La Régante

Diese Voie Verte ist ein bedeutender Radweg, meist auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse, die Nantes mit dem Mont-Saint-Michel verbindet, also von Süd nach Nord die östliche Bretagne durchquert.

Wir sind heute von Fougéres den Radweg nach Norden gefolgt. Wegen Bauarbeiten war der Einstieg etwas schwierig. Dann lief es auf feinem Splitt, meist in einem grünen Tunnel, gut voran. Die zu querenden Straßen waren gut gesichert und bei einer viel befahrenen Landstraße hielten selbst LKW´s für uns an. Einfach SUPER.

Die Bahnwärterhäuser und Bahnhöfe waren alle sehr gepflegt und in Privatbesitz. Bei einem haben sich Portulakröschen durch Samen auf die Wanderschaft begeben, und ich hoffe sie heil mit nach Hause bringen zu können.

An anderer Stelle trafen wir auf einen hübschen Ziegenbock, der meinen Spitzwegerich gerne entgegen nahm. Kurz darauf erreichten wir einen größeren Ort mit einem alten Wasserturm der Eisenbahn.

Neben dran war ein Restaurant mit dem bescheidenen Namen: Tout le Monde en parle (alle Welt spricht davon). Beim Tagesmenue gab es Miesmuscheln zur Vorspeise. Mmmmh, waren die gut.

Da gegen Nachmittag Regen angesagt war, ging es dann zügig zurück.

Für Fahrradfahrer gibt es hier noch eine spezielle Übernachtungsmöglichkeit, Hütten ab 25€ und Zelte ab 10€ pro Nacht. Mit einem Zahlencode kann man das eingezäunte Gelände betreten wir auch die Hütten.

Kurz vor unserem Campingplatz waren wir noch einkaufen. An der Tür fiel mir der Hinweis auf, dass die Einkäufe auch nach Hause geliefert werden. Wo immer mehr Läden sich am Ortsrand ansiedeln, ist das ein notwendiger Service für etliche Einwohner.

Fougères

Gestern ging es über 370 km per Landstraße hier her nach Fougères. Mehr als einen Schnitt von 50 km/h war nicht heraus zu holen. Zum Glück fanden wir einen netten gepflegten und gut ausgestatteten Campingplatz vor. Da lies es sich trefflich ausruhen und abends noch eine Partie Boule spielen.

Heute haben wir die Stadt besichtigt. Mit den Fahrräder fuhren wir ins Zentrum und beim Office de Tourime stellten wir die Räder ab und begaben uns auf den offiziellen Stadtrundgang. Zu Beginn verlief der Weg über eine interessante Einkaufsstraße bis zu einer Kirche.

An einer ihrer Seiten befindet sich ein netter Park mit Blumen, Kunstwerken und einem schönen Blick ins Tal. Weiter rechts, unter uns schloss die Burg das Tal ab. Zu der mussten wir als nächstes hinunter.

Das war wohl früher mal die Vorstadt, die vor den Mauer lag und nur bedingt geschützt war. Imponierend sind die vielen Türme. Trotz der dunklen Mauern und grauen Schieferdächern wirkt alles freundlich und gepflegt.

Auf einem der Plätze haben wir zu Mittag gegessen, um dann die im Plan verzeichneten Wandbilder zu suchen. Was meist nicht einfach war. Hier zeige ich das, was uns am besten gefallen hat.

Kaum waren wir am Wohnmobil hat es angefangen zu tröpfeln. Für die Natur ist das viel zu wenig, denn hier hat es sicher den ganzen Sommer noch keinen Niederschlag gegeben.

Am Kanal de la Loing nach Moret-sur-Loing

Der Kanal-de-la-Loing endet nur wenige Kilometer von Moret in die Seine nach Süden teilt er sich auf in den Canal de Oleans und den Canal de Briare und natürlich sind alle mit einem Fahrradweg versehen.

Aber bevor ich es vergesse, gestern sind wir gut los gekommen, haben in einem Intermarché für das Wochenende einkauft und suchten gegen Mittag ein Restaurant. Das war nicht so einfach. Viele Fernfahrer-Lokale haben dicht gemacht, da die LKW´s auf der Autobahn dran vorbei fahren.

Am Rande eines Einkaufsviertels sahen wir ein nordafrikanisches Restaurant. Wir wollte etwas unbekanntes ausprobieren, fragt mich bitte nicht nach dem Namen, aber beides wurde in einer irdenen Schale serviert und war kochend heiß. Gudruns waren Würstchen in Gemüse und für mich gab es Hühnchen mit Mandeln und Zwetschgen.

