Dinan an der Rance

Nach 2 Stunden Fahrt inklusive Einkaufen im Supermarkt haben wir unser nächstes Ziel bei Dinan erreicht. Nach Kommissar Dupin müssen wir nun mit bretonischem Wetter rechnen, alle 4 Jahreszeiten können an einem Tag auftreten. Nicht ganz so schlimm, aber ähnlich ist es. Immerhin trauten wir uns am Nachmittag auf die Fahrräder.

Unser Ziel war Dinan. Da der Campingplatz auf der Höhe liegt mussten wir erst mal runter an die Rance. Die ist hier aufgestaut und mit Schleusen versehen. Zuerst war der Fluss gewaltig, wurde in Richtung Dinan aber immer schmäler. Hier gibt es einen kleinen Hafen mit etlichen Booten.

Zum Hafen gehört eine alte Brücke über den Fluss und ein Gässchen, das sich steil hinauf in die Stadt windet und einen Kunstladen neben dem anderen aufweist.

Für Fahrradfahrer ist aber ein etwas bequemerer Weg nach oben ausgeschildert. Ein langes Stück an der Stadtmauer entlang ging es und dann waren wir im mittelalterlichen Stadtkern. Hier gibt es noch Fachwerkbauten mit geschnitzten Balken. Hier ist sehr viel los, da mussten wir unsere Fahrräder schieben.

Mitten drin steht ein über 60 m hoher Beffroi, ein Wachturm mit Uhr und Glocken. Der Blick von oben war die vielen Stufen wert. Dinan bietet ein sehr geschlossenes Bild, Granit und Schiefer dominieren, Neubauten gibt es im Zentrum nicht. Verkehrstechnich bildet die Altstadt ein Problem, aber da kaum ein Auto hinein darf, ist es dort angenehm.

Der Rückweg gestaltete sich schwierig, wir mussten ja wieder runter und die Abfahrt, die wir fanden führte uns südlich des Ortes an den Kanal de Ille. Aber, wo ein Kanal ist, ist auch ein Fahrradweg, und nach wenigen Kilometern hatten wir den Hafen von Dinan erreicht und den Rest kannten wir ja schon.

Le Château de Fougères

Heute soll es in das Schloss hinein gehen. Wir würden eher von einer Burg sprechen, denn die Verteidigung stand beim Bau im 12. und später im 14. Jahrhundert im Mittelpunkt der Planung.

Die Bretonen im Westen, die Normandie und das Anjou unter den französischen Königen im Osten und immer wieder die Begehrlichkeiten der Briten ließen hier die größte Burg Frankreichs entstehen. Hier auf einem Felsen, der ins Tal hineinragt stand wohl zuerst eine Burg aus Holz. Mit der Zeit entstanden drei von einander durch Tore getrennte Innenhöfe. Im letzten befanden sich die Räume der Bewohner.

Besichtigen kann man die Türme, die Mauern und Höfe. Von den einst existierenden Häusern sind kaum mehr als die Grundmauern erhalten. Mit einem Audioguide folgten wir einem Rundgang. Zusätzlich konnte man 3 der Türme ersteigen von denen man aus einen herrlichen Rundumblick hatte.

Die Stadt entstand beginnend mit Handwerkhäusern zu Fuße der Mauern. Die reicheren Personen bauten weiter oben und ließen eine Stadtmauer errichten. In dem vor der Burg liegenden Straßen fand ich eine angemessene Bemalung: Ein großer Mensch, ein kleineres Fahrrad und ein klitzekleines Auto, ja so sollte es sein (s. Foto unten).

Es gab recht viel zu laufen und zu schauen, so dass wir uns vor dem Tor der Burg in einer Crêperie niedergelassen haben. Die Tagescrêpe war mit Schinken, Zucchini-Streifen und Pinienkernen, Käse und Trüffeln bedeckt. Natürlich gehörte dazu eine Schale trockenen Cidre.

La Régante

Diese Voie Verte ist ein bedeutender Radweg, meist auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse, die Nantes mit dem Mont-Saint-Michel verbindet, also von Süd nach Nord die östliche Bretagne durchquert.

Wir sind heute von Fougéres den Radweg nach Norden gefolgt. Wegen Bauarbeiten war der Einstieg etwas schwierig. Dann lief es auf feinem Splitt, meist in einem grünen Tunnel, gut voran. Die zu querenden Straßen waren gut gesichert und bei einer viel befahrenen Landstraße hielten selbst LKW´s für uns an. Einfach SUPER.

Die Bahnwärterhäuser und Bahnhöfe waren alle sehr gepflegt und in Privatbesitz. Bei einem haben sich Portulakröschen durch Samen auf die Wanderschaft begeben, und ich hoffe sie heil mit nach Hause bringen zu können.

An anderer Stelle trafen wir auf einen hübschen Ziegenbock, der meinen Spitzwegerich gerne entgegen nahm. Kurz darauf erreichten wir einen größeren Ort mit einem alten Wasserturm der Eisenbahn.

