Radtour nach Demmin

Das Wetter ist schön, ein bisschen windig, aber irgend wann wird der Wind uns schieben, so hofften wir. Durch Loitz suchten wir uns ein paar kopfsteinpflasterlose Wege durch den Ort, bei dem wir an einem interessanten Gedenkstein Halt machten. Mit ihm wird an eine Schülerin gedacht, die in die gegenüber liegenden Schule ging und während der Naziherrschaft ermordet wurde.

Entlang der Landstraße führt ein gut ausgebauter Fahrradweg oberhalb der Peene entlang. Hier steht auch ein Beobachtungsturm von dem man eine gute Aussicht auf die Flusslandschaft hat. In einem Baum sahen wir eine Gruppe Kormorane, weiter weg schwamm eine Gruppe Vögel, die wir leider nicht benennen konnten.

Kormorane

Demmin weist einige wenige beeindruckende Gebäude, wie die Kirche, das Rathaus oder das Lagerhaus am Hafen auf. Große Teile der Ortschaft wurden wohl im zweiten Weltkrieg zerstört und nach sozialistischen Idealen wieder aufgebaut.

Am Hafen bildet sich in den letzten Jahren ein touristisches Zentrum aus, wo wir auch nett aber windig gegessen haben.

Demmin am Hafen

Wie gehofft, schob uns eine heftige Briese auf dem rechten Peeneufer zurück nach Loitz. Bei der Hafenmeisterei belohnten wir uns noch mit einem Pot Kaffee bevor wir zum Campingplatz zurück kehrten.

Loitz an der Klappbrücke

Ankunft in Loitz

Mit dem nach Ueckermünde folgenden Campingplatz hatten wir Mühe, denn auf unserer eigentlichen Route war alles ausgebucht. Nach einiger Internet-Recherche sind wir an der Peene gelandet.

Die Fahrt hier her verlief häufig durch wunderschöne Alleen, die zum Teil recht eng waren und auch der Straßenbelag ließ kaum mehr als 60km/h zu. Es war ja nicht weit zu fahren und nun sind wir recht zufrieden mit unserer Auswahl.

Wir befinden uns hier kurz hinter der Klappbrücke über die Peene am Hafen. Weiter vorne mit noch schönerem Blick gibt es städtische Plätze mit Strom und direkt danach kommt unser Amazonas-Camping. Recht gemütlich, etliche Kanufahrer sind auf dem Platz und die Sanitärausstattung ist komfortabel und sauber.

Zum Mittagessen hatten wir nur wenige Meter zu laufen. Im ehemaligen Bahnhof, der direkt am Hafen liegt ließen wir uns die Pfifferlinge schmecken. Danach entschieden wir uns zu einem Verdauungsspaziergang durch das Städtchen.

Wir entdeckten einige sehr schön restaurierte Gebäude. In der Altstadt, zum Teil mit Toren und Stadtmauer sieht es dann weniger modern aus. Da gibt es noch viel zu tun. Zum Glück haben Graffiti-Künstler sich etlicher verlassener Häuser angenommen und sie interessant bemalt.

Ankunft in Ueckermünde

Seitdem wir Mecklenburg-Vorpommern erreicht haben, nennt sich die Ucker nun Uecker. Westlich der Stadt haben wir in Grambin einen Campingplatz gefunden, einfach aber preiswert. Von dort lässt sich Ueckermünde gut mit dem Fahrrad erreichen.

Der Ort ist ansprechend mit Häusern der unterschiedlichsten Stilarten restauriert worden. Im Außenbereich findet man etliche mit Riedgras gedeckte Häuser und sehr gepflegten Gärten.

An den Stadtkern schließt das Hafenviertel an. Personenschiffe stellen Verbindungen nach Usedom, das direkt gegenüber liegt, her. Dazu liegen hier viele Privatboote, die durch einen Kanal Zugang zum Stettiner Botten haben. Die Fischfangflotte dagegen benutzt einen weiter östlich gelegenen Hafen.

