Lagerhaus

Wenn die Güter per Eisenbahn in den Bahnhof kommen, dann braucht es Einrichtungen mit denen die waren umgeschlagen werden können.

So sah mein Lagerhaus mal aus und war mal richtig stolz darauf, da ich es aus zwei identischen Bausätzen zusammen gesetzt hatte. Nur war die Rampe nicht hoch genug und es passte gerade mal ein Wagon davor.

Ein Neubau war dringend notwendig und so schaute ich mal im Walthers Katalog um und fand bei Pikestuff, einen Bausatz (Kit) der ganz gut passte. Das Kit enthält alle abgebildeten Teile, nur sind die Fenster und Türen noch nicht ausgeschnitten, so dass man frei im Planen ist. (Angebot von RD-Hobby)

Der zur Verfügung stehende Platz war nicht tief genug, so verkürzte ich den Bausatz und ließ die Vorderseite weg. Außerdem zeigte eine Stellprobe, dass der gegenüber liegende Bahnhof kaum mehr zu sehen war. Also verringerte ich die Bauhöhe, so dass das Dach noch über meinen höchsten Güterwagen hinweg reicht. Der Bausatz enthält 12 Tore, von denen ich 2 auf der Gleisseite einbaute. Vorne ist ja offen, so verlegte ich die Tür, Treppe und ein Fenster auf die kurze Seite. Natürlich war damit auch ein Boden fällig, der dem Gebäude die nötige Stabilität verleiht.

Das Gebäude malte ich mit Plakafarben an und Das Dach wurde über die noch nasse Farbe gesandet und was zu viel war später abgebürstet. Den Innenraum habe ich an der Rückwand mit Bildern von Regalen (Internet) beklebt. Davor kamen auf den Boden verschiedenste Güter und einige Personen. Da fehlt noch ein Gabelstabler und wie ich im Nachhinein bemerkte – eine Bleuchtung, denn man schaut auf der Anlage gegen das Licht und der Raum wirkt sehr dunkel. Zwei weiße LED werde ich demnächst unter die Decke kleben, wo sie selber nicht gesehen werden können.

Great Northern Railway

Die USA kennzeichnet die Ausbreitung der Eisenbahnen durch Privatgesellschaften. So gibt es bis heute eine Vielzahl von Gesellschaften die mit ihren Hausfarben und Logos ein buntes Bild auf den Schienen darbieten. Die Great Northern wurde 1889 gegründet und ihre Hauptstrecke war die Verbindung von Minneapolis über die Rocky Mountains nach Portland am Pacific.

Das Symbol mit der Schneeziege auf ihren Wagons prägte über viele Jahre hinweg ihr Erscheinungsbild. Als sich die Gesellschaft 1970 mit der Chicago, Burlington & Quincy, der Northern Pacific und der Spokane, Portland & Seattle zur Burlington & Northern (BN) zusammen schloss, wurden die Loks nach und nach umlackiert, aber mit den Wagons machte man sich nicht die Mühe.

Das selbe geschah dann auch als sich die BN mit der ATSF (Atchison, Topeka & Santa Fe) zur BNSF zusammen schlossen. In den letzten Jahren ist es bei den großen 6 Eisenbahngesellschaften schick geworden, neue Loks im Kleid der Vorgängergesellschaften lackieren zu lassen, um so an das historische Erbe zu erinnern. Das hat zur Folge, dass heute Loks in Farbschemata herum fahren, die es eigentlich gar nicht mehr gibt.

Das hat den positiven Effekt, dass man als Modellbahner so ziemlich alles miteinander auf seiner Anlage fahren lassen ohne einen Stilbruch zu begehen. So hat bei mir ein PR-Manager in Prewitt alle verfügbaren Wagen mit dem GN-Logo zusammen führen lassen, um sie mit einer Zuglok in den alten Farben über die Gleise zu schicken. Ein paar Pressemitteilungen wurden heraus gegeben und schon stehen die Eisenbahnfans an der Strecke, um zu fotografieren und zu filmen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis man so einen Film bei You Tube anschauen kann.

versammelter Zug im Übergabebereich, davor stehen schon die Wagenkarten bereit

Natürlich kann so ein Zug nicht ausschließlich für die Eisenbahnfans über die Strecke gehen, er muss Geld verdienen. So sind die Wagen beladen und werden auf der Strecke in Bahnhöfen abgestellt oder direkt den Abnehmern zu gestellt, neue Wagon werden dazu gestellt und dabei ist es unerheblich wem sie gehören. Wagons von fremden Gesellschaften werden natürlich so schnell wie möglich zurück geführt, da sie ja Miete kosten. Züge mit einer bunten Mischung von wagen sind durchaus üblich, nur Ganzzüge bestehen meist aus Wagen der eigenen Gesellschaft.

