Ashcroft British Columbia

Heute Mittag wird es bis +3°C warm, um dann in der Nacht auf -2°C ab zu fallen, dazu kann es zu einem Mix aus Schnee und Regen kommen. Die Ortschaft liegt auf etwa 300 m über dem Meeresspiegel. Im Sommer kann die Tagestemperatur bis auf 28° ansteigen und es fallen durchschnittlich 316 mm an Niederschlag im Jahr, das ist etwa die Hälfte von dem was bei mir zu Hause fällt. Das wird wohl der Grund sein, warum bei mir ums Städtchen keine Kakteen wachsen. Übrigens liegt Ashcroft auf dem 50. Breitengrad, ebenso wie Frankfurt am Main.

Also, wir kamen von Vancouver und fuhren auf dem Highway 1 in Richtung Rocky Mountains. Du Hauptroute führt entlang des Fraser River und später in den Thompson River. Die Täler sind oft eng und die Berge rechts und links steigen bis 2500 m an. In Ashcroft hat man die Coast Mountains hinter sich gelassen, die den Regen vom Pazifik abfangen, deswegen ist es hier relativ trocken.

So schien auch für uns die Sonne und es wurde Zeit sich die Füße zu vertreten. Ausgerechnet in Ashcroft, die meisten Durchreisenden werden noch nicht mal das Ortsschild wahrnehmen, aber wir stehen unerwartet vor Kakteen, es ist bereits Juli und die Blütezeit ist vorbei.

Es ist Opuntia fragilis, die wir hier und später etwas weiter oberhalb des Kamloops Lake finden. Natürlich wachsen diese Pflanzen auch bei uns. Nur sollten wir daran denken, dass sie in ihrer Heimat viel trockener stehen, dabei haben sie keine Ausgesprochene Trockenzeit, sondern sie bekommen regelmäßig über das Jahr hinweg immer mal wieder einen Regenschauer ab. Im Winter sollten wir uns um einen Regenschutz bemühen, ein kleines Dächlein anbringen oder zu mindest darauf achten, dass die Pflanzen in gut durchlässigem Substrat stehen, dass schnell austrocknet.

Opuntia fragilis in Deutschland


Las Vegas (Nevada), etwas für Kakteenfreunde

Las Vegas übt auf viele Menschen eine magische Anziehungskraft aus. So auch auf mich, denn man kann dort oft sehr günstig übernachten. Da in den Hotels sich auch die Glücksspiel-Höllen befinden, versuchen die Besitzer darüber an unser Geld zu kommen. Ein Mietauto ist einfach zu bekommen, und dann braucht man nur 20 Meilen in westliche Richtung die Stadt zu verlassen und ist mitten im Kakteen-Paradies. Vor dem eigentlichen Red Rock State Park befindet sich ein einfacher Campingplatz, der aber für ein bis zwei Übernachtungen genügt. Bereits von dort kann man interessante Wanderungen unternehmen. Besonderes Augenmerk verdient ein Hang mit vielen Ferokakteen.


Wenn man in den Red Rock Canyon State Park einfährt ist erst mal die übliche Eintrittsgebühr fällig. Ist aber OK, denn einem wird viel geboten. So fährt man erst mal das Visitor-Center an. Dort bekommt man viele Informationen zum Park. Man kann sich Wanderrouten empfehlen lassen. Auch läuft dort ein informativer Film mit dem man sich einen guten Überblick verschaffen kann. Außerhalb befindet sich ein kleiner Tierpark, wo man die im Park vorkommenden besonderen Tiere antrifft, die man in freier Natur möglicherweise übersieht, wie die Schildkröten.


Der Park selber wird durch eine schmale Straße, die im Bogen an den Felsrändern vorbei führt und eine Einbahnstraße ist. Also deswegen muss man sein Vorhaben gut planen, denn zurück geht es nicht, bzw. man fährt den ganzen Loop ab und beginnt die Runde von vorne.