Nördlich der Stadt erstreckt sich Strand und Promenade, der sehr gepflegt ist und auch ein abwechslungsreiches Angebot an Gastronomie bietet. Der Uferbereich ist hier sehr flach, so dass man ziemlich weit laufen muss, bis man schwimmen kann.

Schloss Boizenburg

Für unsere etwas größere Runde haben wir das Wohnmobil gestartet. Zuerst ging es nach Boizenburg und dem Schloss der von Arnim. Am Ortsrand war nach dem Schloss, Klosterruine und Tierpark ausgeschildert.

In einem Park fanden wir riesige Eichen und die Mauerreste des ehemaligen Klosters. Auf einer Wiese grasten einige nette Ponys nahe eines Gehöftes, dass sich als Museum und ehemaliger Mühle heraus stellte.

Von dort liefen wir zum eigentlichen Schloss, das sich auf der entgegengesetzten Ortsseite befindet. Mit großer Reklame begrüßt uns das Marstall-Zentrum, das samt Schokolaterie erst ab 12 Uhr öffnet. Gegenüber begrüßte uns eine Ziegenherde, die auf den Wiesen ums Schloss wohl für die Düngung zuständig war, denn das Gras wurde durch einen Bediensteten mit Rasenmäher entfernt.

Das Restaurant war geschlossen und auch sonst war der Zugang nur für Hotelgäste möglich, so dass uns nur eine Umrundung des Schlosses blieb. Der Ort weist noch etliche Ruinen auf, die meisten Läden waren geschlossen, so dass wir uns bald nach einem neuen Ziel umsahen.

Truck-Stopp in Schlepkow

Wir fuhren zum Internet-Garten nach Hetzdorf. In Schlepkow von man von der Straße zwischen Woldegk und Prenzlau abbiegen. An genau da befindet sich der „Truck-Store“. Hier bekamen wir endlich etwas zu essen: Jeden Tag ein anderes Gericht, dazu Nachtisch. Heute gab es Stampfkartoffeln mit Bratwurst und Mirabellenkompott.

Der Ort Hetzdorf hat eine gewisse Berühmtheit erlangt, da der Pfarrer mittels Internet Rosenpflanzen für einen hübschen Rückzugsgarten gesammelt und erstellt hat. Leider war die Hauptblütezeit vorbei, ein lohnender Abstecher war es alle Mal.

Fahrt um den Unteruckersee

Schon bei unserer Ankunft teilte man uns mit, dass man über einen Fahrradweg rund um den See fahren kann. Nach einer stürmischen und feuchten Nacht schien am Morgen wieder die Sonne. An der Promenade entlang fuhren wir in Richtung Prenzlau und fanden am oberen Ende die Beschilderung, die uns um den See herum geführt hat.

Die erste Strecke ging es unter Bäumen, Blicke auf den See und die Stadt frei gebend eben am Ufer entlang. Bald war Röpersdorf erreicht. Der interessante Kirchturm und die schmalen, aber sehr gepflegten Gärten ließen uns absteigen.

Danach ging es kurvig durch Wiesen und teilweise entlang der Landstraße. In Potzlow sahen wir einen hölzernen Roland, der einst die Marktrechte bezeugte und vor 30 Jahren erneuert worden war. Von hier aus ging es über einen Buckel und die Ucker, um in Seehausen ein gutes Lokal zum Mittagessen zu finden.

Danach ging es mit Windunterstützung nordwärts. Kurz vor dem Campingplatz kamen wir an einem kleinen Strand vorbei, den vor allem Kite-Surfer zum Starten benutzen. Die sind wohl im Moment die einzigen, die von dem heftigen Wind begeistert sind.

Schiffshebewerk Niederfinow

Die heutige Tour war nicht weit und wir genossen sie indem wir durch die Alleen fuhren. Am späten Vormittag kamen wir an, nachdem wir vergeblich den Stellplatz in Eberswalde gesucht haben. Das Städtchen wäre wohl eines Besuches wert gewesen, aber es sollte nicht sein. Der Campingplatz in Niederfinow war längerfristig ausgebucht, so stellten wir das Wohnmobil auf den offiziellen Parkplatz direkt am alten Schiffshebewerk ab.

links Rampe, rechts „Aufzug“

Mit 15€ pro Tag ist er ziemlich teuer, denn er bietet außer einem Parklatz nichts und selbst die Toilettenbenutzung kostet extra und die sind über Nacht geschlossen. – Nach dem Mittagessen schauten wir uns die mächtige Stahlkonstruktion genauer an. Sahen, wie Schiffe in die Kammer hineinfuhren.