Neben dran war ein Restaurant mit dem bescheidenen Namen: Tout le Monde en parle (alle Welt spricht davon). Beim Tagesmenue gab es Miesmuscheln zur Vorspeise. Mmmmh, waren die gut.

Da gegen Nachmittag Regen angesagt war, ging es dann zügig zurück.

Für Fahrradfahrer gibt es hier noch eine spezielle Übernachtungsmöglichkeit, Hütten ab 25€ und Zelte ab 10€ pro Nacht. Mit einem Zahlencode kann man das eingezäunte Gelände betreten wir auch die Hütten.

Kurz vor unserem Campingplatz waren wir noch einkaufen. An der Tür fiel mir der Hinweis auf, dass die Einkäufe auch nach Hause geliefert werden. Wo immer mehr Läden sich am Ortsrand ansiedeln, ist das ein notwendiger Service für etliche Einwohner.

Fougères

Gestern ging es über 370 km per Landstraße hier her nach Fougères. Mehr als einen Schnitt von 50 km/h war nicht heraus zu holen. Zum Glück fanden wir einen netten gepflegten und gut ausgestatteten Campingplatz vor. Da lies es sich trefflich ausruhen und abends noch eine Partie Boule spielen.

Heute haben wir die Stadt besichtigt. Mit den Fahrräder fuhren wir ins Zentrum und beim Office de Tourime stellten wir die Räder ab und begaben uns auf den offiziellen Stadtrundgang. Zu Beginn verlief der Weg über eine interessante Einkaufsstraße bis zu einer Kirche.

An einer ihrer Seiten befindet sich ein netter Park mit Blumen, Kunstwerken und einem schönen Blick ins Tal. Weiter rechts, unter uns schloss die Burg das Tal ab. Zu der mussten wir als nächstes hinunter.

Das war wohl früher mal die Vorstadt, die vor den Mauer lag und nur bedingt geschützt war. Imponierend sind die vielen Türme. Trotz der dunklen Mauern und grauen Schieferdächern wirkt alles freundlich und gepflegt.

Auf einem der Plätze haben wir zu Mittag gegessen, um dann die im Plan verzeichneten Wandbilder zu suchen. Was meist nicht einfach war. Hier zeige ich das, was uns am besten gefallen hat.

Kaum waren wir am Wohnmobil hat es angefangen zu tröpfeln. Für die Natur ist das viel zu wenig, denn hier hat es sicher den ganzen Sommer noch keinen Niederschlag gegeben.

Am Kanal de la Loing nach Moret-sur-Loing

Der Kanal-de-la-Loing endet nur wenige Kilometer von Moret in die Seine nach Süden teilt er sich auf in den Canal de Oleans und den Canal de Briare und natürlich sind alle mit einem Fahrradweg versehen.

Aber bevor ich es vergesse, gestern sind wir gut los gekommen, haben in einem Intermarché für das Wochenende einkauft und suchten gegen Mittag ein Restaurant. Das war nicht so einfach. Viele Fernfahrer-Lokale haben dicht gemacht, da die LKW´s auf der Autobahn dran vorbei fahren.

Am Rande eines Einkaufsviertels sahen wir ein nordafrikanisches Restaurant. Wir wollte etwas unbekanntes ausprobieren, fragt mich bitte nicht nach dem Namen, aber beides wurde in einer irdenen Schale serviert und war kochend heiß. Gudruns waren Würstchen in Gemüse und für mich gab es Hühnchen mit Mandeln und Zwetschgen.

Als Sättigungsbeilage gab es nur 2 Brötchen, die man in die Soße tunken konnte. Wir wurden gut satt, fühlten uns aber wie nach leichter Kost. Deswegen waren wir so mutig und haben einen Teller mit afrikanischem Gebäck bestellt. Das meiste waren Nüsse und Honig und wer es süß mag, hat richtig gewählt.

Leider habe ich meinen Foto am Tisch vergessen und wir mussten später noch mal dort hin zurück fahren. – Nachdem in Nemour der Stellplatz zwar schön am Kanal gelegen ist, aber keinerlei Komfort bietet sind etwas weiter nach Norden ausgewichen. Der Platz liegt an der Loing und von hier fuhren wir die Voie Vert nach Moret-sur-Loing.

Das Städtchen strahlt mittelalterlichen Flair aus. Direkt am Fluss, Stadttürmen und Gebäuden, die bis ins 12. Jahrhundert zurück reichen, hat es viel zu bieten. Impressionisten wie Sisley wussten das auch zu schätzen und lebten hier eine Zeit lang.

Canal-de-la-Haute-Seine

Die Nacht war sternenklar und frisch, so dass wir uns heute Vormittag etwas mehr Zeit gelassen haben, aber zum Frühstück saßen wir vor dem Wohnmobil in der Sonne. Heute wollten wir den Kanal in südlicher Richtung folgen, also bergauf.

