Cosne-Cours sur Loire

Gestern waren wir so rechtzeitig angekommen, dass wir mal wieder ins Strandrestaurant essen gehen konnten. Vom Strand ist im Moment nichts zu sehen. Die Sorge geht eher in die Richtung, ob der Wasserstand endlich fällt und das Lokal vor Überschwemmung verschont bleibt.

Früher gab es hier ein fantastisches Buffett, das ist vorbei, aber der Grillteller für 2 Personen mit 2 Beilagen war so reichlich, dass wir sie nicht geschafft haben.

Vor dem Lokal stand ein Citroen Traction Avant, der bei dem schönen Wetter Ausfahrt hatte.

Heute sind wir mit den Fahrrädern den Loire-Radweg abwärts bis Belleville gefahren. Immer am Wasser entlang. Auf einer Weide sahen wir Esel und Pferde, auf einer anderen standen Störche, die es hier nur ganz selten zu sehen geben soll. Dazu schwammen Schwäne und Gänse in der Nähe um sie herum.

Auf dem Rückweg fuhren wir ein Stück am Loire-Seitenkanal entlang. Da lag auch schon eine Yacht aus der Schweiz am Ufer. Über eine Kanalbrücke kehrten wir wieder auf den offiziellen Radweg zurück.

Die Haptblütezeit der Einjährigen Pflanzen ist vorbei. Trotzdem gibt es hin und wieder was zu entdecken.

Châtres-sur-Chêr

Gestern sind wir am Chér angekommen. Das Flüsschen, heute eher „Fluss“, ist längst nicht so bekannt wie die Loire, obwohl einige der bekanntesten „Loireschlösser“ am Chér liegen. Das wirkt sich auch auf den Tourismus aus. Es gibt nur wenige einfach ausgestattete Camping-Municipale, der hier rührend betreut wird.

Am Chér führt ein Fern-Radwanderweg entlang. Wie wir heute erfahren haben, ist man an dessen Ausbau fleißig dran. Wir hatten uns entschieden den Weg nach Süden hin zu verfolgen. Der Weg war ganz neu betoniert. Fiel nach dem Ort aber ab zu den Wiesen am Rande des Chér, so tief, dass eine Weiterfahrt mit großer Sicherheit zu einem unfreiwilligem Bad geführt hätte. Also umdrehen und den Weg in die andere Richtung folgen.

Hier galt es einige Baustellenabsperrungen zu umfahren, was hier üblich ist, und bald erreichten wir das mittelalterliche Örtchen Mennetou. Eine Kapelle, die Feuerwehr in Ausgehuniform und eine größere Gruppe von Personen zog an uns vorbei. Über eine ehemalige Zugbrücke betraten wir den Ort und schauten uns ein wenig um.

Später fuhren wir dann weiter nach Villefranche-sur-Chér. Hier bekamen wir in einem Ausflugslokal am Chér etwas zu essen. 350 g Steak, da kann man zum Vegetarier werden, aber der warme Ziegenkäse mit Frites und Wurst war gut, nur zu viel. Zum Glück ließ sich die Wurst gut einpacken.

Mennetou

Wie immer verläuft die Rückfahrt viel schneller, wenigstens hat man den Eindruck. Jetzt gibt es nur noch eins: in der Sonne liegen, faulenzen und später eine Dusche genießen.

La Vallée des Singes (Das Tal der Affen)

Heute Morgen kamen wir früh weg. Der Wagen rollte gemütlich mit 80 Sachen durch die Landschaft, da kam uns die Idee, mal einem der braunen Hinweisschilder, die auf Sehenswürdigkeiten entlang der Straße hinweisen, zu folgen. Schon bald kam das erste, und an der nächsten Ausfahrt ging es ins Tal der Affen.

Wir sahen uns zuerst etwas skeptisch an, ist das was für uns?, aber warum nicht! Die Beschilderung war schlecht, aber mit dem Handy kamen wir bald an. Von den Straßen hier her erwarteten wir nicht viel, eine Stelle, die prädestiniert war für ein Funkloch, und dann ein großer Parkplatz.

Der Eintritt von 23 € ließ uns dann noch mal kurz stutzten, aber nun waren wir schon mal hier.

Schon beim Betrachten des Plans der Anlage kamen wir ins Staunen. So viele Arten an Affen soll es hier geben! Der Hinweis, keine offenen Taschen mit sich zu führen und alles eng am Körper tragen, verriet, dass wir sehr nah an die Affen heran kommen würden.

