Laredo

Uns wurde der ACSI-Campingplatz in Laredo empfohlen. Wie sich heraus stellte, besitzt er einwandfreie Sanitäreinrichtungen, Restaurant und Supermarkt und sehr gepflegte Plätze. Ja, man steht hier einer neben dem anderen, die letzte Nacht war es trotzdem sehr ruhig.

Der Campingplatz liegt am westlichen Ende des etwa 6 km langen Sandstrandes und Promenade, die über die ganze Länge von Appartement-Wohnhäusern gesäumt wird. Der Strand besteht aus traumhaft weichen hellgelben Sand.

Einige Dünen hat der Wind aufgetürmt, aber meistens sind die Dünen von vielen Blütenpflanzen, Gräsern und Sträuchern bewachsen. Im Westen begrenzt der Rio de Treto, der in die Bucht fließt den Strand. Hier gibt es eine kleine Fähre für Wanderer auf dem Jakobsweg, der sie nach Santoña übersetzt.

Auf der anderen Seite ist es der Hafen, der in einen Fischereihafen und einen Vergnügungshafen unterteilt ist. Auf dieser Seite erhebt sich ein großer Felsen, den man durch einen Tunnel von der Altstadt zu einer Felsenbucht durchbohrt hat.

An den Felsen lehnt sich die Altstadt mit engen Gassen, kleinen Läden, Bars und Restaurants. Der Markt wurde zur Zeit des Jugendstils gebaut und auch sonst gibt es interessante Gebäude.

Leider verschandeln einige alte Bauruinen den Gesamteindruck. An den verschiedensten Stellen entdeckten wir Streetart-Kunstwerke. Zum Teil sind sie schon älter und Wind und Wetter machen sich an ihnen zu schaffen.

Santillana del Mar

Auf unserer Weiterfahrt in Richtung Santander machten wir einen Stopp in Santillana del Mar. Das Städtchen mit 4200 Einwohnern liegt am Golf von Biscaja und ist mit ihrem romanischen Kloster eine wichtige Station auf dem Weg nach St. J. de Compostella (Camino del Norte).

Die Altstadt ist Fußgängerzone und mit runden Kieselsteinen gepflastert. Die Häuser haben ihren ursprünglichen Stil beibehalten mit ihren Balkonen und Blumen. Überall sahen wir Kugeln von Tillandsien von den Balkonen hängen. Die Geschäfte sind stark auf den Tourismus ausgerichtet.

Das Kloster am Nordende der Altstadt betritt man durch den Kreuzgang, der einen auf die Kirche aus dem 12. Jahrhundert einstimmt. Im Innern bestimmen die schlichten Mauern die Atmosphäre. Wenn da nicht eine Spanierin munter über ihr Handy wohl wichtige Gespräche führen müsste.

Im Westen befindet sich eine aufwendig gestaltete Orgel und im Osten wurde im 15. bis 16. Jahrhundert in die Apsis ein Altar eingesetzt. Der nicht so recht ins Gebäude passen will.

Von dort bummelten wir gemütlich zurück durch andere Gassen und genossen den Flair des Ortes.

Comillas

Gestern sind wir noch vorbei gefahren, da wir keinen Parkplatz fanden. In der Zwischenzeit sind wir schlauer und sind vom Campingplatz zurück gefahren. Um so näher wir kamen, um so mehr Erinnerungen kamen uns. Vor über 30 Jahren waren wir schon mal hier.

Hauptanziehungspunkt war damals das Haus von Gaudi und das Sommerschloss des spanischen Königshauses. Viel für gerade mal etwas mehr als 2000 Einwohner. Comillas liegt westlich von Santander in Kantabrien und besitzt einen kleinen Hafen und einen schönen Strand.

In der Umgebung gibt es Höhlen in denen man Relikte aus der Bronzezeit fand. Im Mittelalter gab es eine Festung, deren Reste man noch erkennt. Für viele Jahre hatte der Fischfang große Bedeutung. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm der Tourismus seinen Anfang, besonders nachdem der spanische König den Ort 1881 besuchte und in der Casa Ocejo wohnte.

Ab 1888 lies der Marquis von Comillas den Palast Sobranello im Neogotischen Stil erbauen. Die Möbel stammen zum Teil von Gaudi. Dieser schuf auch die Pläne des daneben stehenden Wohnhauses El Capricio (1883-85) im modernistischen Stil, in dem Einflüsse von Europa, Arabien und Asien zu finden sind.

Nach dem Bürgerkrieg wurde das Haus verlassen und ab 1977 aufwendig restauriert. Gegenüber auf einem Hügel liegt die ehemalige päpstliche Universität, die 1890 erbaut wurde und heute eine private Universität beherbergt.