Mit dem Eintrittsgeld bekommt man eine genaue Statepark-Karte, wo die einzelnen Parkplätze und Attraktionen eingezeichnet sind. Gleich zu Beginn der Tour entdeckt man einige Kletterer in den Wänden, da wo sich kleine Täler zwischen den Felsen gebildet haben, befinden sich die Startpunkte für die Wanderungen. Diejenigen, die wir versucht haben, waren alle nicht schwierig, gut ausgezeichnet. Wanderschuhe waren sinnvoll, so wie genügend Wasser im Rucksack. Man befindet sich in der Wüste und das Outfit, dass im Casino angebracht ist, kann hier gefährlich werden. Nicht der Park ist gefährlich, sondern die eigene Dummheit kann gefährlich sein.

Escobaria desertii

Bis zu 4 Tage kann man hier problemlos verbringen, aber die meisten fahren von hier aus ins nahe gelegene Death Valley. Da ist es dann noch heißer und an Pflanzen findet man dort kaum noch was. Da ich beides kenne, schlage ich vor den Red Rock Canyon SP ausführlich zu besuchen und dafür das Death Valley höchstens zügig zu durchfahren.

Bilder beschnitten, bitte anklicken zum Öffnen!

Bitte stören Sie sich nicht an dem Namen: Red Rock Canyon, den gibt es mehrmals in den USA, der nächste von Las Vegas liegt hinter Flagstaff an der Route 66.

Wer es schicker mag, der bucht von Las Vegas aus eine Safari-Tour mit einem knallbunten Jeep, jedem das Seine!


Kakteenreise in die USA

Die herbstliche Stimmung da draußen lässt meine Gedanken in wärmere Gefilde schweifen. Wer an eine Reise in die USA denkt, denkt selten vorrangig an Kakteen. Die USA hat ja auch so viel mehr zu bieten. Trotzdem lässt sich das meist ganz gut miteinander verbinden.

am Cajon-Pass

Wir hatten nie Standortlisten oder GPS-Daten dabei. Man entwickelt schnell ein Gespür, wo Kakteen stehen könnten. Was nicht geht ist eine geführte Bustour oder auch eine fahrt mit dem Greyhound Bus oder der Eisenbahn. Man sollte spontan anhalten können, so verbietet sich auch der Interstate Highway, aber mit Mietwagen und übernachten im Motel, einem Zelt oder im Wohnmobil, das geht immer. Wobei Zelt und Wohnmobil die Möglichkeit bietet in der Natur selbst zu übernachten. Das ist ein einmaliges Erlebnis und Stateparks gibt es im Abstand von bequemen Tagesetappen über all in den USA und die besitzen alle Campgrounds, die aber in der Ferienzeit der US-Amerikaner vorgebucht werden müssen, wenigstens einen Tag vorher, damit man nicht plötzlich vor dem Tor steht.

Hier ein paar Bilder von dem klassischen Route 66 Trip, diesmal von Los Angeles nach Chicago. Das ist im Frühjahr geschickter, denn es ist in LA noch nicht so heiß und wenn man in Chicago ankommt, ist es dort nicht mehr so kalt.

Mamillaria tetrancistra

Das erste Bild stammt vom Cajon Pass, dort am Rande der Eisenbahngeleise stehen schöne Opuntien.

Richtig los gehen tut es mit den Kakteen, wenn man den Rio Grande überquert hat und auf der historic R 66 in die Berge fährt. Das zieht sich hin bis Kingman.

am Walnut-Canyon

Eine ganz andere Vegetation findet man bei Flagstaff im Walnut-Canyon, dort ist man an die 2000m hoch und man läuft im Wald.

Echinocereus fendleri

Der nördliche Teil des Petrified Forest nennt sich Painted Desert, da fanden wir Echinocereus fendleri und wieder ein Stück ostwärts bei Grant in den Lavafeldern den coccineus. New Mexiko ist so sehenswert, dass ich hier nicht anfangen möchte zu erzählen, sonst finde ich kein Ende. Was aber auch am Weg liegt ist bei Amarillo (Texas) der Palo Duru Canyon mit schönen Wanderwegen.

Echinocereus coccineus

Und zum Schluss noch unser letzter Standort an der Serviceroute südlich der Interstate bereits im Staate Oklahoma.