Die meisten Arten leben auf Inseln, die von einem breiten Graben umgeben sind. Da fühlen sie sich sicher und man kann sie ohne störenden Glasscheiben oder Zäune beobachten. Die Fütterungszeiten waren angeschrieben. Einige Gebiete mussten wir durch Schleusen betreten. Hier waren wir unter Affen. Füttern und Streicheln ist verboten, obwohl es schon reizt, wenn man so nah an einen Affen heran kommt, ihm mal durch die Wolle zu fahren.

Die Tiere werden wie Wildtiere gehalten. Große Bäume und Gebüsch ermöglicht, dass sie sich zurück ziehen können. Einige Stämme und Seile wurden so drapiert, dass die Affen sich gerne dort aufhalten, wo die Besucher sie gut beobachten können.

Schon bald waren wir überzeugt, dass sich das Eintrittsgeld gut angelegt war. Zudem war es ein Tag unter der Woche, an dem nicht so viele Besucher Zeit hatten und wir immer einen Platz in der ersten Reihe bekamen, oft waren wir allein in einem Bereich. Falls jemand dort vorbei schauen möchte, hier die Adresse: La Vallée des Singes, Le Gureau – 86700 Romagne, eine homepage gibt es auch.

Angoulême Street-Art

Der eigentliche Grund, weswegen wir nach Angoulême gefahren sind, dass es hier viele schöne Bilder an den Häusern gibt und der Ort eine besondere Beziehung zu Comics und deren Künstler hat. In einem großen Bild, das auf einer großen Betonfläche, das den Hang unter der Altstadt schützt, bezeichnet sie sich als Kreative Stadt.

Hier wird vieles unterstützt und so gibt sich die Stadt recht bunt und modern, ohne seine Wurzeln zu vergessen. Gestern zeigte ich euch den Hinkelstein von Obelix, heute sollen es eine ganze Hauswand mit Goszinny und seinen Figuren sein, aber auch Lucky Luke mit seinem Pferd finden sich hier.

Die Themen beschränken sich aber nicht auf Comicfiguren, oft sind es die kleinen Bilder, die einen besonderen Reiz ausstrahlen.

Am meisten Beachtung finden natürlich die großen Giebelbilder, die über mehrere Stockwerke reichen. Das ist eine kleine Auswahl von über 90 Bildern, die ich geschossen habe.

Angoulême

Im Laufe des Vormittags klarte es immer mehr auf und ich holte die Fahrräder heraus. Der Campingplatz liegt neben einem Naherholungszentrums, dem Plan d´eau. Trotz des unsicheren Wetters waren viele Menschen auf den Wegen um den See anzutreffen. Hier waren die Wege zum Teil asphaltiert, etwas weiter die Charente entlang in Richtung der Stadt waren sie nur noch gesandet. Der war ein mal hart, nun, nach dem vielen Regen war er stellenweise weich.

Ein Teil der Charente wird in einen Kanal geleitet, der zum Wildwasserfahren genutzt wird. Es fand ein Wettkampf statt, dem wir eine Weile zuschauten. Hier eine Scene aus dem Training.

Dann ging es für uns weiter in die Stadt. Der Niveauunterschied zwischen der Charente und dem Weg sehr gering und stellenweise mussten wir mitten durch große Pfützen fahren. Absteigen wäre da nicht so gut gewesen. Jogger schlappten mutig am Rande durch tiefen Matsch, aber kaum jemand drehte um. Allem zum Trotz kamen wir gut in der Stadt an.

Am Comic-Museum vorbei fuhren wir hinauf in die Altstadt. Hier befinden sich die meisten Street-Art Kunstwerke an den Wänden. Wir hatten zum Glück einen Plan dabei auf dem die Sehenswürdigkeiten verzeichnet waren. Wir mussten nur die richtigen Straßen finden. Verzeichnet sind aber nur die Bilder, die offiziell von der Stadt in Auftrag gegeben worden sind.

Daneben gibt es noch viele städtische Mülleimer, Trafokästen und nicht zuletzt die heimlich angebrachten kleinformatigen Bilder. Die zu finden ist eine besondere Herausforderung.

Schön fanden wir, dass ziemlich konsequent leere Schaufensterscheiben durch Bilder verschönert wurden. Einige Läden ließen Bilder auf die Scheiben zu Werbezwecken malen. Wobei die historische Bausubstanz, vor allem die Kirchen auch unsere Aufmerksamkeit geschenkt bekam.

