Hier erfahrt ihr, was wir auf unseren Reisen erlebt haben.
Autor: kaktushorst
Bin Rentner und verheiratet, lebe in Nord-Württemberg, pflege seit Jahrzehnten eine Kakteensammlung, aber im Moment zieht es mich vor allem mit dem Wohnmobil Neues kennen zu lernen.
In meinem letzten Blogbeitrag habe ich etliche botanische Begriffe verwendet, die ich hier mit einer Schemazeichnung erklären möchte. Früher hat man vor allem die lateinischen Begriffe verwendet, die aber den englischen Begriffen sehr ähnlich sind. So findet man auch in deutschen Texten oft die englischen Ausdrücke, darum sind beide angeführt.
Nun kannst du die Begriffe mal versuchen anzuwenden. Dazu habe ich eine Blüte von Notocactus ottonis fa. BO 07 aufgeschnitten. Das ermöglicht einem den besseren Einblick in die Blüte. Wenn dein Notocactus ottonis etwas anders aussieht, dann hat das damit zu tun, dass es je nach Standort verschieden aussehende Pflanzen gibt, die aber alle in den wesentlichen Merkmalen dem von Lehmann 1827 beschriebenen Notocactus ottonis entsprechen.
In der Entwicklungsgeschichte haben sich in besonders trockenen Gebieten aus den Blättern Dornen
Gymnocalycium monvillei
gebildet. Ausgangspunkt ist meist die mittlere Rippe eines Blattes, die verholzt oder durch Festigungsgewebe ein starres Gebilde entstehen lässt.
In trockenen Gebieten ist die Gefahr für die Pflanzen sehr groß gefressen zu werden, vor allem die weichen Blattteile, denn es gibt für die Pflanzenfresser wenige Alternativen. So bieten die Dornen einen Schutz.
Eulychnia sant-pieana
Doch besitzen die frühesten Kakteen noch Blätter zu den Dornen, die sie in der Trockenheit abwerfen, um weniger Feuchtigkeit zu verdunsten (Pereskia).
Oreocereus celsianus
Die Dornen entwickeln sich aus den Areolen, einem wolligen bis haarigem Polster, das sich auf den Rippen der Kakteen befindet. Diese Haare können sich zu einem dichten Geflecht ausbilden. Das hat die Aufgabe den Pflanzenkörper zu beschatten.
Bei heftigem Umgang mit der Pflanze kann sich das Areolenpolster mit den Haaren und Dornen von der Pflanze lösen.
Leuchtenbergia pricipis
Bei Leuchtenbergia principis sind die Dornen papierartig ausgebildet und sind bei mir in der Sammlung über 20 cm lang, während sie bei Sulcorebutia caniguerallii nur wenige Millimeter lang sind.
Sulcorebutia caniguerallii
Bei den Opuntien findet man in den Areolen noch winzige Dornen mit Widerhaken, den Glochiden. Sie haken sich gern in der Haut fest und man bekommt sie wegen ihrer Winzigkeit mit der Pinzette kaum zu fassen. Das ist auch wohl der Grund weshalb Opuntien ungern außerhalb eines Beetes im Garten kultiviert werden.
Thelocactus rinconensis
Die Dornen stehen für eine bestimmte Art in einem mehr oder weniger festen Anordnung, die als eine Möglichkeit zur Bestimmung der Pflanzen genommen werden kann.
Kakteen mit eindeutig hängendem Wuchs sind nicht sehr häufig anzutreffen. Wir müssen uns vorstellen, dass sie in Felswänden wachsen und dann ist der hängende Wuchs eindeutig sicherer, als wenn sie senkrecht nach ober streben würden.
Cleistocactus aureispina war eine meiner ersten Kakteen. Sie blühte regelmäßig, war aber durch ihre derben Dornen nicht unbedingt einer meiner Lieblinge.
langröhrig Cleistocactus vulpis-cauda
Vor einigen Jahren brachte dann eine Kollegin eine Pflanze mit in die Schule, um die ich mich weiter kümmerte, um mal ihre Blüten zu sehen. Dann war es klar, dass es sich um Cleistcactus vulpis-cauda (Fuchsschwanz) handelt. Ihre weichen Dornen waren mir gleich sympatischer.
