APE-Einsatz im Alltag

Dass man die Ape als Möbeltransporter benutzen kann, habe ich euch ja bereits gezeigt. Hier nun ein anderes Einsatzgebiet: im Gasvertrieb. Da in südlichen Ländern die Verwendung von Gas in der Küche noch weit verbreitet ist, lohnt es sich für die Händler die Flaschen zum Kunden zu bringen. Die schmalen Gassen in den alten Ortschaftsteilen lassen zudem nur ein schmales Fahrzeug durch. Manchmal habe ich das Gefühl, die haben die Gassen der Ape angepasst.

Mit Fleisch, Rindfleisch & Schweinefleisch ist diese Ape mit Kühlschrank-Aufsatz in Ceva (Piemont) unterwegs. Die nächste ist nochmals im Möbeltransport unterwegs. Die Zusatzgeleuchtung am Überrollbügel ist nachts auf unbeleuchteten Straßen bestimmt von Vorteil. Die Ape fand ich in Ormea auch im Piemont.

Natürlich ist im Heimatland der Ape einfacher als anderswo sie zu finden, aber hier mal wieder ein Beispiel aus Deutschland, wo ein Bäcker seine Waren kostengünstig mit einer Ape ausfährt. Dass das ein zusätzlicher Hingucker mit guter Werbefunktion ist, wird Herr Stollenmeier aus Hüttlingen dabei einkalkuliert haben.

Calera Sicilia

Wem die Werbe-Flächen an der Ape noch zu klein sind, für diejenigen haben sich die Italiener etwas besonderes einfallen lassen: Die mobile Plakatwand. Sie kann überall dort hin gefahren werden, wo was los ist. Das ist der kleine Ableger, der amerikanischen Billboards an den Interstate Highways. Ob es einem gefällt, da wird man wohl streiten können, vor allem, wenn die Plakate älter werden.

Zum Abschluss muss jetzt noch ein besonderes Bild her. Kommen Sie mit nach Cefalù auf Sizilien. An einem Felsen mit römischen Ruinen klebt ein Städtchen mit engen Gassen und trotzdem sollen die Bewohner versorgt werden. Das ist das optimale Einsatzgebiet für eine Ape, und was die nicht alles tragen kann. Die Vorschriften für Ladungssicherheit sind sicher den Erfordernissen vor Ort angepasst. Wegen der rasanten Fahrt war mir kein schärferes Bild möglich.

Dreirad-Varianten

Eine der nettesten Dreiräder hat wohl die Mangelwirtschaft in Cuba hervor gebracht. Es darf nicht viel kosten, alles muss möglichst im eigenen Land verfügbar sein und muss günstig im Unterhalt sein. So was bekommt dann den cubanischen TÜV-Stempel und bewährt sich täglich im Straßengetümmel von Havanna. Im Reiseführer steht, dass man auf das Gefährt aus Sicherheitsbedenken nicht benutzen soll. Das mag seine Berechtigung haben, aber wer in einer Seifenkiste den Buckel runter fährt, frägt auch nicht nach dem Airback. Auf jeden Fall hat es Spaß gemacht. Das zweite Bild hat man mir geschickt. Das flotte Mietfahrzeug für die kurzen Strecken ist der Schlager in Uruguay.

Polizei L-A

Nicht weit davon entfernt, im Bruderstaat USA fanden wir dann dieses Gefährt. Das fällt dann wohl unter Trumps Grenz-Sicherheits-Ausrüstung. Nein, ich will nicht über die Polizei spotten, mit denen bin ich in den USA immer gut ausgekommen, und das Gefährt ist wendig und bewährt sich in seinem Einsatzbereich ausgezeichnet.

Bleiben wir noch einen Moment in den USA. Autoliebhaber ist die Route 66 ja ein muss. Wer ausgefallene Fahrzeuge und noch ausgefallenere Personen finden will, der muss die Old Route 66 abfahren. Da stand vor einem Bikerladen dieses Gefährt, man muss einfach mit der Zeit gehen. Als Einsitzer, vermutlich mit E-Antrieb wird er wohl im Einsatz zwischen Starbuck und McDonald sein. Eigentlich gehört hier ja noch ein auf Hochglanz getiltes Trike hin, aber für die habe ich ein eigenes Post im Hinterkopf.

