Skala Sikia

Nach einem ziemlich faulen Vormittag, war auch mal schön, fuhren wir die Bucht mit den Rädern nach Süden entlang. Hier schließen sich weitere kleine Buchten und Strände an. Gleich in der ersten sahen wir ein nettes Restaurant.

Die meisten Tischen waren nicht belegt, hier geht es mit großen Schritten auf das Ende der Saison zu, Schade, denn die Luft und das Wasser sind herrlich warm, aber wenn die Gäste ausbleiben, müssen die Restaurants und vieles andere zu machen.

Man bot uns frisch gemachtes Moussaka an, ein griechischer Auflauf, der, wie wir jetzt wissen, auch eine Schicht Zucchini enthalten sollte, die fehlte sonst hat es aber gut geschmeckt. Hinter her gab es noch einen Gruß aus der Küche, eine kleine Leckerlichkeit, die gar nicht zu süß schmeckte.

Um die Kalorien los zu werden radelten wir noch einige Kilometer die Küste weiter. Eine Gruppe wilder Hunde unter einer Brücke verhielt sich ruhig. In den weiteren Buchten sahen wir urige Bars, die aber alle schon dicht gemacht hatten.

An der Straße stehen immer wieder kleine Gedenkkirchen, die meist an Verstorbene erinnern sollen, Proskinitária genannt. Innen befindet sich oft ein Öllämpchen. Sie werden häufig von Baumärkten in verschiedenen Größen angeboten.

Fahrt auf die Halbinsel Sithonia

Heute Morgen wurden wir durch einige Tropfen geweckt. Es hat aber nicht ausgereicht, dass die Handtücher nass geworden wären. Aber der Wind wehte uns den Verkehrslärm über den Platz, so waren wir uns schnell einig zu packen. Auf dem Rückweg können wir ja noch mal in Nea Moudania vorbei fahren.

Wir fuhren zuerst ostwärts an Kasandra und Sithonia vorbei, um dann an der Ostküste von Sithonia nach Süden zu fahren. Während wir zu Beginn noch etliche Orte und Felder entlang der Straße sahen, führte die Straße auf Sithonia in vielen Kurven und mit etlichen Steigungen durch schöne Kiefernwälder. Am Straßenrand blüht das Heidekraut. Um den Ort Sarti fanden wir keinen Campingplatz, so dass wir wieder in Skala Sikia landeten.

Eigentlich erst mal in Sikia selber, wo wir in einem Lokal Crepes aßen. Nach dem gestrigen Schlemmeressen am Abend waren wir noch nicht richtig hungrig. Doch etwas gestärkt fuhren wir den Campingplatz Melissi am Strand an. Seit unserem letzten Besuch sind die Sanitäranlagen überholt worden und lassen nun keine Wünsche offen.

Der Strand ist recht sauber und relativ wenige Touristen sieht man hier. Die beiden Stümpfe ehemaliger Mühlen sind auch restauriert worden. Am Strand gibt es immer noch ein ehemaliges Jugendlager, ein lost place, den einige Streetart-Künstler als Leinwände benutzt haben.

Nea Moudania

Jetzt haben wir uns von der Fahrt etwas erholt. Wir sind täglich im Wasser, es ist trotz des Sandes ziemlich sauber und man kommt gut hinein bzw. hinaus und drinnen ist es angenehm warm. Es gibt zwar einen kleinen Laden auf dem Campingplatz, aber für ihn ist es schon das Ende der Saison, so dass wir lieber ins 6 km entfernte Nea Moudania fahren.

Das touristische Leben findet natürlich an der schon recht schön ausgebauten Hafenpromenade statt. Hier gibt es auch einen Fahrradweg. In den Straßen da hinter liegen die eigentlichen Geschäfte, kleine Läden und etwas weiter am Rand auch ein großer Superpark: Take and Carry.

Wir fanden gut reifes Obst, eine besondere süße Melone und auch die Bäckerei vom letzten Mal wieder. Hier spricht man Deutsch und die Backwaren sind auch so: fres.co. Endlich wieder gewohntes Brot. Man muss nur die recht lange Fiesta-Zeit berücksichtigen. Die meisten Läden öffnen erst wieder gegen 16 Uhr.

Alles überragt die schöne Kirche. Hinein kamen wir wieder nicht. Drum nur ein paar Motive, die ich beim letzten Besuch (Griechenland 2019) nicht aufgenommen hatte.

Auf dem Rückweg fielen mir noch ein paar Blümchen am Straßenrand auf, aber viel blüht nicht mehr in der Natur. Dagegen blühen in der Gärten noch Bougainvilleas und der Oleander.