Cleistocactus winteri subs. colademenonis
Einige Jahre später gab es dann einen Hype wegen Cleistocactus collademenonis. (Affenschwanz) Jeder wollte sie haben und zu horrenden Preisen wurde sie angeboten. Ist sie das wert? Sicher, zum einen sind die weichen Triebe und Dornen ein Anziehungspunkt. Selbst vehement Kakteen ablehnende Personen sind entzückt, wenn sie sehr zögerlich die Pflanze berühren. Zu dem blüht sie reichlich vom frühen Sommer bis zum späten Herbst. In der Zwischenzeit ist der Samen bei Händlern erschwinglich und häufig werden Stecklinge angeboten, so dass ich seit 2 Jahren auch diese Pflanze besitze.
Zum Schluss noch ein Bild von Cleistocactus strausii. Das Kopfstück auf eigener Wurzel ist mittlerweile auch schon 1,60 m hoch und hat dieses Jahr etwa 30 Blüten hervor gebracht.
Was das mit Kakteen zu tun hat?… Aber natürlich, Kakteen besitzen Beerenfrüchte und einige davon sind essbar, ob es auch giftige gibt ist mir nicht bekannt, also Vorsicht! In den USA wurde uns Gelee von Saguaro-Früchten (Carnigea gigantea) angeboten und auch die Früchte der Epiphyllen sind saftig und süß, nur wie bekomme ich die Samenkörner da hinaus?
Stenocactus
Die Frucht in den Mund stecken und die Früchte auslutschen, bis man nur noch die Kerne im Mund hat, und die Dornen in den Lippen? Das muss doch auch einfacher gehen und es geht.
Die Frucht bei den Stenokakteen ist kaum mehr als eine Haut um die Samenkammer, die plötzlich aufreißt und die Samen offen darbietet. Schön für uns, aber eigentlich für die Ameisen gedacht, die die Energiebomben mit Stärke und Eiweiß in ihren Bau bringen. Die Aussaat erfolgt dabei mehr unabsichtlich, da so manches Samenkorn auf dem Heimweg verloren geht.
Gymnocalycium bruchii
Bei Gymnocalycium bruchii bleiben die Samenkörner noch in der aufgeplatzten Hülle, während bei den Astrophyten die Hülle an mehreren Stellen von oben nach unten aufreißt und so den Samen offen darbietet.
Astrophytum miriostigma
(Damit die Seite nicht zu lang wird, habe ich die Bilder bewusst klein eingebunden, zum genauen Anschauen bitte drauf klicken-Danke.)
Eine andere Form von Beere finden wir bei Paodia ayopajana.
Sie entwickelt eine Holhlfrucht, wie ein aufgeblasener Luftballon. Der Samen entwickelt sich an der Innenseite der Beere und fällt nach der Reife trocken nach unten, dann wird die Hülle auch trocken, färbt sich beige-grau und man kann sie gut vom Pflanzenkörper entfernen. Nur Vorsicht, wo die Hülle aufreißt, sonst verteilen sie sich überall hin.
Epitilanta micromeris
Parodia ayopayana
Epithelanta micromeris wird von vielen Sammlern wegen ihrer Beeren gesammelt, die weit auffallender wie die kleinen rosa Blütchen die Pflanzen schmücken. Diese Beeren beinhalten selten mehr als 3 oder 4 Samenkörner, die meist durch Selbstbestäubung entstehen. Man sollte sie auch richtig austrocknen lassen, dann lassen sich die Samen leicht hinaus drücken.
Zum Abschluss möchte ich euch die Frucht von Cleistocactus strausii vorstellen. Die hat mich dieses Jahr total überrascht, da ich von dieser Gattung nur eine Pflanze besitze. Sie hat gut 30 Blüten über gut 2 Monate hervor gebracht und nun auch eine Beere.