Über einen serpentinenartigen Weg stiegen wir hinauf auf die Höhe des oben weiterführenden Kanals und konnten verfolgen, wie die Schiffe den Trog verließen. Hier konnte man an drei Seiten des Gebäudes herumlaufen und hatte einen schönen Ausblick.

Siemens Verschublok

1934 wurde das Schiffshebewerk erbaut. Es ist 52m hoch und 94m lang. Schiffe mit bis zu 1000t Tragfähigkeit könne das Hebewerk benutzen, dabei wiegt der Trog 4300t, die mit 4 55kW-Motoren bewegt werden. Die sind ausschließlich dazu da, die Reibung zu überwinden, da der Trog und die Gegengewichte sich im Gleichgewicht befinden.

Einfahrt in den Fahrstuhl

Für den Nachmittag hatten wir eine Bootsfahrt gebucht. Während einer Stunde fuhren wir ein Stück auf dem Kanal, um dann in den Trog einzufahren und nach oben gehoben zu werden. Dort verließen wir den Trog und fuhren zu einer nahen Wendestelle von der aus das Boot wieder in den Trog hinein fuhr. In nur 5 Minuten erreichten wir das untere Niveau und bald darauf die Schiffsanlegestelle.

Neubau Eröffnung 2025

Oderberg und Fahrt nach Prenzlau

Das Wetter lud uns zu einer Fahrt entlang des Oder-Havelkanals ein. Nicht weit gekommen mussten wir die Fahrräder über 2 Treppen und Brücke über den Finowkanal tragen.

Hier besteht eine Schifffahrtsverbindung zwischen Oder und Havel seit 1620. Relikte davon kann man noch entdecken. Ein Stück weiter überquerten wir aber einen weiteren Kanal, der augenscheinlich noch von Sportbooten benutzt wird.

Auf der Fahrt entdeckten wir mal wieder Rehe und Hasen, Reiher und etliche andere Vögel. Leider war der Weg nach Oderberg stellenweise ziemlich mies. In Oderberg sahen wir das Binnenschifffahrtsmuseum, einen Kaffee gab es aber nur beim Fleischer, was uns veranlasste zügig zurück zu fahren.

So kamen wir bis Mittag nach Angermünde, das wir uns ansahen und zu Mittag aßen. Der Rest der Tour war eine Odyssee, denn kurz hinter Angermünde wurden wir auf eine Umleitungsstrecke geschickt. Das NAVI war damit nicht einverstanden, wie auch mit der weiteren Ausschilderung. Ein Blick auf die Karte zeigte uns dann auch, was für einen großen Umweg wir gefahren sind. Nun war es aber schon zu spät.

Am Ortseingang von Prenzlau stand dann in einer Nebenstraße ein Schild: Falsche Navigation, kein Zugang zum Campingplatz. Von da ab stritten die Lady vom Navi mit der Ausschilderung bis sie sich kurz vorm Campingplatz einigten. Nun war Ruhe und wir hatten unseren Platz für die nächsten Tage gefunden.

Prenzlau Stadtbummel

Prenzlau liegt im Norden des Unteruckersees. Vom Campingplatz aus fährt man entlang einer schönen Promenade bis an den Rand der Innenstadt.

Von der Stadtmauer sind einige Teile mit Türmen erhalten. Die Stadt selber wirkt sehr großzügig und aufgeräumt. Nach dem letzten Weltkrieg hat man hier großzügig geplant. Dominieren tun große Wohnblocks, zum Teil in Plattenbauweise, die aber modernisiert sind und an den Stirnwänden große Gemälde aufweisen, die die Wohnungsbaugesellschaft in Auftrag gegeben hat.