IGA Berlin 2017

Machen wir einen Sprung auf die IGA in Berlin. Ein wenig schimmert noch die APE durch, sonst ist das ein Zwitter zwischen Dragster und Funcar. Eher erwartet man so ein Gefährt an der Cote d´Azur oder in Indonesien, aber die Zeiten ändern sich in Berlin, Berlin ist eine Welthauptstadt und zeigt es auch.

T-Rex

Den Höhepunkt fand ich, Sie werden es kaum glauben, in Hannover. Hier hat man einen schon ausgestorbenen Dionosaurier zum Leben erweckt. Ein absoluter Hingucker, vor allem wenn der Besitzer mit dem Lenkrad unter dem Arm in sein Vehikel krabbelt, sein Lenkrad einsetzt und mit deutlich mehr Akustik als nötig sich in den Verkehr einreiht. Da soll noch mal jemand sagen: Ein Dreirad ist nicht IN.

Die Anfänge der Ape

Die Anfänge reichen bis in das Jahr 1947 zurück, als man den Versuch macht das hintere Einzahlrad einer Vespa durch ein Achse mit 2 Rädern zu ersetzen, wodurch eine Ladefläche entstand. Mit einem 125 cm³-Motor, der über ein 4-Gang-Getriebe verbunden war, konnte 200 kg transportiert werden.

1953 gönnte man der APE schon einen 150 cm³ großen Motor, der Ape B. 1956 kam dann die Ape C mit einer geschlossenen Fahrerkabine. Auch versuchte man sich an einer 3-achsigen Version, einem in der Art mini Sattelschlepper.

1967 kam die Ape MP auf den Markt mit einem 190 cm³ großen Motor und einer Tragleistung von 500 kg.

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Der nächste größere Schritt war die Einführung der Ape 50, die nun unter die Kleinkrafträder fiel und für den leichten Transport von waren mit maximal 200 kg Zuladung konzipiert war.

1972 erschien das Ape Car mit einer geräumigeren Kabine, einem 216 cm³ großen Motor und 550 kg Traglast. Damit ist die Geschichte der Ape noch längst nicht zu Ende. Seid gespannt auf die nächste Folge und vielen Bildern.

Kakteen in Griechenland

Nach dem etliche Mitbürger auf den Peleponnes fahren, um dort zu überwintern, scheint es dort das ganze Jahr über, zu mindest an der Küste so warm zu sein, dass Kakteen dort gedeihen könnten. Ich war letztes Jahr neun Wochen in dem Land und habe vor dort auch wieder hin zu fahren, aber nicht wegen der Kakteen.

Euphorbia spinosa

Als Kakteensammler schaut man sich schon etwas genauer um, ob man nicht irgend wo Sukkulenten in der freien Natur findet. Nein, das ist glücklicher Weise nicht der Fall. Anders als in Italien haben sich die Opuntien hier noch nicht verbreitet. Die Natur ist noch in ihrem ursprünglichen Zustand. Was man finden kann, das sind Euphorbien, die wohl auch ohne Unterstützung des Menschen aus Nordafrika hier eingewandert sind.

Baumartige Wolfsmilch

Diese fanden wir vor allem auf der Halbinsel Mani. Anfang Mai leuchteten die Blütenstände von zart Grün über Gelb bis kräftig Rot. Die Euphorbien wuchsen in so dichten Beständen, dass sie landschaftsprägend waren. Hier waren die Hänge so karg, dass nur noch ein paar Ziegen damit zurecht kamen.

Spanischer Mauerpfeffer

In Delphie fand ich das Sedum hispanicum in einer Mauer, das sicher auch in den Felsen oberhalb der Ausgrabungsstätte vorkommt. Das Pflänzchen wuchs ganz isoliert von anderen, so dass es sich von hier aus kaum weiter verbreiten kann.