Cleistocactus strausii
Wenn sie ganz trocken ist werde ich sie abnehmen. Aber hier sind die Samenkörner im Fruchtfleisch eingebettet wie zum Beispiel auch bei den Echinocereen. Die Beeren, bzw. das Fruchtfleisch dient als Nahrung für Vögel und Eidechsen und der Samen wird über den Kot verbreitet. -Ist nicht zur Nachahmung zu empfehlen.- Wenn man die Beere in einen Becher mit Wasser legt, so löst sich das Fruchtfleisch von den Beeren und man kann es mit einer Gabel entfernen. Dann leere ich das Wasser mit den Beeren über ein Papier-Küchentuch und lege es zum Trocknen auf die Fensterbank. Sinnvoll ist es auch den Samen irgend wie zu beschriften, nein, nicht auf den Samen selber, aber ein Plastik-Steckschildchen mit Bleistift beschriftet tut gute Dienst. Dann sollten die Samen in eine beschriftete Papiertüte wandern, damit sie trocken bis zum Aussaat-Zweitpunkt gelagert werden können. Fast alle meine Pflanzen sind von mir aus Samen gezogen, was viel Freude bereitet. Heute säe ich nicht mehr viel aus, sondern verteile den Samen an Interessenten und kann mich so bei denen bedanken, von denen ich über Jahre Samen bekommen habe.- Und nun viel Spaß bei der Beerenernte.
Ich muss gestehen, ich habe meine Kakteen 3 Tage in brütender Hitze alleine gelassen. Danach war natürlich einer meiner ersten Gänge zum Gewächshaus. Dabei stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass mein Oreocereus celsianus 3 Knospen zeigt.
Dazu muss ich erklären, dass ich diese Pflanze vor gut 20 Jahren bekommen habe, gepfropft auf Cereus peruvianus. Vor 3 Jahren musste ich die Pflanze abschneiden, da sie fast am Giebel meines Gewächshauses angelangt war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nie Knospen oder Blüten an der Pflanze beobachten können.
Cleistocactus winteri subs. colademenonis
Gleich nach dem Köpfen fing sie an zu blühen. Das passiert schon mal, wenn die Pflanze befürchtet ab zu sterben, dass sie noch schnell blüht, um sich über ihren Samen zu erhalten. So hat sie im Jahr drauf nicht geblüht, aber langsam Wurzeln gebildet. Jetzt steht der Oreocereus schon ziemlich fest in seinem Topf und blüht erneut.
Gleich im Eingangsbereich konnte ich eine weitere Pflanze fotografieren und damit komme ich zum heutigen Thema, denn es ist Cleistocactus winteri subs. colademononis (Diers & Krahn) D. R. Hunt
* Winterocereus colademononis (Diers & Krahn) D. Metzing & R. Kiesling
Der oberste Name ist der zuletzt veröffentlichte und der allgemein anerkannte. Hildewintera colademononis Diers & Hahn ist der zu erst veröffentlichte und deshalb werden diese Namen der Autoren in Klammern dazu gesetzt. Mottram meinte, dass die Pflanze eher zur Gattung Cleistocactus gehört und benannte sie um, während Metzing & Kiesling sie zur Gattung Winterocereus stellten.
Diese Namen sind Synonyme, jeder der Personen hat die Namensänderungen begründet und die Namensänderungen nach den offiziellen Regeln durchgeführt, deswegen sind sie auch weiterhin richtig. Oft ist die Liste der Namen für eine und die selbe Pflanze noch viel unübersichtlicher und so mancher Pflanze war es am Schluss egal, wie man sie genannt hat. 😉
Thelokaktus phymatothele
Die nächste Pflanze ist Thelokaktus phymatothele. Falls du dich fragst, was das nun mal bedeuten soll, hier die Erklärung: Thelokaktus leitet sich von dem griechischen Wort tele = Warze ab. Der Pflanzenkörper strukturiert sich stark in Warzen; und phymatothele = geschwollene Warzen. Vielleicht kannst du was damit anfangen, wenn du das Foto betrachtest.
