Fahrt nach Ortonna

Sonntag Morgen, nach einem langem lauten Abend sind heute alle träge und selbst die Hunde haben keine Lust Krach zu machen. Aber nichts da, wir fahren, über Rimini auf die Autostrada nach Süden. Die Tankstellen verlangen einen unverschämten Preis, so fuhren wir zum Tanken und anschließendem Mittagessen von der Autobahn.

Für 40 € zu zweit, einmal Gnocchi mit Spargel und Schrimps bzw. Spagetti mit Meeresfrüchten, was wir nicht geschafft haben + Getränke, da kann man nicht motzen. Von der Cheffin gab es noch 3 verschiedene Süßigkeiten als Gruß vom Haus zum Kaffee, eines leckerer wie das andere. Leider habe ich kein Foto davon gemacht, das muss man so wie so essen, nicht anschauen.

Zurück auf der Autobahn fühlten wir uns wie im Allgäu, andauernd Schneeberge vor uns. Zuerst der Gran Sasso mit über 2912 Metern, dann die Montagna di Maiella mit 2737 Metern, da liegt eindeutig noch mehr Schnee wie in den Deutschen Alpen. Der Gran Sasso liegt gerade mal 40 km vom Meerweg und die Mariella gerade mal 20 km. Je nach den Windungen der Straße hat man das Gefühl, dass man da noch drüber muss.

Irgend wann hatten wir alle Tunnel hinter uns und wir hatten nur noch wenige Kilometer bis zum Campingplatz. Ortonna liegt auf einem Felsockel direkt über der Küste, was die Bilder gut zeigen. Mal sehen, was wir morgen machen. Immerhin liegt der Ort hier oben.

Lido di Volano

Ein Lido, also Strand reiht sich an den anderen. Dabei haben die meiste der Strandabschnitte ein kleines Zentrum mit Geschäften. Hier ist die Bebauung höher, es gibt kleinere Hochhäuser, dann kommen Straßen mit Einfamilienhäusern, kleinen Reihenhäuser für die Ferien und dann die Campingplätze mit Bungalows, Freizeitanlagen, Lokalen und Geschäften. Jetzt zum Wochenende ist ganz schön was los, parallel stieg die Lautstärke, vor allem durch die vielen Hunde, die die Italiener mitgebracht haben.

Da hilft nur eines, so schnell wie möglich auf die Räder und auf den Fahrradweg, der die Küste entlang führt. Nach 2 weiteren Lido-Lidi? hörte endlich die Bebauung auf und der ausgezeichnete Fahrradweg wurde zu einem Waldweg, den wir uns mit einigen anderen Fahrradfahrern und Wanderern teilen mussten. Einige Baumstämme musste man umfahren.

Nach diesem Abschnitt ging es auf dem Damm weiter. Das viele Holz, das die Wellen angespült hatten, waren zu kleinen Kunstwerken gestaltet worden. An diesem Abschnitt gibt es keinen Sandstrand, die Wellen reichen bis an die Felsbrocken des Dammes heran. Es folgte wieder ein Abschnitt im Wald, aber dieses Mal recht breit und frisch geschottert, der plötzlich asphaltiert war und erreichten wir auch den Lido di Volano. Der war wieder mit Autos zu erreichen und bestand neben dem schönen Sandstrand aus einigen Strandbars, die auch Mahlzeiten anbieten. (Pappteller und Plastikgeschirr, aber die Miesmuscheln waren sehr gut.

Als wir zurück fuhren entdeckten wir auf einer Waldwiese direkt an der Straße eine Gruppe von Rehen, die den Trubel wohl gewohnt waren. Als wir dann durch das erste Waldstück kamen sahen wir noch einmal eine Gruppe Rehe, vielleicht 20 Meter vom Weg weg. Damit war es aber noch nicht genug, denn nahe der Häuser in einer kleinen Wiese stand ein Fasan, der sich langsam in den Wald trollte, als er bemerkte, dass er entdeckt worden war.

Kaum zu glauben, wenn man jetzt den Krach auf dem Campingplatz um uns herum aushalten muss. Nun morgen geht es weiter.