Opuntia ficus-indica

Die Kakteen, die ich fand, wuchsen vor allem in oder um die Ortschaften. So wuchs auch an einer Stelle an der Felsküste innerhalb des Ortes Opuntia ficus-indica. Mit ihr zusammen befanden sich auch noch einige Agaven. Der Küstenstreifen war nur auf einem kurzen Stück felsig und lief dann schnell zu einem flachen Sandstrand aus. Dahin werden sich die Opuntien nicht ausbreiten können.

Cereus peruvianus var. monstrosus

Auf unseren Fahrradtouren fanden wir in einem Obstgarten am Zaun ein riesiges Exemplar von Cereus peruvianus var. monstrosus. Da diese Varietät mir als sehr blühfaul bekannt ist, schaute ich mir darauf hin die Pflanze genauer an. Ich fand nur zwei Blütenreste vom vergangenen Jahr an der Pflanze. Nun können da ja noch etliche abgefallen sein, was ich nicht nachprüfen konnte.

Opuntia microdasys

An einem unserer letzten Tage fuhren wir an diesem schönen Exemplar von einer Opuntia microdasys vorbei. Sie stand am Zaun eines Gartens und fing gerade an zu blühen. So mancher Tourist wird an dem schönen Stock vorbei gekommen sein und die feinen Glochiden (Dornenform mit Widerhaken) verflucht haben. Sie weiß sich vor Dieben zu schützen.

Aloe vera

Direkt vor dem Campingplatz stand dann noch eine Aloe vera. Wie die dort hin kam, wäre eine weitere Geschichte. Die müsste aber jemand anderes erzählen. Beim ersten Sonnenbrand könnte sie weißhäutigen Nordlichtern Linderung verschaffen. Vielleicht hat ein Stammgast sie dort eingepflanzt, da er regelmäßig seine Sonnencreme vergisst?

Ape in Crailsheim

Das ist also meine Startseite in ein neues Thema hier auf meiner Homepage. Das Thema beschäftigt mich schon einige Jahre und es sind eine Menge Fotos zusammen gekommen. Die meisten Bilder hatte ich auf google+ veröffentlicht, das eingestampft wird. Hier nun ein Neuanfang und wie immer mit kleinen Geschichten rund um die Bilder.

Bilder die neben einander erscheinen sind oft vom Programm geschnitten, dann die Bilder bitte zur vollen Größe anklicken.

Ganz in meiner Nähe steht die Ape des Möbelhauses Köhler. Die Kiste auf der ladefläche deutet vielleicht darauf hin, dass sie einen Aufbauservice für die bei ihnen gekauften Möbel anbieten. Von der Ladefläche her, bietet die Ape wohl nicht so viele Transportmöglichkeiten. Dass man damit durchaus einen Umzug bewerkstelligen kann, zeigt ein Bild aus Bosa (Sardinien).

An diese Ape denke ich bei fast jeder Tasse Kaffee zu Hause. Sie sollte nur kurz in Crailsheim weilen. Nicht weil sie nicht als Werbung gut geeignet war, sondern weil sie einfach weg getragen wurde, um sie in der Jagst zu versenken.

Leider hat es sich nicht gelohnt Ape auf Dauer bei einem renommierten Fahrradgeschäft zu verkaufen. Die Verkaufszahlen waren wohl zu gering. Genug Aufmerksamkeit wird das Gefährt auf sich gezogen haben. Keine Ahnung, was aus ihm geworden ist. Seit längerem habe ich es nicht mehr gesehen.

Messerschmidt Grabmahle

Dieser Ape fehlt nur der Hinkelstein von Obelix, um den richtigen Blickfang abzugeben, aber wer will schon einen Hinkelstein auf dem Grab stehen haben. Da sind der Werbung grenzen gesetzt.

GFC

Der ist ja nicht direkt in Crailsheim zu Hause, kommt aber immer mal wieder in die „große Kreisstadt“, da hier einfach mehr Publikum zu finden ist. Ein Gabelstabler dürfte mit dem Leichtgewicht keine große Mühe haben.

