Wir stehen hier direkt an einer Bahnlinie und der Bahnhof ist nicht weit, also, warum nicht mit dem Zug nach Perpignan fahren und wenn schon, dann gleich mit dem Fahrrad. Die Tickets konnte ich schon am Vortag lösen, 1€/Person und das selbe noch mal zurück. Über die Mitnahme der Fahrräder konnte ich nichts in Erfahrung bringen, aber wie es sich zeigte kamen die auch umsonst mit.


Die etwa 20 Minuten Fahrt gingen flott vorbei und ebenerdig schoben wir die Fahrräder in die Stadt. Ein Stadtplan befand sich am Bahnhof und so kannten wir schon mal die Richtung in die wir uns halten mussten. Vorneweg: Perpignan ist noch keine Fahrradstadt. Immer mal wieder trifft man auf ein Schild für einen Fahrradweg, der sich dann genauso plötzlich auflöst, wie er begonnen hat.


Perpignan ist die Hauptstadt der französischen Catalanen. Gelb-Rot-Gelbe Fahnen sieht man häufig und alle Straßen sind zweisprachig beschildert. Quer durch die Stadt verläuft ein Bach, den man schön bepflanzt hat. Hochwassersicher begrenzen ihn breite Fußwege und Außengastronomie. Hier ist es richtig schön.


In der Passage der Markthalle besorgten wir uns Tapas und waren ganz begeistert von so etwas Einfachem wie Kartoffeln mit kross geröstetem Schinken und Curry-Mayonaise. Um das abzurunden gab es noch Champignons und Miesmuscheln. Tanzende gehören einfach ins Stadtbild, denn die Sardana ist der Nationaltanz, der in einem großen Kreis getanzt wird. Danach bummelten wir noch etwas durch die Gassen, sahen stattliche Häuser, zum Teil im Jugendstil, aber auch ein Viertel, das ziemlich herunter gekommen ist. Hier sahen wir viele Nordafrika-stämmige und Polizei auf Rädern begegneten uns mehrfach.


Insgesamt hat uns Perpignan gefallen. Als wir dann beim Bahn zurück waren, mussten wir feststellen, dass wegen Bauarbeiten vorerst kein Zug fuhr. Wir könnten ja den Bus nehmen. Der aber noch eine Stunde auf sich warten ließ, probierten wir die Smartphone-App Kommot aus. Ich gab unser Ziel ein und das Programm suchte uns einen gut fahrbaren Weg aus, den wir so nie gefunden hätten.