Nach all der Kultur genossen wir einen Spaziergang durch die mittelalterlichen Gassen, in denen zu unserem Glück ein regionaler Markt statt fand. Recht müde kehrten wir dann zu unserem Wohnmobil und Campingplatz zurück. Dass es nun anfing zu regnen, macht uns dabei gar nichts aus. Ein Buch, etwas Musik, es ist Urlaub.

Die Höhlen von Ribadesella

Es gibt Wetter, da freut man sich Zeit in einer Höhle zu verbringen. Und hier gibt es gleich, dazu ein modern interessant aufgebautes Museum, in dem man viel über Höhlenforschung, die Artefakte, die man hier gefunden hat und Höhlenmalerei erfahren kann. Zuerst besorgten wir uns die Eintrittskarten.

Für die unterschiedlichen Höhlen mussten wir uns zu bestimmten Zeiten vor den Toren einfinden. Bis zur ersten blieb uns noch Zeit für einen kurzen Rundgang im Museum. Es ist alles dunkel gehalten, dass man sich schon hier wie in einer Höhle fühlt.

Zur ersten Höhle mussten wir erst mal gut 10 Meter in die Höhe steigen bis zum eigentlichen Eingang. Dann ging es im Berg wieder ein Stück in einen großen Höhlensaal. An einer Stelle war die Decke eingebrochen und Tageslicht schien bis auf den Boden. Ein paar Tropfsteine dösten vor sich hin, durften aber nicht gefilmt werden.

Nachdem wir im Wohnmobil etwas gegessen hatten, fanden wir für die 2. Tour ein. Diesmal ging es fast eben, aber fast einen Kilometer in den Berg. Der Weg war kaum ausgeleuchtet und wir mussten aufpassen den Weg zu meistern. Wir sahen etliche Tropfsteine im Dämmerlicht, aber es ging stetig weiter. Der Höhepunkt waren die Höhlenzeichnung, die wir im Original betrachten durften.

Es ist schon unglaublich wie unsere Vorfahren bei Fackellicht und so weit im Berg diese Bilder gemalt haben. Die Bilder habe ich mir aus dem Internet runter kopiert. Zurück wurden dann auch einige Tropfsteingebilde für uns kurz angeleuchtet. Die waren sehr schön.

Anschließend fuhren wir an der Küste entlang weiter nach Osten. Dabei kamen wir durch San Vincente de la Barquera. Ein Blick auf den Ort zeigt das Titelbild und das letzte. Nicht weit weg davon stehen wir nun auf einem Campingplatz.

Ribadesella – Am Ufer der Sella

liegt dieses kleine Städtchen, das sich das kleine Mündungsdelta ausnutzt, um hier etwas mehr sich in die Breite auszudehnen, wie es anderen Orten möglich ist. Dazu kommt ein langer bogenförmiger Sandstrand, der zwar bei Flut in der Tiefe schrumpft, aber dennoch ein richtiges Strandleben ermöglicht.

Wir stehen mit unserem Wohnmobil etwa 1 km vom Strand weg auf einer großen ebenen Wiese mit gutem Internetempfang. Von dort haben wir heute Morgen die Promenade und den Strand erkundet. Um zum eigentlichen Ortskern zu gelangen muss man ein Brücke über die Sella überqueren.

Dort mussten wir erst mal der Stadtreinigung ausweichen, die die gesamte Promenade bis hin zum Leuchtturm gekärchert haben. Von hier hat man einen besonders attraktiven Blick auf das bergige Hinterland.

Zurück im Zentrum schoben wir unsere Fahrräder durch den Markt und ergänzten unsere Vorräte. Auch hier gab es etwas Besonderes, eine geräucherte Hirschsalami. Dass wir in einem beliebten Urlaubsort gelandet waren bemerkten wir an den Preisen für das Menu del dia, das hier statt 12€ 16€-18€ kostet und auch für 40€ zu haben ist. Was man für sein Geld bekommt, dass hätten wir ausprobieren müssen.

Wir landeten Schluss endlich beim Italiener, der wohl ein Mexikaner war und unter anderem „Wiener Schnitzel“ auf seiner spanisch geschriebenen Speisekarte anbot. Das war uns dann doch zu suspekt und wir blieben bei einer Pizza, von der wir 2 gute Stücke im Karton nach Hause gefahren haben.

In der Nähe des Ortes gibt es noch eine Höhle mit sehr alten Malereien. Auch wurden in der Gegend Dinosaurierknochen gefunden. Für beides macht der Ort immer wieder Reklame.

