In den Startlöschern

Das Wohnmobil wird auf jeden Fall morgen Vormittag fertig gepackt sein und dann hoffen wir auf wenig Stau auf den deutschen Autobahnen. Ab Saarbrücken wird es dann weitaus relaxter weiter bis südlich von Metz an die Mosel gehen.

An Kartenmaterial vertrauen wir mal wieder mehr den Michelin-Regionalkarten wie dem Navi. Das wird Gudruns Aufgabe mal wieder sein, uns zum vorgesehenen Campingplatz zu lotsen. Stellplätze werden wir nur im Notfall anfahren und dann die von Camping-Car-Park. Diese haben in den letzten Jahren etliche Camping Municipal übernommen und bieten einen gewissen Standart an Sanitäreinrichtungen.

Das Titelbild stammt vom letzten Jahr und zeigt eine Straße in der Festung Concarneau, der Dienststelle von Comissar Dupin, dessen Krimis haben wir auch im Gepäck. Vielleicht finden wir ja einen der Tatorte, per Zufall

Die Fahrräder sind natürlich dabei und bei der Planung habe ich Orte die an Fahrradwegen wie den Voies-Verte oder Voies Bleu besonders berücksichtigt. Die sind auch alle in den Michelin-Karten verzeichnet.

Nun freuen wir uns auf nette Ortschaften und interessante Kulturdenkmäler. Wir freuen uns wie immer auf Kommentare und Fragen und sind natürlich per E-Mail erreichbar.

Metz

Manchmal sind es kuriose Ideen, die einen zu schönen Erlebnissen führen. Bei uns war es die Entscheidung am ersten Tag Metz anzufahren. Eigentlich wollten wir noch vorm Urlaub zum Frisör gehen, aber dort wo wir hin wollten, war wegen Urlaub geschlossen. Da kam uns die Erinnerung, dass wir das letzte Mal auf dem Heimweg dringend zum Frisör mussten und das während der letzten Pause in Frankreich in Metz machen ließen. Warum also nicht den Urlaub genau dort wieder zu beginnen.

Nach dem wir nach guter Fahrt am Nachmittag auf dem Camping municipal (Campingplatz der Gemeinde) gelandet waren, liefen wir das kurze Stück in die Innenstadt und konnten noch für den selben Tag einen Termin für uns zwei ausmachen. Bis dahin unternahmen wir noch einen Spaziergang durch die Fußgängerzone und gönnten uns ein Eis. Dabei kann man an verschiedenen Stellen Kunst an Straßen und auf Plätzen entdecken.

Später gingen wir noch in die Markthalle und kauften rot-gelb gestreifte Tomaten ein, die uns zum Abendbrot geschmeckt haben. Danach war nicht all zu viel Zeit, denn es gibt im Moment in Metz einen Rundgang zu etlichen Installationen, die nur nachts ab 21 Uhr besichtigt werden können. Besonders gefiel uns eine Licht-Ton-Schau in einer Basilika und eine Projektionsschau auf die Vorderseite der Kathedrale.

Einige Ecken verströmen südländischen Flair und es hockt voll, unter den Arkaden und auf der Straße. Natürlich ist hier überall Fahrverbot für Autos, auch wir mit den Fahrrädern stiegen immer mal wieder ab, dabei war es an einem Donnerstag Abend, wie wird es erst am Wochenende sein? Nichts wie hin, wer noch nicht hier war.

Heute nahmen wir die Fahrräder und schauten uns weitere Gartenanlagen in Metz an und stellten fest, dass man hier wunderbar flanieren kann. Überall gibt es was zu sehen und da zwischen ist man flott auf Fahrradwegen unterwegs. Überraschr hat uns die Porte allemand, die deutsche Pforte, eine kleine Festung als Eingang zur Stadt.

Porte Allemande

Mittags gab es die ersten frischen Muscheln der Saison und nach weiteren Einkäufen im Marché Couvert (Überdachte Markthalle) ging es zurück zum Campingplatz an der Mosel.

Metz

Nach der gestrigen Fahrradtour haben wir noch alles zusammen gepackt und sind bis Metz gefahren. Den Camping Municipal kannten wir zwar schon, es ist aber immer wieder eine Herausforderung die Einfahrt zu finden.