Hier habe ich noch eine besondere Ape, fahren habe ich sie noch nie gesehen, aber immer wieder befindet sie sich an einer anderen Stelle. Die Tankstelle habe ich mir auch angesehen. Richtig, hier gibt es Milch aus dem Automaten, die Ape scheint aber nicht damit zu fahren.

Wer Lust auf mehr hat, ob Tuc-Tuc oder im Polizeieinsatz, der benutzt am besten den follower-link, dann ist er immer aktuell dabei, wenn was Neues kommt.

Auf der „Old Route 66 von Barstow zum Colorado

Bevor wir uns das lange Stück durch die Mojawe-Wüste vornehmen, biegen wir kurz nach Barstow auf die IS 15 Nord ab, um nach wenigen Kilometern die Ghost-Town Calico zu erreichen. Für Besucher der Ghost-Town ist der Campingplatz frei.

Die ehemalige Ortschaft ist abgebrannt, so hat man aus der Umgebung alles Verfügbare zusammen getragen und hat damit dieses Ensemble aufgebaut. Mit etwas Fantasie kann man sich vorstellen, wie die menschen in den Goldrausch-Zeiten gelebt hatten. Dafür sollte man vor Ort übernachten, um bei Öffnung des Parks da zu sein. Später stehen die Busse zuhauf vor dem Eingang und das Feeling ist wie in jedem anderen Freizeitpark.

Spaß hat die Fahrt mit der kleinen Dampfbahn gemacht, da der Lokführer uns über eine Lautsprecheranlage viel über den Ort und das ehemalige Leben hier in der Gegend erzählte. Man muss sich etwas Zeit nehmen, um die Kleinigkeiten zu entdecken, wie einen Badezuber eines Chinesen, der hinter einem haus im Freien steht.

Dann geht es aber weiter, das heißt ein Stück zurück, um zur IS 40 zu gelangen. Die alte Route 66 heißt hier National Trails Hwy und verläuft zu erst nördlich, später südlich des IS 40 meistens entlang den Gleisen der BNSF Eisenbahngesellschaft. Deren kilometerlange Züge etwa alle 10 Minuten zu beobachten sind.

Die Gegend ist eine der trockensten Wüsten der USA. Die Pflanzen sind nicht all zu dicht gesät, aber bei einem Stopp konnten wir doch etliche schöne Exemplare finden. – Die Straße senkt sich langsam hinunter zum Colorado River, der bei Needles so gar nichts mehr vom Grand Canyon an sich hat. Viel Wasser wird für die Landwirtschaft abgezapft, so dass kaum noch was nach Mexiko hinein fließt. Wer kann es den Mexikanern verdenken, dass sie dort hin streben, wo das Wasser her kommt.

Torrey Pines State Natural Reserve

Dieser Park ist ein Freizeitpark mit Wanderwegen auf denen man die Düne nördlich von San Diego (CA) erkunden kann und vor allem einiges über die botanische Vielfalt und Bedeutung der Pflanzen erfahren kann.

Bilder sind beschnitten, bitte anklicken.

Wir kamen vom Badeort Del Mar die Küstenstraße entlang. Ein großer Parkplatz, der bewacht wurde (s. Foto) ist für die Surfer gedacht, die vor der Klippe guten Aufwind erwarten können. Dann geht die Straße steil die Düne hinauf und endet an einem Parkplatz mit Visitorcenter. Gegen eine geringe Gebühr bekommt man einen Tagespermit und Informationen, wie man seinen Tag gestalten könnte.

Bevor wir den Picknick-Platz aufsuchten, wollten wir uns erst mal die namengebenden Torrey-Pinien anschauen. Sie stehen in einem kleinen Wäldchen auf der Kuppe und sind für die Stabilität der Düne verantwortlich. Die Pinien weisen sehr lange Nadeln auf, mit denen sie das Wasser aus dem Nebel kämmen und so die ganze Kuppe auch im Sommer mit Wasser versorgen.

Die einzelnen Wege sind gekennzeichnet und besondere Pflanzen sind exemplarisch über große Schilder erklärt. Zum Meer hin wird der Pflanzenwuchs immer flacher. Hier stehen die Kakteen vor allem. Wir waren überrascht über die Vielzahl von Arten, die hier wachsen. Da es hier bedeutend wärmer ist wie im Küstengebirge, fingen hier die Ferokakteen schon an zu blühen.

