Hier erfahrt ihr, was wir auf unseren Reisen erlebt haben.
Autor: kaktushorst
Bin Rentner und verheiratet, lebe in Nord-Württemberg, pflege seit Jahrzehnten eine Kakteensammlung, aber im Moment zieht es mich vor allem mit dem Wohnmobil Neues kennen zu lernen.
Sie erinnern sich, wir haben Halt gemacht in den Mingus-Mountains. Jetzt fahren wir die 89A weiter über Jerome, mit schönem Blick ins Tal, hinunter nach Clarkdale, einem etwas größeren Ort.
Hier wird uns verschiedenes angeboten: Eine Zugfahrt entlang des Green River. Das Tal ist nur per Zug oder Pferd zugänglich und bietet eine attraktive Landschaft inklusiv Adler.
Den Besuch des Tuzigoot National Monument, eines befestigten Dorfes der Native Americans aus einer Zeit, da es hier noch keine Weiße gab. Wie man es erwartet, gibt es ein Visitor-Center mit Film und weiteren Informationen samt Giftshop. Hier verkaufen man Handarbeit der Einheimischen Stämme und keine Industrieware aus Hongkong. Deswegen sind die Dinge auch etwas teurer, dafür zertifiziert.
Mit der Broschüre kann man die Ruinen selber erkunden, was recht interessant ist. Danach haben wir die Umgebung noch etwas unsicher gemacht und haben nach Kakteen Ausschau gehalten. Die Talebene liegt geschützt und ähnelt schon stark der Wüste weiter im Süden und so fanden wir auch ganz andere Pflanzen.
Weiter wird ein Besuch im Dead Horse Ranch State Park empfohlen. Der ist etwas für Wanderfreunde die zu Fuß oder per Pferd unterwegs sind. Es gibt einen Campingplatz, wo man sein Pferd neben dem Zelt festmachen kann.
Arizona steht für viele als Synonym für Wüste und Kakteen. Dabei hat Arizona viel mehr zu bieten. Von der heißen mexikanischen Grenze hebt sich das Land nach Norden und am Grand Canyon erreicht die Hochebene gut 2000 m Höhe, große Gebiete sind mit Wäldern bewachsen.
Wenn man von Tucson und dem Saguaro National Park kommt, genießt man um Sedona herum den Duft der Kiefernwälder, die kühlere Luft und wer es mag auch die spirituellen Ort dieser Gegend. Wir kamen über die mingus-Mts. und vertraten uns etwas die Beine und waren überrascht hier im Wald auf Echinocereus coccineus und Agaven zu stoßen.
Es war später Frühling und so blühte auf der Waldboden noch Iris, Lupinen und der Indian Paintbrush. Die Echinocereen standen auf Felsabsätzen, sehr sonnig, aber auch in Spalten und im hohen Gras. Die Pflanzen sind hier auf jeden Fall winterhart, denn sie müssen Frost und Schnee aushalten. – In meinem nächsten Beitrag werde ich die Kakteen, die nur ein paar Kilometer weiter, unten im Tal, wachsen beschreiben. Bei Interesse: Follow me.
Heute kam endlich mal wieder die Sonne kräftig heraus und motivierte mich nach den Kakteen zu schauen. Im Steingarten froren die Pflanzen noch bei Reif und Schnee. Das halten sie gut aus. Anders ist es bei vielem Regen, vor allem im späteren Frühjahr. Die Opuntien kommen dabei mit dem Regen besser zurecht wie die Echinocereen, die sich freuen, wenn man ihnen ein kleines Dächlein aus einer Plexiglasscheibe verpasst hat. Dazu ist jetzt immer noch Zeit.
Im Gewächshaus sollte man einen Kontrollgang durchführen, gibt es irgend wo Leichen, die sofort entsorgt werden sollten? Damit meine ich aber nicht verschrumpelte Exemplare, wie die Lophophora, der man den Wassermangel ansieht. Bloß jetzt nicht gießen, eine kalte Nacht bei nassen „Füßen“ und die Pflanze können Sie vergessen. Die erholt sich wieder.