Die Marienkirche ist kaum möbliert, aber man kann die Türme besteigen. Über 234 Stufen, im oberen Teil eine enge Wendeltreppe kommt an den Glocken vorbei und hat vom Übergang zwischen den beiden Türmen einen schönen Blick über die Stadt und Umgebung.

Hinunter geht es dann, nachdem man zuerst noch einmal etliche Stufen ins Türmerzimmer erklommen hat durch den zweiten Turm. Die Enge der Zugänge macht einen Einbahnstraßenverkehr notwendig.

Seit dem Jahre 2000 steht am Eingang zur Fußgängerzone der Roland, einer Nachbildung aus dem Jahre 1495. So verschönern Kunstwerke an verschiedenen Stellen die Stadt.

Von Zechin zur Kuhbrücke

Heute war es längst nicht mehr so windig wie gestern. Die Nacht war frisch, aber die Sonne kommt immer mal wieder durch und wärmt. Also auf die Räder und zu unserem ersten Halt nach Golzow. In der Bäckerei bekamen wir zwar keinen Spritzkuchen mehr, aber die 2 Stück Obstkuchen werden wir uns nachher schmecken lassen. Am geschlossenen Filmmuseum ging es weiter nach Gorgast.

An der Festung vorbei ging es flott nach Küstrin-Kiez. Von dem Ort bekommt man auf dem Fahrradweg nicht viel zu sehen. Plötzlich standen wir auf der Elbebrücke. So weit wollten wir eigentlich nicht. Ein Stück zurück fanden wir den Elberadweg und wendeten uns gen Norden.

Im Gebüsch nahe des Weges wurde ich auf ein Rehpärchen aufmerksam. Der Bock duckte sich vorsichtshalber, während die Rieke mich neugierig betrachtete. Kurz darauf erreichten wir Kuhbrücke: Bemerkenswert ist der Imbis mit Fischräucherei, wo wir gut gegessen haben. Den Butterfisch kann ich wärmstens empfehlen.

Nach dieser Erholungspause ging es gegen den Wind und auf dem Damm zurück nach Zechlin.

Oderradweg Blick nach Süden

Auf in den Oderbruch

Bevor ich von hier, Zechin, berichte, noch mal kurz zurück nach Grünheide. Am letzten Tag dort haben wir noch die Forellenanlage in Klein Wall besucht. An die Seen durften nur Angler. So begnügten wir uns mit einem Besuch der umfangreichen Fischtheke: Fischbrötchen mit geräucherten Forellen und Fischspieße für das Abendbrot. Auch das Angebot an frischem Fisch war groß. Auf dem Rückweg fuhren noch an der Schule von Grünheide vorbei, da es dort eine große Anlage für die Europäische Sumpfschildkröte zu bestaunen gibt. Die ist nämlich das Wappentier von Grünheide.

europ. Sumpfschildkröte

Nun ging es aber für uns weiter und zwar in den Oderbruch. Dieses langgestreckte Gebiet zwischen Oder und Alter Oder, Lebus und Bad Freienwalde ist vor allem landwirtschaftlich geprägt. Dazu noch ziemlich naturbelassen, so dass sich hier Rehe und Störche und viele Zugvögel wohl fühlen.

Auf unserer heutigen kurzen Fahrradtour konnten wir viermal Rehe entdecken. Sie scheinen im Moment die Getreidefelder zu mögen. Noch auffallender ist das beiden Störchen, die direkt hinter dem Mähdrescher hinter her laufen.

Die Oder als Grenzfluss

Leider findet man hier auch häufig Relikte der letzten großen Schlacht um Berlin am Ende des letzten Weltkrieges: Denkmäler, aber es begegnete uns auch ein Trupp von Spezialisten, die entlang der Straße nach Kampfmitteln suchten, um sie endgültig zu beseitigen.

Gänse auf der Wiese und andere in den Bäumen

Der Campingplatz ist einfach und sauber. Ein angegliedertes Freibad lädt ein, wenn die Wälle auf dem Gelände einen schon verwundern. Ach ja, wer Wind nicht so mag, der fühlt sich hier nicht so wohl, aber die Stechmücken hat es auch weg geweht.