Noch mal Südafrika

Titanopsis tulleri

Seit meinem letzten Post ist etliche Zeit vergangen. Der Sommer ist endgültig vorbei, aber immer noch blüht es im Gewächshaus. Heute begeisterten mich zwei Titanopsis Pflanzen. Sie deuteten schon eine Weile an, dass sich in Bezug auf Knospen etwas tut, aber erst heute Nachmittag gingen sie auf. Titanopsis bildet kleine Gruppen, die über Jahre hinweg etwas aus der Mitte heraus verkahlen. Dann habe ich zum sterilen Messer gegriffen und einige der Triebe wieder frisch bewurzelt. Das war eine Pflanze, die ich im Hochbeet im Wintergarten frei ausgepflanzt hatte. Die Pflanzen die sehr hell im Gewächshaus stehen wachsen sehr kompakt und können lange Jahre so stehen bleiben, dabei gieße ich sie jetzt Mitte November sehr gefühlvoll.

Titanopsis calcarea

Sie wachsen mit Conophyten in einer Schale, die ich mit reinem Bims angefüllt habe. Die Schale ist nur wenige Zentimeter hoch und trocknet so schnell aus.

Bei einem Bild sieht man, was mich auch sehr überrascht hat, zweijährige Sämlinge. Sie wachsen neben der Titanopsis calcarea, sehen aber aus wie die T. tulleri. Da ich von jeder Art nur eine Pflanze besitze, konnte sich eine Blüte selber bestäuben oder ist eine Hybride. Vielleicht kann man es erkennen, wenn sie zum ersten Mal blühen.

C quaesitum Namuskluft

Dazwischen blühte heute noch Conophytum quaesitum, und das nur auf einer Seite, die zu einer Titanopsis hin zeigt. Vielleicht wurde sie durch die Wassergaben für die Titanopsis von der sie etwas mitbekommen hat zum Blühen angeregt.

Letztes Frühjahr kam es mir so vor, als würden die Pflanzen teilweise zu eng stehen. Ich habe sie, als das Substrat ganz trocken war aus der Schale heraus genommen und habe einige Seitentriebe abgeschnitten. Danach wurde die Pflanze wieder vorsichtig eingepflanzt. Mit dem Gießen habe ich recht lange gewartet, nach etwa 4 Wochen angefangen zu sprühen. So haben alle Pflanzen die Prozedur überlebt. Die Ableger habe ich zum Teil selber bewurzelt, bei mir sind alle angegangen, bei einer Bekannten lief es nicht so gut.

Conophyten Sammlung 2015

Ich hatte das Glück einmal den Nordwesten von Südafrika und Namibia zu besuchen, Da ist es so was von trocken und wenn es mal regnet, was selten vorkommt, ist das Wasser im Nu versickert. Deswegen rate ich die Pflanzen auch so zu behandeln,: Durchlässiges Substrat, ganz wenig gießen und hell aufstellen. Ich weiß von Bekannten, die im Sommer die Conophyten unter die Tische stellen, um den Winter zu imitieren und nicht in Verlegenheit zu kommen, die Pflanzen zu gießen, das darf man erst, wenn sie anfangen zu blühen.

Notocactus scopa und succineus

scopa

Beide Pflanzen sind für sich als eigenständige Arten beschrieben worden. Da sie sich recht ähnlich sehen, habe ich mir mal die Mühe gemacht bestimmte Merkmale aus den Originalbeschreibungen so weit sie von einander abweichen, heraus zu suchen. Die Angaben zum succineus sind jeweils in Klammern geschrieben.

scopa

Der Körper wird 30-50 cm hoch (20 cm) und 8-11 cm breit (4-9 cm). Der Körper weist 19-35 Rippen auf (18-24 Rippen). 

30-40 weißliche Randdornen (8-20 Bernstein-Farben), Blüte 45-60 mm breit (42 mm), und Blütenblätter 5 mm breit (3-4 mm), Griffel karminrot (hellrot). Wenn das schon die auffallendsten Unterschiede sind, dann fragt man sich schon, ob das eine nicht eine Varietät der anderen ist. Dazu muss man berücksichtigen, dass zur Beschreibung oft nur wenige Pflanzen bekannt waren, heute wir dagegen viel mehr Standorte in der Natur kennen und feststellen, dass sich die Pflanzen an einem Standort schon unterschiedlich darstellen, einige Kilometer weiter nochmals anders aussehen können.

succineus

Darum hat Norbert Gerloff den succineus zum Notocactus scopa var. succineus umbenannt. Wenn du dich jetzt fragst warum so rum und nicht der succineus vorne, so liegt das da dran, dass der ältere Namen von beiden immer den Vorrang hat.
Wenn du selber Pflanzen mit weiteren Namen / Varietäten in deiner Sammlung hast, dann sei gespannt auf meine nächste Folge, die ich dann behandeln werde.

succineus hell

Was ist Notocactus scopa ?

