Was das mit Kakteen zu tun hat?… Aber natürlich, Kakteen besitzen Beerenfrüchte und einige davon sind essbar, ob es auch giftige gibt ist mir nicht bekannt, also Vorsicht! In den USA wurde uns Gelee von Saguaro-Früchten (Carnigea gigantea) angeboten und auch die Früchte der Epiphyllen sind saftig und süß, nur wie bekomme ich die Samenkörner da hinaus?
Die Frucht in den Mund stecken und die Früchte auslutschen, bis man nur noch die Kerne im Mund hat, und die Dornen in den Lippen? Das muss doch auch einfacher gehen und es geht.
Die Frucht bei den Stenokakteen ist kaum mehr als eine Haut um die Samenkammer, die plötzlich aufreißt und die Samen offen darbietet. Schön für uns, aber eigentlich für die Ameisen gedacht, die die Energiebomben mit Stärke und Eiweiß in ihren Bau bringen. Die Aussaat erfolgt dabei mehr unabsichtlich, da so manches Samenkorn auf dem Heimweg verloren geht.
Bei Gymnocalycium bruchii bleiben die Samenkörner noch in der aufgeplatzten Hülle, während bei den Astrophyten die Hülle an mehreren Stellen von oben nach unten aufreißt und so den Samen offen darbietet.
(Damit die Seite nicht zu lang wird, habe ich die Bilder bewusst klein eingebunden, zum genauen Anschauen bitte drauf klicken-Danke.)
Eine andere Form von Beere finden wir bei Paodia ayopajana.
Sie entwickelt eine Holhlfrucht, wie ein aufgeblasener Luftballon. Der Samen entwickelt sich an der Innenseite der Beere und fällt nach der Reife trocken nach unten, dann wird die Hülle auch trocken, färbt sich beige-grau und man kann sie gut vom Pflanzenkörper entfernen. Nur Vorsicht, wo die Hülle aufreißt, sonst verteilen sie sich überall hin.
Epithelanta micromeris wird von vielen Sammlern wegen ihrer Beeren gesammelt, die weit auffallender wie die kleinen rosa Blütchen die Pflanzen schmücken. Diese Beeren beinhalten selten mehr als 3 oder 4 Samenkörner, die meist durch Selbstbestäubung entstehen. Man sollte sie auch richtig austrocknen lassen, dann lassen sich die Samen leicht hinaus drücken.
Zum Abschluss möchte ich euch die Frucht von Cleistocactus strausii vorstellen. Die hat mich dieses Jahr total überrascht, da ich von dieser Gattung nur eine Pflanze besitze. Sie hat gut 30 Blüten über gut 2 Monate hervor gebracht und nun auch eine Beere.

Wenn sie ganz trocken ist werde ich sie abnehmen. Aber hier sind die Samenkörner im Fruchtfleisch eingebettet wie zum Beispiel auch bei den Echinocereen. Die Beeren, bzw. das Fruchtfleisch dient als Nahrung für Vögel und Eidechsen und der Samen wird über den Kot verbreitet. -Ist nicht zur Nachahmung zu empfehlen.- Wenn man die Beere in einen Becher mit Wasser legt, so löst sich das Fruchtfleisch von den Beeren und man kann es mit einer Gabel entfernen. Dann leere ich das Wasser mit den Beeren über ein Papier-Küchentuch und lege es zum Trocknen auf die Fensterbank. Sinnvoll ist es auch den Samen irgend wie zu beschriften, nein, nicht auf den Samen selber, aber ein Plastik-Steckschildchen mit Bleistift beschriftet tut gute Dienst. Dann sollten die Samen in eine beschriftete Papiertüte wandern, damit sie trocken bis zum Aussaat-Zweitpunkt gelagert werden können. Fast alle meine Pflanzen sind von mir aus Samen gezogen, was viel Freude bereitet. Heute säe ich nicht mehr viel aus, sondern verteile den Samen an Interessenten und kann mich so bei denen bedanken, von denen ich über Jahre Samen bekommen habe.- Und nun viel Spaß bei der Beerenernte.