Auf dem Rückweg fuhren wir noch am Boulodrom vorbei, wo seit gestern Wettkämpfe ausgetragen wurden. Für mich überraschend spielten etliche Kinder und Jugendliche in ihren Altersgruppen mit großem Eifer mit.

Bahnhof La Sauve

Manchmal ist es schwer einen kurzen einprägsamen Namen für einen Blogbeitrag zu finden. Auf jeden Fall war der Bahnhof es wert auf dem Hin- und Rückweg hier vom Fahrrad zu steigen.

Heute sind wir von Créon in die andere Richtung auf der Voie Verte gefahren. Die Strecke war landschaftlich so schön wie am ersten Tag. Einige Orchideen blühten am Wegesrand. Die haben erst ausgetrieben nachdem der Randstreifen gemäht worden ist.

Etwas Spannung kam in unseren Tagesplan, da es hieß, es würde ab Mittag eine Regenfront durchziehen. Da direkt am Fahrradweg zu der Zeit kein Restaurant zu erwarten war, mussten wir einige Dörfer in der Nähe absuchen. Und wir schafften es auch mit den ersten Regentropfen unsere Fahrräder am Lokal abzuschließen.

Bellefond

Gut gestärkt fuhren wir bei nur noch vereinzelten Tropfen zurück. Mit weiteren Kilometern kam auch noch die Sonne durch, so dass wir im Bahnhof La Sauve im Freien einen Kaffee trinken konnten. Hier wird auf einem Gleis historische Fahrzeuge restauriert. Gleise um die Fahrzeuge zu bewegen gibt es aber nicht.

Am Güterschuppen des Bahnhofs Créon fielen uns noch einige Zeichnungen auf, die im Stil an Banksy erinnern.

Sur la piste Roger Lapébie

Vorne weg ist anzumerken, dass wir gestern Nachmittag den Ort Créon erreichten. Grund für unsere Wahl war, dass wir von hier aus über einen Fahrradweg Bordeaux erreichen konnten und wenn wir Lust dazu haben, den Fahrradweg noch mal um gut 20 km in die andere Richtung fortsetzen können.

Die Gegend hier nennt man „Entre deux Mers“, zwischen 2 Meeren, damit sind die Gironde und Garonne gemeint und bezeichnet außerdem ein eigenes Weinanbaugebiet. Diesen Landstreifen erschloss einst eine Eisenbahnlinie und es ist Roger Lapédie zu verdanken, dass die Strecke erhalten blieb und in eine Voie Verte umgewandelt wurde.

Licnan

Voie Verte nennt man in Frankreich Fahrradwege, die auf einer eigenen Trasse verlaufen, meistens sind es still gelegte Eisenbahnlinien. Vom Campingplatz war es nicht weit, um zu einem ehemaligen Bahnübergang zu gelangen. Hier begann unsere eigentliche Tour stetig sanft fallend nach Bordeaux hinein.

Oft bildeten die Bäume über uns ein grünes Tunnelgewölbe, immer wieder unterbrochen von duftenden Akazien. Mehrere Bahnhöfe sind erhalten und in drei beherbergen nun Gastronomie-Betriebe. Nach etwa 15 km mussten wir an einem Kreisel eine größere Zufahrtstraße überqueren, aber das ging gut, da jedes Mal Autofahrer anhielten.

Das letzte Stück ging am Ufer der Garonne entlang problemlos bis wir an einem größeren Platz ankamen. Dort fanden wir für eine Pause eine nette Pizzeria, ich bestellte mir eine mit Hühnchen-Fleisch, Ananas und Curry. War das gut!

Dass es immer mal wieder leicht tröpfelte machte uns nichts aus, denn kurz darauf schien die Sonne wieder. Auf dem Rückweg konnten wir eine Nutriafamilie in einem Teich beobachten. Sie schienen nicht ängstlich. Mit ihnen lebten Stockenten und andere Schwimmvögel zwischen Schwertlilien und Totholz.

Fahrttour nach Biarritz

Es gibt ja einen Fahrradweg, der von der belgischen Grenze bis nach Spanien, immer an der Küste entlang führt. Diesem wollten wir heute bis nach Biarritz folgen. Gleich am Ende des Campingplatzes brauchten wir den ersten Gang, um den ersten Buckel zu überwinden.

Oben gab es eine wunderbare Aussicht hinunter an den Strand und weiter bis nach Spanien. Danach ging es bremsend den nächsten Hang hinunter und anschließend wieder hinauf. Hier begegneten wir vielen Wanderern. Der Weg war auch mehr was für Bergwanderer.