Entlang der Promenade wird auf Keramikfliesen auf sehr originelle Weise die Geschichte des Ortes erklärt, was auf Grund der gelungenen Zeichnungen jedes Mal einen Stopp wert ist.

Cudillero in Asturien

Beim Aussuchen des Campingplatzes haben wir schon gelesen, dass es ein Stück bis in den Ort, bzw. das Meer zurück zu legen ist, dass es aber so steil und weit hinunter geht, das war dann doch eine Überraschung. Mit E-Bikes wäre es machbar, stimmt, aber nicht täglich.

Das kalte und windige Wetter spricht für den Atlantik, aber Petrus übertreibt mal wieder. Angemessen bekleidet fuhren wir in den Ort hinab. Durch die kurvige Straße und den hohen Häusern sahen wir erst das Meer, als wir beinahe drin standen.

Im unteren Teil gibt es nur noch eine Straße von der die Häuser über steile Stege erreichbar sind. Parken ist für die meisten nur am Hafen möglich. Etliche kleine Geschäfte säumen die Straße und bieten mehr als touristischen Krimskram an.

Endlich mal wieder Paprikamarmelade, die gibt es wohl nur von privaten Herstellern, in Supermärkten suchten wir vergeblich. Bei einem Bäcker bot man uns „Schwarzbrot“ an, naja, mehr grau wie schwarz, aber besser wie weiß.

Die Hafenkante fuhren wir ab, bis es auf der anderen Seite wieder steil bergauf ging. Einige Boote lagen im Wasser, zum Teil Fischerboote, die die Restaurants versorgen. Das Wasser machte einen sauberen, wenn auch kalten Eindruck.

Da die Innenstadt so eng ist, hat man den Bach durch einen 300 m langen Tunnel direkt zum Meer hin verlegt. Durch den Tunnel kann man den Rückweg verkürzen, mit den Fahrrädern war das keine Option.

En el camino

Die N 630, die Ruta Via de la Plata, verbindet im Westen Spaniens Sevilla in Andalusien mit Gijón in Asturien. Die Straße mit ihren 900 km wird besonders als Touristik-Straße beworben. Parallel dazu führt die A 66, die ein schnelleres Vorwärtskommen ermöglicht, dafür aber an so manchen Highlights vorbei führt.

Während unserer diesjährigen Tour haben wir so manchen Kilometer der N 630 abgefahren. Heute wieder von León bis Oviedo, dabei haben wir die Cordeliera Cantabrica auf einer Höhe von fast 1400 m überquert. Da León auf etwa 1000 m Höhe liegt, war der Anstieg ein Kinderspiel, dann ging es aber mehrmals mit 17% Gefälle heftig bergab. Wir mussten ja die Meereshöhe fast erreichen.

Auf dem Weg haben wir ein typisches Lokal für Einheimische entdeckt, wo wir preiswert und gut für 20 € zu zweit mit Getränken zu Mittag gegessen haben. Daneben standen einige der häufig zu sehenden Industrieruinen. Manchmal stehen ganze Wohnviertel als Rohbauruinen in der Gegend herum.

In einem Ort sahen wir diese in den Berg gebauten Kellerräumen mit Kaminen, zu denen wir uns noch keinen Reim machen können.

Ein Stück weiter ist eine ganze Wiese mit Orchideen bedeckt.

Einige Orte besitzen hübsche Kirchen, andere nette Plätze mit Denkmälern und immer mal wieder wurde eine Wand durch ein Streetart Kunstwerk verschönert.

Die Liste könnte ich noch um etliches verlängern, um zu zeigen, dass es sich lohnt den längeren (Zeit) Weg anstatt der Autobahn zu nehmen.

Naturpark Monfragüe

Wir bekamen Besuch und mit ihm, in ihrem Auto, sind wir in den Park gefahren und haben noch mal die schönsten Stellen aufgesucht. Im Zentrum fließt der Rio Tajo, der an mehreren Stellen aufgestaut ist. Hier wird Strom produziert. Außerdem wurde damit ein großflächige, reich gegliederte Wasserlandschaft geschaffen, die nur an wenigen Stellen vom Menschen direkt besucht werden kann.

Die meisten Besucher trifft man am Salto de Gitano, dem Geierfelsen an. Welcher damit gemeint ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall zieht sich ein Felsenband quer durch das Tal und auf beiden Seiten kann man die Geier beobachten. Ein gutes Fernglas sollte man auf jeden Fall dabei haben.