Als Sättigungsbeilage gab es nur 2 Brötchen, die man in die Soße tunken konnte. Wir wurden gut satt, fühlten uns aber wie nach leichter Kost. Deswegen waren wir so mutig und haben einen Teller mit afrikanischem Gebäck bestellt. Das meiste waren Nüsse und Honig und wer es süß mag, hat richtig gewählt.

Leider habe ich meinen Foto am Tisch vergessen und wir mussten später noch mal dort hin zurück fahren. – Nachdem in Nemour der Stellplatz zwar schön am Kanal gelegen ist, aber keinerlei Komfort bietet sind etwas weiter nach Norden ausgewichen. Der Platz liegt an der Loing und von hier fuhren wir die Voie Vert nach Moret-sur-Loing.

Das Städtchen strahlt mittelalterlichen Flair aus. Direkt am Fluss, Stadttürmen und Gebäuden, die bis ins 12. Jahrhundert zurück reichen, hat es viel zu bieten. Impressionisten wie Sisley wussten das auch zu schätzen und lebten hier eine Zeit lang.

Canal-de-la-Haute-Seine

Die Nacht war sternenklar und frisch, so dass wir uns heute Vormittag etwas mehr Zeit gelassen haben, aber zum Frühstück saßen wir vor dem Wohnmobil in der Sonne. Heute wollten wir den Kanal in südlicher Richtung folgen, also bergauf.

Am Ortsausgang fiel uns gleich diese schlanke Eisenbrücke auf, der Ort war dann auch zu Ende und der Fahrradweg führte durch eine dicht bewachsene Auenlandschaft. Mehrere Bäche flossen unter dem Kanal hindurch.

Das Schleusenwärterhaus N°7 hatte der Staat restaurieren lassen und wird jetzt als ein Bistro genutzt. Als wir kurz nach 12 Uhr ankamen waren wir fast die Einzigen. Hacksteak und Pommes sind nicht unbedingt Haute-Cuisine, aber es passte hier her.

Nach etwa 25 Kilometern folgten wir dem Hinweis zu einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Das hätten wir uns schenken können, dafür kamen wir durch ein Dorf mit vielen hübschen Häusern mit dem typischen Zielesteinschmuck an den Hauswänden.

Bei einer Pause auf der Rückfahrt haben wir noch die Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus) beobachtet. Sie saß ruhig auf einem Seerosenblatt und hoffte wohl, dass sich einer der Wasserläufer nähert.

Méry-sur-Seine

Der gestrige Tag lief, nachdem wir das Rheintal in Richtung Saarbrücken verlassen hatten, recht angenehm ab. Wir erreichten dank Navi problemlos unseren Campingplatz südlich von Metz. Der Platz liegt direkt am Fahrradweg und am Kanal.

Wir hatten nur Probleme mit dem Strom. Die 240 V kamen einfach nicht im Wohnmobil an. Nachdem das Wetter wieder schön geworden ist, auf der Fahrt bekamen wir etwas Nieselregen ab, wollten wir eigentlich bleiben. Das Strom-Problem lies uns heute Morgen eine Werkstatt anfahren. Wie sich herausstellte liegt das Problem am Sicherungskasten und da ist so einfach kein Rankommen, also müssen wir uns die nächste Zeit anders behelfen.

Da wir schon auf Achse waren, fuhren wir weiter. Die ersten Kilometer fuhren wir von Fluss zu Fluss und der Weg war recht abwechslungsreich. Später kamen wir in die Champagne mit endlos geraden Straßen. Auf der Route National war aber nicht viel los und die Orte in größeren Abständen, so dass wir zügig vorwärts kamen.

Jetzt stehen wir in einem Camping-Car-Park. Das heißt, hier gibt es kein Personal, mit aufgeladener Karte öffnet sich die Barriere und beim Hinausfahren wird der fällige Betrag abgebucht. Der Platz macht einen gepflegten Eindruck, die sanitären Einrichtungen sind zufriedenstellend. Man zahlt zwischen 15 und 17 € pro Nacht, etwas weniger wie auf einem Campingplatz, dafür gibt es auch keinen Brötchenservice.

Heute Nachmittag haben wir die erste Fahrradtour gemacht, es ging entlang dem Seine-Kanal. Teilweise fuhren wir durch einen grünen Tunnel, dann an Feldern entlang, mal passierten wir eine Schleuse, am Schluss eine „Guillotinen-Schleuse“. An Hand der Aufnahmen werdet ihr erkennen, welche damit gemeint ist.