Heute war Stadtbummel angesagt, eingeschlossen ein Besuch beim Friseur. Bisher hatten wir für solche Nebensächlichkeiten nie genug Zeit, denn ohne Termin geht so was auch in Frankreich nicht. Nun, das konnten wir gut über die Bühne bringen und sehen nun fast wie Franzosen aus.

In einem Straßenrestaurant aßen wir noch mal Moule Frites, ein Straßenmusikant spielte französische Chansons auf seiner Ziehharmonika. Es war alles Perfekt.

Ein Verdauungsspaziergang führte uns zu der imposanten Kathedrale. Ihr klarer gotischer Stil beeindruckt und dominiert die Altstadt. Immer wieder blieben wir stehen, um die imposanten Häuser aus der Zeit von 1880 bis 1910 zu bewundern. Die Architekten wie Knobloch hatten sich in der Fassade verewigt. Von der Gründerzeit bis zum Jugendstil ist alles vorhanden.

Die weitläufige Fußgängerzone ist durch versenkbare Säulen gesichert und wird nur von wenigen Fahrzeugen im Schritt befahren. Bei den Geschäften fielen uns mehrere Musikgeschäfte auf, Instrumente und auch CD´s konnte man kaufen, Daneben gibt es Spezialitäten aus dem Land und auch eine Drogerie, wie es sie vor langer Zeit gab, da war mir leider nur ein Bild durch die Scheibe möglich. Es lohnt sich die Details an zu sehen.

Ach, ja! Bevor ich es vergesse: Das ist für diese Reise mein letzter Beitrag. Morgen sind wir wieder in Deutschland und der Rest ist nichts als Heimfahrt. Danke meinen treuen Lesern, auch für den einen oder anderen Kommentar. Wer meinen Blog abonniert hat, erfährt, wann es weiter geht, vermutlich in die Bretagne. Euer Horst-H. Henßen

Von Metz nach Chatillon-sur-Seine

Von Karlsruhe sind wir über das Saarland nach Metz gefahren. Dadurch konnten wir lange die mautfreien Autobahnen in Deutschland nutzen. Der Campingplatz von Metz, direkt an der Mosel gelegen, war uns noch in guter Erinnerung. Gleich nach unserer Ankunft spazierten wir in die nahe Altstadt und fanden ein nettes Lokal. Zweimal geimpft hatten wir kein Problem einen Tisch zu bekommen. Als Höhepunkt stellte sich der Café Gourmant heraus, der neben dem Kaffee aus 5 verschiedenen Nachtischen bestand (s. Foto)

Heute Morgen fuhren wir bald weiter. Bis Toule war die Autobahn kostenfrei und dann waren es nur noch 14 km bis wir in südwestliche Richtung auf Chaumont zufuhren. Meistens war 90 km/h erlaubt. Unser Tagesziel Andelot erreichten wir bereits gegen 11 Uhr. So machten wir eine längere Pause mit einschließlich Mittagessen.

Auf einem kurzen Spaziergang entdeckten wir etliche historische Bilder. Augenscheinlich hatte der Ort im Mittelalter eine größere Bedeutung wie heute. Vielleicht hat auch der Name Andelot etwas mit dem Ritter Lacelot zu tun? Auf jeden Fall fuhren wir nach dem Mittagessen (31 €) weiter und kamen im Laufe des Nachmittags in Chatillon-sur-Seine an.

Auf einem Hügel oberhalb des Ortes liegt der Campingplatz. 14€ kostet die Nacht. Mit einem Spaziergang erkundeten wir den Ort, der so weit die mittelalterliche Bebauung noch existiert, interessante Ecken aufweist. So wie auf den letzten Bilder eine Hofeinfahrt mit Rose oder der Zugang zur oberen Wohnung mit äußerer Treppe und eigener Hausnummer. Die Seine ist im Moment nur noch ein kleines Rinnsal. Was aus ihr noch wird, wenn ich mich da an unsere letztjährige Reise erinnere. Alles fängt mal klein an.

Das Titelbild zeigt einen Altarteppich in Chatillon-sur-Seine.