Wesentlich ruhiger ist es, wenn man die östliche Route zur „Portilla del Tiétar“ nimmt. Mehrere „Miradores“ sind mit Parkplätze ausgewiesen. Hier haben wir einige interessante Pflanzen entdeckt.

Geologisch ist eine Formation interessant, wo die Gesteinsschichten gefaltet wurden, als wären sie Pfannkuchen.

Hier gibt es eine weitere Felsformation, die von den Geiern besiedelt ist und wo man die Vögel im Flug und bei der Landung beobachten kann. Wenn sie mal sitzen, sind sie kaum vor den Felsen zu entdecken. Für besondere Erlebnisse muss man schon etwas Zeit mitbringen.

Baños de Montemayor nach Navalmoral de Béjar

Bis Baños de Montemayor fuhren wir auf der Autobahn. Von dort ging es erst mal hinunter in den Ort. Hier scheint es mehr Hotels wie normale Häuser zu geben. Wir verliesen den Ort aber gleich wieder in einer Haarnadelkurve und fuhren hinauf zum ehemaligen Bahnhof. Dort hatten wir bei unserer letzten Tour auf dem Via Verte festgestellt, dass es dort einen größeren Parkplatz gibt.

Hier machten wir unsere Fahräder tourfertig undsetzten den Weg in Richtung Salamanca fort. Am Wegesrand sahen wir rosa Lupinen, manchmal stehen sie auch gemischt mit den blauen. Kurz hinter dem ersten Tunnel hat man diesen Blick auf Baños de Montemayor und den Embalse de Baños, einem Stausee. Weiter ging es stetig bergauf. Am Bahnhof von Puerto de Béjar vorbei, wo leider noch alle Stühle auf den Tischen standen. Woher sich dieser Name für den Ort ableitet, ist mir unbekannt, denn selten liegt ein Hafen so hoch am Berg.

Puerto de Bejar

Es war aber nicht mehr weit bis wir die Mauern von Bejar sahen. Die Stadt mit sehr hohen Häusern liegt auf einem Felssporn. Unser Weg führte am Bahnhof vorbei. Gegenüber haben wir auf unserem Rückweg gegessen. Der Fahrradweg führte direkt auf den Felsen zu auf dem die Stadt liegt und verschwindet in einem langen beleuchteten in einer Kurve liegenden Tunnel.

Dem schloss sich eine kleine Brücke und ein tiefer Einschnitt aus schwarzem Gestein an. Hier konnten wir etliche Klettersteige entdecken. Nach wenigen Kilometern endet der ausgebaute Teil der Via Vert an einer Weide auf der große Granitsteine herum liegen, man einen schönen Blick nach Norden hat und die Pfingstrosen blühen.

Dann lag ein großer Stein auf dem Weg und es lagen noch Schwellen und Gleise, die nur notdürftig mit Sand eingeebnet sind. Wir haben uns einige hundert Meter bis zu einer Asphaltstraße gequält, die in den kleinen Ort hinab nach Navalmoral de Béjar führt. Das ließen wir aber sein und machten uns auf die Rückfahrt und hatten einen schönen Blick auf die Schneeberge.

Naturpark Monfragüe

Dem einen oder anderen Leser wird der Titel bekannt vorkommen, denn wir sind schon wieder hier gelandet, auf dem Campingplatz vor dem Naturpark. Die Fahrt hier her in den Norden war durch die Berge bis Zafra sehr abwechslungsreich und wir genossen die bunten Wiesen.

Hier sind wir heute Vormittag noch mal auf der Via Verte entlang der Eisenbahnstrecke gefahren. Dieses Mal bis zum Ende. Nach 23 km endet sie abrupt an einer Brücke.

Lack-Zistrose

Da gab es noch einen Hinweis auf einen Ort. Also fuhren wir los und erreichten ein Herrenhaus mit wütend bellenden Hunden. In dessen Nähe gelang mir das Bild mit den schwarzen Rindern auf der blauen Wiese.

Etwas frustriert suchten wir uns einen Rückweg mit Google-Map, um etwas schneller zurück zu kehren. Der Fahrradweg ist meistens in gutem Zustand, was nicht heißt, dass es keine Stellen gibt an denen man sehr aufpassen muss.

Nach einem guten Essen in der Nähe des Campingplatzes fuhren wir noch am Campingplatz vorbei in das hier gelegenen Besucherzentrum. Es gab viele Filme zu sehen und Erklärungen über die Geologie, die Besiedlung der Menschen und natürlich die Tier- und Pflanzenwelt. Bei einem Rundgang durchs Gelände fand ich diese Pflanzen eines Natternkopfes als Kristate.