Altern, Gebrauchsspuren, Weathering

Das amerikanische Wort gefällt mir persönlich am besten. Es bezeichnet das, was ich bei meinen Fahrzeugen erreichen will. Regen, Wind, Staub lassen ihre Spuren am Wagen, dazu kommen noch Veränderungen, die durch das Be- und Entladen passieren. Weitergehende Veränderungen, wie das Ausbeulen der Wände, Verbiegen von Handläufen unterlasse ich, obwohl auch das seine Berechtigung hat. Auch sollte man die Verwandlung eines Wagens in eine Gartenlaube nur im Einzelfall probieren. Dazu muss ich erwähnen, dass ich meine Lokomotiven im Ursprungszustand (wie aus dem Karton) lasse.

Muss man seine Fahrzeuge altern? Nein, natürlich nicht. Wer seine Fahrzeuge hauptsächlich in der Vitrine stehen hat, sollte sie so lassen, denn altern zieht einen ziemlichen Wertverlust nach sich. An gealterten Fahrzeugen gibt es so gut wie keine Nachfrage, das will man nach eigenen Vorstellungen selber machen. – Kann man denn keine fabrikneuen Wagen auf der Anlage fahren lassen? Natürlich ist auch das vorbildgerecht, aber nur einige wenige Wagen im Zugverband sind neu und der Kontrast ist erst recht interessant.

Halterung um Radsätze zu lackieren

Beginnen tue ich, in dem ich alle zerlegbaren Teile abbaue, das sind meistens die Radsätze und Kupplungen. Manchmal ist noch mehr möglich, was die weiteren Arbeiten erleichtert. Die Radsätze sind in recht unterschiedlicher Ausführung, je nach Hersteller. Wenn sie, ausgenommen die Laufflächen zu arg glänzen, werden sie von mir in einen rostfarbenem Farbton lackiert. Kupplungen bekommen oft nur einen Tropfen brauner Farbe, um die Funktion nicht zu beeinflussen.

Für alle Vorhaben mit den Wagen sollte man Bilder vom Vorbild suchen. Selber fotografieren macht Spaß oder man schaut im Internet nach. Vor einem Wagen zu stehen und den Wagen betrachten, da fällt einem so viel auf, was man zu Hause umsetzen kann. Auch geht es beim „lebenden“ Objekt um den Eindruck den er hinterlässt. Um den geht es mehr als um bestimmte Details, die man im Maßstab 1:87 kaum umsetzen kann.

Im ersten Schritt muss entschieden werden, ob die Farbe des Wagens passt, das Dach, die Wände, der Unterboden. Wenn nicht sollte man ihn mit der Airbrush-Pistole lackieren. Kleiner Stellen lackiert man mit einem Pinsel. Farbverläufe versucht man am einfachsten mit wenig Farbe und Schwamm wieder zu geben. Danach kommen die Roststellen, die sich häufig an den Kanten befinden, die man mit Gelb bis Brauntönen hervorheben kann.

Nach dem Trocknen bearbeite ich die Oberflächen noch mit Pigmenten, die ich in die Oberfläche einreibe, mit einem harten Pinsel verteile und abschließend mit Klarlack versiegele. Aber selbst ein Mattlack verändert noch mal das Erscheinen des Wagens, so dass ich das Lackieren in letzter Zeit lasse. Ich mag den matten Eindruck, was auch den Vorteil hat, dass sich die Pigmente später leicht entfernen lassen. Somit ist für den „Neuling“ zuerst ein Versuch mit Pigmenten zu empfehlen, da ein ungewolltes Ergebnis zu korrigieren ist. Fehler beim Lackieren verschandeln unter Umständen ein schönes Modell.

