bilder hebe ich mir für einen anderen Beitrag auf.

Fahrt nach Vieste

Es war Regen angesagt und mit uns verließen noch einige andere den Platz. Unser Weg sollte uns nach San Marino führen. Um nicht den Verkehr rund um Bologna mit zu bekommen, war unsere Richtung vorerst Venedig, um dann Richtung Rimini und Küste nach Südosten abzubiegen. Dadurch fuhren wir etliche Kilometer Landstraße und waren im Endeffekt sicher nicht schneller, als wenn wir über Bologna gefahren wären. Die Zufahrt zum Campingplatz auf halber Höhe war gut zu finden, noch höher befindet sich ein Wohnmobil-Stellplatz, wie wir später heraus fanden.

Der Platz unter holländischer Leitung war sehr gut und überraschend preiswert.

Nach einer Regennacht war es am nächsten Morgen nur noch windig. Wir fuhren an Ancona vorbei, sahen eines der Fährschiffe und es kamen schöne Erinnerungen an unsere Griechenland-Reisen hoch. Aber wir wollten Neues erkunden. Der Stellplatz, den wir uns heraus gesucht hatten, war leider unauffindbar. So fuhren wir zur Autobahn zurück und ließen den Wagen zur Halbinsel Gargano laufen.

Lago di Verano

Bei Sonnenuntergang erreichten wir Vieste und dann begann die Sucherei nach dem einzigen offenen Campingplatz. Das Problem war unter so vielen Schildern das richtige heraus zu finden. Wir fanden es dann doch noch und der Chef erwartete uns an der Rezeption und hatte noch einen Platz für uns. Er scheint wie ich Liebhaber von Kakteen zu sein, nur dass seine das ganze Jahr draußen bleiben können.

Peschiera und Mincio-Radweg

Nach Peschiera hinein ist zwar meistens ein Fahrradweg ausgeschildert, direkt an der stark befahrenen Hauptstraße, der aber mehr Stress wie Urlaub ist. Als wir das Zentrum erreichten, hieß es dann absteigen, hier sind nur Fußgänger erwünscht. Am Rande fanden wir ein nettes Restaurant wo wir sehr gut zu Mittag gegessen . Wie schon fast üblich teilten wir uns je eine Vorspeise, dieses Mal einen Salat und ein Hauptgericht. Über den Salat konnten wir absolut nicht meckern.

Es kam doch wieder Urlaubsstimmung auf, vor allem da wir gegenüber dem Lokal ein Hinweisschild zum Mincio-Fahrradweg sahen.

Entlang des Festungsgraben erreichten wir den Fluss und auf einem gut ausgebautem Fahrradweg sausten wir nur so bergab in Richtung Mantua. Bei einem Wehr mussten wir den Fluss überqueren. Eine Ape erregte meine Aufmerksamkeit und Gudrun deren Inhalt, leider nur abgepacktes Eis, das lies uns kalt und weiter fahren.

Die nächste Brücke war dann in Monzambano, wo wir nach einem richtig guten italienischem Eis kurz an unserem früheren Stellplatz vorbei fuhren. Alles sah ordentlich aus und es war ganz schön was los.

Also ging es weiter über die Felder zurück, vorbei an Ponti di Mincio und wieder zum R6, der uns bis Peschiera führte. Der Rückweg war nicht besser wie der heute Morgen, aber wir kannten ihn ja jetzt schon und die Erwartungen waren dem entsprechend niedrig. Die Akkus werden gerade aufgeladen, die Fahrräder sind schon in der Garage, denn Morgen geht es weiter.

Sirmione

Nach einer ruhigen Nacht und Frühstück vor dem Wohnmobil unternahmen wir unsere erste Fahrradtour, nach Sirmione.

Der Weg führte die meiste Zeit am Ufer entlang, eine etwa 5 km lange Strandpromenade. Vor der Altstadt mussten wir die Fahrräder abstellen, ab da geht es nur noch zu Fuß weiter.

Wir durchquerten das Stadttor und befanden uns in einem großen Kaufladen. Hier gibt es so ziemlich alles, was man nicht braucht und deshalb treffen hier auch so viele Menschen auf einander. In den Seitengassen ist es ruhiger und wir fanden gemütliche Ecken. Zum Glück war nur ein gewöhnlicher Wochentag, wie das an Ostern sein wird, wag ich mir nicht vor zu stellen.

Auf jeden Fall blieben wir nicht all zu lange, so dass wir zum Mittagessen wieder auf dem Campingplatz waren, wo man uns verwöhnt hat.

Nach der Siesta spielten wir auf dem Platz Boule, dem sich ein Nachbar dazu gesellte. Es wurde immer wärmer, so dass wir uns zum Kaffee zurück zogen, lasen und den Tag gemütlich ausklingen ließen.

Fahrt an den Gardasee

Kurz vor Abfahrt fing es in Crailsheim an zu regnen, aber das Meiste war schon verpackt. So fuhren wir gegen 10 Uhr weg. In Randenweiler viel zu teuer getankt, ging es zügig links an den vielen LKW in Richtung Süden. Ab Kempten wurde es trocken, auf den Straßen leerer und auch wärmer.

Bis Imst kletterte das Thermometer auf 17°C. Selbst auf dem Rechnenpass waren es noch 10° plus.

Bis Schlanders war es dann nicht mehr weit und am Bahnhof war noch ein langer Parkplatz für uns frei. – Um uns etwas Bewegung zu verschaffen, bummelten wir in den Ort und kaufte Brot ein, die berühmten Vinschgauer.

Die Nacht war ruhig bis dann die ersten Züge an uns vorbei fuhren, aber das kennen wir ja schon. Der Blick auf die Berge war beeindruckend und nach einem Frühstück im Bahnhofslokal ging es weiter in den Süden.

Hier zwischen Peschiera und Sirmione hat der Campingplatz Tiglio schon geöffnet. Es stehen auch schon etliche Wohnmobile und Wohnwagen am See. Mittags haben wir hier im Restaurant für 24€ das Tagesmenue gegessen mit Vorspeise Hauptgericht, Salatgang, Wasser, Wein und Kaffee inklusive. Und es hat geschmeckt. So darf es weiter gehen.

Den Gardasee müssen wir uns hier mit einer Gruppe Schildkröten teilen, die hier neben vielen Enten und Goldfischen zu Hause sind.

Kurz vor der Abfahrt

Mit einer kurzen Tour nach Karlsruhe haben wir unser Wohnmobil getestet.

KSC-Fanclub und ehemaliges Grafitti-Gebiet

Von den ehemals vielen Wandgemälden ist kaum mehr etwas vorhanden. Wir werden sehen, was hier entsteht. – Nachdem diese Fahrt gut verlaufen ist, wollten wir eigentlich heute auf dem Weg in den Süden sein.

Crailsheim am 03.04.2022

Wenn es schon bei uns so aussieht, wie wird es wohl oben am Fern- und Rechenpass aussehen? Also beschlossen wir noch bis zum 5. April zu warten, dann soll der Spuk vorbei sein.

Das ist grob unsere Hinreise, bei der wir versuchen so schnell wie möglich in den warmen Süden zu kommen. Ab da bestimmen Reiseführer, das Wetter, die Menschen um uns wie wir uns über den Stiefel bewegen. Wir werden immer mehrere Tage an einem Ort bleiben und die Gegend erkunden, aber davon in den nächsten Beiträgen mehr.

Wir werden Kalabrien im Süden, das nördlich an schließende Basilikata, den Sporn: Apulien und die am Tyrrhenischen Meer gelegenen Kampanien und Basilikata besuchen.

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