Bei der Kontrolle werden Sie feststellen, dass man das eine oder andere Samenkorn bzw. Beere übersehen hat, die man ernten kann und an Interessierte verschenken. Bei meiner Eriocephala (Notocactus) warsii sauge ich den Samen in ein Glas. Hinter den Strohhalm und vor den Mund nehme ich ein Taschentuch, um die Areolenwolle nicht ein zu atmen.
Bei manchen Kakteen werden Sie feststellen, dass sie im letzten Jahr an Wachstum zugelegt haben und kaum mehr Platz zwischen Topfrand und Pflanzenkörper bleibt. Einen guten Zentimeter Platz auf allen Seiten sollten Sie den Pflanzen schon gönnen. Und denken Sie dabei, dass die Pflanzen im Moment geschrumpft sind. Die pumpen sich ab März wieder mit Wasser auf und dann folgt das neue Wachstum. Manchmal will/kann man sich keine größeren Töpfe leisten. Es wird Zeit eine Gruppe zu zerteilen. Dazu ist jetzt auch die richtige Zeit. Nach dem Abnehmen der Triebe lässt man sie einige Zeit zum Abtrocknen liegen, bevor man sie wieder eintopft.
Das erfreulichste an so einem Kontrollgang ist, dass man immer mal wieder auf frische Knospen stößt. Die Titanopsis wird wohl heute noch erblühen, während die Aloen ein Dauerblüher darstellt. Deren Hauptblüte aber im Februar und März zu erwarten ist.
Das Thema Aussaat werde ich in Kürze in einem weiteren Beitrag behandeln.
Es hat geschneit und es geht auf Weihnachten zu. Dann kann man schon mal an die weißen Dünen zurück denken. Kommen Sie mit auf einen gedanklichen Abstecher nach New Mexiko. Ja, dort befinden sich die weißen Dünen. Eigentlich ist das purer Gips (Kalzium-Sulfat), den der Wind hier ablagert. Strahlend weiß leuchtet er in der Landschaft und bildet einen großen Kontrast in der Landschaft.
Echinocereus triglochidatus
Diese ist leider zum größten Teil militärisches Gelände und es gibt nur eine kleine Zufahrt zum „White Sands National Monument“ und diese liegt am Hwy 70 nördlich von El Paso.
Yucca
Occutillo
Der Gips stammt von einem See westlich der Dünen, dessen Wasser immer wieder verdunstet. Die Gipsablagerungen werden ständig vom Wind in östliche Richtung davon geweht. Einige Dünen wandern bis 9 m im Jahr. Was von den Pflanzen vom Gips verschüttet wird stirbt ab. So findet man nur am Rande der Dünen Pflanzen, die mit diesen Bedingungen klar kommen. Wir fanden hier Echinocereen, Yuccas und einige andere Arten. Vor allem die Yuccas scheinen sehr tief zu wurzeln, denn die fanden wir auf auf den Dünen.
Sandverbene
Die Besucher, vor allem Kinder kommen aus anderem Grund hier her. Der Gips-Sand ist so weich, dass er sich wunderbar zum Schlitten fahren eignet. Das ist ein beliebter Ausflugsort für die Kindergärten. Am Eingang des Parkes im Visitorcenter erhält man Informationen zu den Wanderungen, die man unternehmen kann, eingeschlossen Warnhinweise, denn es kann hier im Sommer sehr heiß werden. Für die Erwachsenen stehen ein paar Sitzgarnituren und Grillstellen in der Nähe des Parkplatzes. Für uns war das ein befremdender Anblick, aber bei Sonnenuntergang könnte hier ein interessantes Farben-Schauspiel zu sehen sein.
Kakteenholz? da wird sich so mancher fragen, was ist das denn?, bei meinen Mammillarien gibt es kein Holz, wenn die mal faulen, dann ist inner drin alles Matsch und außen, die Epidermis mit den daran sitzenden Dornen kann das nur mit Mühe zusammen halten.