HU 1

Notocactus scopa HU 1 war einer meiner ersten Kakteen. Dadurch war auch meine Vorstellung von einem Notocactus scopa geprägt: eine schlanke Säule mit weißer Bedornung, wobei der oder die Mitteldornen auch mal rotbraun gefärbt sein können. Die Blüten gelb, nicht all zu groß mit roter bis orange-roter Narbe. Am Standort konnte ich sehen, dass sie sehr lang werden können und sich im Alter wie eine Pfeife biegen, den Scheitel aber immer nach oben, der Sonne zu gerichtet.

Auf einer Kakteenbörse wurde mir vor Jahren ein rotbraun bedornter N. scopa angeboten. Ich war total überrascht von dem dunklen Aussehen. Der Körper war stärker wie bei den hellen scopas und gut wüchsig, so dass ich ihn bald köpfen und frisch bewurzeln musste, da seine Größe für mich im Gewächshaus nicht mehr gut zu handhaben war.

Für mich war dann die nächste Überraschung, als bei mir ein „grüner“ N. scopa mit der Feldnummer WD 54 auftauchte. Grün deswegen, da die Pflanze kaum Areolenwolle besitzt und die Körperfarbe wegen der etwas weiter von einander entfernten Rippen stärker zur Geltung kommt. Ich hielt ihn zuerst für einen Notocactus succineus. Wie die zwei Arten miteinander zusammen hängen werde ich in meinem nächsten Post erzählen.

Thelokakteen blühen mal wieder

Thelokaktus rinconensis

Bevor ich mich für einen Kurzurlaub von euch verabschiede, habe ich einen schnellen Blick ins Gewächshaus geworfen und konnte mich über etliche Blüten freuen. Das erste ist Thelcactus rinconensis. Die beiden Blüten machen sich den Platz streitig. Wir hatten hier 2 Tage fast ununterbrochen Regen. Heute wollten die Knospen nicht mehr warten und öffneten sich. Da es schwül warm ist, zeigen die Blütenblätter ihren Stress und hängen die Enden leicht nach unten. In einer anderen Schale stehen Thelocactus leucacanthus und die Varietät schmollii neben einander. So kann man sie gut von einander unterscheiden. Leucacanthus blüht gelb und der Körper ist etwas gedrungener, während die Varietät schmollii magentafarben, genauer Verkehrspurpur RAL 4006, blüht. Beide Pflanzen kindeln laufend, so dass es einfach ist Nachwuchs für Freunde zu ziehen. Schmollii wächst mehr kurzsäulig.

Das letzte Bild zeigt Thelcactus tulensis. Da schwirren etliche Pflanzen herum mit den unterschiedlichsten Blütenfarben und Körpern. Die Originalbeschreibung nennt aber diese weiße mit rosa Streifen versehene Blüte. Die Pflanze besitzt einen eiförmigen Körper mit schmalen Rippen, die in Höckern gegliedert sind. Die Form der Dornen kann man auf dem Bild gut erkennen. Sie sind im Gegensatz zu den anderen Thelokakteen fein und die Mitteldornen weisen nach oben.

Die nächste Art, die ich vorstellen möchte, ist Thelocactus bicolor. Er wächst über ein großes Gebiet verstreut und so gibt es einige regionale Unterschiede. Diese beziehen sich auf die Art der Bedornung oder die Blüte. Ich möchte euch bitten diesmal die Blüten genauer anzusehen. Die Enden der Blütenblätter sind sehr ähnlich ( bis auf die Form mit den rein weißen Blüten). Aber der Kelch ist sehr unterschiedlich gefärbt. Manchmal sind es rote Spitzen die die Blütenblätter hoch flammen, manchmal ist es nur ein enger roter Kranz am Boden der Blüte. Die Farbe kann von Orange bis karminrot variieren. Die Narben dagegen variieren von gelb über gelb mit rotem Rand, orange  bis Zinnoberrot. 

