Über das Zigos-Gebirge nach Ioanina

Die Strecke sind wir ja schon letztes Jahr gefahren. Nun haben wir uns überlegt, statt der Autobahn die alte Landstraße zu benutzen. Das erste Stück über den Katara-Pass war wegen Bauarbeiten gesperrt, so sind wir in Metsovo von der bis dahin kostenfreien Autobahn abgefahren.

Die Strecke ist landschaftlich sehr schön. Die Straße wird aber gerade so befahrbar gehalten. An einigen Stellen standen 10 km\h-Schilder, ein Felsbrocken, der auf die Straße heruntergerutscht war, muss einspurig umfahren werden. Trotzdem hat es sich gelohnt diese Strecke zu nehmen.

Ein Höhepunkt ist die Abfahrt nach Ioanina. Am südlichen Ende hat man zum ersten Mal einen Blick auf die Ebene, die Stadt und den See. Dann folgt die Straße dem Ostufer und verliert immer mehr an Höhe bis sie an der Nordseite des See`s desssen Höhe erreicht.

Nun waren es nur noch wenige Minuten bis wir den Campingplatz erreicht hatten. Er gehört zu einem Jachtclub, ist gut ausgestattet und man hat von ihm direkten Zugang zu einem kleinen Strand samt Taverne.

Kalambaka und die Meteora-Klöster

Lasst mich der Fahrt dort hin beginnen. Oder besser mit einem Nachtrag vom Camping Kastraki Beach. Dort erscheint jeden Nachmittag laut tönend der Gemüsehändler direkt vor dem Tor des Camping Platzes. Ein toller Service für so eine etwas abgelegene Bucht.

Am nächsten Morgen ging es dann, zuerst noch mit Sorgenfalten auf der Stirn, dann doch recht locker die ersten Serpentinen hinauf bis zur Hauptstraße. Auf dem Weg nach Volos hielten wir an einer Quelle, um unsere Plastikflaschen zu füllen. Im Geschmack kommt keine noch so berühmte Quelle mit. Auf der anderen Straßenseite rostete eine Straßenwalze vor sich hin. Die dort zu zerlegen kostet wohl mehr wie der Schrottwert bringt.

Die weitere Fahrt verlief gut und ab Larisa war die Straßenbenutzung auf der vierspurigen Straße frei. Die Felsen beeindruckten uns wie letztes Jahr, als wir uns Kalambaka näherten. Im Nachbarort Kastraki fanden wir wieder einen Platz auf dem Campingplatz. Jetzt sind auch die älteren Sanitärgebäude auf bestem Niveau. Neben den Kurzbesuchern sind es vor allem Kletterer, die hier länger bleiben.

4 Klöster Blick: Bild auf dem Computer bitte anklicken zum Öffnen

Heute haben wir uns den Luxus geleistet und haben kurz entschlossen in Kalambaka einen Kleinwagen gemietet. Mit ihm sind wir spielend durch die Touristenansammlungen durch gekommen und fanden immer eine Lücke zum Parken.

Die einzelne Lage der Klöster hat uns noch mal begeistert. Von den Klöstern bekommt man bei einer Besichtigung fast nichts mit. Die Bereiche sind nicht zugänglich. Was zählt sind die Blicke, die man überall hat.

Natürlich sind wir auch wieder zum Adlerhorst, oder genauer gesagt, zur daneben liegenden Taverne gefahren und haben gut gegessen. Man sieht von der Terrasse auf die entfernter liegenden Klöster hinunter. In einer kehre lief uns dann noch eine schöne große Schildkröte über den Weg, die ich in Sicherheit brachte.

Blick auf Kalambaka

Der einzige Wermutstropfen ist die Verfügbarkeit des Internet, der ist nur in einem engen Bereich möglich, so dass ich diesen Text bei nächster Gelegenheit veröffentlichen werde.

Abschied von Athos und Keramoti

Es waren ein paar schöne Tage auf Athos, einer Insel, die uns gut gefallen hat. Landschaftlich ein Highlight ist natürlich die Ostküste die wir abfuhren.

