Fahrradtour entlang des Ostufers des Trasimeno-Sees

Heute wird es warm. Wir kamen bald aus den Betten und so auch früh auf die Räder. Uns fehlte ja noch die Ostufer-Tour. Direkt vom Campingplatz begann er entlang der Eisenbahntrasse. Nach nur wenigen Kilometern folgte eine Unterführung deren Betonwände zum Teil gekonnt bemalt worden sind.

Am Ufer befinden sich keine größeren Orte, die liegen mehr die Berge hinauf, damals malariasicher weit genug vom See entfernt. Es ist Pfingsten und etliche Besucher laufen oder fahren um den See. Meist war der Weg gut ausgebaut, aber mit ein paar Schlaglöchern muss man rechnen. Auch gab es 2 heftige Ecken, gesplittet und in einer unübersichtlichen Steigung liegend. Hier musste fast jeder absteigen.

Nach etwas über 20 km fanden wir eine Einkehrmöglichkeit, wo wir Kaffee und ein Tiramisu bekamen. Hier machten wir kehrt. Jetzt lagen die Ortschaften im Sonnenlicht, eine war total verlassen. Ein neues Straßenschild wies dort hinauf zum Monte Alto.

Auf der Hinfahrt fielen mir blaue Petunien auf, die sich aus einem Garten über den Straßenrand ausgebreitet hatten. Davon versuche ich einen Ableger nach Deutschland zu entführen. Die mögliche Eisenbahnfahrt nach Peruggia werden wir auslassen. Für einen weiteren Stadtbummel ist es zu heiß.

Isola Maggiore

Ich wollte eine Fahrkarte für eine Schiffsfahrt, die morgen stattfindet, aber wie ich kurz darauf feststellt, war sie für heute ausgestellt. Nun musste einiges schneller vonstatten gehen: Einkaufen, dann zu Mittag essen und wieder zum Anleger, bzw. in die Nähe, wo wir einiger Maßen sicher unsere Fahrräder abschließen konnten. Wir waren gut rechtzeitig da und schauten einer Schulklasse beim Ballspielen zu. Die warteten wohl auch auf das Schiff.

Isola Maggiore

Kurz darauf machten sich etliche Personen auf, um auf den Anleger zu gelangen und da lag ein Boot. Nun mal drauf, fragen nach der richtigen Verbindung erübrigte sich, der Matrose deutete an, dass er später vorbei kommt und von hinten drängelte die Masse. Nur die Schüler folgten nicht, auch gut dachten wir. Das Boot fuhr ab, nur direkt zur Isola Maggiore statt wie gebucht, zuerst nach Tuoro. Wir fuhren den Dreieckparcour in umgekehrter Richtung.

So schauten wir uns die Insel gleich an. An der Westseite beim Anleger gibt es eine kleine Ortschaft, die ganz auf den Tourismus ausgerichtet ist. Wir bummelte über die einzige Straße, oben auf der Höhe gibt es noch eine Kapelle und am anderen Ende ein Castel, das im Bau ist. Uns steckte noch der gestrige Tag in den Knochen und so nahmen wir das nächste Schiff nach Hause.

Isola Maggiore

Wir sind es noch nicht gewöhnt, dass es so warm ist. Aber noch kurz zum See: Er ist nur bis zu 7 Metern tief und hat keinen Auslauf. Die Bäche, die ihn speisen sind im Sommer oft ausgetrocknet. Ein Kanal zum Tiber schützt die Bevölkerung vor Überschwemmungen. Uns kommt es aber vor, dass das Problem an zu wenig Wasser liegt. Dazu kommt die Überdüngung der Felder und im Sommer zu starkem Algenwachstum. Daher wirkt das Wasser auf den Bildern auch so grün. Hier im Hafen liegen große Boote, die bereit sind die Algen im Wasser ab zu mähen.

Passignano

Passignano sul Trasimeno

Heute Vormittag haben wir uns den Ort am nördlichen Ufer des Trasimeno-Sees angesehen. Da es nicht weit ist, haben wir das zu Fuß erledigt. Der Ort hat ~5700 Einwohner und liegt etwa 300 Meter üNN. Besiedelt wurde der Ort schon von den Etruskern. Die Reste der Festung „La Rocca“ stammt aus dem 5. oder 6. Jahrhundert.

Der Ort hat eine Schiffsanlegestelle von der die Insel Maggiore angefahren wird. Die Eisenbahnverbindet den Ort mit Perrugia und Florenz. Rund um den See ist ein Fahrradweg von fast 60 km ausgezeichnet. Diese vielen Möglichkeiten und der komfortable Campingplatz lassen uns wohl noch eine Weile hier bleiben.

Wir liefen zuerst auf einer ansprechend gestalteten Promenade fast 180° um den Ort, um dann die windgeschützten Gassen zu betreten. Mehrere Keramikläden fielen uns auf. Ein Ausgießer für Olivenöl und einer für, hoffentlich nun tropfenfrei, Eingießer für Wein gehören nun zu unserem Wohnmobil-Inventar.

Einige steile Treppen führen in den oberen Teil des Ortes. Hier gibt es außer einem grandiosen Blick nur noch Wohnungen. Gegessen haben wir unten an der Promenade in einem Brasilianisch-Italienischem Lokal. Mein Gericht bestand aus geschmortem Fleisch mit Bohnen, dazu Reis, Spinat, gemahlene Nüsse und Tomatensalat.