Wie rot ist die rote Blüte?


Lobivia arachnacantha v. densiseta

Ich hoffe, die Überschrift wird schnell für dich zu einem sinnvollen Beitrag. Nimm an, ein Freund postet dir ganz begeistert, dass ein Kaktus mit einer unerwartet roten Blüte aufgegangen ist. Dann siehst du doch in deinem Hinterkopf eine rote Blüte, ok. Aber wie genau ist diese Aussage wirklich?

Meinte er mehr an einen Magenta Farbton, oder wie im alten Pelikan-Malkasten ein Zinnoberrot oder mehr eine Karminrot.

Ich habe verschiedene Lobivia arachnacantha Pflanzen gekreuzt. Die kommen jetzt nach und nach zur Blüte und dann entscheidet es sich auch welche in der Sammlung bleiben und welche ich abgebe.


Lobivia arachnacantha v. aureispina

Nun blühen die aber bisher alle Rot. Schreibe ich auf das Schildchen Rot, dann ist das eigentlich keine sinnvolle Information.

Deswegen bin ich auf die Idee gekommen eine Farbtafel der RAL-Farben zu verwenden. Die weist etwa 30 Rottöne auf, die liegen zwischen Orange und Violett. Damit kann man die Farben weit aus besser beschreiben und das hat den Vorteil, wenn ich sage, der Kaktus blüht Signalrot RAL 3001, dann kann man schnell im Internet nachsehen, was damit gemeint ist. Das ist ja der Vorteil einer Normierung.

Ich möchte aber davor warnen, dass es damit total easy mit der Farbbeschrei-bung ist, denn wer gibt mir die Gewissheit, dass die Pflanze im nächsten Jahr genauso blüht? Welchen Einfluss haben Mineralstoffe im Substrat oder im Düngemittel auf die Blütenfarbe? Und verändert sich die Blütenfarbe über die Zeit bis zum Verblühen, siehe Astrophyten.

Die Ral-Farbliste kann also nur ein Hilfsmittel unter anderem sein. Und ich finde es toll, wenn jemand sagt, die Blüte ist Korallenrot, ja – und nicht Erdbeerrot oder Rubinrot. Damit bekommt die Blüte doch eine ganz andere Qualität, als wenn ich kurz sage, sie blüht rot.


Lobivia arachnacantha v. suplema

Ich hoffe nur, du siehst jetzt nicht ROT. 😖

Höhepunkte unserer Frankreichtour 14: Carcassonne

Am nächsten Tag haben wir dann Carcassonne erreicht. Wenn man sich von Süden nähert, gibt es eine Stelle von der man die befestigte Stadt gut sehen kann. Für uns war es nicht das erste Mal, dass wir dort Halt gemacht hatten. Außer den gelben Bändern an einer Seite der Anlage, die von einer Stelle unten bei der Stadt, konzentrische Ringe ergeben, gab es nichts Neues. Die Anlage ist weiterhin beeindruckend.

Durch die Gassen drängen sich die Touristen, die angebotenen Waren sind es meist nicht wert stehen zu bleiben, vielleicht mit der Ausnahme eines Hängematten-Verkäufers. Die Gastronomie hat ihre besonderen Preisvorstellungen, da zieht man sich gerne in den äußeren Befestigungsgraben zurück, wo es deutlich ruhiger ist. Hier kann man die Kolossalen Mauern so richtig auf sich wirken lassen.

Wir fuhren zu einem Campingplatz etwa 10 km östlich in der Nähe des Canal du Midi. Von hier sind wir den nächsten Tag in die eigentliche Stadt Carcassonne gefahren. Der Weg entlang des Canal war bis auf ein kurzes Stück gut befahrbar. Boote waren ständige Begleiter und eine dreistufige Schleuse kurz vor Carcassonne war ein technisches Highlight.

Bis auf eine Musikkneipe in der Nähe des Bahnhofs hat uns die Stadt wenig gefallen: Eng, bedrückend, viele Häuser in schlechtem Zustand, da waren wir froh bald wieder hinaus zu kommen.

