Kakteenliteratur

Bitte erwarten Sie jetzt hier keine vollständige und bewertete Liste, was es im Moment an Kakteenliteratur gibt, das kann ich nicht leisten, aber ein paar Anregungen traue ich mir schon zu, zu geben.

Wer mit dem Kakteen-Hobby anfängt, bekommt sicher bald eines der vielen Pflegeanleitungen geschenkt. Die sind für den Anfang sehr geschickt, da sie alle Themenbereiche von Taxonomie bis zu den Spritzmitteln abhandeln. Wichtig ist da nur, dass sie auf dem neuesten Stand sind, denn Internet-Links und andere Adressen veralten schnell.

Die oben erwähnten Bücher besitzen meist einen Bildteil zum Bestimmen von Kakteen. Der reicht bald nicht aus, da dort nur eine kleine Auswahl von häufig gehandelten Arten abgebildet sind. Da hilft dann meist nur ein Wälzer wie z. B. der KakteenAtlas. Viele Bilder machen Spaß beim anschauen, weiter kommt man wenn zu den Bildern auch noch eine Kurzbeschreibung vorhanden ist.

Da es viel zu viele Arten gibt, um sie alle in einem Band abzubilden, greift man besser zu Büchern, die sich nur mit einer Gattung befassen. Da steht bei mir der 2-bändige Reppenhagen über die Mammillarien und die Hefte der DKG-Sonderveröffentlichungen. Das Heft: Die Gattung Astrophytum von K.-P. Kleszewski ist bei mir in regelmäßigem Gebrauch, weil man sich in ihm gut orientieren kann und gut geschrieben ist. So was liest man kaum am Stück durch. Das ist ein Nachschlagewerk, um sich zu orientieren, was man gerne hätte, oder zu bestimmen, was man bekommen hat.

Zur Literatur gehören natürlich die Zeitschriften, die in regelmäßigen Abständen von Vereinen wie Internoto, der DKG oder Fachgruppen angeboten werden. Dafür muss man aber Mitglied sein, um sie zu bekommen.

Natürlich gehören digitale Medien auch dazu. Im Internet soll es doch alles geben. Da besteht höchstens das Problem, es auch zu finden. Interessante Links sollte man als Lesezeichen speichern, damit man sie wiederfindet. Auch hier sind es wieder die Homepages der Kakteen-Vereine, die einem viel Informationen anbieten und ganz kostenfrei. https://notocactus.eu/, https://www.dkg.eu/ An der Endung .eu sieht man schon, dass man sich hier vor allem an Personen im deutschsprachigen Raum wendet. Klassische Werke wie den Ritter kann man bereits als pdf-Dateien im Internet finden und online lesen.

Was man von dem Angebot nutzt, dass muss jeder für sich entscheiden. Ich kann auf jeden Fall auf Gedrucktes noch nicht verzichten.

Der richtige Topf

Rebutia marsonieri
Acanthocalycium knipelianum

Die erste Frage dazu lautet: Soll ich Ton oder Kunststoff wählen. Der Ton- oder Ziegeltopf besteht aus einem natürlichen Material, das später einmal keine Belastung in der Umwelt darstellt. Durch sein Eigengewicht steht der Topf grundsätzlich gut, wenn er zum Boden hin nicht zu schmal wird. Die Materialstärke ist erheblich dicker wie beim Kunststofftopf. Im einer größeren Sammlung macht sich das durch größeren Platzbedarf bemerkbar. Bei größeren Pflanzen, wie bei Agaven, Epikakteen oder Ferokakteen führt das dazu, dass die Töpfe im Herbst und Frühjahr nur noch mit einem Sackkarren bewegt werden können.

Ein Anheben wird vor allem bei älteren Menschen schnell zu Kreuzschmerzen führen. Er ist meist innen nicht glasiert und kann so Wasser speichern, was uns zu einem Problem führt. Die Wurzeln werden diese Feuchtigkeit suchen, wenn das Substrat austrocknet. Dabei heften sich die Feinwurzeln intensiv an die Wand des Topfes an. Beim nächsten Umtopfen muss man diese Feinwurzeln vom Topfrand wegreißen. Die dabei entstehenden Wunden können zu Fäulnis führen, was fast immer den Verlust der Pflanze zur Folge hat.

Thelocactus panacottoanus n.n.