Fahrt nach Nea Moudania

Schon früh am Morgen weckten uns die Hähne und so waren wir schon gegen 9 Uhr unsere nächste Strecke an zu gehen, mehr an zu fahren. Im Ort selber wies das Verkehrsschild nach links, während die Markierungen auf dem Asphalt das verboten. Also nach rechts, in der Hoffnung, dass bald ein Kreisverkehr kommt.

Die Strecke nach Korce war gut ausgebaut, aber bei jeder Straßeneinmündung oder Kreuzung wird die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h herab gesetzt, was viele Einheimische nicht stört und zu heiklen Situationen führt. Nach Korce war kaum mehr Verkehr auf der Straße, das einzige Ziel war die Grenze.

Hier verließen wir Albanien nach einem kurzen Stopp, um uns vor der griechischen Kontrolle in eine lange Schlange ein zu ordnen. Buspassagiere und Autos wurden am selben Schalter abgefertigt. So brauchten wir eine gute Stunde bis ich am Schalter dran war und bekam nach 30 Sekunden meine Pässe zurück und der folgende Zoll winkte uns durch.

Was wir nicht wussten, war, dass die Autobahn gleich nach der Grenze beginnt und in spektakulärer Streckenführung in südöstlicher Richtung aus den Bergen hinaus führt. Ich genoss es den Wagen laufen lassen zu können und so kamen wir immer weiter vom heutigen Ziel weg und irgend wann beschlossen wir nach Nea Moudania durch zu fahren.

Die Bilder stammen alle vom hiesigen sehr gepflegten Platz Oelia Camping & Bungalows, wo wir auf unsere Crailsheimer Freunde warten werden. Den Platz findet man in dem man an Nea Moudania vorbei fährt, dann kommt rechts am Rand ein Schildchen Campingplätze rechts abbiegen, dann parallel zur Hauptstraße weiter fahren bis große Schilder rechts direkt zu den Plätzen führen.

Podgradec

Die Möglichkeit mal wieder mit dem Fahrrad problemlos Fahrrad zu fahren, führte dazu, dass wir noch einen Tag hier verbringen. Der Campingplatz ist zwar sehr einfach und heute fanden wir in der Nachbarschaft einige bessere, hier im Osten des Ortes. Wir konnten unsere Vorräte auffüllen, was mit Euros problemlos ging, dafür bekamen wir später im Restaurant als Wechselgeld nur Albanisches Geld. Jetzt sind wir im Besitz eines 2000ders.

Entlang des Sees führt ein Fahrradweg, dem wir etliche Kilometer folgten. Auch hier fanden wir immer wieder Personen, die Produkte anboten. Darunter auch Fisch aus dem See. Eine historische Waage hatten sie auch dabei. Wofür sie die Kombizange brauchen erschloss uns nicht, aber wir kauften ihnen auch keinen Fisch ab.

An einer anderen Stelle stand eine beeindruckende Ruine. Hinter mehreren Toren wurde irgend wie und an irgend etwas gearbeitet. Auffallen tat uns jedenfalls die Graffiti-Fassade.

Zurück im Ort besuchten wir ein Restaurant am Strand. Meine Forelle schmeckte gut, aber Gudruns Petulla te Fshira (gefüllte mehrlagige Pfannkuchen) waren wirklich etwas Besonderes.

Entlang der Promenade erstreckt sich ein Park. Hier wurden wir auf eine größere Gruppe von meist älteren Männern aufmerksam. Sie spielten an mehreren Tischen meist eine Domino-Variante oder Schach.

Auf dem Nachhauseweg fielen uns noch 2 Dinge auf: Eine überdimensionale Steinschleuder und kurz vor dem Campingplatz ein gefestigter Schützen stand, wovon es hier etliche gibt.

Noch eine Anmerkung zu Albanien: Ja, hier ertönt regelmäßig, aber nicht nervtötend der Ruf des Muezzin, oft haben wir ihn einfach überhört. Die Frauen, egal welchen Alters, laufen wie bei uns gekleidet herum, selbst ein Kopftuch findet man hier nicht.

Fahrt zum Ohritsee

Gestern Abend nach Sonnenuntergang wurde uns noch ein Farbspektakel auf dem Campingplatz geboten. Deshalb musste ich auch noch mal den Aussichtsturm besteigen.

Die Nacht war sehr ruhig und ausgeruht beschlossen wir weiter zu fahren, da sich keine interessante Fahrradtour anbot. Auch in die Stadt wollten wir nicht. Es wird zwar viel Fahrrad gefahren, nur hat das mit unseren Gewohnheiten wenig zu tun, und wir wollten ja ohne Blessuren weiter kommen.