Richtig!, es sind nur die Säulenkakteen, die im Innern holzartige Zellen ausbilden. Die kleineren Pflanzen haben das nicht nötig. Einige kurzsäulige Pflanzen neigen aber dazu im Winter, wenn sie trocken stehen, Bauchfalten zu bekommen. Notokaktus horstii ist da ein typisches Beispiel. Da wird der Kopf zu schwer für den Rest des Körpers, es fehlt das Rückgrad, oder besser gesagt: das Kakteenholz. Säulenkakteen könnten ohne diese Holzschicht überhaupt nicht senkrecht stehen. Diese wird im Bereich der Leitbündel gebildet und sind in den Aufgabenbereich des Wasser- und Nährstofftransportes involviert.
Wenn der Säulenkaktus abstirbt, vertrocknen zu erst die mit Wasser gefüllten Zellen außen um die Leitbündel so wie die im Innern des Holzkranzes. Es bleibt also nur das Kakteenholz übrig. Die Bewohner der Kakteengegenden machen sich das zu nutze, indem sie das Kakteenholz sammeln, Zäune und Hütten damit bauen.
Als Souvenir werden manchmal „Rainsticks“ angeboten. In die Löcher des Hohlen Holzes werden Kakteendornen mit der Spitze nach innen gesteckt, Sand und feiner Kies eingefüllt und die Enden verschlossen. Wenn man das Kakteenholz kippt rieselt der Sand durch das Rohr und gegen die Dornen, was wie Regen klingt.
Wenn dafür wirklich abgestorbene Kakteen genommen werden, kann man nichts dagegen einwenden, ich befürchte nur, dass die Nachfrage nach solchen Sticks größer ist wie das natürliche Aufkommen an Totholz, und dann werden für die Touristen fleißig Kakteen abgeholzt (ob aus der Kultur oder der Natur, das kann wiederum kaum jemand kontrollieren).
hübscher Hingucker in einer Schale oder auf dem Beet. Aber Achtung, nass werden sollten sie nicht, dann lösen auch die sich mit der Zeit auf.
Ein letzter Hinweis noch: Kakteenholz ist nicht gleich Kakteenholz. Vor allem unterscheiden sie sich im Muster der Löcher, vor denen sich einst die Areolen mit den Dornen befanden.
Wenn man das Death Valley über Scotty´s Castel verlässt, kommt man über den Lida Summit (2256 m ü. NN) nach Kalifornien. Bei der Auffahrt zum Lida Summit fährt man durch ein enges Tal, an dessen Hängen wir Kakteen gefunden haben. Hier oben sind die alle in unserem Sprachgebrauch: winterhart. Von der Straße aus kann man die Pflanzen gut sehen, zum Fotografieren musste ich aber einen Schuttkegel hinauf. Hier oben fanden wir große Gruppen von Echinocereus engelmannii var. mojavensis.
E triglochidatus var mojavensis
Nach dem die Echinocereen bei Las Vegas in Blüte standen, zeigten die meisten hier erst Knospen und ich war froh wenigstens eine Blüte zu finden. Auch sinkt die Anzahl der Arten, die man an einem Standort finden kann immer weiter, um so weiter man nach Norden vordringt.
Opuntia erinacea var ursina
Schön war auch ein Stein mit einer türkisfarbenen Flechte und ein Pflänzchen, das ich bis jetzt nicht bestimmen konnte.
E triglochidatus var mojavensis
Dieser Hwy. war kaum befahren. In der Zeit in der wir die Bilder machten, kam kein einziges Auto vorbei. Über Oasis fuhren wir dann über den Westgard Pass (2229 m). Das ist aber nicht wie in unseren Alpen, man fährt gemütlich in einem Tal bis zur Passhöhe hinauf, ganz ohne Serpentinen und heftigen Steigungen. Kurz darauf ging es zum Bristelcone Pine Forest. Dort sollen sehr alte Borstkegel-Kiefern stehen. Die älteste schätzt man auf 4700 Jahren. Man kommt aber nur mit einer längeren Wanderung bis hin. So blieb es bei einigen schönen Naturbeobachtungen mit Kakteen und Tieren.
