Der richtige Topf

Rebutia marsonieri
Acanthocalycium knipelianum

Die erste Frage dazu lautet: Soll ich Ton oder Kunststoff wählen. Der Ton- oder Ziegeltopf besteht aus einem natürlichen Material, das später einmal keine Belastung in der Umwelt darstellt. Durch sein Eigengewicht steht der Topf grundsätzlich gut, wenn er zum Boden hin nicht zu schmal wird. Die Materialstärke ist erheblich dicker wie beim Kunststofftopf. Im einer größeren Sammlung macht sich das durch größeren Platzbedarf bemerkbar. Bei größeren Pflanzen, wie bei Agaven, Epikakteen oder Ferokakteen führt das dazu, dass die Töpfe im Herbst und Frühjahr nur noch mit einem Sackkarren bewegt werden können.

Ein Anheben wird vor allem bei älteren Menschen schnell zu Kreuzschmerzen führen. Er ist meist innen nicht glasiert und kann so Wasser speichern, was uns zu einem Problem führt. Die Wurzeln werden diese Feuchtigkeit suchen, wenn das Substrat austrocknet. Dabei heften sich die Feinwurzeln intensiv an die Wand des Topfes an. Beim nächsten Umtopfen muss man diese Feinwurzeln vom Topfrand wegreißen. Die dabei entstehenden Wunden können zu Fäulnis führen, was fast immer den Verlust der Pflanze zur Folge hat.

Thelocactus panacottoanus n.n.

Die dritte Frage soll sich mit der Höhe der Töpfe beschäftigen. Vor allem bei den eckigen Kunstofftöpfen gibt es da eine große Auswahl. In tiefe Töpfe gehören alle Rübenwurzler wie zum Beispiel Ariocarpen und Sulcorebutien (teilweise). Aber auch viele andere Arten gefällt es wenn die Töpfe etwas höher wie breit sind. In denen hält sich die Feuchtigkeit länger, also für diejenigen, die die Pflanzen auch mal über die Ferien nicht betreut wissen. Meine Thelokakteen gedeihen in ihnen prächtig. Dann gibt es aber auch noch die Flachwurzler, wie die Rebutien, die sich in flachen Schalen am wohlsten fühlen. Meine Conophyten halte ich in einer flachen Schale, damit sie schnell austrocknet. Sicher kann dazu niemand sagen: Das oder jenes ist absolut richtig, das muss man selber ausprobieren.

Der Kunststoff-Topf ist dagegen leicht, sehr wetterbeständig, durch mehrere Abzugslöcher tritt zu viel Wasser gut heraus. Die kleineren Abzugslöcher lassen sich durch eine Gaze gut gegen Substrat verschließen. Gebrauchte Töpfe lassen sich gut reinigen und so wieder verwenden, dadurch werden sie erst nach vielen Jahren in der Müllverbrennungsanlage landen.

Die zweite Frage behandelt die Topfform: Rund oder eckig? In Pflanzenmärkten werden fast nur Pflanzen in runden Töpfen verkauft. Ob sie bei den Käufern beliebter sind oder bei denen das Eintopfen preiswerter möglich ist, kann ich nicht beantworten. Hier geht es nur darum: Lasse ich die Pflanzen im runden Topf oder topfe ich sie um? Also, bei mir stehen alle kleineren Pflanzen bis zur Topfgröße 12 in quadratischen Töpfen. Ich habe im Gewächshaus tiefe Tische, da bilden die Töpfe eine einheitliche Fläche, die ich gut mit der Gießkanne ohne abzusetzen, gießen kann. Auf den Tischen liegen große Wannen, bei denen ich gut kontrollieren kann, ob nach einiger Zeit alles Wasser aufgesogen worden ist. Die eckigen Töpfe besitzen gegenüber den runden eine größere Oberfläche, die ein leichteres Gießen ermöglicht, aber auch für die Verdunstung des Wassers vorteilhaft ist, denn die Töpfe sollen ja bis zum nächsten gießen kurzfristig abtrocknen.
Die ganz großen Töpfe haben einen Rand, wenn sie rund sind. Das erleichtert das „Handling“ enorm.

Notocactus rauschii

Haben sie es schon mal probiert, mehrere Pflanzen in eine Schale zusammen zu pflanzen?

Ein Freund von mir pflanzt immer 4 Pflanzen einer Art in eine Schale, das sieht schön aus, man stellt schnell fest, wenn mit einer Pflanze was nicht stimmt und das ist ideal, wenn man Samen von seinen Pflanzen gewinnen will, so kommt es kaum zu Fremdbestäubungen. Wichtig ist vor allem, dass sich die Pflanzen miteinander vertragen, da sie die selben Ansprüche an sie stellen. Pflanzen ein und der selben Gattung sind immer ideal, so wie Pflanzen, die von Natur aus nicht zu groß werden. Denken sie von vorne herein daran, dass das Arrangement höchstens 2 Jahre hält. Denn die Dornen sollten sich niemals berühren. Das führt zu Verletzungen bei den Pflanzen und an Ihren Händen beim nächsten Umtopfen.

Ich hoffe, ich habe alles Wichtige erwähnt. Für Anregungen und Verbesserungsvorschlägen bin ich immer zu haben.

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