Im Jahre 1836 ist Ferdinand Cheval 43 Jahre alt. Er wird 33 Jahre, 10 000 Tage und 93 000 Stunden an seinem Palast bauen.

Als Briefträger ist er täglich bis zu 40 km gelaufen und hat auf seinem Rückweg in seiner leeren Tasche Steine, die er am Wegesrand fand gesammelt. Aussehen, Materialien und Konstruktionstechnik stammen aus seiner Vorstellungskraft.

Auf Höhe der ersten Etage erstreckt sich eine H-förmige Galerie von der mehr gut die vielen kleinen Figuren betrachten kann. Über 3 Treppen kann man sie auch heute noch betreten.

An der Ostseite fallen die 3 Giganten auf (linkes Bild), sie sollen Cesar, Vercingétorix und Archimedes darstellen.


Auf der Westseite hat Cheval sich an einer Darstellung unterschiedlicher Kulturen und Stile versucht in dem er Häuser, Schlösser und Tempel darstellte. Von hier kann man ein „Palais Imaginaire“ betreten, was sich unterhalb der Galerie befindet.

Das Ganze liegt heute in einem gepflegten Park. Unser Besuch am späten Nachmittag war sehr angenehm. Die Parkplätze waren leer. Die Läden vor dem Eingang waren geschlossen, statt langer Warteschlangen kamen wir direkt an unsere Eintrittskarten und mit uns befanden sich nur wenige Besucher auf dem Gelände. Aber, das ist wahrscheinlich die Ausnahme.

Selbst dann verliert das Palais nicht seine Wirkung. Wer arbeitet schon 33 Jahre lang an einem Werk ohne einen Blick auf Gewinn oder Ruhm zu verschwenden. Ferdinand Cheval machte ganz einfach seinen Traum wahr. Schön, dass ihn keine Verordnungen daran hindern konnten.