Davor hielten wir noch kurz am Kloster Archangelos an. Ich zog mir vorsichtshalber gleich eine lange Hose an, Gudrun musste über ihre eh lange Hose noch einen Rock über ziehen. Bilder vom Inneren des Klosters zu knipsen war natürlich nicht erlaubt, woran ich mich mal gehalten habe. Zwei kleinere Kapellen durften wir ansehen. In einer hingen um den Altar große Schaukästen mit Säbel und Degen. Die werden wohl die Kreuzritter hier vergessen haben. Wie immer war alles top sauber und gepflegt, die Blumen waren eine Pracht.

Die Nonne am Tor war beim hinausgehen intensiv mit ihrem Smartphone beschäftigt. Da wäre ich schon interessiert zu wissen, was für Internetseiten sie aufsucht. Dann kam uns noch eine voll verschleierte Nonne in einem großen Pickup entgegen. Das Nonnenleben ist auch nicht mehr das, was es mal war.

Wie wir es schon gewohnt sind führte uns die Straße runter in schöne Buchten und gleich darauf wieder steil bergauf in die Berge. Schnell geht es dadurch nicht vorwärts, aber wir haben es genossen. In Limenas stand dann an einer Kreuzung ein Hinweisschild nach Thassos, was mich etwas irritiert hat.

Am späten Nachmittag haben wir dann die Fähre nach Keramoti genommen. Wir waren die Ersten die auf die Fähre fuhren und konnten von da ab genüsslich dem Beladen zuschauen. In Keramoti gibt es einen einfachen Campingplatz, den wir uns für einen Zwischenstopp heraus gesucht hatten..

Cool Spring Station

Nein, zum Tanken sollte man hier nicht anhalten, auch nicht für Alkohol. Der Name gibt mehr die heutige Bestimmung wieder: Kühle Getränke in der Wüste, das ist doch was!

Sie fahren von Kingman von der IS 40 ab und nehmen den Oatman Highway West. Zuerst kommt man noch an einigen Farmen vorbei, aber dann wird es immer trockener und man nähert sich einem Höhenzug, rechts der Mt. Nutt Wilderness, links der Warm Springs Wilderness und da zwischen der Sitegreaves Pass 1093m=3600ft hoch.

Aber so weit sind wir noch nicht, denn mitten in einer wüstenähnlichen Landschaft steht am Straßenrand diese Tankstelle, der Zapfsäulen nur noch Attrappe sind. Einige Bänke stehen im Schatten des großen Daches in innen entdecken wir ein herrliches Sammelsurium von Snacks, Getränken und Souvenirs. Hier hat jemand ein historisches Zeugnis der legendären Route 66 am Leben gehalten und ihm eine neue Chance eingeräumt. Hier zeigt sich mal wieder, dass die Route 66 eigentlich nicht eine Straße meint sondern die Menschen, die an ihr leben. Man muss aussteigen, sie entdecken, manchmal schmunzeln mal bewundern, aber über all gibt es was zu erleben.

Zu mal wenn man von der Natur begeistert ist und nach dem „Kaffe“ den gegenüber liegenden Hügel besteigt. Denn dort sieht man bereits von Weitem Kakteen.

Amarillo und der Palo Duru Canyon

Mit Amarillo erreicht man einen der Höhepunkte der Route 66. Von Los Angeles kommend liegt vor Amarillo die Cadillac Ranch. Dieses Kunstwerk verändert ja jährlich, manchmal wöchentlich ihr Aussehen. Vor uns war ein Bus mit jungen Leuten aus Osteuropa da, die alle mit Farb-Sprühdosen bewaffnet waren.

Amarillo selber ist durch seine Viehversteigerung berühmt, wo man noch den Flair früherer Epochen genießen kann. Am besten mal frühstückt im Café der Versteigerungshalle mit den Viehver- und ankäufern. Ein Stück weiter, schon fast am Ortsrand befindet sich das Big Texan. Ein Hotel mit Restaurant, wobei die Zimmer recht günstig und urig sind, das Essen so wohl beim Frühstück als auch bei Steak, muss man den Namen mit bezahlen.

Wir sind hier im Panhandel, dem Pfannenstiel von Texas, eigentlich eine ziemlich trostlose Ecke mit riesigen Farmen, aber auch mit einem besonderen State Park: Dem Palo Duru Canyon ( Hartes Holz). In ihm gibt es einen Campingplatz und eine größere Anzahl von Wanderwegen. Der bekannteste ist der Lighthouse (Leuchtturm) Trail.