Abseits des Kanalwegs war uns ein spitzer Kirchturm einen Abstecher wert. Es war die Kirche von Clesles. Als wir davor standen überraschte uns der eigentliche Turm. Man nennt ihn wegen seiner Form „Käseturm“ und ist das Überbleibsel der davor vorhandenen „primitiven“ Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Das Wort primitiv stammt aus der Beschreibung der Kirche, die sich da selbst befindet.

In den Startlöschern

Das Wohnmobil wird auf jeden Fall morgen Vormittag fertig gepackt sein und dann hoffen wir auf wenig Stau auf den deutschen Autobahnen. Ab Saarbrücken wird es dann weitaus relaxter weiter bis südlich von Metz an die Mosel gehen.

An Kartenmaterial vertrauen wir mal wieder mehr den Michelin-Regionalkarten wie dem Navi. Das wird Gudruns Aufgabe mal wieder sein, uns zum vorgesehenen Campingplatz zu lotsen. Stellplätze werden wir nur im Notfall anfahren und dann die von Camping-Car-Park. Diese haben in den letzten Jahren etliche Camping Municipal übernommen und bieten einen gewissen Standart an Sanitäreinrichtungen.

Das Titelbild stammt vom letzten Jahr und zeigt eine Straße in der Festung Concarneau, der Dienststelle von Comissar Dupin, dessen Krimis haben wir auch im Gepäck. Vielleicht finden wir ja einen der Tatorte, per Zufall

Die Fahrräder sind natürlich dabei und bei der Planung habe ich Orte die an Fahrradwegen wie den Voies-Verte oder Voies Bleu besonders berücksichtigt. Die sind auch alle in den Michelin-Karten verzeichnet.

Nun freuen wir uns auf nette Ortschaften und interessante Kulturdenkmäler. Wir freuen uns wie immer auf Kommentare und Fragen und sind natürlich per E-Mail erreichbar.

Besançon

Die Wetter-Apps betreiben die reinste Panikmache mit ihren Unwettern. Es fuhr eine Sturmböe über den Platz und wer sein Vorzelt nicht gesichert hatte, dem flog es um die Ohren. Die Gartenbesitzer hatten sich sicher mehr Wasser von oben erhofft. Egal, für uns war Weiterfahrt angesagt. Am Ortsrand von Louhans sahen wir dieses schöne Wandfresko.

Doubs

Und sonst ging es über die Landstraße zügig in Richtung Nord-Ost. Eigentlich steht Colmar auf unserem Plan, aber wir sind schon so häufig durch Besançon gefahren, dass wir es uns endlich mal anschauen wollten. Mit dem Campingplatz haben wir so unser Problem, denn auf der Hinfahrt war er entgegen aller Ankündigungen geschlossen, jetzt war er wenigstens offen, nur das warme Wasser funktioniert nicht und am Sonntag ist natürlich kein Handwerker zu bekommen.

Es ist mal wieder knuffig warm geworden und die Gewitterwarnungen folgen uns. Es war gerade 2 Uhr und bis 5 Uhr soll es trocken bleiben, also auf die Räder und die 9 km bis nach Besançon hinein geradelt. Der Campingplatz liegt am Doubs und Besançon liegt am Doubs, nur da zwischen liegt ein Buckel. Den wollten wir umgehen und suchten den Zugang zum Europa-Radwanderweg 8. Als wir da drauf waren lief alles wie am Schnürchen, direkt am Wasser, gut asphaltiert und direkt in die Stadt hinein.

Ober liegt eine mächtige Festung über der Stadt, die die Innenseite einer Fluss-Schleife einnimmt. Auto, Kanal- und Farradverkehr werden durch Tunnel schnell hindurch geleitet. Wir konnten aber feststellen,dass das Coer de la Ville (Herz der Stadt) durchaus mehr zu bieten hat. Neben einige recht alten schmucken Häusern fiel uns das Rathaus auf, das wohl neueren Datums den Festungscharakter wiederspiegelt.

Rathaus

Mit den ersten Tropfen machten wir uns auf den Rückweg, kamen trocken heim und warten immer noch auf den angekündigten Regen.

Tournus

Gestern war es schon sehr warm und früh müde gingen wir bald ins Bett, was den Vorteil hatte heute morgen bald wach zu sein. Noch waren die Temperaturen angenehm und so rollten wir früher wie sonst auf unser neues Ziel zu. Das lag heute im Norden von unserem Campingplatz.

Riverwalk

Der Weg war ähnlich gut ausgebaut wie gestern und meistens hatten wir die Saône auf der einen Seite und Felder auf der anderen, nur dass der Weg meist von Bäumen beschattet war. Dazu kam ein leichter Wind, der durchaus angenehm war.