Die dritte Frage soll sich mit der Höhe der Töpfe beschäftigen. Vor allem bei den eckigen Kunstofftöpfen gibt es da eine große Auswahl. In tiefe Töpfe gehören alle Rübenwurzler wie zum Beispiel Ariocarpen und Sulcorebutien (teilweise). Aber auch viele andere Arten gefällt es wenn die Töpfe etwas höher wie breit sind. In denen hält sich die Feuchtigkeit länger, also für diejenigen, die die Pflanzen auch mal über die Ferien nicht betreut wissen. Meine Thelokakteen gedeihen in ihnen prächtig. Dann gibt es aber auch noch die Flachwurzler, wie die Rebutien, die sich in flachen Schalen am wohlsten fühlen. Meine Conophyten halte ich in einer flachen Schale, damit sie schnell austrocknet. Sicher kann dazu niemand sagen: Das oder jenes ist absolut richtig, das muss man selber ausprobieren.

Der Kunststoff-Topf ist dagegen leicht, sehr wetterbeständig, durch mehrere Abzugslöcher tritt zu viel Wasser gut heraus. Die kleineren Abzugslöcher lassen sich durch eine Gaze gut gegen Substrat verschließen. Gebrauchte Töpfe lassen sich gut reinigen und so wieder verwenden, dadurch werden sie erst nach vielen Jahren in der Müllverbrennungsanlage landen.

Die zweite Frage behandelt die Topfform: Rund oder eckig? In Pflanzenmärkten werden fast nur Pflanzen in runden Töpfen verkauft. Ob sie bei den Käufern beliebter sind oder bei denen das Eintopfen preiswerter möglich ist, kann ich nicht beantworten. Hier geht es nur darum: Lasse ich die Pflanzen im runden Topf oder topfe ich sie um? Also, bei mir stehen alle kleineren Pflanzen bis zur Topfgröße 12 in quadratischen Töpfen. Ich habe im Gewächshaus tiefe Tische, da bilden die Töpfe eine einheitliche Fläche, die ich gut mit der Gießkanne ohne abzusetzen, gießen kann. Auf den Tischen liegen große Wannen, bei denen ich gut kontrollieren kann, ob nach einiger Zeit alles Wasser aufgesogen worden ist. Die eckigen Töpfe besitzen gegenüber den runden eine größere Oberfläche, die ein leichteres Gießen ermöglicht, aber auch für die Verdunstung des Wassers vorteilhaft ist, denn die Töpfe sollen ja bis zum nächsten gießen kurzfristig abtrocknen.
Die ganz großen Töpfe haben einen Rand, wenn sie rund sind. Das erleichtert das „Handling“ enorm.

Notocactus rauschii

Haben sie es schon mal probiert, mehrere Pflanzen in eine Schale zusammen zu pflanzen?

Ein Freund von mir pflanzt immer 4 Pflanzen einer Art in eine Schale, das sieht schön aus, man stellt schnell fest, wenn mit einer Pflanze was nicht stimmt und das ist ideal, wenn man Samen von seinen Pflanzen gewinnen will, so kommt es kaum zu Fremdbestäubungen. Wichtig ist vor allem, dass sich die Pflanzen miteinander vertragen, da sie die selben Ansprüche an sie stellen. Pflanzen ein und der selben Gattung sind immer ideal, so wie Pflanzen, die von Natur aus nicht zu groß werden. Denken sie von vorne herein daran, dass das Arrangement höchstens 2 Jahre hält. Denn die Dornen sollten sich niemals berühren. Das führt zu Verletzungen bei den Pflanzen und an Ihren Händen beim nächsten Umtopfen.

Ich hoffe, ich habe alles Wichtige erwähnt. Für Anregungen und Verbesserungsvorschlägen bin ich immer zu haben.

Kakteenreise in die USA

Die herbstliche Stimmung da draußen lässt meine Gedanken in wärmere Gefilde schweifen. Wer an eine Reise in die USA denkt, denkt selten vorrangig an Kakteen. Die USA hat ja auch so viel mehr zu bieten. Trotzdem lässt sich das meist ganz gut miteinander verbinden.

am Cajon-Pass

Wir hatten nie Standortlisten oder GPS-Daten dabei. Man entwickelt schnell ein Gespür, wo Kakteen stehen könnten. Was nicht geht ist eine geführte Bustour oder auch eine fahrt mit dem Greyhound Bus oder der Eisenbahn. Man sollte spontan anhalten können, so verbietet sich auch der Interstate Highway, aber mit Mietwagen und übernachten im Motel, einem Zelt oder im Wohnmobil, das geht immer. Wobei Zelt und Wohnmobil die Möglichkeit bietet in der Natur selbst zu übernachten. Das ist ein einmaliges Erlebnis und Stateparks gibt es im Abstand von bequemen Tagesetappen über all in den USA und die besitzen alle Campgrounds, die aber in der Ferienzeit der US-Amerikaner vorgebucht werden müssen, wenigstens einen Tag vorher, damit man nicht plötzlich vor dem Tor steht.