Am Ortsausgang fiel uns gleich diese schlanke Eisenbrücke auf, der Ort war dann auch zu Ende und der Fahrradweg führte durch eine dicht bewachsene Auenlandschaft. Mehrere Bäche flossen unter dem Kanal hindurch.

Das Schleusenwärterhaus N°7 hatte der Staat restaurieren lassen und wird jetzt als ein Bistro genutzt. Als wir kurz nach 12 Uhr ankamen waren wir fast die Einzigen. Hacksteak und Pommes sind nicht unbedingt Haute-Cuisine, aber es passte hier her.

Nach etwa 25 Kilometern folgten wir dem Hinweis zu einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Das hätten wir uns schenken können, dafür kamen wir durch ein Dorf mit vielen hübschen Häusern mit dem typischen Zielesteinschmuck an den Hauswänden.

Bei einer Pause auf der Rückfahrt haben wir noch die Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus) beobachtet. Sie saß ruhig auf einem Seerosenblatt und hoffte wohl, dass sich einer der Wasserläufer nähert.

Méry-sur-Seine

Der gestrige Tag lief, nachdem wir das Rheintal in Richtung Saarbrücken verlassen hatten, recht angenehm ab. Wir erreichten dank Navi problemlos unseren Campingplatz südlich von Metz. Der Platz liegt direkt am Fahrradweg und am Kanal.

Wir hatten nur Probleme mit dem Strom. Die 240 V kamen einfach nicht im Wohnmobil an. Nachdem das Wetter wieder schön geworden ist, auf der Fahrt bekamen wir etwas Nieselregen ab, wollten wir eigentlich bleiben. Das Strom-Problem lies uns heute Morgen eine Werkstatt anfahren. Wie sich herausstellte liegt das Problem am Sicherungskasten und da ist so einfach kein Rankommen, also müssen wir uns die nächste Zeit anders behelfen.

Da wir schon auf Achse waren, fuhren wir weiter. Die ersten Kilometer fuhren wir von Fluss zu Fluss und der Weg war recht abwechslungsreich. Später kamen wir in die Champagne mit endlos geraden Straßen. Auf der Route National war aber nicht viel los und die Orte in größeren Abständen, so dass wir zügig vorwärts kamen.

Jetzt stehen wir in einem Camping-Car-Park. Das heißt, hier gibt es kein Personal, mit aufgeladener Karte öffnet sich die Barriere und beim Hinausfahren wird der fällige Betrag abgebucht. Der Platz macht einen gepflegten Eindruck, die sanitären Einrichtungen sind zufriedenstellend. Man zahlt zwischen 15 und 17 € pro Nacht, etwas weniger wie auf einem Campingplatz, dafür gibt es auch keinen Brötchenservice.

Heute Nachmittag haben wir die erste Fahrradtour gemacht, es ging entlang dem Seine-Kanal. Teilweise fuhren wir durch einen grünen Tunnel, dann an Feldern entlang, mal passierten wir eine Schleuse, am Schluss eine „Guillotinen-Schleuse“. An Hand der Aufnahmen werdet ihr erkennen, welche damit gemeint ist.

Abseits des Kanalwegs war uns ein spitzer Kirchturm einen Abstecher wert. Es war die Kirche von Clesles. Als wir davor standen überraschte uns der eigentliche Turm. Man nennt ihn wegen seiner Form „Käseturm“ und ist das Überbleibsel der davor vorhandenen „primitiven“ Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Das Wort primitiv stammt aus der Beschreibung der Kirche, die sich da selbst befindet.

In den Startlöschern

Das Wohnmobil wird auf jeden Fall morgen Vormittag fertig gepackt sein und dann hoffen wir auf wenig Stau auf den deutschen Autobahnen. Ab Saarbrücken wird es dann weitaus relaxter weiter bis südlich von Metz an die Mosel gehen.

An Kartenmaterial vertrauen wir mal wieder mehr den Michelin-Regionalkarten wie dem Navi. Das wird Gudruns Aufgabe mal wieder sein, uns zum vorgesehenen Campingplatz zu lotsen. Stellplätze werden wir nur im Notfall anfahren und dann die von Camping-Car-Park. Diese haben in den letzten Jahren etliche Camping Municipal übernommen und bieten einen gewissen Standart an Sanitäreinrichtungen.

Das Titelbild stammt vom letzten Jahr und zeigt eine Straße in der Festung Concarneau, der Dienststelle von Comissar Dupin, dessen Krimis haben wir auch im Gepäck. Vielleicht finden wir ja einen der Tatorte, per Zufall

Die Fahrräder sind natürlich dabei und bei der Planung habe ich Orte die an Fahrradwegen wie den Voies-Verte oder Voies Bleu besonders berücksichtigt. Die sind auch alle in den Michelin-Karten verzeichnet.

Nun freuen wir uns auf nette Ortschaften und interessante Kulturdenkmäler. Wir freuen uns wie immer auf Kommentare und Fragen und sind natürlich per E-Mail erreichbar.