Deswegen versuchen Sie das Weathern zu erst mit einem ausgemusterten Modell oder besorgen Sie sich ein Billigexemplar bei einer Börse. Dabei entsteht dann ungewollt die oben erwähnte Gartenlaube. Jetzt fehlt noch ein Hinweis zu den allgegenwärtigen Graffiti-Malereien. Das ist aber eine Modeerscheinung der letzten Jahre. Früher fand man höchstens Kreideanschriebe, wohin der Wagen soll. Wer die moderne Zeit nachbaut, der kommt an den Malereien/Schmierereien kaum herum. Selber malen, das ist selbst mit einem Größe 0-Pinsel sehr schwierig, einfacher sind fertige Abziehbilder (Decals) zu verwenden oder sie sich durch Abfotografieren und ausdrucken selber herstellen.

Bestimmte Firmen möchte ich nicht empfehlen, da ich bei wenigen Firmen hängen geblieben bin und nicht sagen kann, ob andere besser oder schlechter sind. Bei You Tube findet man einige recht interessante Filme, die einem die Techniken näher bringen. Damit möchte ich Ihnen viel Freude am Ausprobieren und an Ihren Ergebnissen wünschen.

Weichen richtig stellen

Wer lange genug eine Modellbahn betreibt, wird beim Thema Weichen einiges zu erzählen haben. Sie sind der empfindlichste Teil beim Schienenweg. Zum einen sollen die Lokomotiven und Wagen ohne zu entgleisen darüber laufen, zum anderen kreuzen sich hier im Gleichstrombetrieb die Stromrichtungen. Hier muss eine sichere Stromabnahme gesichert sein ohne dass es zu Kurzschlüssen kommt.

Welche Weiche für meine Anlage? Es gibt rechte und linke Weichen, Kurvenweichen und Drei-Wege-Weichen, da gibt es eine große Auswahl. Wichtiger wie die Form ist der Abzweigwinkel. Habe ich wenig Platz, dann greift gern zu solchen mit größerem Winkel, denn die brauchen weniger Platz. Die haben aber den Nachteil, dass sie von Loks mit 3-achsigen Drehgestellen nur schwierig bis gar nicht durchfahren werden können. Die Wagen schwenken stark aus, was unnatürlich aussieht und kurz gekuppelte Wagen in Bedrängnis führt. Dazu sollten diese Weichen nur langsam durchfahren werden, wie im Rangierbetrieb. Für einen Schnellzug sollte man großzügigere Weichen verwenden, die aber auch bei einem Güterzug weitaus besser aussehen. Die 3 am häufigsten Abzweigwinkel sind 15°, 12° und 9,5°, wobei die Winkel je nach Anbieter leicht variiert und der Winkel erst bei dem Kleingedrucktem zu finden ist.

Für meine erste Anlage, Märklin in den 50er-Jahren besaß ich zu nächst nur Handweichen, die eigentlich problemlos funktionierten. Später rüstete mein Vater auf Elektroweichen um, damit fing der Kabelsalat an, funktionierte über das Stellpult einwandfrei, nur waren die Relaiskästen unnatürlich und wenig schön. Dann kam irgend wann die Möglichkeit die Antriebe unter der Anlage an zu bringen. Da ich mittlerweile auf Gleichstrom umgestiegen bin, kaufte ich mir die Weichen zunächst antriebslos und kaufte mir die Antriebe von diversen Anbietern dazu.

Nach der Bauphase kam bei mir die Fahrphase und schnell bemerkte ich, dass das Fahren im Kreis mich auf die Dauer langweilte. Zum Glück erfuhr ich damals etwas von FREMO, die Eisenbahnbetrieb im kleinen Maßstab durchführen. Über das Internet erhielt ich Informationen, dass sich dort befreundete Modelleisenbahner regelmäßig reihum zu Session treffen und nach Fahrplan fahren. Aus diesen Informationen habe ich mir meinen eigenen Weg zusammen gebastelt.