Hier ein paar Bilder von dem klassischen Route 66 Trip, diesmal von Los Angeles nach Chicago. Das ist im Frühjahr geschickter, denn es ist in LA noch nicht so heiß und wenn man in Chicago ankommt, ist es dort nicht mehr so kalt.

Mamillaria tetrancistra

Das erste Bild stammt vom Cajon Pass, dort am Rande der Eisenbahngeleise stehen schöne Opuntien.

Richtig los gehen tut es mit den Kakteen, wenn man den Rio Grande überquert hat und auf der historic R 66 in die Berge fährt. Das zieht sich hin bis Kingman.

am Walnut-Canyon

Eine ganz andere Vegetation findet man bei Flagstaff im Walnut-Canyon, dort ist man an die 2000m hoch und man läuft im Wald.

Echinocereus fendleri

Der nördliche Teil des Petrified Forest nennt sich Painted Desert, da fanden wir Echinocereus fendleri und wieder ein Stück ostwärts bei Grant in den Lavafeldern den coccineus. New Mexiko ist so sehenswert, dass ich hier nicht anfangen möchte zu erzählen, sonst finde ich kein Ende. Was aber auch am Weg liegt ist bei Amarillo (Texas) der Palo Duru Canyon mit schönen Wanderwegen.

Echinocereus coccineus

Und zum Schluss noch unser letzter Standort an der Serviceroute südlich der Interstate bereits im Staate Oklahoma.

Kakteen haben Dornen

In der Entwicklungsgeschichte haben sich in besonders trockenen Gebieten aus den Blättern Dornen

Gymnocalycium monvillei

gebildet. Ausgangspunkt ist meist die mittlere Rippe eines Blattes, die verholzt oder durch Festigungsgewebe ein starres Gebilde entstehen lässt.

In trockenen Gebieten ist die Gefahr für die Pflanzen sehr groß gefressen zu werden, vor allem die weichen Blattteile, denn es gibt für die Pflanzenfresser wenige Alternativen. So bieten die Dornen einen Schutz.

Eulychnia sant-pieana

Doch besitzen die frühesten Kakteen noch Blätter zu den Dornen, die sie in der Trockenheit abwerfen, um weniger Feuchtigkeit zu verdunsten (Pereskia).

Oreocereus celsianus

Die Dornen entwickeln sich aus den Areolen, einem wolligen bis haarigem Polster, das sich auf den Rippen der Kakteen befindet. Diese Haare können sich zu einem dichten Geflecht ausbilden. Das hat die Aufgabe den Pflanzenkörper zu beschatten.

Bei heftigem Umgang mit der Pflanze kann sich das Areolenpolster mit den Haaren und Dornen von der Pflanze lösen.

Leuchtenbergia pricipis

Bei Leuchtenbergia principis sind die Dornen papierartig ausgebildet und sind bei mir in der Sammlung über 20 cm lang, während sie bei Sulcorebutia caniguerallii nur wenige Millimeter lang sind.

Sulcorebutia caniguerallii

Bei den Opuntien findet man in den Areolen noch winzige Dornen mit Widerhaken, den Glochiden. Sie haken sich gern in der Haut fest und man bekommt sie wegen ihrer Winzigkeit mit der Pinzette kaum zu fassen. Das ist auch wohl der Grund weshalb Opuntien ungern außerhalb eines Beetes im Garten kultiviert werden.

Thelocactus rinconensis

Die Dornen stehen für eine bestimmte Art in einem mehr oder weniger festen Anordnung, die als eine Möglichkeit zur Bestimmung der Pflanzen genommen werden kann.

Die Gattung Astrophytum – Sternkaktus

Heute herrscht Hochsommerwetter mit an die 30° Lufttemperatur. Im Gewächshaus ist es noch wärmer. Das hat die Blüten einiger meiner Astrophyten zum Öffnen gebracht. Es herrschen Bedingungen wie in Mexiko und die Pflanzen fühlen sich wohl.

verschiedene Astrophyten

Im Jahre 1837 wurde in Mexiko ein Kaktus von Europäern entdeckt, der keine Dornen aufwies. ( Bei den Einheimischen, den Indios, waren sie natürlich schon lange bekannt.) Er wurde gesammelt und beschrieben. Zu erst waren es nur 2 Arten in der Gattung Astrophytum, und bis heute hat man erst 6 Arten gefunden, dazu gehören aber noch etliche Varietäten und Formen oder wie man heute oft liest: Subspecies.