Comacchio und Porto Garibaldi

Direkt bei Comacchio gibt es keine Campingplätze, nur einen Stellplatz. Der Strand liegt auch etwa 3 km entfernt. Dort sind wir auf einem sehr gepflegtem Campingplatz unter gekommen. Unter hohen Pinien ist er uns im Moment etwas schattig, aber es wird ja jetzt jeden Tag etwas wärmer.

Heute fuhren wir mit den Rädern nach Porto Garibaldi. Hier liegen an einem breiten Kanal viele Fischerboote. Zum Teil wurde der Fisch direkt vom Boot verkauft. Wir fuhren aber erst mal auf dem Fahrradweg, dem Kanal entlang nach Comacchio. Das sind nur 3 km. Mit den Fahrrädern ist es nicht ganz einfach durch den Ort zu kommen, da viele Wege an einer Treppe enden, die dann über einen Kanal führt.

Mit dem Fahrrad ist es aber kein Problem den einen oder anderen Umweg zu fahren. Auf jeden Fall haben wir noch einige schöne Stellen gefunden. Wie man den großen Kahn in einen der Kanäle zwischen 2 Brücken gebracht hat, blieb uns ein Rätsel, denn auch die Sträßchen entlang der Kanäle sind sehr schmal. Gegen Mittag fuhren wir nach Porto Garibaldi zurück. Die Fischlokale hatten es uns angetan.

Ein Lokal schien recht beliebt zu sein, also hin. Es gab nur Fischplatte, gegrillt oder frittiert, mit Pommes, auf Plastiktellern und Wein aus eben solchen Gläsern, aber die Platte war sensationell. Auf dem Foto kann man Jakobsmuscheln, Krabbenspieße und zweierlei Fisch sehen. Eigentlich viel zu viel für uns, aber da mussten wir nun durch. Es schmeckte viel zu gut, um etwas übrig zu lassen.

Comacchio, erster Eindruck

Die Anfahrt durch die Poebene war nicht spektakulär. Auf Landstraßen umfuhren wir die größeren Städte wie Ferrara. Die Sträßchen waren durchweg eher schmal, so war meist eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h vorgeschrieben. Immer wieder stehen Blitzer am Straßenrand, das hält einige Italiener nicht davon ab im Überholverbot flott an anderen Fahrzeugen vorbei zu fahren. Auch auf ein Blinken im Kreisverkehr wartet man hier vergebens.

Zur Mittagszeit kamen wir an und fanden zentrumsnah einen Parkplatz für unser Wohnmobil. Überall findet man im Zentrum kleine Stadtpläne wodurch man sich gut zurecht findet. Mehrere Kanäle durchziehen den Ort. Die Wege entlang der Kanäle sind so schmal, dass man dort nicht mit Autos rechnen muss.

Die Kanäle kreuzen sich mehrmals. Um den Fußgängerverkehr zu ermöglichen sind diese Kreuzungen mit diagonalen Brücken überbaut. So steht man am höchsten Punkt nicht nur über dem Wasser, sondern kann in alle 4 Kanäle schauen. Verkehr haben wir auf ihnen nicht beobachten können, aber es liegen einige Boote am Ufer, die als Sitzplätze für Restaurants dienen.

Zum Mittagessen bekamen wir die berühmten Brötchen (s. Foto) angeboten. Obwohl wir in uns einem touristischen Zentrum befinden, sind die Preise moderat, ab 11 € kann man zu Mittag essen, Wein und Kaffee sind deutlich billiger wie in Crailsheim. Noch etwas zu den Preisen: K-H fragte nach dem Wohnmobilverbrauch. Über die Alpen bis zum Gardasee haben wir deutlich weniger wie 10 Liter auf 100 km verbraucht.

Desenzano di Garda

Jetzt findet man es morgens bei 13° noch frisch, aber langsam verziehen sich die Wolken und es wird wärmer. Deswegen soll es heute in die andere Richtung gehen, an Sirmione vorbei nach Desenzano und vielleicht noch etwas weiter am westlichen Ufer entlang.

Direkt am Ufer entlang verläuft die Promenade, die meist nicht für Fahrradfahrer frei gegen ist, also schieben, auf jeden Fall wenn Fußgänger entgegen kommen. Auf der Höhe von Sirmione geht es nur noch entlang der Hauptstraße, aber es sind Fahrradstreifen vorhanden. Nur sind sie mal rechts der Hauptstraße, mal links, mal beidseitig und die Übergänge sind nicht deutlich gekennzeichnet. Dann hält man an und sucht nach der Fortsetzung.