Die meisten Weichen habe ich wieder auf Handbetrieb umgerüstet. Dadurch habe ich den Überblick, was mit dem Zug passiert. Dafür gibt es Weichen, die eine Feder zur sicheren Positionierung der Weichenzungen (Peco) aufweisen. Mit einem Schaschlikstäbchen lassen die sich einfach umschalten. In Natur werden die Weichen aber mit einer einfachen Mechanik über einen Hebel umgelegt. Das Modell dazu ist ein Kompromiss zwischen naturgetreu und sicherer Handhabung. Beiliegende Adapter ermöglichen die Verwendung bei allem mir bekannten Weichen. Diese Version gibt es auch mit integrierter Herzstück-Polarisierung. Da sich das alles über der Anlage befindet, sieht es nicht mehr so gut aus.

Gelb ist die Stromversorgung geht an 2-poligen Taster, der das Relais ansteuert, 3 schwarze Kabel für das Herzstück und das mittlere braune stellt die Masse dar.

Immer wieder finde ich mechanische Lösungen, die vom Rand der Anlage aus bedient werden. Über Schubstangen mit integriertem Umschalter entstehen einfache Lösungen. Was für Bastler, die gerne den einen oder anderen Euro sparen, um ihn fürs rollende Material aus zu geben. Die technisch versierteste Variante funktioniert über Relais und digitaler Schaltung, um den Schaltbefehl über einen Funk-Handregler aus zu lösen, das würde mich aber wieder weg von meinem Trend alle Vorgänge händisch durch zu führen.

In diesem Modul sieht man, wie man selber einen Stellmechanismus für wenig Geld bauen kann: https://www.youtube.com/watch?v=acLsCJIeZD0

Transport bewältigen am Beispiel einer Papierfabrik

Bevor man sich für eine bestimmte Fabrik entscheidet, sollte man sich einen Überblick verschaffen, ob diese sich gut in seine Modelleisenbahnanlage einfügt. Gibt sie genügend Verkehr her und passt sie sich gut in die bereits vorhandenen Firmen ein, so dass man Waren zwischen ihnen fahren lassen kann? Gibt es auf der Anlage einen Rohstoff-Produzenten oder genügend Verbraucher.

Mir ist in einem solchen Fall Wikipedia immer eine große Hilfe. Ich erstelle mir an Hand der Informationen eine Grafik. Aus der kann ich schnell sehen, welche Produkte ich anliefern kann bzw. abgeholt werden. Da ich mein eigener Verkehrsminister bin, hat die Schiene absoluten Vorrang und nur die ortsnahe Feinverteilung wird per LKW durchgeführt.

Im unteren Teil ist der Abtransport dargestellt: Da Papier nässe-empfindlich ist, kommen nur geschlossene Güterwagen in Frage. Railway Express-Agency ist ein großes Lagerhaus in dem alle Arten von waren umgeschlagen werden können, damit verschwinden sie von der Anlage. Albernethys braucht vor allem Verpackungsmaterialien, aber auch Büro- und Toilettenpapier. In Mountainair wie auch in Portales sitzen Druckereien für die örtlichen Zeitungen bis hin zur Reklame. Das Papier wird hier auf Paletten auf Lieferwagen umgeschlagen.

Schauen wir uns doch mal die Grafik gemeinsam an. Ganz oben stehen die Ladestellen auf der Anlage, die etwas liefern können. Da steht an erster Stelle das Sägewerk, dass Holzschliff mit offenen Silowagen anliefert, Leim und Harze kommen per LKW von außerhalb der Anlage und werden an der Laderampe auf Güterwagen verladen. Für den Gips habe ich einen Steinbruch auf der Anlage. Der Gips selber wird von US-Gypsum produziert und wird als Sackware angeliefert. Die Chemikalien kommen von außerhalb wie hier dargestellt, von einem Rangierbahnhof.

So weit die Theorie. Damit die Wagen rollen gibt McKinley Aufträge heraus an Hand derer werden Wagen geordert und mit den entsprechenden Papieren versorgt. Es müssen Wagenlaufkarten geschrieben werden. – Die erste Etappe verläuft von der Firma zum nächsten Rangierbahnhof. Inbound heißt nicht weiter, als dass er herein kommt ohne einen speziellen Adressaten zu besitzen, also gleich wieder den Bahnhof verlassen soll.