Zum Schluss möchte ich noch eine beliebte Nachspeise der Franzosen vorstellen, für die die noch nicht satt geworden sind: Den Kaffee Gourmant, das ist ein gewöhnlicher französischer Kaffee, meist mit drei verschiedenen Vorspeisen, eine leckere wie die andere. Es führte so weit, dass wir nur noch eine Vorspeise bestellten und dann einen Kaffee Gourmant hinter her.

Das Bild (bitte anklicken) aus Villeneuve le Bré hat die Bewandtnis, dass eine perfekte Wandmalerei zeigt. Das Auto steht vor einer glatten Wand, keine Treppen, kein Kind, kein Baum, kein Eingang, keine Fenster.

Feldnummer – was ist das?

PR 1305 ottonis v vargasensis

Kaufe ich einen Kaktus bei einem Kakteenhändler oder von einem anderen Sammler, so kann es passieren, dass ich auf dem Namensschild eine Buchstaben – Zahlenkombination finde, zum Beispiel PR 1305 (s. Notocactus ottonis v. vargasensis). Das bedeutet, dass der Samen oder die Pflanze selber oder auch ursprünglich von einem/r Herrn/Frau PR in der Natur gesammelt wurde.

Wenn ich wissen will, wer sich hinter PR versteckt, so kann ich danach im Internet suchen, in diesem Fall ist es Rodrigo Pontes, einem Biologie-Studenten aus Brasilien. Für ihn ist es nicht so weit zu den Standorten einheimischer Kakteen zu kommen. Wenn er auf seinen Streifzügen Pflanzen findet, dann ordnet er ihnen eine Nummer zu, in diesem Fall 1305.

Ein gewissenhafter Forscher notiert sich dazu den Namen, Anzahl der Pflanzen einer Art, Zustand der Pflanzen und des Standortes, Datum und neuerdings die GPS-Daten, um die Pflanzen leicht wieder zu finden oder sie in eine Karte ein zu tragen. Die Standortangabe selber kann ein Kilometerstein einer Straße sein, ein Schild, Gehöft, Brücke, Berg oder nur der Name der nächsten Ortschaft.

Gf 133 N stockingeri

Listen mit den Feldnummern kann man im Internet finden, bzw. auch gedruckt kaufen. Genaue Angaben, wie die GPS-Daten wird man da aber nicht finden. Die Gefahr, dass Kakteenstandorte trotz Verbot und heftigen Strafen ausgeräumt werden, ist sehr groß, vor allem weil Verbote oft nur die Ausfuhr betreffen und Einheimische davon nicht betroffen sind.

Ich habe mir mal die Angaben von Gf 133 Notocactus stockingeri angesehen. Gf bezeichnet den Kakteenforscher Norbert Gerloff, der gut 10-mal in Brasilien war. Seine Feldnummernliste geht bis weit über 1000. Die Pflanze stammt also aus einer seiner ersten Reise. In der Liste finde ich:

 n° 133 N stockingeri 15 km westlich Unistalda Fs 141

RH 32A-16 Aylostera spec

Damit weiß man aus welcher Gegend sie stammt und mit Fs 141 ist eine weitere Feldnummer angegeben, die sagt, dass die Feldnummer von Franzisko Stockinger mit der Nummer 141, die selbe Pflanze meint. Vermutlich sind sie damals gemeinsam unterwegs auf Kakteensuche gewesen.

Pflanzen mit gleichem Artnamen können durchaus in unterschiedlichen Farben blühen oder im Aussehen des Körpers variieren, dann ist eine Feldnummer ein gutes Unterscheidungsmerkmal. Deswegen sollte man die Feldnummern auch bei eigenen Aussaaten weiter verwenden, bzw. bei einer Reise in Kakteengebiete dieses Instrument für seine Fotos verwenden.

Der Zusatz spec. bedeutet, dass eine genaue Zuordnung zu einer bestehenden Art oder zu einer neu zu beschreibenden noch nicht erfolgt ist.

WR = Walter Rausch ist ein bekannter deutscher Kakteenforscher, zu dem ich ein anderes Mal was schreiben werde.

WR 186 L. arachnacantha v densispina