Blick auf die Pyrenäen

Gesplittete Teil zwangen uns immer mal wieder zum Absteigen, die Aussichten waren dann die Belohnung. In der Zwischenzeit wurde es immer wärmer und wir fingen an, Teile unserer Kleidung in den Fahrradkörben zu verstauen.

Die Ortschaften waren sehr sauber und gepflegt und noch häufig sieht man die roten Fachwerke, die weiß verfacht sind und mit Blumen geschmückt. So langsam näherten wir und Biarritz, Golfplatz und Paläste in exponierter Lage wiesen uns darauf hin.

Am Rande des Zentrums entdeckten wir einen Steg der zu einer Insel mit einer Madonna oben drauf führte. Von hier aus hatte man einen magischen Rundumblick, so viel Wasser und eine Blick auf die Stadt, als stehe man auf einem Boot.

Auf dem Rückweg fanden wir am Rande der Innenstadt ein nicht so überlaufenes Lokal und gönnten uns als Vorspeise eine Portion Moule crème frites (Miesmuscheln in einer Cremesoße mit Pommes frites) und hinter her eine Pizza Chèvre miel (Ziegenkäse & Honig). Wenn das kein guter Einstieg nach Frankreich ist!!!

Was ist echt, was gemalt?

St. Jean-de-Luz

Vor Jahren waren wir schon mal hier und hatten den Ort in sehr guter Erinnerung, weshalb wir zurück gekommen sind. Wir haben einen Platz direkt am Strand. Das Bild ist im Abendlicht aufgenommen, da kam endlich die Sonne heraus.

Während der Fahrt von Spanien nach Frankreich sind wir leider der Sonne davon gefahren, hinein in den Regen. Wir redeten schon vom Umdrehen. Am späten Nachmittag war es dann so, dass wir mit den Rädern eine Tour in den Ort wagen konnten.

Campingplatz bei Ebbe liegt rechts am Rand

Dabei muss man einen kleinen Berg überqueren, aber mit den E-Bikes ging das. Im Ort war überraschend viel los. St. Jean-de-Luz ist ein kleines Ferienzentrum. Um eine hübsche Bucht herum gelegen mit einem Hafen, zum Meer hin durch alte Festungsanlagen geschützt gibt es optisch was her.

Die Fußgängerzone mit vielen Läden lädt ein zum Schlendern und Schauen, was man nicht alles nicht braucht. Mit etwas Mühe fanden wir einen Bäcker, der uns ein sehr gutes Pain-de-Champagne anbot. Im Informationszentrum bekam ich etliches Material zum Fahrrad-Fahren.

Da ist man hier viel weiter wie in Spanien. Überall sind Fahrradwege ausgeschildert, gibt es an Straßen abgetrennte Fahrradstreifen und auch in Einbahnstraßen sind breite Streifen für Fahrradfahrer in entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung reserviert.

Laredo

Uns wurde der ACSI-Campingplatz in Laredo empfohlen. Wie sich heraus stellte, besitzt er einwandfreie Sanitäreinrichtungen, Restaurant und Supermarkt und sehr gepflegte Plätze. Ja, man steht hier einer neben dem anderen, die letzte Nacht war es trotzdem sehr ruhig.

Der Campingplatz liegt am westlichen Ende des etwa 6 km langen Sandstrandes und Promenade, die über die ganze Länge von Appartement-Wohnhäusern gesäumt wird. Der Strand besteht aus traumhaft weichen hellgelben Sand.

Einige Dünen hat der Wind aufgetürmt, aber meistens sind die Dünen von vielen Blütenpflanzen, Gräsern und Sträuchern bewachsen. Im Westen begrenzt der Rio de Treto, der in die Bucht fließt den Strand. Hier gibt es eine kleine Fähre für Wanderer auf dem Jakobsweg, der sie nach Santoña übersetzt.

Auf der anderen Seite ist es der Hafen, der in einen Fischereihafen und einen Vergnügungshafen unterteilt ist. Auf dieser Seite erhebt sich ein großer Felsen, den man durch einen Tunnel von der Altstadt zu einer Felsenbucht durchbohrt hat.

An den Felsen lehnt sich die Altstadt mit engen Gassen, kleinen Läden, Bars und Restaurants. Der Markt wurde zur Zeit des Jugendstils gebaut und auch sonst gibt es interessante Gebäude.

Leider verschandeln einige alte Bauruinen den Gesamteindruck. An den verschiedensten Stellen entdeckten wir Streetart-Kunstwerke. Zum Teil sind sie schon älter und Wind und Wetter machen sich an ihnen zu schaffen.