Sie sehen, dass die Wagenumlaufkarte in Mountainair gedreht wurde, so dass die nächste Zugfahrt ober zu sehen ist. Die Karte besitzt insgesamt 4 Felder, die entweder einen Kreislauf für den Wagen bilden, oder der wagen kommt nach der letzten Fahrt von der Anlage, bis er wieder gebraucht wird. Der Wagen wird bei McKinley mit Papier beladen, dass nach Mountainair an die Ladestraße gebracht werden soll.

Auf der letzten Fahrt geht es leer zurück nach US-Gypsum, um dort wieder eine Ladung Gips auf zu nehmen. Unten ist jetzt die komplette Karte zu sehen, die wird in der Mitte gefalten und zusammen geklebt. Der untere Teil steckt in der Tasche der Wagenkarte. Durch drehen und wenden erscheinen so die 4 Fahrten. Aus Sparsamkeitsgründen sind auf der Vorlage 4 Frachtkarten als eine Tabelle zum Ausdruck vorhanden.

Rangieren: Was für Könner!

Ausgangssituation: Ein Güterzug fährt in den Bahnhof ein. Die Streckenlok kuppelt ab und übergibt dem Rangierer die Papiere. Ein Packen mit Wagenpapieren, wobei zu jedem Wagen steht woher er kommt und wohin er soll, nicht zu vergessen, was er geladen hat.

Diese Papiere ordnet der Rangierer so, dass das folgende zustellen der Wagen mit möglichst wenig Rangierbewegungen über die Bühne geht. Vor allem sollte die Rangierlok nicht mehrmals die Seite vom Zug wechseln. Dafür habe ich, muss ich leider zugeben wenig Platz zur Verfügung gestellt. Das Ablegen der Papiere auf den Schienen sollte dabei möglichst nicht erfolgen. Ein kleiner Tisch, eine Ablage wäre Spitze.

Dann geht es los mit der Planung. Die momentane Reihenfolge der Wagen kenne ich, wo sie hin müssen auch. Wenn die Lok hinten steht, kann ich alle Ladestellen die vor dem Zug liegen erreichen, alles was hinter ihr liegt, kann nur durch Umsetzen der Lok erreicht werden. Wagen die an den Ladestellen stehen und fertig zur Weiterfahrt sind werden zuerst ab gezogen, dann die neuen hin gestellt.

Wo stelle ich nun bloß die abgezogenen Wagen hin, dass sie mich nicht stören, bzw. den laufenden Zugverkehr. Bei kleinen Anlagen schiebt man die abgezogenen Wagen meistens aufs Hauptgleis, da nicht genügend Rangiergleise vorhanden sind. Für mich sage ich, dass 50% der Gleise immer frei sein sollten, sonst klemmt es später beim Rangieren heftig.

Die Tankwagen in Fahrtrichtung lassen sich einfach abstellen, müssen die aber an die Stelle des braunen Güterwagens, dann muss die Lok erst mal umsetzen, um sie von der anderen Seite zu nehmen.

Die Wagenpapiere wandern während des Zustellens kontinuierlich in die Ablagen, wendet die Wagenlaufkarte so, dass sich der nächste Auftrag oben, gut lesbar ist und die Papiere der abgezogenen Wagen nimmt der Rangierer an sich. Die abgezogenen Wagen kommen am Schluss in die möglichen Ausfahrtgleise, wo sie von der nächsten vorbei kommenden Streckenlok mitgenommen werden.

Bei einem Kopfbahnhof reicht uns ein Einfahr- und ein Ausfahrgleis für die Güterzüge. Bei einem Durchfahrbahnhof sind es jeweils 2 davon und möglichst ein weiteres Umfahrgleis, das auch immer frei sein sollte. Kommt Personenverkehr dazu, dann brauchen Sie noch mal 1-2 Gleise, je nach Verkehrsaufkommen und die beliebte abzweigende Nebenbahn auch noch mal eins. Muss das sein? Wenn Sie richtig Fahrspaß haben wollen, dann unbedingt JA. Lieber den Traum abspecken und mit einer eingleisigen Nebenbahn ohne ICE zufrieden sein, dafür aber täglich Spaß haben.