Dass man schnell in Schwierigkeiten kommen kann, erlebten wir schon nach wenigen Kilometern in Richtung Tirana: Mehrere demolierte Autos, ein Wohnmobil kopfüber im Graben, mehrere Sankas, da hat mal wieder jemand überholt, wo es verboten ist. Ähnliche Situationen haben wir mehrere erlebt. Da hilft nur ein gutes Reaktionsvermögen.

In Albanien gelten sehr enge Regeln: 40 km/h im Ort, 80 max. auf der Landstraße. Wir haben mehrere Kontrollen erlebt und trotzdem wird oft gerast, meist mit deutschen „Prämiumwagen“.

Tirana ist weiterhin eine Katastrophe, vor allem weil in zweiter Reihe laufend geparkt wird, dazu ist die Straße sehr schlecht und fast jeder drängelt in die sich auftuende Lücke hinein. Aber Albanien ist auch das Land der Gegensätze, der Eselskarren gehört genauso zum Straßenbild wie die Stretch-Limousine, die Bauruine wie das Pallasthotel. Hübsche Restaurants mit preiswerten Speisen wie die Straßenhändler.

In Tirana konnten wir tolle Streetart Gemälde nur im Vorbeifahren bewundern, in Elbasan fand ich sogar eine Parkmöglichkeit. Dann ging es in die Berge. Zwei heftige Pässe waren zu bezwingen, dann hatten wir endlich einen Blick auf den Ohritsee (die Schreibweise unterscheidet sich, ob man den See von Albanien oder Nord-Mezedonien betrachtet). Am Ortsende von Pogradec, kurz vor der Grenze, fanden wir einen kleinen Campingplatz, wo wir uns erst mal entspannen. (Titelbild ist ein Blick von der Passstraße auf den Ohritsee.)

Fahrt nach Shkodër (Albanien)

Montenegro und Albanien sind für viele noch unbekannte Länder. Unsicherheit setzt sich da bei einem fest, der die Länder bereisen will. Am letzten Abend wurde noch eine Diskussion los getreten, ob man und wenn ja für welches Land Pässe benötigt werden. Braucht man ein D-Schild am Wagen, und und und… Der beste Tipp lautet, man solle in die letzte Seite des Reisepasses einen 10 Euro-Schein stecken, sonst würde man beim Grenzübergang unter umständen 24 Stunden warten.

Nun gut, Reisepässe braucht man nicht, nach dem D-Schild schaute niemand, für das Wohnmobil und dessen Inhalt interessierte sich auch niemand. Die Personalausweis wurde eingescannt und dann bekamen wir die Ausweise wieder und konnten weiter fahren. Höflich, freundlich, effizient, so dass möglichst kein langer Stau entstand. Fazit: Der Grenzübergang nach Montenegro bzw. Albanien verlief ohne Probleme.

bei Budva

In Montenegro haben wir mal wieder günstig Obst, Gemüse und Wein am Straßenrand gekauft (in Euro bezahlt), später gut gegessen. Die Straßen ließen mal wieder nur gemäßigte Geschwindigkeiten zu, immer mal wieder kurvten wir hoch über der Küste. Deswegen sind wir auch über Petrograd im Landesinnern weiter gefahren. Ein langer Tunnel kostete 10 Euro, dafür kamen wir endlich mal flott vorwärts.

Dann ging es weiter über Tuzi nach Albanien. Hier mussten wir auf Schafe und Rinder auf der Fahrbahn achten. In Montenegro sahen wir dann die ersten Minarette, wo hingegen in Skodër eine christliche Kirche das Stadtbild prägt, natürlich nach der Festung, die direkt über unserem Campingplatz thront. Dieser neue Platz ist eine Show, eine schöne Anlage mit allem Komfort, WIFI, Pool, Bar, Hotel, Bungalows und Restaurant.

Das hat natürlich seinen Preis: 2 Personen im Wohnmobil mit Strom 25€ pro Tag. Eigentlich sollte man länger bleiben, aber die Stadt selber interessiert uns nicht besonders.

Molunat

Jetzt sind wir am südlichsten Zipfel Kroatiens angekommen. Das letzte Stück ging zuerst direkt an der Küste entlang und bot spektakuläre Aussichten. Ein Anhalten war da unmöglich. So ging es nach Dubrovnik hinein, besser gesagt, wir umfuhren die Stadt hoch oberhalb der eigentlichen Häuser, hatten aber immer mal wieder einen Blick hinab.