Desert Paint brush
triglochidatus ver mojavensis
Zum Übernachten fuhren wir noch bis Bishop an dem Hwy. 395, der uns den Weg nach Carson City, der Hauptstadt des Staates Nevada vorgibt.
In meiner Facebook-Gruppe werden immer wieder begeistert Fotos von Kakteen aus dem Baumarkt gepostet. Oft sind es zukünftige Säulen. Der nächste Schritt ist dann, die Community zu fragen, was das denn für ein Kaktus ist.
Trichocereus
Liebe Kakteenretter/Innen, ihr braucht nicht den Großmarktbesitzer vorm Ruin zu rette, der macht nur ein Geschäft mit euch. Wie wäre es, wenn ihr vor einem Kakteenkauf im Internet recherchiert oder, was ich immer noch lieber tue, in einem Fachbuch nach Gattung und Arten schaut, die euch gefallen würden, und im nächsten Schritt euch nach dem Wuchsverhalten und Standortbedingungen erkundigt. Das würde Sie vor großen Enttäuschungen bewahren und damit auch ihrem Kaktus ein glückliches Leben bescheren.
Oreocereus celsianus
Noch mal zu den kleinen Säulen: die sind bei den Händlern so beliebt, weil sie recht wüchsig sind und schon nach einem Jahr verkauft werden können. Dann sind sie zwar ziemlich getrieben, zu sehen an der dünnen Basis, werden bei guter Pflege aber weiter zügig wachsen. Säulenkakteen mit einigen Metern Höhe sind in der Natur normal.
Dabei brauchen die meisten viel weniger Jahre wie eine Carnegia gigantea, die bei mir nach 40 Jahren gerade mal 30 cm hoch ist, aber im letzten Jahr zum ersten Mal richtig los gelegt hat. Cereen im Freibeet haben bei mir schon mal 25 cm im Jahr zugelegt. Dann kann man sich schnell ausrechnen, wann die Decke erreicht ist. Und was dann? Davon abgesehen, sehen viele Säulen nicht mal schön aus, Ausnahmen abgesehen, wie Oreocereus celsianus oder Cleistocactus strausii, um nur mal 2 Beispiele zu nennen. Wenn ich nun weiß, wie groß die Pflanzen werden, wie zügig sie wachsen und ich den Platz dafür habe, dann kann ich getrost kaufen, dann kann ich nichts mehr falsch machen.
Sulcorebutia langeri
Zum Schluss noch eine für mich unerwartete Erkenntnis. Ich bestellte mir eine Reihe Stecklinge der Gattung Rebutia weil ich für so kleine Pflänzchen Platz hatte. Die haben sich alle gut bewurzelt, blühten und kindelten fleißig und nach wenigen Jahren sprengten sie mir die 11er-Töpfe. In so große Töpfe wollte ich sie gar nicht kultivieren. Mir gefallen sie immer noch, muss sie aber alle 2 Jahre verkleinern.
Es sind aber nicht nur die Säulen, die uns Probleme bereiten können. Ein hübscher kleiner Ferokaktus oder ein Trichocereus haben das Bedürfnis eine große Schale schnell auszufüllen, die dann nicht mehr aufs Fensterbrett passt und nebenbei etliche Kilo wiegt, denn die Kugeln bestehen ja fast ausschließlich aus Wasser, was ziemlich ins Kreuz gehen kann. Beliebt sind auch die Epiphyllen, jetzt oft Epikakteen genannt. Zuerst bekommt man nur ein Blatt zum Bewurzeln, denn die Blühen ja so schön. Richtig, aber das werden ausgemachte Kübelpflanzen und nur dann kann man reichen Blütenflor erwarten.