Der erste war also der Astrophytum myriostigma (Punkt-Stern-Kaktus). Wie in der Botanik lange Zeit üblich, bekamen die Pflanzen lateinische Namen. Unter den Kakteenforschern, waren auch etliche Deutsche, darunter auch Gärtner, die die Namen eindeutschten, da die Pflanzen so bessere Verkaufschancen hatten. Neben dieser Art gibt es auch Pflanzen denen die weißen Flöckchen auf der Oberfläche fehlen, die Form nudum = nackt.


Astrophytum vierrippig

Die zweite Pflanze, die man fand war der Astrophytum asterias (Meerstern oder Seeigelkaktus).

Kakteen, die nicht stechen, die lassen sich einfacher verkaufen und so versuchte man sie züchten, nicht nur sie weiter zu vermehren, sondern sie auch zu verändern. Daraus entstanden vierrippige und dreirippige Formen, die mir nicht gefallen.

asterias v nudum

Diese flach-runden Pflanzen sehen wie das Skelett eines Seeigels aus. Diese Pflanzen dürfen nur sparsam gegossen werden, sonst platzen sie auf. Sie wachsen gut in mineralischem Substrat und lieben die Sonne.

Nun hat man heraus gefunden, dass es weitere Pflanzen gibt, die diesen sehr ähnlich sind, aber Dornen besitzen. So gibt es heute auch Astrophyten mit Dornen wie Astrophytum capricorne, der im Alter seinen Körper in einem Wirrwarr von Dornen versteckt und Astrophytum ornatum, der zu einer schlanken Säule heran wächst. Meine Pflanze ist etwa einen Meter hoch und ungefähr 40 Jahre alt.

capricorne

Bei diesen Pflanzen versuchte man besondere Beflockung heran zu züchten. Im großen Bild rechts sieht man so eine Pflanze. Im Übersichtsbild befindet sich oben rechts eine Pflanze mit normaler Beflockung.

ornatum

Astrophyten blühen immer wieder den Sommer über wenn sie genug Sonnenlicht und Wärme bekommen, dann reicht auch ein Platz an der Südwand des Hauses. Im Winter sollten sie aber frostfrei stehen.

Jetzt, wo sie regelmäßig blühen, kann man die Blüten mit einem weichen Pinsel bestäuben, das heißt, den Pollen der einen Pflanze auf den Stempel einer anderen übertragen. Das funktioniert auch bei verschiedenen Astrophyten untereinander. Daran sieht man, dass die Pflanzen untereinander verwandt sind. Die schwarzen relativ großen Samen kann man im Frühjahr aussäen, dazu werde ich zu passender Zeit hier einen Beitrag schreiben.

senile

Die Beschreibung der Gattung ist nicht vollständig. Ich will hier nur einen Einstieg in diese Gattung anbieten.

Wenn die Blüten aufgehen

Hallo, und willkommen bei mir und meinem Hobby: Kakteen zu pflegen, sammeln, vermehren, zu fotografieren und über sie zu schreiben. Früher ging man in den Kakteenverein, heute geht man ins Internet. Und das versuche ich auch mal. Was heißt „mal“. Ich werde über das Jahr hinweg immer wieder über das was mit und um meine Kakteen passiert berichten. Dabei hoffe ich euch einige gute Tipps geben zu können.

Lobivia grandiflorus

Es ist ja nichts frustrierender wie ein Kaktus der nicht blüht. Damit meine ich nicht die hässlichen Strohblumen, sondern die Entwicklung von Knospen, das Aufgehen der Blüte, das Verblühen und vielleicht das Bilden einer Samenbeere. Den Samen kann man aussäen und neue Pflanzen heran ziehen.

All das ist spannend und ich möchte euch daran teilnehmen lassen. Dazu gehört natürlich auch, dass ich auf eure Fragen und Anregungen eingehe. Nun zu meinem ersten Beitrag: Das Erwachen der Blüten im Verlauf des Morgens. Über Nacht habe ich diese alte Pflanze von Lobivia grandiflorus in der Garage stehen gehabt, im Dunklen. Und als ich sie heute Morgen wieder vor das Haus stellen wollte, waren mehrere ihrer Blüten voll erblüht. Normalerweise brauchen die Blüten Sonnenlicht, viel Sonnenlicht, um zu blühen.

Selenicereus grandiflorus

Im Gewächshaus im Sonnenschein war zu dieser Zeit noch alles im Schlafmodus, alle Knospen geschlossen.
Daraus erkennt man, dass es Tagblüher und Nachtblüher bei den Kakteen gibt. Der berühmteste Nachtblüher ist Selenicereus grandiflorus, die Königin der Nacht. Sie geht langsam bei Sonnenuntergang auf, wartet auf ihre Bestäuber und geht bei Sonnenaufgang wieder zu.