Feststellen kann man auf jeden Fall, dass die ersten Pflanzennamen sich stark von der griechischen oder lateinischen Sprache ableiten. Später hat man mit dem Namen Forscher, Botaniker oder Gärtner geehrt, wie zum Beispiel beim Notokaktus hostii, in diesem Fall ist es die Form purpureus. Horstii leitet sich vom Kakteensammler Leopold Horst her und purpureus beschreibt die abweichende Blütenfarbe. Damit haben wir eine weitere Möglichkeit eine Pflanze zu benennen, nach ihrem Aussehen. Als letztes fällt mir noch die Möglichkeit ein eine Pflanze nach ihrem Standort zu benennen: Ort, Landschaft, Fluss oder ähnlichem.
Heute herrscht Hochsommerwetter mit an die 30° Lufttemperatur. Im Gewächshaus ist es noch wärmer. Das hat die Blüten einiger meiner Astrophyten zum Öffnen gebracht. Es herrschen Bedingungen wie in Mexiko und die Pflanzen fühlen sich wohl.
verschiedene Astrophyten
Im Jahre 1837 wurde in Mexiko ein Kaktus von Europäern entdeckt, der keine Dornen aufwies. ( Bei den Einheimischen, den Indios, waren sie natürlich schon lange bekannt.) Er wurde gesammelt und beschrieben. Zu erst waren es nur 2 Arten in der Gattung Astrophytum, und bis heute hat man erst 6 Arten gefunden, dazu gehören aber noch etliche Varietäten und Formen oder wie man heute oft liest: Subspecies.
Der erste war also der Astrophytum myriostigma (Punkt-Stern-Kaktus). Wie in der Botanik lange Zeit üblich, bekamen die Pflanzen lateinische Namen. Unter den Kakteenforschern, waren auch etliche Deutsche, darunter auch Gärtner, die die Namen eindeutschten, da die Pflanzen so bessere Verkaufschancen hatten. Neben dieser Art gibt es auch Pflanzen denen die weißen Flöckchen auf der Oberfläche fehlen, die Form nudum = nackt.
Astrophytum vierrippig
Die zweite Pflanze, die man fand war der Astrophytum asterias (Meerstern oder Seeigelkaktus).
Kakteen, die nicht stechen, die lassen sich einfacher verkaufen und so versuchte man sie züchten, nicht nur sie weiter zu vermehren, sondern sie auch zu verändern. Daraus entstanden vierrippige und dreirippige Formen, die mir nicht gefallen.
asterias v nudum
Diese flach-runden Pflanzen sehen wie das Skelett eines Seeigels aus. Diese Pflanzen dürfen nur sparsam gegossen werden, sonst platzen sie auf. Sie wachsen gut in mineralischem Substrat und lieben die Sonne.
Nun hat man heraus gefunden, dass es weitere Pflanzen gibt, die diesen sehr ähnlich sind, aber Dornen besitzen. So gibt es heute auch Astrophyten mit Dornen wie Astrophytum capricorne, der im Alter seinen Körper in einem Wirrwarr von Dornen versteckt und Astrophytum ornatum, der zu einer schlanken Säule heran wächst. Meine Pflanze ist etwa einen Meter hoch und ungefähr 40 Jahre alt.
capricorne
Bei diesen Pflanzen versuchte man besondere Beflockung heran zu züchten. Im großen Bild rechts sieht man so eine Pflanze. Im Übersichtsbild befindet sich oben rechts eine Pflanze mit normaler Beflockung.
ornatum
Astrophyten blühen immer wieder den Sommer über wenn sie genug Sonnenlicht und Wärme bekommen, dann reicht auch ein Platz an der Südwand des Hauses. Im Winter sollten sie aber frostfrei stehen.
Jetzt, wo sie regelmäßig blühen, kann man die Blüten mit einem weichen Pinsel bestäuben, das heißt, den Pollen der einen Pflanze auf den Stempel einer anderen übertragen. Das funktioniert auch bei verschiedenen Astrophyten untereinander. Daran sieht man, dass die Pflanzen untereinander verwandt sind. Die schwarzen relativ großen Samen kann man im Frühjahr aussäen, dazu werde ich zu passender Zeit hier einen Beitrag schreiben.
senile
Die Beschreibung der Gattung ist nicht vollständig. Ich will hier nur einen Einstieg in diese Gattung anbieten.