Im Gegensatz zu Mâcon gefiel uns das Städtchen auf Anhieb, es hat einfach Flair. Viele alte Häuser, nicht unbedingt frisch renoviert, aber mit Details wie Skulpturen und schmiedeeisernen Gittern verziert. Die Sträßchen waren eng und wegen des Marktes kaum zu durchdringen.

Etwas Außerhalb des Zentrums liegt die Wallfahrtskirche, ein klassisch romanischer Bau, der vor allem innen durch seine hellen hohen Säulen besticht.

Das Wetter macht uns zu schaffen und so verabschiedeten wir uns bald von einem netten Ort und traten die Rückfahrt an. Ach ja, zum letzten Mal wird Wäsche gewaschen. Einen Trockner brauchen wir nicht, es sind über 30°C.

Mâcon

Gestern sind wir an Lyon vorbei an die Saône gefahren. Hier etwa 20 km nördlich von Mâcon stehen wir auf einem Campingplatz, der sich anfühlt wie „Klein-Niederland“. Das Personal spricht nur gebrochen Französisch und 90% der Besitzer kommen aus unserem Nachbarland, dann gibt es hier noch einige Deutsche, so dass man sich als Franzose wie im Ausland vorkommt.

2,8 m niedrige Brücke über die Saône

Die Zufahrt hat auch noch eine Besonderheit: Im letzten Ort vorher sahen wir eine Höhenbegrenzung von 2,80 m, was uns nicht ausreicht.

Vorsichtig fuhren wir weiter und entdeckten, dass wir kurz vor der für uns gesperrten Brücke links über eine schmale Kanalbrücke in den Campingplatz abbiegen müssen. Dass man die Höhenbegrenzung ernst nehmen sollte, erfuhr vorhin ein Lieferwagenfahrer, der mit einem heftigen Knall die Warnbarke oben zur Seite schleuderte.

Die Fahrradtour heute auf der „Voie Bleu“ nach Mâcon führte uns durch eine schöne Landschaft entlang der Saône. Mâcon selber hat nicht viel zu bieten. Wir schoben unsere Fahrräder durch die Fußgängerzone und waren nach einem Kaffee auf dem Rückweg. Kurz vor dem Campingplatz machten wir Halt bei einer Bäckerei/Restaurant.

Immer mehr Bäcker bieten neben den normalen Produkten auch Essen an. Ein Sandwich ist ja nichts außergewöhnliches, aber hier war es ein 3-Gänge-Menue mit einem Fleischgericht als Plat-du-Jour. (Tagesgericht).

Das Palais Idéal des Briefträgers Cheval

Im Jahre 1836 ist Ferdinand Cheval 43 Jahre alt. Er wird 33 Jahre, 10 000 Tage und 93 000 Stunden an seinem Palast bauen.

Als Briefträger ist er täglich bis zu 40 km gelaufen und hat auf seinem Rückweg in seiner leeren Tasche Steine, die er am Wegesrand fand gesammelt. Aussehen, Materialien und Konstruktionstechnik stammen aus seiner Vorstellungskraft.

Auf Höhe der ersten Etage erstreckt sich eine H-förmige Galerie von der mehr gut die vielen kleinen Figuren betrachten kann. Über 3 Treppen kann man sie auch heute noch betreten.

An der Ostseite fallen die 3 Giganten auf (linkes Bild), sie sollen Cesar, Vercingétorix und Archimedes darstellen.

Auf der Westseite hat Cheval sich an einer Darstellung unterschiedlicher Kulturen und Stile versucht in dem er Häuser, Schlösser und Tempel darstellte. Von hier kann man ein „Palais Imaginaire“ betreten, was sich unterhalb der Galerie befindet.

Das Ganze liegt heute in einem gepflegten Park. Unser Besuch am späten Nachmittag war sehr angenehm. Die Parkplätze waren leer. Die Läden vor dem Eingang waren geschlossen, statt langer Warteschlangen kamen wir direkt an unsere Eintrittskarten und mit uns befanden sich nur wenige Besucher auf dem Gelände. Aber, das ist wahrscheinlich die Ausnahme.

Selbst dann verliert das Palais nicht seine Wirkung. Wer arbeitet schon 33 Jahre lang an einem Werk ohne einen Blick auf Gewinn oder Ruhm zu verschwenden. Ferdinand Cheval machte ganz einfach seinen Traum wahr. Schön, dass ihn keine Verordnungen daran hindern konnten.