Dazu habe ich einen Videofilm gedreht, der das etwas veranschaulicht: https://youtu.be/cZ8uF_2oGHs

Hintergrundmodelle: Platz und Geld sparen

In meinem letzten Beitrag ging es um kleine Rangieranlagen. Hier aber nicht nur dort kommt man schnell zu Platzproblemen, wenn es um Industrieanlagen geht. Wie soll man das einiger Maßen stimmig umsetzen?

Mein erster Tipp ist, nur das darstellen, was eisenbahnmäßig relevant ist. Wo wird entladen, bzw. beladen? Diese Gebäude oder Areale kommen an die Bahnsteigkante. Für die eigentlichen Produktionsanlagen reicht ein Foto, das man an die Rückwand klebt. Dafür gibt es genügend Vorlagen im Internet und eine kleine Druckerei erstellt an Hand einer Datei auf dem Stick ein schönes Bild.

Mein nächster Tipp ist, nicht das Gebäude in voller Tiefe bauen. Die Vorderfront und maximal 3 cm von den Seitenwänden genügen, wenn die Gebäude im Hintergrund stehen. Zur Stabilität sollte man eine Polystyrolplatte vom Baumarkt als Rückwand verwenden und vielleicht auch die Geschossböden einziehen, die gleich als Halterung für eine Beleuchtung dienen können. Die übrig gebliebene Rückwand lässt sich häufig als weitere Vorderfront nutzen, denn bei Industriebauten gibt es selten eine typische Rückseite.

In Europa noch nicht üblich sind Industriebauten, die von vorne herein als Hintergrundmodelle angeboten werden. Walthers www.walthers.com bietet einige interessante Bausätze an, die ohne Probleme auch auf eine europäische Modelleisenbahn passen. Dazu gibt es einen Onlineshop, aber es gibt auch ein paar Modellbahnläden in Deutschland, die das Programm anbieten und einem die Zollformalitäten abnehmen. Wie es aussieht vertreibt Faller auch Produkte von Walthers, vermutlich nur einen Teil, denn der Kaktalog ist mehrere hundert Seiten stark.

Noch mal zurück zu den Hintergrundmotiven, es gibt Anbieter die bieten ausdruckbare Fotos von Gebäuden an, die direkt vor die Hintergrundkulisse gestellt oder geklebt werden. Diese werden auf gutem Papier in bester Qualität selber ausgedruckt oder man lässt das einen Druckladen machen. Diese werden ausgeschnitten und auf eine etwa 1 cm dicke Platte (Styrodur oder ähnlichem) geklebt, nochmals den Konturen entlang ausschneiden und die Ränder schwarz anmalen. Wer die Illusion weiter treiben möchte, klebt eine Laderampe davor oder ein kleines Dächlein, um dem Ganze etwas Dreidimensionalität zu vermitteln. Ein paar Grasbüschel, etwas Müll, ein Firmenschild und schon kann der erste Wagen davor rollen.

Noch kurz zum Titelbild: Einen Containerbahnhof dar zu stellen kostet viel Geld. Dafür hatte ich weder Platz noch Geld. So suchte ich nach Bildern im Internet, lud sie runter, vergrößerte oder verkleinerte, druckte und schnitt, puzzelte eine weile herum, bis es mir passend erschien und klebte die teile an den Hintergrund und war verblüfft welche Tiefe dieser Anlagenteil bekam.

Eine kleine Rangieranlage

Im Internet fand ich ein Video mit dem titel: Switching-Brett. Rangierbrett würde in Europa kaum einer sagen, sagt aber klar, um was es geht. Oder genauer: Kann ich eine interessante Modellbahnanlage auf kleinem Raum bauen? Da ich in ein paar Jahren dieses problem habe, habe ich mich mal damit auseinander gesetzt.

Das ist der Plan vom Titelbild: Greenville

Ein paar Daten stellen Vorgaben dar, die nicht zu umgehen sind und diese beziehen sich auf die Spurweite HO. Eine normale Weiche ist 20 cm lang. Bei meinem Roco-Gleissystem komme ich auf einen Gleismittenabstand von 6 cm in einer Gleisharfe und für eine Lok oder Güterwagen sollte man auch 20 cm veranschlagen. Daraus ergibt sich, dass man wie bei mir auf 50 cm Tiefe 5 Parallel-Gleise sicher unter bringt. Bei 30 cm Tiefe sind es immer hin noch 3 + Platz für Gebäude, Straße etc.