Beim heutigen Besuch in meinem Gewächshaus fiel mir eine kleine, sehr kleine Blüte auf. Da sie sich farblich kaum vom Pflanzenkörper abhebt, kann man sie leicht übersehen. Es war die Blüte von Mammillaria plumosa. Ihr Blüte misst im Durchmesser gerade mal 5 mm.
Sie war der Anstoß mal etwas über die Blütengrößen bei Kakteen zu schreiben. Dabei hatte ich mir die Vorgabe gesetzt, wenn immer es geht auf aktuelle Bilder zurück zu greifen und nicht im Computer nach passenden zu suchen. So geben die Bilder im Blog einen Einblick, was gerade im Moment bei mir im Gewächshaus passiert.
Mammillaria craigii
Da ich nun bei den Mammillarien stand, so sah ich in der Nähe Mammillaria craigii mit einem für die Art typischen Blütenkranz. Die Blüten besitzen mit 17 mm eine für Mammillarien typische Größe.
Außerdem gibt es noch die Gruppe der großblütigen Mammillarien, zu denen gehört Mammillaria sheldonii, die es auf eine Blütengröße von 30 mm bringt.
Auf dem Brett darunter stehen meine Wigginsien, die es als „Wiesenkakteen“ nicht so sonnig und heiß mögen. Da blühte unter anderem Wigginsia sellowii. Wie alle Wigginsien blüht sie gelb und streckt ihre Blütenblätter 50 mm weit auseinander.
Ebenso sonnenhungrig wie durstig erweisen sich die Thelokakteen. Wenn man sie regelmäßig gießt und nicht vergisst sie auch mal zu düngen blühen sie mehrmals im Laufe des Sommers.
Thelokaktus hintonii ist nicht so häufig in den Sammlungen vertreten, da sie „nur“ blass gelb blüht, während nahe verwandte mit blass- bis kräftig Rosa farbenen Blüten protzen. Diese Blüte hat einen Durchmesser von 65 mm.
Wenn man noch größere Blüten mag, so sollte man bei den Epikakteen = Epiphyllen suchen. Diese werden gerne gekreuzt. So habe ich es auch probiert und schuf diese Orange farbige Hybride
ohne Namen. Ihre Blüte ist 130 mm breit und blüht jetzt auch schon zum zweiten Mal.
Für die größte Blüte muss ich doch zu einem Archivbild greifen. „Die Königin der Nacht“ blüht halt nur kurz, besitzt aber mit bis zu 300 mm eine der größten Blüten unter den Kakteen.
Hallo. ihr werdet gleich merken, wie das gemeint ist.
Zu mindest einen Kaktus im Schlafzimmer aufzustellen, das könnte genau das umgekehrte Ergebnis zur Folge haben.
Obwohl ein Kaktus natürlich auch ein Lebewesen ist und seine Bedürfnisse hat. Aber, das ist ein anderes Thema – oder auch nicht, denn für einem blühenden Kaktus interessieren sich nicht nur Cactusphile sondern auch Insekten.
Zebraspinne
Also wundert euch nicht, an Kakteen Bienen, Hummeln, Fliegen und ähnliches zu finden. Das ist der Moment an dem man mehr am Beobachten als am „Rumorganisieren“ ist. In der Folge finden sich auch Spinnen ein, die uns vor dem Ungeziefer schützen wollen. Die hübschen Zebra-Springspinnen sind nette Gäste, andere, die Netze spinnen, sind dagegen weniger beliebt. Da hilft nur eine zügige Handbewegung mit der man die Fäden wegwischt. Nach einigen Tagen suchen sie sich einen anderen Platz an dem sie in Ruhe gelassen werden.
Feldwespe
Grille
Jetzt haben sich bei mir zum ersten Mal Wespen eingenistet. Da muss man schon eine stabile Toleranz entwickeln, ihnen Unterkunft zu gewähren. Sie beobachten mich und ich sie, und bis jetzt kommen wir gut mit einander aus.
Ich besitze ein kleines Gewächshaus. Das ist auch bei den Vögeln beliebt. Die einen zwitschern vom Dachfirst, ein junges Gartenrotschwänzchen erkundete es auch mal von innen und eine Amsel war so erbost über meine Schilder an den Aussaatschalen, dass sie diese auf den Boden schmiss. Es war eine große Katastrophe für mich; wie sollte ich nun herausfinden, was ich da ausgesät hatte.