Auf der Wanderung trafen wir nur hin und wieder andere Personen, aber der Weg ist gut ausgezeichnet. Eigentlich geht der Weg durch ein offenes Tal und ist gut zu laufen, erst unterhalb des Felsens geht es steil über Felsen und Sand hinauf. Auf dem Weg sieht man immer mal wieder interessante Pflanzen, Vögel und andere Tiere. An Kakteen gab es nicht mehr viele zu sehen, denen war es wohl zu sandig.

Die BMW-Isetta

Da werden einige sagen, die hat doch 4 Räder! Ja, aber es gab auch eine dreirädrige Version, die für Österreich gebaut wurde. Und da die BMW-Isetta, heute noch „Knutschkugel“ genannt, so beliebt ist, hier ein paar Informationen zu ihr.

BMW hatte nach dem 2. Weltkrieg keine Automobilfabrik mehr, denn diese lag in Eisenach, damals in der SBZ (sowjetischen Besatzungszone) und war verstaatlicht worden. BMW baute nur noch Motorräder und Motoren. Auf einer Messe in Italien, wurden Konstrukteure von BMW auf die Isetta von Iso Rivolta aufmerksam. Die wollte man in Lizenz nachbauen. Es wurden einige Verbesserungen vorgenommen und so war dem Gefährt ein mäßiger Erfolg beschieden. In Österreich galt die dreirädrige version als Motorrad, in Deutschland durfte die Isetta mit dem Führerschein der Klasse IV gefahren werden. Gebaut wurde die Isetta von 1955 bis 1962. Der Motor leistete 8,8 – 9,6 kW. Auf die Angabe einer Höchstgeschwindigkeit verzichtete man.

Hier noch ein paar ausgefallene Umbauten. Auf den Dörfern werden ja immer mehr Bankfilialen zu gemacht. Scheinbar gibt es dieses Phänomen auch in Berlin. Ich könnte mir vorstellen, dass diese rollende Bankfiliale so ihre Runden macht, am Vormittag hier steht und am Nachmittag wo anders. Bei einem Raub braucht man den Automaten auch nicht mehr in die Luft sprengen, Treppe hoch los!

Mit Streetfood kann wohl Geld machen. (Früher kannte man nur Straßenköter.) Diese Version der Ape ist aber richtig schick. Große Flügeltüren erinnern ein wenig an die oben beschriebene Isetta. Entgegen den Espresso-Versionen steht der Verkäufer auf der Ladefläche und kann in 2 Richtungen bedienen. Die Speise-, bzw. Getränkekarte ist im hoch geklappten Dach unter gebracht, ist gut lesbar und steht nicht im Weg. Man beachte auch die Weißwandreifen, das ist halt Züricher Schick!

Zwischen Santa Fe und Amarillo

Wir verabschiedeten uns von der großartigen Landschaft der Rocky Mountains und fahren hinaus in die Great Plains. Noch sind wir auf der nördlichen Route der historic Route 66. Es ist nicht viel los auf der Straße, die Weiden rechts und links sind eingezäunt, aber weit und breit keine Kuh, keine Farm.

Da wir schon häufig direkt am Straßenrand Interessantes gefunden haben, passen wir auf. Schnell fahren ist eh nicht erlaubt. Immer mal wieder steht eine Cylindroopuntia imbricata direkt am Zaun, da neben ein Meer von kleinen Astern.

Am Nachmittag erreichen wir Texas und damit den Interstate Higway, den wir aber überqueren und parallel dazu auf der historic Route weiter fahren. Wie zur Begrüßung stehen am Hang eines trockenen Baches Kakteen: Opuntien und Echinocereen.

Eine Bar auf Rädern

Wir waren zu einem Polterabend eingeladen. Da staunte ich nicht schlecht, als eine APE da stand. Von den Organisatoren kurzerhand geöffnet und aufgefaltet entpuppte sich als eine großzügig eingerichtete Bar, Kühlaggregat inbegriffen. Mit den aufklappbaren Seitenteilen kann auch ein kurzer Regenschauer der Stimmung nichts anhaben.

Da kam ein Getränkehändler auf die tolle Idee mit Bier und anderen Getränken die komplette Infrastruktur zu vermieten. Für etwas größere Festivitäten ist sie ideal und erleichtert den Einladenden den Aufwand enorm.
Auf der Internetseite von Schira Mobil fand ich noch weitere Informationen, u. a. „DIE APE1200 BIER EDITION WIRD SERIENMÄSSIG MIT EINEM AKTIV GEKÜHLEN FASSRAUM AUSGESTATTET. HIER FINDEN BIS ZU FÜNF 50 LITER FÄSSER PLATZ“.