Das dürfte für die Meisten von uns zu ermöglichen sein, 30 cm, das ist die Regaltiefe für einen DIN A4-Ordner. Die Anlage könnte so in einem Regal verschwinden und im Raum nicht weiter stören. Bleibt noch die Länge zu berücksichtigen. Dass die Anlagengröße keinen geschlossenen Kreis her gibt, dürfte mittlerweile klar sein. Es gibt also einen Pendelverkehr und die Lok muss auf die Wagen von beiden Seiten zugreifen, die müssen also umfahren werden. Außerdem sollten die Firmen mal von rechts, mal von links angefahren werden, damit es beim Rangieren nicht langweilig wird.

Nehmen als Ausgangspunkt ein kleines Industriegebiet mit eigener Rangierlok. Die maximale Anzahl von täglich zu bearbeitenden wagen sollen 4 sein, macht 80 cm Gleislänge, vorne und hinten eine Weiche = 40 cm und da die Lok zum Weichen stellen noch mal darüber hinaus muss, kommen noch mal 40 cm dazu, macht dem nach 160 cm. Nehme ich mit der Lok noch 2 Wagen mit, kommen wir auf 200 cm. Jede weitere Weiche kürzt den zur Verfügung stehenden Platz um weitere 20 cm.

Wie funktioniert so ein Layout? Die Wagen kommen aus dem Regal oder Schublade und werden per Hand auf das Übergabegleis gesetzt. Das sollte sich also vorne, gut zugänglich befinden. Von dort werden die Wagen ab gezogen und den Firmen zu gestellt. Fertig behandelte Wagen in gleicher Weise mit genommen und im Übergabegleis abgestellt. Das wäre der Job eines Tages.

Bei den Firmen sollte man sich entscheiden entsprechend der Vielzahl der Produkte die angeliefert, bzw. abgeholt werden können. Interessant ist landwirtschaftliche Genossenschaft, ein Baustoffgroßhändler oder eine Spedition mit Gleisanschluss, so was soll es geben oder gegeben haben. Dem entsprechend brauchen sie Wagen und, was den Geldbeutel ziemlich schont, nur eine einzige Lok. Signale gibt es Industriegebiet nicht und die Weichen werden per Hand gestellt.

5 Gleise in HO auf 50 cm Tiefe

Und als Tipp: Wenn die Fabrikanlagen nur lose auf die Anlage, eh meistens im Hintergrund aufgestellt werden, dann kann man sie fix tauschen und schon müssen andere Wagen eingesetzt werden. – Die von mir mit einem Programm gezeichneten Gleispläne wirken sehr gestaucht, einen Weichen-Abzweigwinkel von 45° gibt es nicht wirklich. Also müssen Sie sich alles gestreckt vorstellen. Am besten Sie schauen sich mal das Eine oder andere Video über so ein Rangierlayout mal an, um sich vorstellen zu können, ob das was für Sie sein könnte.

Gleisbett und Schienen

Das Gleisbett stellt die Drainage und das Lager für die Schwellen dar. Auf die Schwellen werden die Gleise mittels Schrauben, Klammern oder Nägel montiert.

Modelleisenbahner, die sich für ein Bettungsgleis entschieden haben, haben mit dem folgenden kein Problem. Ob man es natürlicher gestalten kann, damit habe ich keine Erfahrung. Ich verwende so weit es geht HO-Flexgleise, meistens mit Holzschwellen, in neueren Industrieanlagen auch mal Betonschwellen.

Um das Gleisbett nach zu bilden verwende ich 3 mm starke Korkstreifen, die ich mir aus einer Platte vom Baumarkt ausschneide. Mit einer 45°-Böschung versehen bilden sie die Grundlage für den später aufgebrachten Schotter. Die Korkstreifen übermale ich mit dunkelbrauner Dispersionsfarbe. Darauf lege ich die Schwellenbänder, die ich mit Weißleim aufklebe. Ein einfaches Lösen der Schwellen ist damit nicht möglich. Bis zum Abbinden des Leims fixiere ich die Schwellenbänder mit Gleisnägeln.