Die ideale Kakteengröße, so begann ich, ist die, die mit dem vorhandenen Platz gut auskommt, wobei man die zukünftige Entwicklung im Auge hat. Wenn das passt, hat man auch viel Freude an seinen Pflanzen.
Wir waren auf der Rückfahrt nach Dallas-Fort Worth, um dort wieder unseren Flieger zu besteigen. Zum Glück hatten wir so viel Zeit, dass wir die südlichere Tex Hwy 765 statt dem Interstate Highway benutzen konnten.
Durch leicht hügelige Landschaft für die Straße fast schnur-gerade-aus. Alle halbe Stunde kam uns ein Wagen entgegen, man grüßt sich und schon war man wieder allein. Die Randstreifen sind immer sauber und kurz geschnitten. Dann folgt oft ein Graben und danach ein weiterer Grünstreifen. In Cuba und in Brasilien werden diese Streifen als Weide für die Kühe von Kleinbauern genutzt, aber die gibt es hier nicht. Den Abschluss bildet immer ein Stacheldrahtzaun, dort kann wegen der Pfosten nicht so gründlich gemäht werden. Dort stehen dann die Kakteen. Noch besser ist es, wenn die Straßenbauer einen Hügel abgeschnitten haben und so eine Schicht unter der Humusdecke frei gelegt haben. Da lässt es sich ganz schwer mähen und zwischen dem Geröll ist der Konkurrenzdruck zwischen den verschiedenen Arten nicht so groß.
Ich fuhr so 45 Meilen in der Stunde und genoss den Tag, bis ich glaubte, am Straßenrand etwas rosa blühen gesehen zu haben. Es hat etwas gedauert, bis ich die Erscheinung mit Kakteen in Zusammenhang gebracht hatte. So kurz vor Fort Worth hatte ich meinen „Kakteensensor“ schon längst abgestellt. Hier gibt es doch so was nicht mehr. Natürlich war ich nun schon über die Kuppe hinweg. Es war nichts mehr zu sehen. Aber da vorne kam ja noch mal eine. Fuß vom Gas und da standen sie, einfach so am Straßenrand, wie ausgesät.
Es ist Echinocereus reichenbachii, der hier im Kalksteinbruch stand. Es waren gut einhundert Pflanzen, die sich über den Hang verteilten bis hinauf an den Weidezaun, aber auch da noch weiter auf dem Hügel in die Weide hinein, aber dort in viel größeren Abständen.
Aufgefallen ist mir, dass einige Blüten mehr Blütenblätter-Reihen aufwiesen wie andere, die sahen fast wie eine gefüllte Blüte aus. Auch die Ränder der Blütenblätter waren nicht einheitlich, meist glatt, manche aber auch ausgefranst. Die Blütenfarbe wies leichte Unterschiede in der Intensität des Rosa auf. Meine Frau und ich konnten uns nicht satt sehen und gingen von einer Pflanze zur anderen. So viele Pflanzen der selben Art an einer Stelle und dann noch die meisten in Blüte, es war ein Traum.
Für die Qualität der Bilder möchte ich mich entschuldigen. 2003 arbeitete ich noch mit einem Diafilm, die ich später digitalisiert habe. Die ursprüngliche Qualität konnte ich damit leider nicht erreichen.
Die erste Frage dazu lautet: Soll ich Ton oder Kunststoff wählen. Der Ton- oder Ziegeltopf besteht aus einem natürlichen Material, das später einmal keine Belastung in der Umwelt darstellt. Durch sein Eigengewicht steht der Topf grundsätzlich gut, wenn er zum Boden hin nicht zu schmal wird. Die Materialstärke ist erheblich dicker wie beim Kunststofftopf. Im einer größeren Sammlung macht sich das durch größeren Platzbedarf bemerkbar. Bei größeren Pflanzen, wie bei Agaven, Epikakteen oder Ferokakteen führt das dazu, dass die Töpfe im Herbst und Frühjahr nur noch mit einem Sackkarren bewegt werden können.