Natürlich sollte man immer mal wieder die Nase heben und den herrlichen Blick von der Düne auf das Meer und die Gegend um einen herum genießen. Ja, und da war ja auch noch der Picknick-platz.

Sprühnebel im zeitigen Frühjahr

Ein stabiles Hoch über Frankreich und wir haben hier in Deutschland bis zu 8 Stunden Sonnenschein. Die geschwächten Kakteen im Gewächshaus schlaucht das ziemlich. Es wird bereits über 30° warm, aber nachts haben wir immer noch Frosttemperaturen vor der Tür.

Ich möchte gleich zu Beginn feststellen, dass meine Äußerungen sich auf meine Gewächshauskultur beziehen. Wer seine Pflanzen in anderer Form überwintert, hat die hier geschilderten Probleme in der Form nicht.

Das Einfachste ist, um den hohen Temperaturen entgegen zu steuern ist, genügend zu lüften, aber rechtzeitig, so lange noch die Sonne auf Gewächshaus scheint, die Fenster schließen, dass sich noch etwas Wärme für die Nacht im Gewächshaus aufbauen kann. Die Hydraulik-Stäbe habe ich ausgehangen, da ein Holzklotz im Moment die flexiblere Lösung ist.

Dann sollte man möglichst früh die Pflanzen besprühen, die Oberfläche des Substrats sollte aber nicht durchnässen, sonst faulen die Pflanzen im Hand-umdrehen weg. Die Sprühflasche halte ich penibel sauber, um das Verstopfen der Düse zu vermeiden. So leere ich die Flasche nach dem Sprühen und lasse sie trocken stehen bis zum nächsten Mal. Dann bilden sich auch keine Algen da drin. Ich nehme Regenwasser, um die Kalkstreifen auf der Epidermis zu vermeiden, so wie diversen Zusätze, die das Wasserwerk zu gibt, um die Qualität zu halten.

Seit einigen Jahren gebe ich aber ein Stärkungsmittel hinzu. Ob das hilft, kann ich nicht beweisen, aber ich glaube, dass das Mittel die Pflanzen robuster macht und sie damit nicht so anfällig gegen Schädlinge und andere Feinde sind. Sicher könnte ich auch einen Brennnessel-Extrakt verwenden, aber die gibt es im Moment noch nicht und wenn ich den als Saft im Reformhaus hole, bekomme ich vielleicht das selbe. Dass sich da ein Firmennamen eingeschlichen hat, bitte ich als Information und nicht als Schleichwerbung anzusehen.

Desert View Tower

bei Ocotillo

Wir kamen die IS 8 von Phoenix und wollten nach San Diego (CA). Nach Yuma geht es ziemlich nah an der mexikanischen Grenze entlang. Nach Ocotillo geht es die Berge hinauf. Der Randstreifen wird sehr breit, so dass wir unser Wohnmobil weit von der Straße weg parken konnten, denn wir befanden uns in einem außergewöhnlichem Kakteengebiet.

Die vielen Ferokakteen konnte man schon vom Wagen aus sehen. Wir drehten eine Runde und bestaunten die großen Pflanzen. Bald rissen wir uns von diesem Platz los, denn die nahe mexikanische Grenze oder mehr die Grenzpolizei und unser Stop auf der Autobahn trübte uns die Stimmung.

Aber alles ging gut und als wir kurz darauf bei der nächsten Ausfahrt den Hinweis zu einem Desert View Tower sahen, folgten wir dem Schild. Wir landeten bei einem Kuriosum, wie man es so wohl nur in den USA finden kann. Den Turm hat wohl nie ein Statiker gesehen und eine Genehmigung wird auch niemand eingeholt haben. Innen fanden wir eine kuriose Sammlung von allem Möglichen, aber oben hatte man einen schönen Ausblick. Gegenüber gab es einen Steingarten in dem man den Steinen, so wie die Natur sie geformt hat, mit Farbe nachgeholfen hat. So entstand ein kleiner Irrgarten.