Auf einem Parkplatz entdeckten wir zufällig einen Fiat 500 TOPOLINO aus dem Jahre 1949 in einem TOP-Zustand.

Dann konnten wir noch einkaufen und den Tank voll laufen lassen bis wir für die letzten Kilometer auf ein kleines Sträßchen abbogen. Hier in Molunak geht es noch ziemlich gemütlich zu. Es gibt einen Laden, ein recht gutes Restaurant und eine Bar, 2 Campingplätze unten am Meer, einen kleinen Hafen und ein Strand, der an einer Stelle einen Einstieg über Sand erlaubt.

Portulaca grandiflora

Wir waren regelmäßig baden und wurden von Fischen umschwommen. Von den Felsen sollte man sich fern halten, denn dort gibt es Seeigel, was dann mehr die Taucher interessiert.

Auf einem kurzen Spaziergang sahen wir in den Gärten einige hübsche Pflanzen. Hier blüht es noch im Gegensatz zur freien Natur, wo es nur noch wenige Blüten zu bewundern gibt.

Korčula

Gestern war vor allem ein Reisetag. Von Makarska bis Kučište auf die Halbinsel Pelješac ist kilometermäßig nicht weit, aber die Strecke ist recht kurvig. Also langsam fahren, was es uns ermöglichte uns die Buswartehäuschen anzusehen. Im Mündungsdelta der Neretva stehen dutzende Verkaufsstände mit Obst, Gemüse, Marmelade, Säften und Wein am Straßenrand. Hier haben wir gut und preiswert eingekauft. Auf Pelješac meinte das Navi wir sollten die kürzere Strecke nehmen, mit dem Ergebnis, dass wir uns ziemlich enge Serpentinen hinauf quälen mussten.

Für Kučište hatten wir den echt guten Tipp bekommen den Camping Palme anzufahren. Der familiäre Campingplatz liegt sehr schön und wir sind froh wenigstens für 2 Nächte einen Platz bekommen zu haben.

Für heute haben wir uns eine Fahrt mit der Fähre nach Korčula vorgenommen. Bis zur Fähre in Orebić ließ es sich gut mit dem Fahrrad fahren. Die Fähre fährt stündlich und in 15 Minuten ist man auf der Insel Korčula so wie dem Ort gleichen Namens.

Interessant ist vor allem die Altstadt, die noch immer geschützt hinter Türmen und Mauern liegt und heut zu Tage von den Touristen erobert werden will. Und die kommen in Scharen, sogar ein Kreuzfahrtschiff machte hier gestern Halt. Aber es lohnt sich.

Neben dem Ensemble an sich kann man viel Zierrat an den Türstöcken und Fenster-Umrandungen entdecken. Auf den Turm der größten und höchsten Kirchen kann man klettern. Man hat von oben einen sehr schönen Blick, den man sich aber zuerst verdienen muss. Es geht steil und eng im Treppenhaus zu. Schlank sollte man auf jeden Fall sein, Entgegenkommende haben kaum eine Chance an einem vorbei zu kommen.

Da es wieder sehr warm wurde, haben wir uns bald nach einem guten Mittagessen auf den Weg zur Fähre gemacht.

Makarska

Was macht man, wenn der Wetterbericht eine Regenwahrscheinlichkeit von 73% vorhersagt? Man packt die Fahrräder und denkt an die 28% Sonne, bzw. Trockenheit. Vom Campingplatz geht es direkt auf die Promenade, die am laufenden Bande beidseitig mit Ständen bestückt ist. Mit dem Fahrrad geht es nur langsam vorwärts.

Nach etwa 1 km kommen wir aus dem Ort heraus und bald reduziert sich die Promenade zu einem Wanderweg. Das ausgewiesene Ziel liegt noch 10 km weiter der Küste entlang. Hier drehten wir um und fuhren ins Zentrum. Hier um den Hafen herum trifft man sich, hier sind die besseren Geschäfte, hier liegen die Boote für Excursionen.

Die Altstadt liegt etwas oberhalb und hier ist es schon ruhiger, gemütlicher. Hier dominieren die hellen Natur-Kalkstein-Mauern, befinden sich die Kirchen (etwas sozialistisch vernachlässigt, und der Markt.

Zurück auf der großen Promenade fanden wir ein nettes Lokal, wo wir gut gegessen haben und einen schönen Blick auf die nahen Berge hatten. Immer die 73% Regenwahrscheinlichkeit im Blick. Ich finde, früher, ohne irgend eine Regenwahrscheinlichkeit war das Wetter gefühlt besser.