Ein Anheben wird vor allem bei älteren Menschen schnell zu Kreuzschmerzen führen. Er ist meist innen nicht glasiert und kann so Wasser speichern, was uns zu einem Problem führt. Die Wurzeln werden diese Feuchtigkeit suchen, wenn das Substrat austrocknet. Dabei heften sich die Feinwurzeln intensiv an die Wand des Topfes an. Beim nächsten Umtopfen muss man diese Feinwurzeln vom Topfrand wegreißen. Die dabei entstehenden Wunden können zu Fäulnis führen, was fast immer den Verlust der Pflanze zur Folge hat.
Thelocactus panacottoanus n.n.
Die dritte Frage soll sich mit der Höhe der Töpfe beschäftigen. Vor allem bei den eckigen Kunstofftöpfen gibt es da eine große Auswahl. In tiefe Töpfe gehören alle Rübenwurzler wie zum Beispiel Ariocarpen und Sulcorebutien (teilweise). Aber auch viele andere Arten gefällt es wenn die Töpfe etwas höher wie breit sind. In denen hält sich die Feuchtigkeit länger, also für diejenigen, die die Pflanzen auch mal über die Ferien nicht betreut wissen. Meine Thelokakteen gedeihen in ihnen prächtig. Dann gibt es aber auch noch die Flachwurzler, wie die Rebutien, die sich in flachen Schalen am wohlsten fühlen. Meine Conophyten halte ich in einer flachen Schale, damit sie schnell austrocknet. Sicher kann dazu niemand sagen: Das oder jenes ist absolut richtig, das muss man selber ausprobieren.
Der Kunststoff-Topf ist dagegen leicht, sehr wetterbeständig, durch mehrere Abzugslöcher tritt zu viel Wasser gut heraus. Die kleineren Abzugslöcher lassen sich durch eine Gaze gut gegen Substrat verschließen. Gebrauchte Töpfe lassen sich gut reinigen und so wieder verwenden, dadurch werden sie erst nach vielen Jahren in der Müllverbrennungsanlage landen.
Die zweite Frage behandelt die Topfform: Rund oder eckig? In Pflanzenmärkten werden fast nur Pflanzen in runden Töpfen verkauft. Ob sie bei den Käufern beliebter sind oder bei denen das Eintopfen preiswerter möglich ist, kann ich nicht beantworten. Hier geht es nur darum: Lasse ich die Pflanzen im runden Topf oder topfe ich sie um? Also, bei mir stehen alle kleineren Pflanzen bis zur Topfgröße 12 in quadratischen Töpfen. Ich habe im Gewächshaus tiefe Tische, da bilden die Töpfe eine einheitliche Fläche, die ich gut mit der Gießkanne ohne abzusetzen, gießen kann. Auf den Tischen liegen große Wannen, bei denen ich gut kontrollieren kann, ob nach einiger Zeit alles Wasser aufgesogen worden ist. Die eckigen Töpfe besitzen gegenüber den runden eine größere Oberfläche, die ein leichteres Gießen ermöglicht, aber auch für die Verdunstung des Wassers vorteilhaft ist, denn die Töpfe sollen ja bis zum nächsten gießen kurzfristig abtrocknen. Die ganz großen Töpfe haben einen Rand, wenn sie rund sind. Das erleichtert das „Handling“ enorm.
Notocactus rauschii
Haben sie es schon mal probiert, mehrere Pflanzen in eine Schale zusammen zu pflanzen?
Ein Freund von mir pflanzt immer 4 Pflanzen einer Art in eine Schale, das sieht schön aus, man stellt schnell fest, wenn mit einer Pflanze was nicht stimmt und das ist ideal, wenn man Samen von seinen Pflanzen gewinnen will, so kommt es kaum zu Fremdbestäubungen. Wichtig ist vor allem, dass sich die Pflanzen miteinander vertragen, da sie die selben Ansprüche an sie stellen. Pflanzen ein und der selben Gattung sind immer ideal, so wie Pflanzen, die von Natur aus nicht zu groß werden. Denken sie von vorne herein daran, dass das Arrangement höchstens 2 Jahre hält. Denn die Dornen sollten sich niemals berühren. Das führt zu Verletzungen bei den Pflanzen und an Ihren Händen beim nächsten Umtopfen.