Für uns am Überraschendsten waren die über all angepflanzten Kakteen, vor allem die Cylindroopuntien in ihrer Farbenvielfalt überraschte uns. Kaffee und Kuchen gab es auch. So fuhren wir später voll mit Eindrücken weiter. Übrigens hört die Wüstenvegetation kurz danach abrupt auf. Mit Erreichen der Passhöhe war alles grün und auch frischer. Die Regenwolken regnen sich an den bergen hinter San Diego ab und danach kommt die Wüste.

Aussaat von Kakteen

Warum sollte man das tun, es gibt doch so viele Pflanzen zu kaufen! Zum einen ist das Aufbauen einer Sammlung so viel billiger. Zum anderen macht es viel Spaß den Pflanzen beim Heranwachsen zuzusehen. Aber damit es wirklich ein Spaß wird, sollte man einige Dinge beachten:

Über die Samenernte, Aufbewahrung und Beschriftung habe ich schon mal geschrieben. Jetzt sollte der Samen auf Sauberkeit geprüft werden. Reste der Beere am Samen könnte uns später Schimmel oder Bakterien bescheren. Finden wir so etwas, sollte man den Samen in ein Gefäß mit Wasser schütten, warten bis sich die Beeren-Reste aufgelöst haben, alles gut schütteln und dann das Wasser mit den Beeren-Resten vorsichtig abgießen. Der Samen wird auf ein Küchentuch auf das Fensterbrett geleert, wo sie schnell trocknen.

Für die Aussaat sollten man absolut saubere Töpfe verwenden, also entweder neue kaufen oder die gebrauchten in sehr heißem Wasser reinigen. In den Geschirrspüler habe ich mich noch nicht getraut sie zu packen.Die Größe der Töpfe richtet sich nach der Samenmenge. Ich verwende quadratische 6er-Töpfe für etwa 20 Korn. Dann können sie gut 1 Jahr dort bleiben. Größere Töpfe könnte man durch Hölzchen in Fächer unterteilen, aber Vorsicht: Die Samenkörner reißen gern mal aus.

Dann muss Aussaat-Erde gekauft werden. Manche habe da ihre spezielle Mischung, andere nehmen die aus dem Baumarkt. Ich verwende rein mineralisches Substrat auf der Grundlage von Bims. Auf humoser Erde bildet sich leicht Moos, das die Sämlinge verdrängt.

Im nächsten Schritt sollte man für jede Samenportion ein Schildchen schreiben. Bleistift auf Polystyrol ist recht langlebig. Wer auf Nummer sicher gehen möchte und im nächsten Jahr wieder aussäen, für den lohnt sich auch ein beheizbares Anzucht-Gewächshaus. Die passen meist auf die Fensterbank.

Aufgehangen unter das Gewächshausdach geht es auch

Dann kann es los gehen: Substrat bis 1 cm unter den Rand des Topfes füllen, den Samen AUF das Substrat verteilen und die mit 2 mm großen Quarzkies dünn abstreuen. Schildchen hinein stecken. In das Anzuchtgewächshaus stellen oder die Töpfe mit einer Frischhaltefolie verschließen. Die Töpfe werden von unten mit lauwarmen Wasser angegossen bis das Substrat oben feucht aussieht.

nach einem Jahr

Besondere Verfahren sind noch das Beizen von Samen. Die Mittel mit Anwendungsbeschreibung bekommt man beim Kakteenfachhandel. Früher wurde häufig noch Chinosol ins erste Wasser gegeben, um alles keimfrei zu halten. Das gibt es nun nicht mehr zu kaufen. Wer bis zu diesem Punkt sauber gearbeitet hat, kann auch darauf verzichten.

nach 3 Jahren zum Teil blühfähig

Jetzt sollte unsere Aufzucht bei etwa 25°C an einem hellen Platz stehen und die ersten 2 Wochen oberflächlich nicht abtrocknen, dann zeigen sich je nach Art in etwa 6 Tagen die ersten Keimlinge.