Die linienschiffe verkehren schon.

Die Promenade von Desenzano gibt noch nicht so viel her, aber es wird gebaut. Dagegen ist der Ortskern, eine Parallelstraße von der Uferpromenade weg sehr interessant. Interessante Gebäude und nette Geschäfte finden sich hier. Die vergessene Luftpumpe für die Fahrräder konnte ich hier ersetzen und zum Mittagessen war auch nicht schwer etwas passendes zu finden.

Wir sind dann noch bis zum nächsten Ort gefahren. Hat sich nicht gelohnt und so sind wir schnell wieder zurück gefahren. Wir entdeckten noch einen gemalten Brunnen, den es mal an der Stelle gegeben haben sollte. Gudrun war es danach noch nach einem Eis, das ihr gönnte. Mir war es mehr nach heißem Kaffee.

Anfahrt zum Gardasee

Wir konnten gemütlich unsere letzten Dinge einpacken, denn wir wollten am ersten Tag nur bis kurz hinter Kempten fahren. Es war herrliches Wetter und relativ wenig Verkehr auf der Autobahn. Kurz vor der Mittagspause kamen wir an und bekamen in dem kleinen Restaurant Gemüsesuppe und Kaiserschmarren. So weit alles gut, aber dann, es zog sich zu, ein Gewitter auf und es hagelte, dass wir Sorgen hatten, ob unsere Dachfenster das aushalten würden. Sie hielten.

Außerdem sank die Außentemperatur rapide. Bei 4°+ wachten wir am frühen Morgen auf und ließen erst mal eine Weile den Heizofen laufen, dann kurz entschlossen zogen wir uns an und fuhren so gegen 7:15 Uhr los. Einen Kaffee bekamen wir später in Österreich. So früh am Montag war auf der Straße nicht viel los und wir kamen gut über die Pässe.

So gegen halb 3 erreichten wir unseren Platz bei Peschiera. Hier gibt es noch genügend Platz und wir suchten uns einen ganz vorne am Ufer aus. Es war wieder herrlich warm und wir entspannten bei T-Shrt-Wetter. So fängt der Urlaub gut an.

Heute haben wir die Fahrräder heraus geholt und sind zuerst nach Peschiera hinein gefahren. Es ist schon gut was los und in den bezaubernden Gässchen haben wir uns einen Kaffee gegönnt. Dann ging es um die Zitadelle herum an den Mincio und auf den Fahrradweg in Richtung Mantua. Der Weg ist gut ausgebaut und wir waren erstaunt wie viele Fahrradfahrer unterwegs waren.

Natürlich trafen sich alle in Borghetto. Die ehemaligen Mühlen auf den Felsen im Mincio sind ein Hingucker, siehe Titelbild. Dahinter liegt die beeindruckende ehemalige Staumauer mit der man im Fall der Fälle Mantua trocken legen wollte. Keine Ahnung, ob sie jemals zum Einsatz kam. Nach einer Mittagspause ging es dann mit Windunterstützung zurück zum Gardasee. 42 km, das ist genug für die erste Tour.

Startklar in den Frühling

Es soll mal wieder Italien sein. Plätze, die wir mögen noch mal aufsuchen aber auch neue erkunden.

Über den Gardasee fahren wir ins Po-Delta, da gibt es für uns noch unbekannte kleine Städtchen und viele Möglichkeiten zum Fahrradfahren.

Dann geht es die Küste entlang nach Süden. Wir werden uns treiben lassen, Abstecher ins Hinterland zulassen und die Dieselpreise beobachten.

Die Idee bis nach Sizilien zu fahren hat uns wohl D. Trump verhagelt. Vielleicht fahren wir in Rom vorbei, wenn er sich dort Heilig spricht.

Nein, viel lieber suchen wir nach Orchideen und generell allem was blüht und krabbelt und fliegt.

Bitte riskiert ruhig einen Kommentar, auf den ich gerne eingehe.

Gönnheim

Da ich mir ziemlich gewiss bin, dass kaum jemand von euch diesen Ort in der Pfalz kennt, kommt hi8er der wirklich letzte Beitrag diesen Urlaubs.