Ich hoffe, ich habe alles Wichtige erwähnt. Für Anregungen und Verbesserungsvorschlägen bin ich immer zu haben.
Lassen Sie sich entführen in die Karibik. Wir sind in Havanna und haben etwas Zeit für uns und so stöbern wir durch das nahe Viertel. Keine Sorge, man wird nicht schief angesehen wie in den USA, hier wird man lächelnd begrüßt. Am Gartenzaun fanden wir eine schöne Euphorbie, wohl schon ein paar Jahre alt und ein Stück weiter eine mir bis dato unbekannte Opuntia (auberi).
Opuntia auberi
Auf unserer Rundreise ging es zu erst ins Vignales Tal, wo wir am Eingang der Cueva del Indio die Bäume voll mit Tillandsien fanden.
Weiter ging es . Von Havanna aus besuchen wir einen privaten Orchideengarten. Ein Gärtner, der recht gut Deutsch spricht, leitet unsere Gruppe und erklärt uns die Pflanzen und die Geschichte des Gartens. Das ist so ein Vorteil einer geführten Reise. Der Nachteil ist, dass, wenn es nicht gerade eine Kakteenreise an-sich ist, die meisten Teilnehmer nicht wirklich an Kakteen oder anderen Sukkulenten interessiert sind und man muss sich, wann immer möglich, von der Gruppe davon schleichen.
Epiphyllum
Hier im Orchideengarten war das nicht nötig, denn wir liefen an unserem ersten Kaktus auf Cuba direkt dran vorbei. Eine riesige Pflanze schlängelte sich über uns im Baum bzw. am Wegrand entlang. Da ich kein Kenner dieser Epikakten oder Hylokaktus bin, muss ich das Benamen anderen überlassen.
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Das nächste botanische Highlight fanden wir in Santa Clara und ausgerechnet um das Mausoleum von Che Guevara. Was Schlimmeres konnte wir gar nicht tun, als da draußen zu bleiben und aus in Ruhe die Tillandsien anzusehen. Die sind wirklich nicht an die Bäume angebunden oder geklebt.
Kurz vor Santiago de Cuba machten wir noch einen Stop bei der Virgen do Cobre, wo ich im Schatten einen Leptocereus gefunden habe, der schon ziemlich gefährlich aussah und sich wie Unkraut, wie sagte doch jemand vor kurzem: Begleitgrün, ausbreitete.
Leptocereus
Selenicereus
Der nächste botanische Höhepunkt war die Fahrt auf den Gran Pietra. Dafür mussten wir in geländegängige Fahrzeuge umsteigen, die uns bis an den Fuß eines großen Felsens brachten, wo wir neben der schönen Aussicht neben Orchideen auch Kakteen, ein Selenicereus? im Baum und auf den Felsen eine Rhipsalis fanden.
Stenocereus fimbratus
Opuntia
Unsere Rundfahrt führte uns um Guantanamo herum, wo wir einen viel trockneren Landstrich kennen lernten. An den Wegrändern wuchsen die Säulenkakteen als Zaun. Als wir uns der Küste näherten sah ich auf den kargen Kalkfelsen Melokakteen. Da hat es mir etwas Mühe gekostet den Busfahrer dazu zu bringen, anzuhalten. Hier hatte er noch nie einen Stop gemacht und es gäbe hier auch überhaupt nichts Besonderes zu sehen, aber sehen Sie selbst. Im Südosten der Insel soll es noch einige andere Standorte geben, aber zu denen führte uns unser Reiseleiter leider nicht, dafür sind wir gut über den Freiheitskampf der Kubaner informiert. Was in dem kurzen Bericht leider fehlt, ist die Freundlichkeit der Menschen, die tollen Strände, die vielen Musikbands die über all für uns spielten und das gute Obst, das es über all gab.