Bei einem Freund hatte ein Katze mehrere Schalen mit Kakteen von einem Bord geschmissen. Vermutlich war sie in Panik geraten, als nachts ein anmutiger Sprung in den Kakteen endete.
Das klingt so, als würde ich euch vom Kakteen-Hobby abraten. Nein, absolut nicht. Wir ihr seht ist Kakteen zu pflegen alles andere als langweilig. Zum Schluss noch eine „richtige“ Kakteennachricht: Cylindroopuntia tunikata blüht. Sie wurde vor mehreren Jahren frei ausgepflanzt und hält -25°C ohne Regenschutz aus und jetzt bei 1,80 m blüht sie.
Bei mir zeigen sich jetzt die ersten Knospen bei den Conophyten, dann wird es Zeit denen mal wieder Wasser zu geben, denn den Sommer über blieben sie total trocken, denn es ist in deren Heimat Trockenzeit. Und wie man an der Blütezeit der Conophyten sieht, sind die nicht gewillt, sich auf die Jahreszeiten der nördlichen Hemisphäre umzustellen.
Wenn man nach dem Gießen noch ein wenig bei diesen Pflanzen verweilt, kann man etwas besonderes feststellen: Die Samenkapseln verändern sich, wie Knospen öffnen sie sich, bilden kleine Rosetten aus denen der Regen die Samen fort spülen kann. Man kann das leicht bewusst provozieren, in dem man mit einem Pinsel ein paar Tropfen Wasser auf die Samenkapseln gibt.
Dann braucht man nicht lange warten, man kann zusehen wie sich die Kapseln öffnen, und jede Pflanze hat Kapseln, die sich im Aussehen von den anderen unterscheiden.
Ich habe ein paar Bilder von Lithops zur Demonstration her genommen, da man es da noch besser sieht.
Viel Erfolg beim Ausprobieren!
Wie man diesen hauchfeinen Samen erfolgreich aussät, das habe ich noch nicht heraus gefunden. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand darauf einen Hinweis sendet.
Hallo, und willkommen bei mir und meinem Hobby: Kakteen zu pflegen, sammeln, vermehren, zu fotografieren und über sie zu schreiben. Früher ging man in den Kakteenverein, heute geht man ins Internet. Und das versuche ich auch mal. Was heißt „mal“. Ich werde über das Jahr hinweg immer wieder über das was mit und um meine Kakteen passiert berichten. Dabei hoffe ich euch einige gute Tipps geben zu können.
Lobivia grandiflorus
Es ist ja nichts frustrierender wie ein Kaktus der nicht blüht. Damit meine ich nicht die hässlichen Strohblumen, sondern die Entwicklung von Knospen, das Aufgehen der Blüte, das Verblühen und vielleicht das Bilden einer Samenbeere. Den Samen kann man aussäen und neue Pflanzen heran ziehen.
bicolor mit Knospe
Thelocactus bicolor
commodus Samenkapsel
All das ist spannend und ich möchte euch daran teilnehmen lassen. Dazu gehört natürlich auch, dass ich auf eure Fragen und Anregungen eingehe. Nun zu meinem ersten Beitrag: Das Erwachen der Blüten im Verlauf des Morgens. Über Nacht habe ich diese alte Pflanze von Lobivia grandiflorus in der Garage stehen gehabt, im Dunklen. Und als ich sie heute Morgen wieder vor das Haus stellen wollte, waren mehrere ihrer Blüten voll erblüht. Normalerweise brauchen die Blüten Sonnenlicht, viel Sonnenlicht, um zu blühen.
Selenicereus grandiflorus
Im Gewächshaus im Sonnenschein war zu dieser Zeit noch alles im Schlafmodus, alle Knospen geschlossen. Daraus erkennt man, dass es Tagblüher und Nachtblüher bei den Kakteen gibt. Der berühmteste Nachtblüher ist Selenicereus grandiflorus, die Königin der Nacht. Sie geht langsam bei Sonnenuntergang auf, wartet auf ihre Bestäuber und geht bei Sonnenaufgang wieder zu.