Der Bahnhof

Ab Lyon war das Wetter feucht und kalt. In Metz sind wir gerade noch aus dem Schlamm heraus gekommen und sind gleich weiter bis in die Pfalz bei Bad Dürkheim gefahren. Der Campingplatz war dann auch der teuerste der ganzen Reise, dafür waren die sanitären Einrichtungen wirklich gut.

Abends habe ich mich danke freiem WIFI in der Gegend umgesehen. Mir war so etwas in Erinnerung von einem Dorf mit einem Streetart-Festival. Da es nur 6 km vom Campingplatz weg lag, fuhren wir heute Morgen kurz vorbei.

Der Ort liegt in einem Weinbaugebiet und die Einwohner scheinen mit wenigen Ausnahmen alle Weinbauern zu sein. Ein Weingut reiht sich an das andere. Die Straßen sind sehr eng, die Häuser aber sehr gepflegt und natürlich gibt es an vielen Hauswänden Wandbilder, aber auch die Trafostationen und Garagentore sind teilweise angemalt.

Nicolay Arndt

Zum Festival im Juni waren auch Kreidemaler da, die ihre 3-Dimensional wirkenden Bilder auf die Straße gemalt haben. Ganz zart konnte man sie noch erkennen. Ja, und dann fuhren wir nach Hause. Aufräumen, Äpfel und Walnüsse ernten und dann geht es an die Pläne für die nächste Reise.

Beaucaire

Das ist die Fortsetzung unserer gestrigen Fahrt. Ich habe aber so viele Bilder, dass ich daraus 2 Teile machen kann, außerdem verbringen wir heute einen faulen Tag ohne große Aktionen.

Beaucaire liegt nur mal gerade über die Rhone-Brücke von Tarascon entfernt. Dabei gehörte die Stadt zum Königreich Langedoque, die andere, Tarascon, zu Frankreich. Beaucaire gehörte zu den Hugenotten und Tarascon war römisch-katholisch,

Wie es ausging sieht man an den Burgen, die von Tarascon steht prächtig dar, die andere ist nur noch eine Ruine. Aber dennoch hat uns Beaucaire viel mehr gefallen. Die Plätze in der Altstadt haben Flair, die Straßen sind sauber und aufgeräumt.

Außerdem besitzt Beaucaire einen Port de Plaisance, einen Hafen für Freizeitkapitäne und Kanalboote. Hier endet der Kanal Sête à Rhone.

Und hier endet auch unsere Reise, die nächsten Tage sind dann nur noch Fahrtage, darüber wird wohl nichts zu berichten sein. Der Kilometerstand fürs Fahrrad steht nun bei 8795 km, 649 km mehr als bei unserer Abfahrt in Crailsheim. Frankreich ist einfach sehr gut geeignet zum Fahrrad fahren.

Danke allen treuen Besuchern meines Blogs.

Tarascon

Heute fuhren wir auf dem „Voie verte des Alpilles“, der teilweise auf dem ehemaligen Gleisbett der alten Linie Orgon – St Rémy – Tarascon verläuft. Die Steigung hinunter zur Rhone ist minimal und der Weg ist gut ausgeschildert und mehere Straßenübergänge gut gesichert.

Den ersten Stopp machten wir am Ortsausgang von St. Etienne-du-Grès. Dort viel uns schon bei unserem ersten Besuch die Getreidehandlung auf. Wo nur eben möglich sind dort Wandbilder aufgesprüht. Einige waren uns schon vertraut, andere waren neueren Datums.

Um so näher man Tarascon kommt, um so mehr häufen sich die Industrieanlagen. Im Zick.zack, um auf keiner Hauptstraße zu landen wir man zum Bahnhof von Tarascon geführt. Von dort sind es nur ein paar Schritte zur Altstadt. Hier ist leider nicht viel los. Die Arkaden und das Rathaus waren schon die Highlights.

Herausragend ist aber das Schloss, wir würden eher von der Burg reden. Erbaut wurde sie im späten 15. Jahrhundert und ist noch vollständig erhalten. Mit 45 m Höhe wirkt sie sehr mächtig. Viele Jahre wurde sie als Gefängnis benutzt.