Falls ich die Schienen kürzen muss, nehme ich einen scharfen Cutter und feile die Enden zu, so dass die Verbinder gut passen. Die Schwellen besitzen einen unschönen Plastikglanz und die Schienen glänzen metallisch, das behabe ich in dem ich das Schwellenband mit der Airbrushpistole in einem Rostton lackiere. Damit besitzen Schwelle und Schiene den selben Farbton, schöner ist es natürlich jetzt die Schwellen fast schwarz an zu malen.

Railway, Railroad, Train Tracks, With Green Pasture

Nach dem die Schienenverbinder verlötet worden sind und die Stromzufuhr angebracht wird noch die Farbe von der Lauffläche der Gleise mit einem Lappen oder Schleifklotz entfernt. Die Gleisnägel können nun wieder gezogen werden.

Als Schotter verwende ich den bei mir vorkommenden Muschelkalk aus einem Steinbruch. Unterhalb eines Förderbandes rieseln kleine Steine zu Boden, die ich mir um sonst holen darf. Die siebe ich mit einem Küchensieb aus und wasche den Staub weg. Nach dem Trocknen kann ich meinen Schotter mit einer Bärenmarke-Flasche verteilen. Die Fläche oberhalb der Schwellen und zwischen den Schienen muss peinlich genau mit einem Pinsel von Schotter gereinigt werden. Danach wird das Schotterbett mit einem Spülmittel-Wasser-Gemisch besprüht und mit aufgetröpfeltem Weißleim-Wasser-Gemisch fixieren.

Nach dem Trocknen bringe ich noch mit Hilfe von Farbpigmenten Rostspuren auf dem Schotterbett an und die Lauffläche der Schienen muss noch einmal gründlich gereinigt werden. Das ist das Einzige, was nun glänzen darf und soll. Beim Einschottern und lackieren der Weichen ist noch mehr Vorsicht geboten. Dazu gibt es ein hervorragendes Video bei https://mrv.trains.com/, das leider nicht frei verfügbar ist.

Museumsbahn auf der Modelleisenbahn

Das letzte mal habe ich über die Berücksichtigung Epochen gemäßer Gestaltung und Betrieb der Anlage. Aber wenn ich doch mal über mein modernes Layout eine Dampflok fahren lassen möchte, dann habe ich doch die Möglichkeit einen Museumszug zu starten.

Dabei kann ich auch Miniaturpersonen in Kostümen von vor über hundert Jahren einsetzen, denn das gab es auch zu besonderen Events bei der großen Bahn. Falls kein Wasserturm mehr vorhanden ist, lässt man die Feuerwehr kommen und die Kohle wird direkt vom LKW mittels Förderband in den Kohlekasten transportiert.

Um die alten Loks zu schonen, fährt man nicht mit Höchstgeschwindigkeit. Die Passagiere hängen ja auch an den offenen Fenstern oder stehen auf den Plattformen der Personenwagen. Mit DCC ausgestatteten Loks könnte man auch eine Diesellok hinter den Dampfer einreihen, um sie mit ihrer Last zu unterstützen.

Ein weiterer Gag ist dann der Fotogüterzug. Dabei kommen die „alten“ Güterwagen zum Einsatz. Für die mitreisenden Fotografen ist ein älterer Personenwagen eingereiht. Vor besonderen Stellen auf der Anlage werden die Fotografen ausgeladen, der Zug setzt ein Stück zurück, um dann bei Entfaltung einer schönen Dampfwolke fotografiert zu werden. Der Zug stoppt außerhalb der Erreichbarkeit der Kameras und setzt zurück, die Fotografen steigen ein und es geht weiter.

Natürlich wird man die Scene auf der Modelleisenbahn mit der Filmkamera festhalten und sich so unter das Publikum mischen. Nur auf die 50 Fotografen wird man wohl verzichten müssen, aber ein oder zwei drängeln sich ja immer aufs Bild, egal was für einen Standort man ausgewählt hat.

Abends wird dann aufgeräumt: Die Museumswagen kommen in ein abgelegtes Abstellgleis bzw. ins regal und die Dampflok erhält einen repräsentativen Platz im Bw. Dann kann beim nächsten Mal wieder der ICE über die Anlage rauschen.

Das passende Video dazu finden Sie unter https://youtu.be/Jkb5dB2f2B8