Flaming Cakes Wasserbillig

Die Ladefläche der Ape hat aber noch weitere kunden zu Umbauten angeregt. Mit zusätzlichen Stützen am Heck steht diese etwas schwer gewordene Unikum auf einem Marktplatz. Street-Food ist ja bei einigen jüngeren Menschen IN. Der google-Übersetzer sagt mir, dass es sich hierbei um brennenden Kuchen handelt. Wenn der Koch/die Köchin schnell handeln, können sie ihn noch als Flammkuchen verkaufen. Man hört ja, dass immer mehr menschen einen Zweitjob benötigen. Führt das zu solchen Kreationen?

Als letztes für heute noch ein Mobil-Home. Ein Wohnmobil auf Rädern, das wegen der Aufbaulänge wohl eher für Kinder geeignet ist, bei denen aber super ankommt.

Cotignac

Der Ort hat etwa 2200 Einwohner und liegt in der Provinz Alpes-Côte d´Azur. Die Cassolle trennt den Ort von einem hoch aufragendem Felsen auf dem sich eine Kapelle befindet. Das Flüsschen stürzt sich 10 m tief über einen Wasserfall.

Die Felsen werden weitgehend aus Tuffstein gebildet. Dieses sehr weiche Gestein besitzt viele Gaseinschlüsse wodurch es gut bearbeitbar ist. Zahlreiche Höhlen hat man in die sich unterhalb des Ortes befindliche Felswand geschlagen. Auch gibt es zahlreiche Höhlen, in einigen befinden sich große Stalaktiten. Hier befindet sich auch die Salle de Merveilles (wunderbare Höhle) und die Tropfsteinhöhle: Trompines.

Man kann bequem entlang des Tufffelsens mit seinen Wohnungen und Höhlen entlang laufen und diese pittoreske Nutzung betrachten, die es ja in Frankreich seit der Steinzeit gibt und scheinbar immer noch nicht aus der Mode gekommen ist.

Aber auch der eigentliche Ort hat nette Ecken zu entdecken. Überraschend viele Brunnen befinden sich im Ort. Zum erholen trifft man sich auf dem großen Hof des Ortes, einem Platz, wo man es sich unter Platanen bequem macht, was isst und trinkt und den Menschen zusieht, vor allem an einem Markttag ist das ein großes Spektakel.

Kasha Katuwe Tent Rock NM

Dieses National Monument haben wir auf unserer Route 66 Tour besucht. Die historic Route 66 hat nicht die ganze zeit den selben Weg genommen. So führte sie die ersten Jahre über Santa Fe und so sind wir gefahren. Dann ist es nur noch ein kleiner Umweg zwischen Albuquerque und Santa Fe. Die Abzweigung vom Interstate Highway ist nicht ausgeschildert und man findet überhaupt die ersten Hinweise wenn man kurz davor ist, also ein Geheimtipp.

Kasha Katuwe betseht aus einem engen Canyon, durch den wir gewandert sind und an einem Rundkurs. Feste Schuhe und genügend zu trinken sollten für alle Pflicht sein. Der gut beschilderte Weg führt in ein Tal hinein, das schnell sehr eng wird. Manchmal passt nur noch eine Person gleichzeitig zwischen den senkrechten Wänden hindurch.

Bald weitet sich das Tal wieder und in der ferne sieht man die ersten Tent Rocks, ehemalige Sanddünen, die Wind und Wasser rund wie Indianer Tippis geschliffen haben. Davon stehen mehrere beieinander, so dass der Eindruck eines Dorfes entsteht. Man wandert zwischen den Felsen hindurch und kann nach einer kleinen Steigung die Tent Rocks unter sich liegen sehen. Hier oben fanden wir auch Echinocereen, manchmal direkt oben auf dem Felsen, nur für Vögel erreichbar.

Botanisch war die Wanderung nicht so ergiebig, aber die Felsformationen sind einmalig. In dieser Gegend sind wir auch durch Dörfer mit Nativ Americans gekommen. Sie haben Gemüse und Getreide angebaut und sie schienen frei ohne Reservat hier zu leben. Aus Respekt vor den Bewohnern haben wir keine Bilder geknipst.